jump to navigation

Die Fatach tagt… November 29, 2010, 22:28

Posted by Lila in Presseschau.
trackback

… und ich weiß nicht, ob außerhalb von Israel darüber überhaupt berichtet wird.

Fatach – ganz richtig, die Leute um Abu Mazen (Mahmoud Abbas), die “moderaten” Palästinenser, denen wir so weit wie möglich entgegenkommen sollen.

Ich habe keine Zeit zum Übersetzen, also einfach wie´s in der JPost steht:

Participants kicked off discussion by giving special honor to Amin al-Hindi, one of the masterminds of the 1972 Munich Olympics massacre of 11 Israeli athletes, who died earlier this year.

Richtig – einer der Mörder von München wurde besonders geehrt.  So viel zur natürlich vollkommen aus der Luft gegriffenen Forderung Israels, daß die Palästinenser den Kult des  Terrors beenden sollen. Sie tun es nicht, sie feiern Terroristen nach wie vor und begreifen die Mörder der Olympischen Spiele als bewundernswerte Vorbilder, die man ehren muß. Was will uns das sagen?

The Fatah council derogatorily rejected recognition of “the so-called Jewish state” or any “racist state based on religion.

Das ist natürlich wunderbar, gewissermaßen eine Übersetzung. Israel sagt: jüdischer demokratischer Staat (wobei demokratisch selbstverständlich Gleichberechtigung für Minderheiten einschließt), und die Fatach übersetzt es als   rassistischer Staat, der auf Religion basiert. Sehr spaßig. Jedoch ist Judentum weder eine Rasse (liebe  Fatach-Funktionäre, die Rassentheorie hat sich inzwischen überlebt, guten Morgen!) noch eine Religion – denn der Staat Israel gründet seine Definition von jüdisch nicht auf die Halacha.  Der Staat akzeptiert als jüdisch genug für Aliya auch Menschen, die das Rabbinat nicht akzeptiert – ein Riesenproblem für Einwanderer, doch eindeutig Zeichen dafür,  daß Israel keineswegs als Theokratie angelegt ist.

Was bedeutet jüdischer Staat denn dann – diese Formulierung, die auch so vielen Deutschen Bauchschmerzen macht, da sie sich nicht von ihren deutschen Begriffen freimachen können und Juden als “Menschen jüdischen Glaubens” definiert, als ginge es um tatsächlich nur um Religion.

Liebe Leute, Judentum ist eine ethnische Kategorie. Am Israel, das Volk Israel, so heißt es schon in der Bibel. Im Gegensatz zum Christentum, in dem das Ethnische keine Rolle spielt – weswegen es kein “christliches Volk” gibt – was wiederum für Juden schwer zu verstehen ist, eine Studentin hat tatsächlich mal die Formulierung vom “christlichen Volk” benutzt, und Juden fragen mich oft, ob sich das Christentum über den Vater vererbt.  So wie in meinem Paß steht “Der Inhaber dieses Passes ist Deutscher”, so wie das deutsche Volk im deutschen Staat lebt (und dort selbstverständlich Minderheiten akzeptiert, mit Rechten ausstattet und integriert), so ist jeder Jude (auch wenn nur väterlicherseits) potentieller Israeli. Nicht alle Israelis sind Juden, aber alle Juden sind, so sie wollen, Israelis.

Ja, daß das aber auch so kompliziert ist! Kann man denn von der Fatach erwarten, daß sie sich mal die Mühe macht zu verstehen, warum dem Verhandlungspartner dieser Punkt so wichtig ist? Wer Israel als jüdischen Staat anerkennt, der sagt damit, daß er das Recht des jüdischen Volks auf einen Staat anerkennt. Und das tut die Fatach natürlich auch nicht, ebensowenig wie die Hamas.  Wobei der Witz ist, daß sie gegen moslemische Staaten nichts einzuwenden haben. Eines schickt sich eben nicht für alle, und seit wann haben Juden Rechte wie andere?

Doch weiter, was hat uns die Fatach sonst noch zusagen?

It reasserted the “right of return” which, if implemented, would facilitate the end of a Jewish majority within the pre-1967 Green Line by allowing about four million Palestinian refugees and their offspring to settle in Israel proper.

Nichts Neues unter der Sonne. Die palästinensischen Flüchtlinge, mutwillig durch den von Arabern angezettelten Krieg aus der Heimat geflohen oder vertrieben, sollen samt Kind und Kindeskind zurückkommen dürfen – die ebenso große Zahl jüdischer Flüchtlinge, die aus arabischen Ländern brutal vertrieben wurde, wird natürlich nicht erwähnt. Immer dieselben alten Floskeln.

Land swaps as part of a peace agreement were ruled out as well. Large settlement blocs in Judea and Samaria, such as Gush Etzion, Ma’aleh Adumim and other cities located just over the Green Line, consisting of no more than five percent of the West Bank, where about 80% around 320,000 Jews live, must be uprooted and settlers must be expelled, it decided.

Na wunderbar.  Worüber bleibt dann denn überhaupt noch zu verhandeln? Die Palästinenser bleiben bei ihrem alten shtik:  Alles oder Nichts. Entweder Israel geht bedingungslos auf alle ihre Forderungen ein – dann sind sie bereit, “in Verhandlungen zu treten” – welch verführerischen Aussichten! denn zu verhandeln bleibt ja gar nichts mehr. Aber die Ungewißheit, der Nervenkitzel, sich in einer so wehrlosen Lage zu finden, das soll uns wohl locken. Danke, ich fühle mich wenig abenteuerlustig.

Dieser Kommentar in der JPost stützt sich auf Khaled Abu Toamehs Bericht. Im Gegensatz zu den putzigen oder mittelstädtischen Journalistinnen, die sich gänzlich auf ihre kernigen palästinensischen Stringer verlassen müssen, kann Toameh nämlich Arabisch. Und er versteht, was die Fatach sagt.

Es ist mir vollkommen unverständlich, warum solche Berichte nicht die Aufmerksamkeit in deutschen Medien finden, die sie verdienen. Denn die deutschen Medien achten doch so sehr auf “Ausgewogenheit”! Ist ihnen das nicht ausgewogen genug? Oder stört es das obsessiv verfolgte Motiv von den störrischen Israelis, dem einzigen Friedenshindernis im Nahen Osten? Warten die deutschen Medien auf saftigere Brocken, zum Beispiel eine beschmierte Parkbank in Safed oder eine Facebook-Seite von einer dümmlichen Ex-Soldatin? DAS sind doch die wahren Nahost-Nachrichten. (Israel heute bringt die Nachricht auf Deutsch – wer von Euch hat sonst aus deutschen Medien davon erfahren?)

Wieso drängt die Welt uns, in Verhandlungen einzusteigen, die von vornherein sinnlos sind? Oder ist auch hier nur ein trügerischer Schleier von Rhetorik, hinter dem sich Bereitschaft verbirgt? Nun, werden wir dann mal diese Bereitschaft konkret sehen können?

Kommentare

1. Silke - November 29, 2010, 23:17

nur ne Zusatzfrage:
meines Wissens ist Khaled Abu Toameh israelischer Araber, also Mitglied einer aufs Grausamste verunglimpften Bevölkerungsgruppe. Seine Texte von dieser Site http://www.hudson-ny.org/author/Khaled+Abu+Toameh werden allerdings seltsamerweise in den Blogs, bei denen ich mich wohlfühle, immer wahr- und ernst genommen.

ein noch mehr als normal beachteter war dieser hier

Middle East’s Western Media
Hypocrisy, Double Standards Out of Control

2. mibu - November 30, 2010, 10:24

“Denn die deutschen Medien achten doch so sehr auf „Ausgewogenheit“!” … haben aber ein ganz spezielles Verständnis davon, was ausgewogen ist. Es ist ehrlich gesagt zum Verrückwerden, wovon ich allerdings abrate – reicht schon, wenn’s unsere Publizisten sind.

Ich halte es für ziemlich sinnlos, Israel als jüdischen Staat in Frage zu stellen – das würde die Gründungidee dieses Staates widerrufen. Es gibt wohl kaum ein europäisches oder arabisches Land, das sich das Recht anmassen dürfte, die Funktion einer Heimstatt des jüdischen Volkes in Frage zu stellen.
Auch das ist ja eine interessante Erkenntnis der Wikileaks Dokumente: Israel ist in etlichen arabischen Staaten eine Tatsache, die sie eigentlich akzeptiert haben, aus politischen, taktischen, obskuren, … Gründen jedoch nicht offen zugeben.
Ich halte den Streit um den jüdischen Charakter und die Aufageb des Staates Israel für ein taktisches Geplänkel. Allerdings muss ich zugeben, dass ich schon den Eindruck habe, dass sich in Israel ein nicht so angehmer Nationalismus breitzumachen scheint, der die Diskussion um einen jüdischen Staat in einen neuen Zusammenhang stellt. Er wird zwar gern verzerrt als Problem mit der orthodoxen Richtung der jüdischen Religion dargestellt, doch ich fürchte, dass – wie so oft – die Religion auch hier nur wieder als plakative Hülle für eine weniger akzeptierte politische Bewegung verwendet wird.
Vielleicht ist es im Falle Israels schwerer solche Vehältnisse differenziert darzustellen, und religiöse und politische Motive sauber auseinander zu halten (ein Problem, das aber m.E. immer besteht, wenn Religion und Politik sich vermischen). Ich finde, dass es beispielsweise R.C.Schneider (ARD) mit seinem Weblog gar nicht so schlecht gelingt. Der Spiegel hat dem gegenüber ein gewaltiges Problem: es ist ein Organ, das mehr eine gewisse Haltung, eine Attitüde seiner Leser stützt, die Funktion der Information tritt demgegenüber seit längerer Zeit immer mehr in den Hintergrund. Ein wirklich schönes Beispiel für diese Vermittlung von Attitüde liefert Georg Diez mit seinem Artikel “Traktate der schlechten Laune” in der aktuellen Ausgabe des Spiegel. Im wesentlichen erfahren wir darin, dass der Gute wohl ein bisschen zu viele Goddard-Filme gekuckt und geistig schlecht verdaut hat. Jetzt hat er wohl ein paar Buchtitel gesehen, die schlecht in sein Weltbild passen, und fühlt sich berufen, diese als antikapitalistische Depressionstheorie blosszustellen. Er versucht, die steigende Zahl solcher Titel als Zeichen zunehmender Wehleidigkeit abzutun. Scheitert aber kläglich, weil in vielen Sätzen deutlich wird, dass ihm, dem freiberuflichen Journalisten, jeglicher Einblick in die Strukturen der heutigen Arbeitswelt abhängig Beschäftigter völlig fehlen. Man muss es leider so sagen, sein Geschreibsel ist charakteristisch für vieles, was die deutsche Publizistik so an Pseudorealitätsschilderungen zusammen bastelt. Vermutlich im Misverständnis verfangen, im Zeitalter informationstechnischer virtueller Realitäten hätten auch Journalisten das Recht, ihre Haltungen und Wahrnehmungen aus einem beliebigen, subjektiven Blickwinkel als Wirklichkeit zu verkaufen, hauptsache es verkeuft sich gut – letzteres dient dann als Bestätigung für die Übereinstimmung mit der Wirklichkeit.
Es ist sehr erstaunlich, wie häufig in letzter Zeit Journalisten darüber jammern, dass sich jeder x-beliebige Bürger für einen Journalisten hält, Blogs verfasst, sich in Foren ausbreitet und in Windeseile Informationen verteilt, womit Journalisten bisher ihr Brot verdienten. Vielleicht machen sie ihren Job im allgemeinen so schlecht, dass sie’s nicht so oft wirklich verdienen ? Etwas ähnliches kann man getrost auch über Experten, insbesondere Wirtschaftsexperten sagen.

3. mibu - November 30, 2010, 10:52

völlig off topic, aber vielleicht doch interessant: über die Webseite des swr (südwestrundfunk) kann man ab 10:00 Uhr heute die Schlussrunde der öffentlichen Schlichtung zum Projekt Stuttgart 21 verfolgen. Zur Erinnerung: die Schlichtung ist ein Ergebnis bürgerschaftlichen Engagements gegen ein willkürliches Über-die-Köpfe-der-Bürger-weg-regierens wie es in Baden-Württemberg leider schon sehr lange üblich ist. Durch den Schlichter Heiner Geissler, aber auch durch den Tübinger Bürgermeister Boris Palmer, den Bahntechnikchef Kefer und die Landesumweltministerin Gönner und viele weitere Beteiligte sind interessante Diskussionen in Gang gekommen.

4. Mikado - November 30, 2010, 11:43

Heiner Geisler?, der nicht weiß was eine PDF-Datei ist? Wenn das unsere Zukunft sein soll, dann gute Nacht!

5. willow - November 30, 2010, 12:19

@mibu

Ohne mich zu Stuttgard21 äußern zu wollen – wär es nicht sinnvoller, wenn bürgerschaftliches Engagement solche Bauvorhaben von Anfang an begleiten würde – und nicht erst, wenn nach 15 Jahren *alle* parlamentarischen (welche Partei des BW-Landtages war gegen das Projekt?) und juristischen (wieviele Klagen durch Bürgerinitiativen und Verbände gab es?) Hürden genommen sind!?

Ansonsten frage ich mich schon, wozu wir uns den Luxus von Parlamenten und Gerichten eigentlich leisten…

6. Silke - November 30, 2010, 13:39

Also der Zusammenhang zwischen Kenntnissen zu PDF-Dateien und Geißler’s möglichem Geschick als Schlichter erschließt sich mir nicht.

Ist Schlichtung heutzutage nur noch mit Hilfe von PDF-Dateien möglich?

Ich höre erhebliche Mengen von Vorträgen auf nem iPod-Shuffle, d.h. ich sehe all die schönen Power Points nich, die so unglaublich viele heutzutage für anscheinend unabdingbar halten. Würde mir das Fehlen der Bildchen das Verständnis des Vortrags erschweren, hätte ich mir längst den alten Nano zugelegt.

Will sagen, ein guter Redner ist ein guter Redner mit und ohne Display von ComputerKunst und nur dank Internet für mich heute so oft zugänglich. Das Leben ist hart, Widersprüche nix als Widersprüche, nie und nirgendwo ne verläßliche, alles vereinheitlichende Sicht in Sicht.

(PS: auf ner Bauchebene finde ich Geißler zum Abgewöhnen, aber das sagt mir nix über sein eventuelles Können als Verhandler)

7. mibu - November 30, 2010, 14:22

willow, es gab mehrmals Versuche, Volksbefragungen und Volksabstimmungen durchzuführen, die alle irgendwie von Politkseite mit Hilfe parlamentarischer Mehrheiten abgewürgt wurden. Offenbar sind die Politiker einerseits davon überrascht, wie sehr das Projekt die Menschen beschäftigt; andererseits zeigte das Schlichtungsverfahren auch, dass die Politik den Menschen zu wenig zutraut. Dabei beteiligen sich in den diversen Bürgerinitiativen oft sehr kompetente Experten. Eigentlich erfreulich, im Moment aber ziemlich peinlich für Politik und Bahn.
Das Projekt ist wirklich schlecht gelaufen, ökonomisch wie politisch. Ich denke, dass es einige Lehren und Konsequenzen geben wird.
Unser demokratisches und rechtliches System ist mit seinen extremen bürokratischen und intransparenten Strukturen an einigen Stellen zu obrigkeitsstaatlich Gedacht, das rächt sich bei so komplexen technischen Projekten. Zumal in einem Land mit relativ hohem Bildungsniveau.

8. mibu - November 30, 2010, 14:30

Geissler kann sehr witzig sein und hat ein Talent auch bei unterschiedlicher Interessenlage Menschen zusammenzubringen. In seiner Funktion als Wadenbeisser der CDU, Fraktions- oder Parteichef weiss ich nicht mehr, hat mich mehr als nur genervt. Seit er sich aus der vordersten politischen Frontlinie zurückgezogen hat, zeigt er einen Konservativismus, den ich sehr respektiere.

9. willow - November 30, 2010, 15:18

Nun Mibu, für mich sieht das in Stuttgart eher nach dem allgegenwärtigen “egal was es auch ist, ich bin dagegen!” aus, das hierzulande zunehmend das Markenzeichen gerade der selbsternannten “Höhergebildeten” wird…

Aber egal, die Frage ist doch eher, ob die Begeisterung für Voksabstimmungen bei der “Dagegen!” Fraktion immer noch soo stark ist, wenn solche Abstimmungen gerade nicht zum gewünschten Ergebniss führen. Hat sich nicht vor Kurzem in Hamburg gezeigt, daß Volksabstimmungen nur dann “gut” sind, wenn auch das gewünschte herauskommt? Gibt es also richtige und falsche Volksabstimmungen? Was, wenn eine Mehrheit für Stuttgart21 stimmt (wie es im Moment Hochrechnungen sehen) oder gar über öhnliche Themen abgestimmt wird wie in der Schweiz? Wer bestimmt, worüber abgestimmt wird, die SZ!?

“Seit er sich aus der vordersten politischen Frontlinie zurückgezogen hat, zeigt er einen Konservativismus, den ich sehr respektiere.”

Meist du seine Aktivitäten bei Attac? ;-)

10. mibu - November 30, 2010, 15:43

Nicht so sehr, auch schon vorher habe ich zu manchen Themen Stellungnahmen von ihm mitbekommen, die er auch eine für mich interessante Weise begründete.
Ich kenne das aus Karlsruhe: dort war das Stadtbahnprojekt sehr umstritten. Während meiner Studienzeit wurde es abgelehnt, inzwischen hat eine weitere Abstimmung stattgefunden, die eine Mehrheit für eine U-Strab ergab. Das Konzept sieht anders aus, hoffentlich besser.
Die Abstimmung in Hamburg war wohl etwas arg polemisch politisiert, aber wenn einmal entschieden ist, muss man das respektieren (bei einer Befragung ist das weniger streng).
Ob man Deinen ersten Absatz liest oder die Bemerkung zur SZ, Du scheinst alles durch eine reichlich polemische Brille zu sehen. Ich hätte kein Problem damit, wenn sich die Stuttgarter mehrheitlich für S21 entscheiden. Die Schlichtung kam aber durch den engagierten Widerstand zustande. Und hat sicher im Verlauf auch manchem Befürworter Argumente geliefert, die ihn in seiner Meinung bestärkt haben. Mit dem, was jetzt auf dem Tisch liegt, kann keiner mehr sagen, er hätte nicht gewusst, wofür hier ein paar Milliarden Euronen ausgegeben werden. Und warum’s möglicher weise auch ‘ne “Hand” voll Euronen mehr werden kann.

11. mibu - November 30, 2010, 15:57

Unser Politbetrieb hat eine gewisse Tendenz fallweise zu entscheiden, ob und wann Bürger mündig sind und wann nicht. Ob und dass irgendwelche Amtsschimmel, Politiker und hochgejubelten Experten, die sie zur Rechtfertigung ihrer Politik auffahren, mündig sind, darf man ebenso wenig in Frage stellen wie deren Kompetenz und Unabhängigkeit. Kein Wunder, dass unsere Parlamente mit Beamten, Juristen, Professoren nur so gepflastert sind. Und auch kein Wunder, dass die sich so auf den Schlips getreten fühlen, wenn Bürger mal nicht so recht so wollen, wie sie’s gern hätten. Dieses ehrpinselige Honoratiorengehabe geht zumindest in Schwaben immer mehr Leuten g’hörig auf den Sack. Einer der Gründe, weshalb die SPD hier so abstürzt und kaum noch mit den Grünen mithalten kann. Conradi, der bei der Schlichtung für eine Modernisierung des Kopfbahnhofs eintrat, ist innerhalb der SPD eine fast schon schrille Ausnahme.

12. Silke - November 30, 2010, 17:14

Ich verfolge Eure Diskussion mit Interesse, finde aber keine Antwort auf die Frage, die einer gestellt hat: warum erst jetzt?

und da habe ich gleich auch noch ne Frage:

dradio vermittelt mir den Eindruck, daß eine beachtliche vielleicht sogar dominierende Zahl von Stuttgart-Protestierern in nem Alter sind, das nahelegt, daß sie sich gern ihrer Ho-Ho-Ho-Tschi-Minh Zeiten erinnern.

Ist an dem Eindruck was dran?

Ich war erstens 68 schon zu alt und zweitens bewußtseinsmäßig total danebene arbeitende Steuern abliefernde Bevölkerung zu der Zeit – doch manche der Stimmen, die ich da zu hören kriege, erinnern mich fatal an die studentischen Hilfskräfte, denen ich irgendwie brauchbare Arbeit entlocken mußte, die zwar mit der Buchstabenfolge im Alphabet Schwierigkeiten hatten, dafür aber großpolitisch den totalen Durchblick.

13. willow - November 30, 2010, 19:15

Ein noch viel typischeres Beispiel für diese “neue Protestkultur” ist der neue Berliner Großflughafen – nachdem Tempelhof per Volksentscheid zur innerstädtischen Grünanlage gemacht wurde, das Aus für Tegel feststeht und der neue Flughafen fast fertig ist, stellen besorgte Anwohner empört fest, daß auf diesem Flughafen womöglich Flugzeuge starten und landen und fordern einen sofortigen Baustopp!

14. Silke - November 30, 2010, 19:45

willow
sind zumindest die Wortführer jetzt vom Marsch durch die Institutionen freigestellte 68er Rentner, die sich endlich endlich wieder gesellschaftlich einbringen wollen?

Ist das der Grund, warum die alle mit Spätzündung auf der Bildfläche erscheinen?

Ich erinnere mich, daß meine erste bei meinem Arbeitgeber ne Kündigungswelle auslösende Bauverhinderungsaktion ca 1973 stattfand. Aber da wir als Ingenieurbüro so heftig betroffen waren, muß das in ner sehr frühen Bauphase gewesen sein, bei uns vermutlich in der Angebotserarbeitungphase.

15. mibu - November 30, 2010, 19:53

“warum erst jetzt?”
Silke, es gibt einen guten Artikel der Süddeutschen Zeitung vom 19.10.2010 “Der unheilbare Mangel”. Ein recht schwerwiegendes Problem stellt wohl die recht frühe Festlegung der Projektpartner mit einer Rahmenvereinbarung 1995 dar, das bis heute als Begründung für sehr hohe Ausstiegskosten genannt wird. Es gab verschiedene Ansätze z.B. auch für Volksentscheide, die jedoch letztlich ebenfalls unter Berufung auf die Rahmenvereinbarung abgebrochen wurden.
Das Publikum der Demonstrationen ist sehr gemischt und stellt m.E. einen recht repräsentativen Altersquerschnitt dar. Ich glaube, dass man besonders hier in Baden-Württemberg nicht ganz ausser acht lassen darf, dass bürgerschaftliches Engagement im allgemeinen recht hoch angesehen ist. Ob’s unsere Milchbauern sind, die nach Stuttgart oder Berlin fahren, oder Anfang der 70er wegen der Gemeindereform viele Abstimmungen gegen Zusammenlegungen von Kommunen stattfanden, ob’s die Demonstrationen gegen das AKW Wyhl oder die großen Friedensdemos in den 80ern waren, man nimmt seine demokratischen Rechte wahr.
Es gibt so ein paar geschichtliche Ereignisse, die hier vielleicht Modell für eine gewisse rebellische Kultur bilden: z.B. die badische Revolution von 1848, der Bauernkrieg und die Reformation.

16. mibu - November 30, 2010, 20:01

Unsere Nähe zur Schweiz mit ihren vielen Volksabstimmungen, über die hier regelmäßig berichtet wird, spielt da vielleicht auch eine Rolle.

17. mibu - November 30, 2010, 20:11

Da fällt mir ein, dass die Stuttgarter (im weiteren Sinn) wohl auch wegen der Themen Flughafenerweiterung und neuer Messe auf den Fildern, die mit allen Mitteln gegen Proteste der Bevölkerung durchgedrückt wurden, in Übung sind.

18. Jack - Dezember 1, 2010, 3:58

@willow & mibu,

weil Ihr kurz (wie ich neulich auch schon) die Volksabstimmung in Hamburg GEGEN die Einführung der Primarschule erwähnt habt – so möchte ich noch einmal und gerne wiederholen, daß die sogenannte Eltern-Initiative „Wir wollen lernen“ so mit die größte Heuchlerei war, an die ich mich ’kommunal’ erinnern kann.
Eine Schande für Hamburg, ‘verursacht’ von fast durchweg privilegierten Hamburgern, die nicht bereit waren und es vermutlich auch nie sein werden, auch nur ein Fitzelchen ihres Daseins zu teilen. Meiner überaus fundierten Eingebildeten-Meinung nach alles miese Fucker und Fuckerinnen, die einen gnadenlos-finanzierten Lobbyismus an den Tag legten, welchen sie den von ihnen betrachteten doofen Volksmassen als demokratischen Volksentscheid verkauften. Nichts leichter als das, werden die sich offensichtlich gedacht haben.
Denn wenn’s um deren Nachkommen und Verteidigung ihrer nicht zu wenig geerbten Pfründe geht, wird/wurde in (Kompromiss-Hahaha-) Verhandlungen dem damaligen Bürgermeister u.a. sinngemäß, aber unmissverständlich klar gemacht, das eine Schwuchtel wie er doch bitte sein Maul halten solle, wenn’s um Kindererziehung geht. Na, so begrenzt-tolerant ist man wohl in bestimmten-bestimmenden Kreisen, wenn’s drauf ankommt. Und fast alle bestimmenden Medien in Hamburg haben dabei gerne mitgemacht, hanseatisch fein, wie sie sich nunmal geben, schweigt man dann …

Und um mal den Bogen zu Israel und Palästinensern zu spannen, ich geh’ mal jede Wette, daß nicht wenige von diesen ‘Me first-Gnadenlosen’ Israel sicherlich forsch vorwirft, doch bitteschön ein wenig mehr als bisher auf Palästinenser zuzugehen. Offenbar vergisst diese Spezies besonderer Menschen in diesem Augenblick dann recht schnell, daß sie selber nicht mal ansatzweise bereit sind, ihre gern gesehene Brut zwei Jahre länger mit ungern gesehener Brut zusammen lernen zu lassen. Wozu auch? Originalzitat einer Anmerkung ’nach’ einer der vielen am Ende völlig überflüssigen ’Kompromissverhandlungen’ auf die Bemerkung hin, daß in eher unteren Gesellschaftsschichten nach wie vor zu viel Potential junger Menschen unentdeckt ’verschleudert wird’: „Die Elite hat schon immer das Volk durchgeschleppt.“ Und diese Denke war keine Einzelmeinung im Kreis der auserwählten „Wir wollen lernen“ Menschen.
Na ja, kann sich jeder seinen Reim draus machen.
Echt bitter, wie ich mich (immer noch) aufrege. Zum Glück, würd’ ich mir sonst nämlich nicht verzeihen.

19. mibu - Dezember 1, 2010, 9:19

Jack, ich habe mich ehrlich gesagt gewundert, dass sich die “Wir wollen lernen”-Initiative durchgesetzt hat. Es ist nicht nur in Hamburg so, dass jene, die keine starke Lobby haben aber eigentlich Mehrheiten bilden könnten, sich in unserem Land häufig zu ihrem Nachteil durch demokratische Entscheidungsprozesse vorschreiben lassen, wie der Hase schließlich läuft.
Dies geschieht gerne in der Annahme, man könne ja doch nix machen/erreichen. Das äussern z.T. auch Leute aus wohlhabenden bürgerlichen Verhältnissen nach aussen so. Wenn man ein wenig Einblick hat, stellt man fest, dass dies ganz und gar nicht ihrer tatsächlichen Aufassung entspricht – im Gegenteil: es gibt genügend Zirkel wie beispielsweise die Rotarier, Lions-Club, etc. aber auch schon IHKs und andere berufsständische Kammern, die sich massivst einschalten, sollte sich irgendetwas gegen ihre Klientel bewegen.
Der Einfluss der Gewerkschaften ist im Vergleich dazu ein Witz und praktisch nicht existent. Die SPD vertritt selbst inzwischen die Interessen von Anwälten und Ärzten besser als jene der Mehrheit der Arbeitnehmer, weshalb diese Partei heute in einem eigentlich völlig desolaten Zustand dahinvegetiert. Und die Grünen können und wollen Arbeitnehmerinteressen nur in einem ausgesuchten Teil politischer Themen abdecken.
Die Frage ist, warum Arbeitnehmer und Arbeitssuchende sich so wenig um eine angemessene Vertretung ihrer Interessen bemühen.

20. mibu - Dezember 1, 2010, 9:33

Dass der Protest in Stuttgart nur wenig mit mutwilliger allgemeiner Unmutsbekundung gegen die Landespolitik aus “üblichen Kreisen von Protestlern und Demo-Touristen”, irgendwelchen Alt-68ern (einer der wildesten Mythen in unserem Land), etc. zu tun hat sondern aus der Mitte eines etablierten städtischen Bürgertums kommt, ist wohl eine der fatalsten fehleinschätzungen der Landes-CDU seit langem.
Das interessante finde ich, dass in den Abschlussplädoiers immer wieder betont wurde, dass man Immobilienspekulation mit den frei werdenden Flächen vermeiden will, und dass man eine Stiftung zur Koordinierung einer sozialen und ökologischen Entwicklung der neuen Möglichkeiten ins Leben rufen will. Vielleicht sind gewisse schwäbisch-pietistische und soziale Grundhaltungen im Ländle und insbesondere in Stuttgart doch noch etwas stärker verankert als man gemeinhin erwartet. So oder so finde ich aber, dass mit dieser Schlichtung – gerade dank des Protests – zumindest für unsere politische Kultur etwas schönes erreicht wurde.

21. willow - Dezember 1, 2010, 9:49

Also zumindest finde ich, daß die Hamburger Volksabstimmung sehr schön illustriert, wie es um das Demokratieverständniss des heutigen Deutschland bestellt ist… kurzgefasst “wenn es so läuft, wie ich will, ist Demokratie Klasse – ansonsten wird die Macht der Straße dafür sorgen, daß meine Ansichten durchgesetzt werden!”

Zur Sache in Hamburg: Das Bildungsproblem in D. besteht ja nicht nur aus falschen Strukturen und fehlenden Mitteln – frag Lehrer oder Experten, eines der Hauptprobleme (wenn nicht sogar *das* Hauptproblem, besteht darin, daß sehr vielen Eltern die Beschulung ihrer Nachkommenschaft völlig egal ist. Ist es da verwunderlich, wenn die Leute, die sich auch sonst nicht um die Ausbildung ihrer Brut sorgen, zur Abstimmung gehen und die anderen nicht?

22. Fremde Federn: Lila « Spirit of Entebbe - Dezember 1, 2010, 11:19

[...] mehr in Hochform, bringt Lila auch zu Gehör, was den Kern des israelisch-arabischen Konflikts ausmacht und trotzdem (respektive: gerade deshalb) von unseren Medien ignoriert [...]

23. Lila - Dezember 1, 2010, 11:35

Liebe Kinder, es freut mich, daß ihr hier eure Diskussionen über den Stuttgarter Bahnhof führen könnt. Wir ihr den Bogen von meinem Beitrag über die Tagung der Fatach zu Heiner Geißler gefunden habt, ist mir schleierhaft.

Es ist wirklich amüsant, die Brownsche Molekularbewegung so vorgeführt zu bekommen – alle Moleküle streben in verschiedene Richtungen davon :-D Ich bin doch wirklich eine geduldige Blogmama.

24. mibu - Dezember 1, 2010, 12:02

“sehr vielen Eltern die Beschulung ihrer Nachkommenschaft völlig egal ist”

willow, womöglich zu vielen, aber meinem Eindruck nach aber sicher nicht der Mehrheit. Und ebenfalls meinem Eindruck nach sind eben sehr wohl die Strukturen, die hier gewaltige Probleme machen. Denn diese ach so bildungsbefliessenen Bürger dieser oben genannten Initiative interessieren sich ausschliesslich für die Situation an Gymnasien, die übrigen Schulformen sind ihnen, wie der CDU und der FDP generell, egal. Nicht umsonst ist in Baden-Württemberg die Landeselternvertreterin mit ihrer Stellvertreterin, beide CDU, aus Frust über die Bildungspolitik des Landes Ba-Wü zurückgetreten. Die Bildungspolitik der CDU/FDP-Landesregierung lässt sich auf die kurze Formel “Maul halten ! Weitermachen !” bringen, auch nach Pisa. Und wenn’s das eigene Parteivolk ist, das murrt, stellt man sich einfach taub oder regt irgendeinen hohlen Aktionismus an, mit dem die Leute für’s erste beschäftigt sind und in’s Leere laufen.
Aber von meiner Seite genug, Lila, beschwert sich zurecht. Wobei das Beispiel Stuttgart auch ein bisschen ein Beispiel für Konfliktlösungsansätze und -strategien ist. Auch dafür, dass demokratische Strukturen sich gelegentlich wandeln müssen/sollten. Und: die Projektgegener hatten einen Baustopp zur Voraussetzung für die Fach- und Sachschlichtung gemacht.

25. Lila - Dezember 1, 2010, 12:13

Nein nein, ich beschwer mich ja nicht, ich wundere mich nur :-D

Jedoch, wenn es mir mal erlaubt ist, mich selbst zu loben (was ich ungern tue und wozu auch selten genug Anlaß besteht) – ich gebe keine Kommentare ab zu Sachverhalten, von denen ich keine Ahnung habe. Oder wenn, dann relativiere ich sie.

Und darum staune ich immer, mit welch apodiktischer Härte viele Leute ihre Urteile über den Nahen Osten fällen, die keine Ahnung haben, was hier wirklich los ist. Die weder hier waren, noch die Geschichte kennen, noch irgendeine Sachkenntnis haben. Und trotzdem haben sie die Stirn, Urteile zu fällen – was in der Bloomschen Taxonomie die anspruchsvollste Funktion ist.

Neulich warf mir ein dummes junges Mädchen, das sich nur aus Fernsehnachrichten geistig nährt, vor, daß ich eine Gehirnwäsche hinter mir habe und nicht richtig informiert bin. Weil doch jeder weiß, daß Israel eine Neuauflage von Nazi-Deutschland ist, und wenn ich das Gegenteil behaupte, dann bin ich eben brainwashed. Die Idee, daß ihr Urteil falsch sein könnte, kam ihr nicht mal.

Auch manche Freunde und Verwandte von mir verstehen nicht, wieso mich stört, daß sie ihre festgefaßten Urteile über den Nahen Osten haben. Sie meinen, ich habe eine Obsession, weil doch jeder weiß, daß die Siedlungspolitik… Genfer Konvention… und so weiter. Sie meinen, ich gebe ideologisch blinde Hetze von mir, sie dagegen haben den aufgeklärten Blick auf die Realitäten. Aus der Tagesschau und dem Spiegel und der Süddeutschen.

Suuuure….

Ich würde es nicht fertigbringen, das hoffe ich jedenfalls, Urteile abzugeben oder Meinungen kundzutun zu Sachverhalten, von denen ich Null Ahnung habe. Weder Hamburg noch Stuttgart oder auch Karlsruhe und ihre Probleme kenne ich, darum sage ich zu diesen Themen nichts. Oder wenn, dann sage ich vorher: ich weiß keine Einzelheiten…

26. mibu - Dezember 1, 2010, 12:39

“Und darum staune ich immer, mit welch apodiktischer Härte viele Leute ihre Urteile über den Nahen Osten fällen, die keine Ahnung haben, was hier wirklich los ist.”
“Sie meinen, ich gebe ideologisch blinde Hetze von mir, sie dagegen haben den aufgeklärten Blick auf die Realitäten. Aus der Tagesschau und dem Spiegel und der Süddeutschen.”
Was Du hier beschreibst, geht ziemlich in die Richtung dessen, was ich mit Haltung bzw. Attitüde meinte, die insbesondere vom Spiegel vermittelt wird. Es geht z.T. gar nicht einmal um die Inhalte oder Nachrichten, es geht um den Eindruck, besser exklusiver informiert als andere zu sein. Eine Kompetenzprotzerei und Besserwisserei, in der jeglicher Hauch von Unsicherheit einem Wettbewerbsnachteil entspricht.
Es ist ein bisschen vergleichbar mit der Erwartung an Verkaufspersonal immer zu Lächeln, selbst wenn das so bemüht wirkt, dass es schon wieder misstrauisch macht. Oder die Aufforderung von Managern an ihre Mitarbeiter, Fehler grundsätzlich nur einmal zu machen und so daraus zu lernen, dass sich gemachte Fehler nie mehr wiederholen. Man bemüht sich dann die Fehler jedesmal anders aussehen zu lassen.
Letztlich ist in beiden Fällen das Ergebnis Heuchelei bis zur glatten Lüge. Wobei man den meisten Journalisten lediglich insofern den Vorwurf der Lüge machen kann, als sie einzelne Informationen aus einem Zusammenhang gerissen berichten und durch Weglassen z.T. wichtiger Informationen ein verfälschtes Bild tatsächlicher Verhältnisse wiedergeben. Wobei sicher auch die Schnelllebigkeit und der Konkurrenzdruck für viele eine hinreichende Rechtfertigung für ihre Arbeitsweise liefern.

27. mibu - Dezember 1, 2010, 12:52

Ich vermute, dass diesselben Journalisten, wenn sie für ein israelisches Publikum schreiben müssten, völlig anders schreiben könnten und würden. Bei allem anfänglichen Engagement und Idealismus, der den ein oder anderen zum Journalismus gebracht haben mag, werden sie irgendwann Informationen und Nachrichten ebenso als bearbeitbares Material behandeln wie das Dachdecker, Fliessenleger, Strassenbauer, Kunststoffspritzgiesser, … mit seinem jeweiligen Material macht. Allen heiligen Beteuerungen zu festlichen Anlässen zum Trotz.

28. Marlin - Dezember 1, 2010, 19:31

Lila schrieb: “..dummes junges Mädchen.”

Hast Du mit Fräulein Mittelstaedt oder Putz gesprochen?
:D

29. Jan Korbelik - Dezember 4, 2010, 15:14

Ein Genuss von einer Lektüre. Danke, Lila!

30. Claudio Casula - Dezember 10, 2010, 13:12

Lila, Du fragtest, ob in den deutschen Medien über den Fatach-Kongress berichtet worden sei. Hier die Antwort: Nein. Aber hast Du etwas anderes erwartet?

31. Lila - Dezember 10, 2010, 13:25

Aber die deutschen Zeitungsleser fühlen sich umfassend informiert.

32. Claudio Casula - Dezember 10, 2010, 15:53

Die Fernsehzuschauer auch. So lange man ihnen erzählt, was sie hören wollen.

33. Naomi - Dezember 10, 2010, 16:42

Lila und Claudio Casula -

wo finde ich denn einen Bericht über den aktuellen Beschluss vom Fatah-Kongress?

Ich habe im Web gegoogelt, fand da aber nur die alten Berichte vom Kongress 2009.
Falls ihr mir da weiterhelfen könntet, wäre es super …

34. Lila - Dezember 10, 2010, 19:02

Ich habe doch oben den Bericht aus der JPost verlinkt.

http://www.jpost.com/Opinion/Editorials/Article.aspx?id=197156

35. Naomi - Dezember 10, 2010, 19:11

Sorry -

ich hatte da wohl eindeutig Tomaten auf den Augen … ;)

36. Lila - Dezember 10, 2010, 19:21

Ich glaube eher, die Links erscheinen zu undeutlich. Ist mir auch schon aufgefallen.


Sorry comments are closed for this entry

Follow

Get every new post delivered to your Inbox.

Join 109 other followers