Feste und andere Kalamitäten September 28, 2010, 14:22
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
Wir sind ja jetzt gegen Ende einer Festeperiode, in der Feiertag auf Feiertag folgt. Y. erzählte mir gestern die Erlebnisse seines Kollegen Amir mit den Festen.
Zu Yom Kippur, wenn keine Autos fahren, spielen ja viele Kinder auf der Straße, fahren Fahrrad und Rollschuh, wo sie sonst nicht dürfen. So auch Amirs Sohn. Er verlor die Kontrolle über die Rollschuhe und rasselte in Nachbars Auto. Blechschaden, kaputte Leuchte, wütender Nachbar und ein häßliches Nachspiel mit der Versicherung. Den Sohn mußte er zum Röntgen bringen, kein Vergnügen zu Yom Kippur. Da hatte Amir vom Yom Kippur die Nase voll.
Und jetzt Sukkot. Amir hat auf seiner Terrasse eine Sukka gebaut. Um sie zu befestigen, mußte er wohl alle möglichen baulichen Veränderungen vornehmen, die Fliegengitter kamen aus den Fenstern, und Amirs Frau nutzte die Gelegenheit, um die Fenster mal ordentlich sauberzumachen. Das sah die alte Hündin der Familie, und vor lauter Sauberkeit dachte sie wohl, es ist keine Scheibe mehr im Fenster. Und sprang durch die Scheibe.
Riesige Wohnzimmerfensterscheibe kaputt, Hündin blutete aus vielen Wunden und mußte genäht werden, Auto mußte hinterher gereinigt werden, Kinder in Panik und Frau hysterisch. Aber die Sukka, die ist gut geworden.
Kurz, spricht Y., Alltag ist am besten, und er ist froh, wenn die Feste vorbei sind.
Kommentare
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OT
aber vielleicht mal brauchbar für ne Kalamität: Bearded Beanies
bitte weiterleiten an Mossad
runterscrollen lohnt sich, die Auswahl hat was
http://www.crochetmagazine.com/newsletters.php?mode=article&article_id=1212&key=NL00
Oh, Lila. Das ist gut. Tragisch, aber gut.
Armer Hund.
Kein Wunder, dass Kishon so produktiv war.
Ich sage nur “Kishon”
Für den Jungen und den Vierbeiner tuts mir natürlich leid, aber ich musste schon sehr lachen.
Ich finde es zwar witzig, wenn sich Kishon, solche Geschichten ausdenkt, wobei der witz meist mehr in der Art und Weise liegt, wie er sie erzählt und wie er sie ausschmückt.
Aber wirkliche derartige Begebenheiten finde ich inzwischen nicht mehr so lustig. Wenn man an Feiertagen wie Weihnachten mit einem Notfall in eine ziemlich überforderte Klinik muss, können ziemlich schnell die Nerven blank liegen. Dafür, dass solche Feiertage ohnehin eine Gefahrenzone für neurotische Ausbrüche sind, steht man mit solchen Vorfällen besonders unter Strom.
In einem Fall, der erst ziemlich schlimm nachher sich jedoch als weniger kritisch herausstellte, riss der Unfall die Ganze Familie aus ihrer üblichen Feiertagshektik und perfektionistischen Organisationswahn. So kann’s auch gehen, muss aber nicht.
Apropos Autos und spielende Kinder: bei den heutigen Kosten für die Behebung eines kleinen Lackkratzers, von Blechschäden ganz zu schweigen, wäre an die Strassenspiele meiner Kinder und Jugendzeit nicht mehr zu denken. Zumal auch Wohnstrassen inzwischen mit Zweit- und Drittwagen vollgestellt werden.
Ich finde Alltag auch am besten!
Grüe an Ypsilon.
wie oft und wie ausgiebig kann ich von der Akropolis im Mondschein erzählen UND interessierte Zuhörer finden?
wie oft und wie ausgiebig kann ich von den Abenteuern erzählen, die folgten, nachdem der Motor des Käfers auf der Autostrada zwischen Mantua Nord und Mantua Süd explodiert war?
Diese als sie geschahen Schröcklichkeiten sind später im Leben Eintrittskarten zu Schwätzchen bei denen man die Altersgrenzen ignorieren kann. Schließlich hat abgeschleppt werden in Italien was Generationen und Orte Übergreifendes.
Boah, müssen die Fenster dreckig gewesen sein.