Gedanken zum Thema Libanon November 10, 2009, 17:15
Posted by Lila in Presseschau.trackback
Große Freude herrscht rundherum über die Regierungsbildung im Libanon.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich zufrieden über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit. Ban hoffe, dass die politischen Führer des Libanon weiter im Geiste der Einheit, des Dialogs und der Zusammenarbeit kooperieren werden, hieß es in einer Mitteilung der Vereinten Nationen vom Montag in New York.
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy übermittelte dem libanesischen Ministerpräsidenten Saad al-Hariri seine „herzlichen und freundschaftlichen Glückwünsche“. Die italienische Regierung bezeichnete die Einigung als „sehr positive und ermutigende Nachricht für die Zukunft des Libanon und des gesamten Nahen Osten“.
Ich meine mich zu erinnern, daß etwas gedämpftere Freudenjuchzer Netanyahus Wahl begleiteten. Was so erfreulich daran sein soll, daß die Hisbollah nun in der libanesischen Regierung sitzt, frage ich mich – aber der Rest der Welt scheint das herrlich zu finden. Na ja, vermutlich sind sie froh, daß die Hisbollah die Wahlen nicht gewonnen hat… und das bin ich auch. Ich kann mir auch denken, daß Hariri selbst nicht sehr begeistert ist.
Na, wollen wir das beste hoffen. Die Gerüchteküche zum Thema „Israel plant einen Angriff auf den Libanon“ blubbert jedenfalls weiter. Was soll das bedeuten? Vielleicht, daß die Hisbollah selbst eine Aktion plant und davon ablenken will oder die Welt samt Presse darauf vorbereiten will, Israel wieder in der Rolle des bösen, bösen Aggressors zu zeigen. Wie das letzte Mal, ach ach ach! Daß die Israelis sich so ungern beschießen lassen! Nach acht oder neun lächerlichen Jährchen Beschuß und Entführungen schlagen sie dann brutal zurück! Schlimm, schlimm… da kann man sich schon mal wohlig warmschreiben im Ausmalen des israelischen Angriffs.
Ich hoffe, daß sich das Szenario von vor drei Jahren, Zarit-Shtula und so weiter, nicht wiederholt. Die Theorie meines Mannes war ja damals, daß die nächste Eskalation erst kommt, wenn es sich für die Gegenseite lohnt, i.e., wenn der Iran dat Bömbschen hat. Mal gucken, ob er Recht hat.
Eines aber muß man zugeben: Samir Kuntar ist frei. Die Hisbollah hat ihr Kriegsziel von damals erreicht. Wir haben aber auch was erreicht: relative Ruhe im Norden. Bisher.
Kommentare
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„Eines aber muß man zugeben: Samir Kuntar ist frei.“
@lila: leider freut sich dieser massenmoerder seines lebens. ich will das fass „gezielte toetungen“ nicht aufmachen. aber im falle von kuntar wuerde es mich freuen wenn er nicht im bett sterben wuerde. wenn schon im bett dann bitte durch eine rakete oder ein paar kugeln. ich denke es gibt menschen die so etwas verdient haben. kuntar gehoert m.E. dazu.
Das sind aber nicht sehr christliche Gedanken, Grenzgänger.
Lila, ich teile Deine Sorgen.. aber ich stehe zu Euch. Hoffentlich passiert nichts.
Das Gejaule der Meute kann ich mir aber vorstellen, wenn die Armee Gottes bestraft wird. Leider werden auch die sich hinter Zivilisten verstecken.
@marlin: kuntar hat ein kleines, israelisches maedchen, an einem felsen zerschmettert. zerschmettert. den schaedel zerschmettert. kuntar ist verantwortlich fuer den tod von zahllosen anderen menschen. ich bin der meinung solche menschen gehoeren vor ein gericht. was im libanon nicht der fall sein wird. da ein gerichtsverfahren nicht moeglich ist halte ich es durchaus fuer vernuenftig auf andere weise zu richten. im falle kuntars muessen wir nicht ueber schuld reden. kuntar hat sich immer und immer wieder seiner taten gebruestet. ausserdem denke ich das kuntar zu einer tickenden zeitbombe werden kann. oder bist du ueberzeugt davon das er keine neuen terrorakte gegen israelis, zivisten oder soldaten, plant ?
ich koennte jetzt noch weiter ausholen und ueber das versagen der internationalen staatengemeinschaft im falle von genoziden schreiben. aber das diskutiere ich lieber in meinem eigenen blogg …
Kuntar hat in Israel vor Gericht gestanden und ist zu einer lebenslänglichen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Er hat Glück, daß es in Israel die Todesstrafe nicht gibt, und er hat auch Glück, daß die israelischen Soldaten, die ihn am Strand von Nahariya festnahmen (neben den Leichen von Dani Haran und seiner Tochter), nicht auf ihn schossen.
Daß wir ihn haben freipressen lassen, ist eine andere Sache. Daß die Libanesen ihn wie einen Volksheld feiern, auch…
[...] November 2009 von grenzgaenge bei lila laufen ansaetze zu einer diskussion ueber die person von samir kuntar. samir kuntar der ein kleines, israelisches, medachen an einem felsen zerschmettert hat und fuer [...]
vielleicht sprengt sich der kuntar ja auch mit dem nächsten hisbollah waffendepot selbst in die luft. dann muß niemand ihn töten.
Freunde, ich weiß, was er getan hat.
Ich teile ebenfalls Grenzgängers Gedanken zu solchen wie ihm..
Ok ok. Sollte daraus keine Scherze basteln.
>>Vielleicht, daß die Hisbollah selbst eine Aktion plant und davon ablenken will oder die Welt samt Presse darauf vorbereiten will, Israel wieder in der Rolle des bösen, bösen Aggressors zu zeigen.<<
Ah ja, die berühmten präventiven Gegenangriffe von Terroristen, die aufrüsten, Völkermord anstreben und dann, wenn Israel nichts vorhat, zuschlagen, weil ja die nächste Generation Soldaten vielleicht einen Irren hervorbringen könnte, der sich wehrt, wenn er entführt oder ermordet wird…?
Mal eine ganz andere Frage: Gibt es jiddische Onlinezeitungen mit hebräischen Lettern? Wenn’s geht, politisches? Wird die Sprache überhaupt noch nennenswert genutzt?
Ich brauch da mal Übungsmaterial.
Wenns dann knallt wird die „Nationale Einheit“, die jetzt so zufrieden kommentiert wird, in der Welt vergessen sein.
Den Libanon als solches trifft keine Schuld.
Dann werden die armen, unbeteiligten Libanesen unter dem Privatkrieg der Israelis mit der Hisbolla zu leiden haben.
Natürlich wurde der durch Israels Spionageaktivitäten und andere Provokationen wieder angefacht.
Auch an die Einigkeit beim Empfang für Samir Kuntar werden sich wohl nur noch die Israelis erinnern……………. .
(Na ja, und wir hier, aber sonst……..)
@ califax
Hier der פארווערטס: http://yiddish.forward.com/, jiddische Online-Wochenzeitschrift.
Der Phorwerts?
Danke für den Link. Wird mir sicher helfen.
Ja, der gute alte Forverts
Viel Spaß damit!