Shalva Januar 8, 2009, 11:55
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Mein eigener Soldat rief gestern nacht an. Die Wunden an seinen Fingern sind so tief geworden, daß er endlich nochmal zur Santitäterin gegangen ist. Ich hab mir ja den Mund fusslig reden können, er wollte sich partout nicht behandeln lassen, obwohl er die Wunden schon seit Wochen hat, von den scharfen Kanten der Waffe. Na ja, diese Woche ist er also endlich hingegangen, und die Sanitäterin hat ihn zum Arzt geschickt. Jetzt ist er verbunden. Es tut aber nicht weh.
Die Chancen stehen gut, daß er morgen kommen kann. Ansonsten ein ruhiges Wochenende in der Basis. Shalva. (Aus dem Film „Die Truppe“, ha-lehaka)
Einmaliger Vorfall Januar 8, 2009, 10:11
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Ich möchte hoffen, daß das Geballer heute früh wirklich nur eine Solidaritäts-Rakete palästinensischer Einzelgänger war – obwohl auch das ein Skandal ist. Die Angewohnheit, alle Gefühle mittels Ballern auszudrücken, ist wirklich anstrengend für die Umwelt. Die armen alten Menschen im Altersheim. Es ist Nahariya, die Jeckes-Stadt, und ich denke mir, viele der alten Leute dort sind mal aus Deutschland nach Israel gekommen.
Es war auch die Zeit, in der die Kinder zur Schule gehen. Das ist auch immer in Süd-Israel die kritische Zeit: wenn die Kinder zur Schule gehen oder zurückkommen. Dann sind immer schon die meisten Raketen geflogen. Wenn man schon auf Zivilisten zielt, sucht man auch die Zeit aus, in der man die meisten treffen kann…
Ich finde auch die Reaktion der Artillerie richtig. Gar nicht reagieren geht nicht. Gleich ein Geschwader reinzuschicken und ein paar Dörfer plattzumachen, ist auch nicht die feine Art. Schließlich hat die libanesische Armee vor ein paar Wochen die Raketen, die auf uns gerichtet waren, entschärft und uns informiert. Also sind ein paar Artilleriegeschosse in die Gegend, aus der diese Raketen kamen, der wohl passendste Warnschuß.
Aber sie müssen in Zukunft ihre Irrsinnigen besser unter Kontrolle halten, unsere Nachbarn. Sonst geht es hier im Norden los. Wir sind vorbereitet, und wenn Nasrallah meint, er kann uns fertigmachen, indem er uns bombardiert, dann irrt er sich. Auch im Süden halten die Leute gut durch. Der lockere, hedonistische Lifestyle vieler Israelis täuscht. Wir haben einen harten Kern. Ich warte auf ein Interview mit dem ersten Bewohner des Altersheims, der das auch im Namen seiner Generation sagt.
Wirksamer als Kaffee Januar 8, 2009, 8:16
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Ich war die ganze Nacht wach, habe Windbeutel in rauhen Mengen hergestellt, die sehr schön und sehr lecker geworden sind. Die meisten davon sind mit Secundus in die Schule gewandert. Erst um halb sechs bin ich schlafen gegangen, und um viertel nach sechs habe ich Quarta geweckt und für die Schule fertig gemacht. Ich wollte mich jetzt eigentlich aufs Ohr hauen. Doch ich bin hellwach.
Pikud ha oref hat Anweisungen gegeben, daß die Leute im Norden in die Schutzräume gehen sollen. Y.s Firma ist voll geschützt, was natürlich unheimlich viel gekostet hat. (Kauft Caesar Stone
) Das ist noch nicht bei uns. Im Moment wird abgewartet, ob es sich um einen einzelnen Vorfall handelt, oder ob es wirklich losgeht.
Mein persönlicher Evakuierungsplan ist ganz einfach: wenn hier die Schule zugemacht wird, schicke ich die junge Generation zu meiner Mutter (die vermutlich hinter dem Ganzen steckt, damit sie ihre geliebten Enkel wiedersieht – ich würd es ihr glatt zutrauen… ). Das hab ich Y. schon zu Beginn des Kriegs im Süden mitgeteilt. Er hat gesagt, er widersetzt sich nicht, auch wenn er es für unnötig hält. Wir bleiben selbstverständlich hier. Aber warum sollen die Kinder sich hier rumlümmeln, wenn wir nicht mal einen Schutzraum haben?
Olmert, Barak und Livni haben es nicht so leicht wie ich. Die große Frage ist: was jetzt?
Tertia ist schwer erkältet, sitzt neben mir und futtert Windbeutel. Sie sagt empört: Mama, die sind aber frech! Hör mal, da müssen wir uns wehren! Was sagen die Leute in deinem Blog?
Es waren Katyushas Januar 8, 2009, 8:05
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Drei Stück. Ein Wohnhaus getroffen. Eine leichtverletzte Frau wird ins Krankenhaus Nahariya eingeliefert, wo Tertia geboren ist. Andere Verletzte vermutlich auch.
Ich weiß, daß der Norden schon lange in Alarmbereitschaft ist. Ich glaube, ohne Expertin zu sein, daß es sich um die Aktivität von palästinensischen Terrorgruppen handelt, nicht um die Hisbollah selbst. Ich glaube, daß dieser Vorfall zeigt, wie sinnlos es ist, Israel zu Waffenruhen zu zwingen, die die nächste Runde schon einläuten, bevor sie noch in Kraft getreten sind. Und ich glaube nicht, daß wir uns leisten können, jetzt abzuwarten, was als nächstes kommt. Wir müssen reagieren. Null Toleranz, anders kann das Prinzip nicht lauten.
Noch vor einer Dreiviertelstunde habe ich zugehört, wie Guy Bechor einen interessanten Mechanismus erklärte: wenn wir in der westlichen Welt an Ansehen gewinnen, durch Nachgeben, Friedensinitiativen, Zugeständnissen – sehen wir in den Augen der arabischen Welt aus wie Schwächlinge und leicht zu besiegende Feiglinge. Wenn wir auf die arabische Welt Eindruck gemacht haben mit unserer Gegenwehr, dann stehen wir in den Augen der westlichen Welt wie Monster da.
So bedroht, wie wir von allen Seiten sind, können wir uns nicht leisten, Rücksicht darauf zu nehmen, was die westliche Welt von uns denkt. Wir wollen überleben. Und im Nahen Osten überlebt man nicht, wenn man als schwach und wehrlos wahrgenommen wird.
Wir müssen uns auch hier im Norden warm anziehen. Mist, wir haben keinen Schutzraum, der fehlt uns echt, und unser Treppenhaus ist offen.
In Ashkelon und Ashdod fallen die Raketen wieder.
Im Norden Januar 8, 2009, 7:42
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Einschlaggeräusche von drei Raketen.
Guten Morgen!
Ich hoffe, es stellt sich als harmlos heraus. Noch wird geprüft, worum es sich handelt.
Von Eichhörnchen Januar 8, 2009, 1:40
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Ich tu jetzt mal was, was ich noch nie getan habe: ich erzähle einen Witz, den alle kennen und über den noch nie jemand gelacht hat. Sogar Klein-Fritzchen kommt darin vor. Na los.
Klein-Fritzchen hat Biologieunterricht bei einer Nonne, und die fragt die Klasse: „nun ihr Kinder, was ist das für ein Tierlein? Es lebt im Wald, hat ein rotbraunes Fell, blanke Äuglein, springt flink von Ast zu Ast und hat einen Puschelschwanz?“ Und Klein-Fritzchen sagt: „Normalerweise würde ich ja sagen, das ist ein Eichhörnchen, aber wie ich den Laden hier kenne, ist es bestimmt wieder das liebe Jesulein“.
Haben sich meine Zuhörer wieder aufgsammelt nach dem herzlichen Lachen? Wieso fällt mir das ein, während ich auf das Kühlwerden von ca. 20 Kilo Brandteig warte?
Der Menschenrechtsbeauftragte des Vatikan, Kurienkardinal Renato Martino, hat mit einem heiklen Vergleich Israel gegen sich aufgebracht. Die Lage im Gaza-Streifen ähnele zusehends einem großen KZ, sagte Martino in einem am Mittwoch von der Online-Zeitung „Il Sussidiario“ veröffentlichten Interview.
„Schauen wir uns die Bedingungen im Gaza-Streifen an: Das ähnelt immer mehr einem großen Konzentrationslager“, sagte Martino wörtlich.
(Nein, diesmal gilt mein blindwütiger Zorn nicht dem SPon, der das veröffentlicht!)
Woran erinnert mich das?
Richtig, Bischof Mixa!Bischof Hanke!
Katholische Bischöfe haben offenbar während ihrer Israel-Pilgerreise die Lebensbedingungen der Palästinenser scharf kritisiert. Der Eichstätter Bischof Gregor Maria Hanke hatte gesagt, es sei schwer zu ertragen, wenn man am Morgen in der Schoa-Gedenkstätte Yad Vashem die Bilder aus dem Warschauer Getto sehe und am Nachmittag durch Stacheldraht und Mauer in ein „Getto wie Ramallah“ fahre. „Da geht einem doch der Deckel hoch.“ Der Augsburger Bischof Walter Mixa habe angesichts der Lage der Palästinenser von einer „ghettoartigen Situation“ gesprochen. Dies sei „fast schon Rassismus“, zitierte die Zeitung den Bischof.
Und das erinnert mich doch wieder an was. Wer es war es noch? Richtig, der Pfarrer Breitenbach!
Roland Breitenbach rät in seinem neuesten Buch „Jesus wäre heute ein Palästinenser“ zu Abschieden von religiösen Überlieferungen, die weder in das Evangelium noch in die Zeit passen. „Traditionen, die nicht mehr tragbar sind, wie beispielsweise die Erbsünde“, sagt er. Diese Provokation verpackt der Autor in einen Reisebericht nach Israel und Palästina. „Der Pilgerweg zeigt“ so Pfarrer Breitenbach, „dass jeder Weg ein Abschiednehmen aus vertrauten Positionen bedeutet.“ Für keine Religion dürfe es „Heilige Länder“ geben, unantastbare Reservate, die letztlich an falschen Gottesvorstellungen hängen und damit die Menschenwürde unterdrücken, zu Gewissensnöten werden, gar zu Gewalttaten und Terror verführen.
Ja, so wie die Juden, die an falschen Gottesvorstellungen hängen, die Menschenwürde unterdrücken und gar zu Gewalt und Terror greifen! Deswegen wäre Jesus heute ein Palästinenser. Ich würde Breitenbach gerne fragen, ob er sich Jesus mit Zwille, Bombengürtel oder Kalashnikov vorstellt. Ach nein, friedlicher Widerstand, die andere Wange hinhalten, DAS ist es doch, was man als erstes mit den Palästinensern verbindet.
Also, zurück zum Eichhörnchen. Also, normalerweise würde ich ja sagen, was ich da sehe, ist ein Eichhörnchen, aber so wie ich den Laden hier kenne, wird es wohl wieder ein Nazi-Wiedergänger mit israelischem Paß sein, um nicht zu sagen: ein Jude als Nazi!
Das ist schon der Hammer, finde ich, diese Leichtfertigkeit, mit der geweihte Männer Gottes, Nachfolger meines Nachbarn aus Nazareth, eines gläubigen Juden, den Holocaust in den Mund nehmen und zu populistischen Zwecken verdrehen und instrumentalisieren. Meinetwegen, ihr katholischen Würdenträger, kritisiert Israel, wie es sich für Freunde gehört – ich kritisiere euch ja auch, aus reiner Freundschaft. Prangert an, was ihr partout anprangern müßt – wenn ich es auch nett fände, wenn bei der Gelegenheit auch mal angeprangert würde, wie es Christen in islamischen Ländern ergeht. Das ist euch vielleicht bisher entgangen?
Aber hört auf, die Leichen der unbegrabenen Toten des Holocaust aus den nicht vorhandenen Gräbern zu zerren, hört auf, ihr Andenken zu beleidigen. Aus Auschwitz wurde nicht scharf auf pflügende Bauern geschossen, in Maidanek gab es keine Sprengfallen, und kein Jude in Polen, Deutschland, Norwegen, Griechenland, Estland, hat dort oder sonstwo je einen Schulbus in die Luft gesprengt oder einen Kindergarten zu Geiseln genommen oder eine schwangere Mutter mit ihren kleinen Mädchen aus nächster Nähe erschossen. Nein, im Warschauer Ghetto lagerten keine Raketen und Sprengsätze unter der Erde, und die Rabbiner hielten keine Haßpredigten und verfluchten niemanden zu Tod und Vernichtung. Das war ganz anders. Vielleicht lest mal ein Buch darüber?
Nein nein nein. Was die Palästinenser leiden, haben sie selbst mit Terror und Verblendung über sich gebracht. Israelis sind keine Rassisten. Ein arabisches Volk wie die Drusen, das sich zum pragmatischen Bund mit den Juden entschloß, lebt in Wohlstand und Blüte in Israel, als Waffenbrüder, und noch gestern sagte der kleine Bruder eines drusischen Gefallenen: „ich bin stolz auf unseren Staat, für den wir auch Opfer bringen müssen – aber ich hoffe, mein Bruder war der letzte“. Die Drusen haben die Juden nicht bedroht und sie nicht zur Gegenwehr gezwungen. Die Drusen leben mit den Juden, wie die Juden mit den Drusen leben. Die rassistische Theorie, daß die Juden aus Rassismus die Palästinenser in Lager pferchen, ist eine perfide Lüge.
Aber um das zu erkennen, muß man imstande sein, ein Eichhörnchen als Eichhörnchen zu erkennen. Und mir scheint, die Herren Bischöfe und Priester sehen vor lauter Nazis die Juden nicht.
PS: Ich erkläre hiermit feierlich: einige meiner besten Freunde sind Katholiken! Ich habe nichts gegen sie. Im Gegenteil, ich bewundere vieles an der katholischen Kirche. Weswegen mich solche serienweisen Entgleisungen noch um halb zwei nachts auf die Palme bringen. Leider.
So sieht es drinnen aus Januar 7, 2009, 23:51
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Ich muß noch Windbeutel für 60 Jugendliche backen, Secundus feiert morgen in der Klasse Geburtstag, aber eine Reportage lockt mich an den Fernseher. Die Armee hat endlich Journalisten „embedded“ in den Gazastreifen gelassen. (Zum Pro und Contra der Entscheidung will ich hier nichts sagen, ich kann die Erwägungen der Armee verstehen, aber es hat unnötig viel böses Blut verursacht, und man hätte vielleicht einen etwas weniger harten Kurs fahren können – dazu ein andermal). Es waren also auch heute israelische Journalisten im Gazastreifen und konnten filmen, was die Soldaten so machen.
Or Heller vom Kanal 10 hat gefilmt und geguckt und gefragt. Krieg ist häßlich. Der Ort, in dem die Soldaten von Givati rumlaufen, ist menschenleer. Sie gehen von Haus zu Haus, meiden die Türen, die mit Sprengfallen gespickt sind oder sein könnten (die Hamas hat den ganzen Gazastreifen präpariert). Statt dessen gehen sie durch die Wände, kein schöner Anblick, aber die Armee hat diesmal eindeutige Anweisung gegeben: um jeden Preis wird das Leben der Soldaten geschont. Jenin soll nicht wieder vorkommen. So gehen sie langsam vor, mit Spürhunden von der Einheit Oketz (gestern ist einer der Hunde von einer Sprengfalle getötet worden), und sprengen die vielen Tunnel unter den Häusern.
Für die Familien, die zurückgeblieben sind, ergibt sich die surreale und bestimmt entsetzlich schwierige Situation, daß sich eine Gruppe Soldaten bei ihnen einquartiert. Die Soldaten bringen Essen mit, angeblich ist das Essen sogar gut, Wasser auch, aber es muß sehr traumatisch sein. Die Soldaten bemühen sich, es der Familie leichter zu machen, aber auch für sie ist es nicht angenehm. Auch in leeren Häusern sitzen sie. Eine Nacht verbrachten die Soldaten in einer Schule. Morgens ging einer pinkeln und entdeckte, daß die Turnhalle total vermint war. In einem Klavier lag ein riesiger Sprengsatz. Da sie kaum Hamas-Kämpfer sehen, die sind alle in ihren Tunneln und Bunkern verschwunden, ist die Gefahr groß, daß sie leichtsinnig werden.
Die Soldaten freuten sich, Journalisten zu sehen, und fragten: wie sieht es zuhause aus? ich komme aus Ashkelon, wie viele Raketen sind da gefallen? wie ist die Moral zuhause? denken sie, wir machen gute Arbeit? wie hat Maccabi gespielt? Der Journalist fragt, ob sie es nicht satt sind, tagsüber auf fremden Sofas in zerstörten Häusern einzunicken und nachts zu kämpfen, das hält man doch nicht lange aus, oder? Alle lachen, sie feixen, sie rufen: wir haben Badehosen mit, wir gehen bis ans Meer! Und einer ruft: ich schwimme nach Hause, nach Haifa! Sie sind übermütig und spielen sich vor der Kamera auf. Sie sind sehr jung, die chapashim, die einfachen Soldaten.
Einige sagen: Heller, film mich nicht. Meine Mutter weiß nicht, daß ich hier bin, die denkt, ich bin in Jenin. Ich denke für einen Moment an die Eltern, die diese Reportage sehen und bestimmt jetzt in Tränen aufgelöst sind: ach der Junge! Die Soldaten sind auch so aufgedreht, denke ich, weil sie an Tali oder Gali denken, die die Bilder auch sehen. Aber das ist nur in den Szenen beim Essen, in einem Zimmer. Sie beißen in Käsebrote, ein paar beten, andere rauchen, andere wiederum lesen drei Tage alte Zeitungen. Wenn sie durch die Straße trotten, lacht keiner mehr. Die Augen überall.
Die Offiziere sind weniger jung und wesentlich weniger übermütig. „Wir gehen sehr aggressiv vor, aggressiver als sonst üblich. Wir setzen viel Feuer ein, wir gehen kein Risiko ein. Die Kampfmethoden der Hamas sind Sprengfallen, Selbstmordattentäter und Scharfschützen. Dagegen schützen wir uns. Die Arbeit geht ganz gut voran“.
Ein anderer Journalist (wieder Zvi Yeheskeli) sprach mit Palästinensern aus dem Gazastreifen direkt, und er meint, daß die Aufnahmen der Gefangenen der Hamas einen großen Eindruck bei diesen Bürgern hinterlassen. Sie sehen die Schwäche der Hamas. Sie fühlen sich ausgenutzt. Yeheskeli meint, das ist keine israelische Propagandaarbeit, sondern die Menschen haben das Gefühl, der Iran hat sie reingeritten.
Die Soldaten denken viel an Gilad Shalit, eigentlich die ganze Zeit. Sie wissen, daß er in der Nähe ist. „Ohne Gilad gehen wir hier nicht raus“, meinen sie. Jeder von ihnen träumt wohl, den Unterschlupf aufzuspüren, in dem er sitzt, Gilad.
Ruth Yaron hat Recht, Krieg ist häßlich und unmenschlich. Die Bilder der leeren, kaputten Häuser, der ausgebrannten Autos, sind auf ihre Weise schwer zu ertragen, wenn auch nicht so schwer wie die verletzten und toten Unschuldigen. Man kann nur wünschen, daß wir die Hamas schnell so weit haben, daß man ihnen Bedingungen diktieren kann, damit ab jetzt Ruhe im Karton ist. Zum Besten aller.
Update: die Reportage geht weiter. Givati hat sich entschieden, einen Löwen und eine Löwin aus dem Gazastreifen zu retten, die dort zurückgeblieben sind. Sie sind halb verhungert, und ihre Rettung ist ein Riesenprojekt.
Und noch eine Lehre aus dem Libanonkrieg vor zwei Jahren: damals erregte es großen Zorn, und zwar vollkommen zu Recht, daß zum ersten Mal die Commander nicht mit den einfachen Soldaten kämpften, sondern von geschützten Räumen aus über große Fernsehschirme (plasmot) dem Geschehen folgten. Für eine Armee, deren Wahlspruch Acharai! mir nach! ist, unerträglich. Außerdem permanente Fehlerquelle. Das gibt es nicht mehr. Die Commander sind mit den Soldaten überall, sie gehen voran, tragen die Tarnnetze auf dem Kopf und haben die Gesichter bemalt. Übrigens, so erklärt der Journalist, lag die Geschichte mit den Fernsehschirmen nicht an mangelndem Mut der Commander, sondern war ein Versuch, die vielen verschiedenen, kurzzeitigen Befehle effektiver zu übermitteln, von einer Zentrale aus. Gut, daß aus fehlgeschlagenen Versuchen gelernt wird. Möge es sich von nun an nur noch in Manövern beweisen, was die Armee gelernt hat.
Ehud Yaari berichtet Januar 7, 2009, 20:56
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Der französische jüdische Schrifsteller Marek Halter hat Khaled Mashaal in Damaskus interviewt. Da hat Mashaal ihm gesagt (sinngemäß wiedergegeben): „Wir wollten keinen großen Krieg mit Israel. Wir hätten nicht gedacht, daß die Israelis so draufhauen. Wir dachten, sie trauen sich nicht“.
Das kommt mir glaubwürdig vor, daß sie es nicht geglaubt haben. Nasrallah hat ja Ähnliches gesagt. Ich erinnere mich noch an die Protzerei noch vor wenigen Tagen, sie wollten eine Soldatin kidnappen, sie struntzen, Israel traut sich nicht rein, sie machen Israel die Hölle heiß. Manchmal kommt es mir vor, entschuldigt das Bild, wie die Szene, als Aslan die Mähne gestutzt wurde – wie teuflisch ist die Freude, den Starken zu demütigen. Und dann das ungläubige Erstaunen, wenn der Löwe mit Krallen und Zähnen losspringt.
Hier ist eine Quelle für Halters Aussage, Haaretz, aber knapper:
The French-Jewish writer Marek Halter met with Khaled Meshal on Friday at 2:00 A.M. in Damascus and relates that the head of the Hamas political bureau in fact evinced a spirit of conciliation toward Israel.
In a phone conversation from Paris, Halter repeatedly said yesterday that he had formed the impression that Meshal „had wanted to provoke Israel and never imagined that it would react with such force.“
Wenn man auf der Seite ein bißchen runterscrollt, kommt man an den Artikel. Ganz interessant. Vor allem, was die Rolle der Franzosen angeht. Mashaal geht ganz selbstverständlich davon aus, daß die Franzosen in seiner Tasche bzw auf seiner Seite sind. Na sowas.
The conversation with Meshal also dealt with the fate of abducted Israeli soldier Gilad Shalit.
Meshal said, „I very much regret that it turns out that Shalit is French, something that obligates Sarkozy to act on his behalf.“
He asserted that Hamas does not abduct civilians, as it is not a terror organization, and that Shalit is a prisoner of war, like the 12,000 Palestinians who are imprisoned in Israel.
Halter says that President Sarkozy has shown a great deal of interest in the report he sent him about the conversation, immediately upon his return to Paris.
Das will ich gerne glauben. Ich finde es auch interessant.
Wahlversprechen Januar 7, 2009, 18:31
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Ich höre Quarta halb entsetzt, halb entzückt quietschen: nein, Secundus, laß mich wieder an den Computer! Na, was geht denn da vor?
Quarta möchte sich in den Klassen-Ausschuß wählen lassen und muß morgen ihr Wahlprogramm vorstellen. Eigentlich wollte sie nur schreiben: wählt mich, und es wird sababa. Mit viel Schweiß und Mühe bringt sich schließlich das folgende Programm zu Papier:
Meine Klasse, Shalom!
Als Kandidatin für den Klassenausschuß verspreche ich euch das folgende:
- ich werde euch tolle Aktivitäten vorbereiten
- ich werde meine Funktion ernstnehmen
- ich werde ordentlich und gut organisiert sein
- ich werde der Lehrerin alle eure Wünsche vorbringen
- ich werde fleißig und pflichtbewußt sein
Mehr will ihr nicht einfallen. Doch dann kommt Secundus dazu, der wie ein professioneller Imageberater den Text ergänzt, während sie protestiert und kichert:
- ich plane eine lange und erfolgreiche Karriere und werde mich auch nächstes Jahr bewerben, nachdem ich diese Wahl gewinne
- ich erkläre der Parallelklasse den Schlamm-, Farb- und Wasserkrieg, jeden Montag (wer gegen mich kämpft, kriegt es mit meinem großen Bruder zu tun),
- ich werde neben der Klasse einen Kiosk mit Süßigkeiten eröffnen lassen,
- ich werde dafür sorgen, daß unsere Klasse ein besonderes T-shirt bekommt,
- ich komme aus gutem deutschen Haus und habe da gelernt, wie ich die Beste werde (nach meinem großen Bruder),
- ich werde eine Klassenfahrt nach Rom organisieren, auf Kosten der Schule,
- ich werde den Ordnungsdienst in der Pause abschaffen (das kann die Lehrerin schön selbst machen),
- ich erkläre den Boykott von Idan Barach, den Nervtöter,
- und ich bin für weitere Vorschläge jederzeit offen.
Zweifelt noch jemand daran, daß vor dem Jungen eine glänzende Zukunft liegt?
Waffenruhe, Hamas style Januar 7, 2009, 17:36
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Während die Medien noch die Waffenruhe begrüßen, den humanitären Korridor, feuert die Hamas Raketen auf Beer Sheva ab. 25 Minuten nach Ablauf der Waffenruhe. (Ich hatte nach meiner Nachrichtenpause von ein paar Stunden anfangs die Berichte im Fernsehen und Ynet mißverstanden, pardon, ich dreh hier schon am Rad!)
Will die Hamas wirklich eine Waffenruhe?
Hier sagt die Hamas es selbst:
Exiled Hamas leader Moussa Abou Marzouk said there will be no talks about a permanent cease-fire and that as long as there is an Israeli occupation, there will be resistance.
Übersetzung für die, die es von allein nicht kapieren:
Israeli occupation: die Existenz Israels
Resistance: terror.
Ich zitiere mal: Israel lehnt Waffenruhe ab…………………………………………….
Kommentare zur Lage Januar 7, 2009, 17:16
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Ein klarer und fairer Beitrag von Fücks im SPon. Ich fühle geradezu Dankbarkeit und Erleichterung durch mein sorgenvolles Gemüt spülen, wenn ich das lese. Endlich mal jemand, der sich einfach anguckt, was in den letzten Jahren gelaufen ist. Die Frage ist, was nun?
Die Armee schätzt die Lage ebenfalls illusionslos ein. Der Hamas ist nichts geblieben außer ihren Raketen. Und ich würde hinzufügen, dem Willen, diese Raketen auch auf uns abzufeuern.
Näheres um Kampfstil der Hamas, den Dilemmas der israelischen Armee und der Journalisten: Ulrich Sahm bei n-tv. Zum gleichen Thema aus der Perspektive des Historikers: Münkler bei der ZEIT online.
Ein dauerhafter Frieden kann aber nur erreicht werden, wenn Hamas begreift, dass sie verloren hat, und erklärt, künftig auf Gewalt gegen Israel zu verzichten.
Meine Rede, Münkler. Wir dürfen der Hamas kein kleinstes Hintertürchen lassen, sich als Sieger zu deklarieren. Es tut mir leid, wie ein Macho daherzukommen, für den jedes Eingeständnis eigenen Zögerns eine unerträgliche Niederlage bedeutet, das ist überhaupt nicht mein persönlicher Stil. Aber ich habe die Hamas gut genug kennengelernt, um zu wissen, wie sie tickt. Wie ich neulich schon sagte: wenn wir nicht wie das Mainzelmännchen einen Fuß auf ihre Brust setzen und krähen, „gewonnen!“, dann haben wir verloren. Kompromisse, Nuance, mehere Aspekte gibt es nicht.
Wir haben den Fehler schon einmal begangen. Daß sich jemand wie Nasrallah, der seinem Volk so riesigen Schaden zugefügt hat, der sich seitdem nicht aus seinem Bunker traut und alle seine Ziele nur durch Täuschung, Lüge und Brechen von Verpflichtungen erreicht, daß dieser Mann es wagen kann, sich als Sieger auszugeben, das ist genau der Größenwahn, den wir vermeiden müssen. Denn er trägt den Keim zur nächsten Auseinandersetzung schon in sich. DAS ist die wahre Spirale der Gewalt – daß wir ihnen nicht ein für alle Mal die Waffe aus der Hand nehmen. Kein Waffenschein für Terroristen.
Ja ja, der letzte Kommentar war mal wieder meiner…
Schon vergessen – Mumbai Januar 7, 2009, 17:05
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Erinnert sich noch jemand an den Anschlag in Mumbai? Die Mitschriften von Telefongesprächen, die die indische Polizei während der Ermordung der Geiseln aufzeichnete, sind ein Dokument terroristischer Verblendung und Mordlust.
„We have three foreigners, including women,“ the gunman said into the phone. The response was brutally simple: „Kill them.“ Gunshots then rang out inside the Mumbai hotel, followed by cheering that could be heard over the phone.
The handlers told another team of gunmen who had seized a Jewish center to shoot hostages if necessary.
„If you are still threatened, then don’t saddle yourself with the burden of the hostages. Immediately kill them,“ he said.
He then added, „If the hostages are killed, it will spoil relations between India and Israel.“
„So be it, God willing,“ the gunman replied.
„Brother, you have to fight. This is a matter of prestige of Islam,“ the handler said. „You may feel tired or sleepy, but the commandos of Islam have left everything behind, their mothers, their fathers.“
The gunmen were told several times not to kill any Muslim hostages.
But the strongest — and most chilling — evidence that the gunmen were not acting alone came from the phone transcripts.
„Keep your phone switched on,“ a handler said in the midst of the siege, „so that we can hear the gunfire.“
Wenn das nicht den Zorn derjenigen Moslems heraufbeschwört, die immer wieder versichern, daß der Islam eine Religion der Menschenliebe und des Erbarmens ist, dann weiß ich nicht, was sonst. Statt sie gegen „Islamophobie“ demonstrieren zu sehen, würde ich gern mal Protest gegen eine solche Lästerung des heiligen Namens hören.
Wie schnell vergessen wir unser Entsetzen. Eine Katastrophe nach der anderen, Opfer überall. Wie kann man eigentlich noch in aller Ruhe mit den Mädchen Klementinen futtern, in so einer schrecklichen Welt?
Nächste Runde? Januar 7, 2009, 13:45
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Nasrallah spuckt mal wieder große Töne. Oh, was er für schöne Pläne mit uns hat. Es klingt so, als bedauerte er, daß wir nur einmal sterben können, denn jeder von uns hätte mindestens sieben qualvolle Tode verdient.
„If they come to our houses, our villages and our neighborhoods, the Zionists will find out that their war in July (the Second Lebanon War) was a walk in the park compared to what we have in store for them now.“
During his address Nasrallah mocked Israeli calls for toppling Hamas: „I say to Olmert, the failed leader who was defeated in Lebanon – you can never beat Hamas and Hizbullah.“
Ja, die Hamas und die Hisbollah haben in der Tat wunderbare Strategien. Sie buddeln sich ein, verschanzen sich in Krankenhäusern, Schulen und UNO-Einrichtungen, verstecken sich hinter Zivilisten und warten darauf, daß die internationale Gemeinschaft der Fernsehzuschauer die Bilder nicht mehr ertragen kann. Und dann wird Israel gestoppt, und alles ist in Ordnung. Die ideale Strategie, einen militärisch Überlegenen wirksam auszuhebeln. (Auch wir können die Bilder nicht ertragen.)
Das hat schon im Kinderzimmer geklappt: den stärkeren Bruder feste hauen, dann zur Mama laufen und sagen: duuuu, guck mal, der hat mich gehauen, das tu so weh! Und jede Mama weiß, wie gut das funktioniert… der große Bruder wird an jeder Gegenwehr wirksam gehindert. Immerhin dringt das gerechte Mütterchen dann meist auf eine Aussprache, etwas, das uns verwehrt bleibt, da wir von vornherein in Acht und Bann sind bei unseren Feinden.
Ja, ich kann mir schon vorstellen, was im Südlibanon auf uns wartet.
Ich bemühe mich, den Ball flach zu halten, aber angenehm ist das nicht, diese Ungewißheit, aus welcher Richtung der nächste Schlag fällt.
Deal maker Januar 7, 2009, 12:13
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Sarkozy hat in Damaskus um ein Lebenszeichen Gilad Shalits gebeten, der seit zweieinhalb Jahren von der Hamas gefangengehalten wird, ohne daß das Rote Kreuz ihn auch nur einmal hätte besuchen oder nur sehen dürften. (Verstoß gegen Kriegs-Völkerrecht). Für uns wäre die Rückkehr Gilad Shalits ein deal maker. Ohne Gilad und das Versprechen, weitere Kidnappingversuche ein für alle Mal einzustellen (es sind ja noch mehrere später vorgekommen, wie bestimmt auch in Deutschland berichtet wurde), glaube ich nicht, daß ein Waffenstillstand eine Mehrheit in Israel findet. Wir können uns nicht mit einem Abkommen abfinden, daß Gilad zu lebenslänglich in Händen der Hamas verurteilt.
Kol ha kavod, Sarkozy, daß er das erwähnt. Die Shalits haben ja französische Staatsangehörigkeit. Er sagt, er hat persönliches Interesse an dem Fall. Unvergessen auch Ingrid Betancourts Appell.

Auch wenn die Rechnung der Hamas voll aufgegangen ist, ihre zynische Gefährdung der Zivilbevölkerung tatsächlich in Bilder des Grauens gemündet ist und niemand mehr nach den Hintergründen des Konflikts fragt, wenn niemand mitbekommt, daß die Hamas der Bevölkerung Lebensmittel stiehlt, wenn israelische Fußballspieler in der Türkei bedroht und mit „Tod den Juden“ am Spielen gehindert werden, wenn der israelische Botschafter aus Venezuela ausgewiesen wird und Israel mal wieder das bestgehaßte Land der Welt ist – Gilad darf nicht vergessen werden. Wir dürfen keinen zurücklassen.
Auch Paranoide… Januar 7, 2009, 10:55
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… können wirklich bedroht sein.
Damit man vor lauter Berichterstattung nicht das große Bild aus dem Blick verliert – Benny Morris.
Exekutive Januar 7, 2009, 7:49
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Was mir so ins Auge fällt in der Zeitung: sechs „Kollaborateure“ mit Israel (mashtapim oder shtinker) werdenvon der Hamas hingerichtet. Auf der Straße erschossen. Darunter sind drei Brüder. Ein vierter Bruder wurde schon letzte Woche hingerichtet. Eine überlebende Schwester mußte sich öffentlich von ihren Brüdern distanzieren. Vielleicht wollte sie es auch, wer weiß so etwas schon?
Ich habe ja schon mehrmals erwähnt, daß wir diesen Menschen viel Information verdanken. Die Hamas hat sich durch das Massaker an den Fatach-Leuten sehr viele Feinde gemacht, die natürlich nicht aus lauter Liebe zum Zionismus für uns arbeiten. Aber sie tun es, unter großem persönlichen Risiko, und sie werden selten erwähnt. Viele ihrer Informationen waren richtig. Arme Menschen, so zwischen die Fronten zu geraten. Und wir können nichts für sie tun. Auch Geschäftsleute, die mal Kontakte mit Israel hatten, trauen sich lange schon nicht mehr, das zuzugeben.
Einige Angehörige von Verletzten aus Gaza, die in Israel behandelt werden, sprechen Hebräisch. Sie haben jahrelang hier gearbeitet. Ärzte aus dem Gazastreifen, die im israelischen Fernsehen interviewt werden, sprechen fließend Hebräisch. Sie haben in Israel studiert und gearbeitet. Sie haben israelische Leben gerettet. Wie könnten wir gleichgültig bleiben? Was denken sie wohl? Sie sagen nicht viel, können nicht viel sagen. Unter einer Diktatur lebt man in Angst.
Y. erzählte mir neulich, daß alte Geschäftspartner der Kibbuz-Fabrik in Jenin manchmal auf Umwegen Grüße ausrichten. Die Geschäfte laufen schlecht. Sie warten nur darauf, daß die Verhältnisse sich endlich normalisieren und sie wieder offen mit uns kooperieren können. Wo sind die Demos für diese Geschäftsleute? wer solidarisiert sich mit ihnen? Sie haben viel mehr für ihr Volk getan als die ganzen elenden Terroristen, von denen sie regiert werden, und sind heute durch ihre Verbindungen nach Israel gefährdet. Ein Gedanke und Gedenken an alle Mashtapim, und was auch ihre Motive waren - danke.
Mamas Weihnachtsgeschenk Januar 6, 2009, 20:55
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ist das beste. Jawohl. Ich habe ja, wie bereits erwähnt, Secundus eine Cassette mit Hitchcock-DVDs zu Weihnachten geschenkt, nachdem seine Lehrerin für Filmtheorie, die er sehr bewundert, ihnen Psycho und Vertigo gezeigt hatte. Mit mir hat er dann North by Northwest und Rear Window geguckt, und als letztes Dial M for Murder. Gestern abend, als er in den Jugendclub abzog, schnappte er sich Dial M for Murder. Heute erzählte er total begeistert.
„Mama, sowas war überhaupt noch nicht da. Anfangs dachten alle, oh Mann, ein alter Film, und der fängt ja auch langsam an. Aber spätestens als der Mörder in die Wohnung kam, da saßen alle total gespannt, keiner hat mehr ein Wort gesagt und keiner die Augen vom Fernseher genommen. Mama, das war super, der Film ist beim zweiten Gucken noch besser, gerade weil er so langsam anfängt. Du, das war der beste Fernsehabend, den wir im Club je hatten. Die waren alle total begeistert und haben gesagt, sie wußten gar nicht, wie spannend so ein alter Film sein kann.“
Muß ich hinzufügen, daß ich richtig glücklich bin? Primus und Tertia sind Leseratten, das ist wunderbar, aber daß ich einen Kinofan habe, macht mich auch richtig froh.
Nachhilfestunde Januar 6, 2009, 18:19
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in der Geschichte des Nahen Ostens. Für alle, die glauben, Israel hätte einen bestehenden Staat namens Palästina überfallen und ihm das Land geraubt.
Bitte vorher die Lautsprecher ausschalten, die Musik ist schrecklich. Aber die Fakten sind unbestreitbar, auch wenn die Präsentation etwas sehr auf Effekt berechnet ist. Na ja, das ist eben die Powerpoint-Ästhetik…
Einen kleinen Fehler habe ich allerdings entdeckt: der Beschuß aus dem Gazastreifen ging natürlich nicht erst los, nachdem der Gazastreifen geräumt wurde, sondern weit eher. Auch in den Siedlungen flogen dauernd Mörsergranaten und Qassams.
Auch im Kibbuz Januar 6, 2009, 16:39
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sind jetzt mehrere Familien aus dem Süden untergebracht. Quarta erzählt von zwei Kindern aus Ashkelon, die bei ihr im Tlaton sind (wo sie nachmittags nach der Schule hingeht). Die Kinder haben viel erzählt, sie sind ziemlich verschreckt. Quarta hat schwer beeindruckt gelauscht und erzählt mir nun alles. Von Alarm, Schutzraum und endlosem Schulfrei. Für unsere Kinder klingt das sehr aufregend.
Tertia und Secundus rufen mitten am Tag zuhause an, wie auch schon gestern. „Gibt es was Neues, Mama? Gibt es Tote, Verletzte? Hast du was von Primus gehört? von M. (der Cousine)?“
Drei von Y.s Kollegen sind eingezogen worden, schon vor ein paar Tagen. Er hat mehr Arbeit. Er sagt, in der Firma wird nicht viel über den Krieg gesprochen. Die Firma liegt weit im Norden, alle, die dort arbeiten, leben im Norden, teilweise sehr nah an der Grenze. Der letzte Krieg sitzt ihnen noch in den Knochen.
Peres for president Januar 6, 2009, 13:36
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Ich glaube, hoffe, denke mal, auch Kritiker Peres´ wie Ruth müssen heute froh sein, daß er Präsident ist. Er hat internationales Format und ist als Friedensfreund bekannt. Deswegen wiegen seine Argumente schwerer.
Israel´s president Shimon Peres met with EU foreign policy leaders as well as the foreign ministers of France, Sweden, and the Czech Republic Tuesday, and said, „Europe must stop playing this double game with Israel.“
„Not one of you would sit with your arms crossed in the face of missiles being fired at your country,“ said Peres.
The European representatives leveled criticism at the „lack of proportion“ in Israel’s response in the Gaza Strip.
The president recounted an incident which according to him showcased Hamas’ ‘evilness’: „Not long ago Hamas tried to detonate a ton of explosives under an Israeli community; they tried to transfer the explosives through underground tunnels from Gaza. Hamas has also attacked the border crossings and prevented the transfer of goods to their own people. Europe must open its eyes.“
The president stressed that Israel „has no ambition to remain in Gaza but does aspire to fight an unrelenting war against terror. We must sever the ties between Iran and Gaza; we won’t tolerate the continued transfer of long-range projectiles from Iran to the Strip.
„Have you asked yourselves why children aren’t being killed here as much as they are in Gaza? Rockets have hit schools and kindergartens here too. The difference is that we protect our children and do not use them as human shields. Hamas is storing weapons in people’s living rooms. The Palestinian children are being used to shield Hamas’ missiles.
Dem ist nichts hinzuzufügen. Leider glaube ich nicht, daß es etwas nützen wird. Menschen wie Ferrero-Waldner sind so auf ihre „helft-den-armen-verzweifelten-Palästinensern“-Ideologie fixiert, daß sie keinen Moment fackeln werden, Israel eine weitere künstliche Niederlage zuzufügen. Die europäischen Politiker sind besoffen von ihrem Wunsch, historisches Unrecht, das sie selbst anderen Völkern angetan haben, wiedergutzumachen. Desto besser, wenn es auf unsere Kosten geht. Sie werden versuchen, um jeden Preis einen gerechten Akt der Notwehr zu vereiteln. Sie haben uns hier im Norden gezwungen, unter der Bedrohung der sich ständig neu bewaffnenden Hisbollah zu leben. Sie schützen die Produktion von Nuklearwaffen im Iran. Sie werden es nie, nie verstehen. Sie haben die israelischen Opfer auf dem Gewissen. Oh, und die palästinensischen auch. Denn die Hamas mordet auch Palästinenser.




