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Es waren Katyushas Januar 8, 2009, 8:05

Posted by Lila in Land und Leute.
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Drei Stück. Ein Wohnhaus getroffen. Eine leichtverletzte Frau wird ins Krankenhaus Nahariya eingeliefert, wo Tertia geboren ist. Andere Verletzte vermutlich auch.

Ich weiß, daß der Norden schon lange in Alarmbereitschaft ist. Ich glaube, ohne  Expertin zu sein, daß es sich um die Aktivität von palästinensischen Terrorgruppen handelt, nicht um die Hisbollah selbst. Ich glaube, daß dieser Vorfall zeigt, wie sinnlos es ist, Israel zu Waffenruhen zu zwingen, die die nächste Runde schon einläuten, bevor sie noch in Kraft getreten sind. Und ich glaube nicht, daß wir uns leisten können, jetzt abzuwarten, was als nächstes kommt. Wir müssen reagieren. Null Toleranz, anders kann das Prinzip nicht lauten.

Noch vor einer Dreiviertelstunde habe ich zugehört, wie Guy Bechor einen interessanten Mechanismus erklärte: wenn wir in der westlichen Welt an Ansehen gewinnen, durch Nachgeben, Friedensinitiativen, Zugeständnissen – sehen wir in den Augen der arabischen Welt aus wie Schwächlinge und leicht zu besiegende Feiglinge. Wenn wir auf die arabische Welt Eindruck gemacht haben mit unserer Gegenwehr, dann stehen wir in den Augen der westlichen Welt wie Monster da.

So bedroht, wie wir von allen Seiten sind, können wir uns nicht leisten, Rücksicht darauf zu nehmen, was die westliche Welt von uns denkt. Wir wollen überleben. Und im Nahen Osten überlebt man nicht, wenn man als schwach und wehrlos wahrgenommen wird.

Wir müssen uns auch hier im Norden warm anziehen. Mist, wir haben keinen Schutzraum, der fehlt uns echt, und unser Treppenhaus ist offen.

In Ashkelon und Ashdod fallen die Raketen wieder.

Kommentare

1. Wullenwever - Januar 8, 2009, 9:46

So ein Mist. Ich hab grad irgendwo eine Meldung über die Raketen im Norden gelesen und bin gleich hierher geflitzt. Euch viel Glück – und Erfolg!

2. Werner - Januar 8, 2009, 9:47

Mit “die westliche Welt” meinst Du hoffentlich nicht alle im Westen. Mein kompletter bekanntenkreis fReut sich über jede proisraelische aussage in den Nachrichten und ist mit den Gedanken bei Dir, deiner Familie und dem Volk Israel. Ihr steht nicht allein da mit Eurer Meinung, nur leider haben viele Politiker nicht das nötige Rückrad um sich klar für Euch auszusprechen.
Es ist zu viel Angst um die eigene Haut vorhanden, und diese Angst prägt die Aussagen.

3. Netzklempnerin - Januar 8, 2009, 9:49

Das ist ja schlimm. Jetzt legt Nasrallah doch noch los? Ich drück Euch ganz fest die Daumen, dass nichts mehr kommen wird.

4. Chajm - Januar 8, 2009, 10:33

Hat man da nicht irgendwelche „internationalen” Beobachter stationiert die das verhindern sollten? Da zeigt sich offensichtlich dann die Nutzlosigkeit solcher Vorhaben…

5. schoschana - Januar 8, 2009, 11:14

“Ich glaube, daß dieser Vorfall zeigt, wie sinnlos es ist, Israel zu Waffenruhen zu zwingen, die die nächste Runde schon einläuten, bevor sie noch in Kraft getreten sind. Und ich glaube nicht, daß wir uns leisten können, jetzt abzuwarten, was als nächstes kommt. Wir müssen reagieren. Null Toleranz, anders kann das Prinzip nicht lauten.”

ironischerweise hat der katjushabeschuss damit auch etwas gutes :-( . er könnte nämlich auch dem ausland zeigen (vielleicht, man soll ja die hoffnung nie aufgeben – ), dass eine waffenruhe momentan nicht die richtige entscheidung ist.

dir und deiner familie alles gute, und vor allem starke nerven.
hast du etwas von ruth gehört? sie hat gestern nicht in ihrem blog geschrieben, und das macht mich in diesen tagen schon etwas nachdenklich…

6. Lila - Januar 8, 2009, 11:31

Ich habe auch nichts von Ruth gehört, aber wenn chalila etwas passiert wäre, wüßten wir es. Sie ist vermutlich von oben bis unten mit Farbe bekleckst und hat ihre Wohnung in ein Juwel verwandelt.

Ich habe gestern unsere Kammer entrümpelt. :wink:

Leider glaube ich nicht, daß Leute wie Condi Rice imstande sind, eine Waffenruhe anders als positiv zu sehen. Waffenruhe, das bedeutet Ende des Leids der Zivilbevölkerung im Gazastreifen. Was ja auch wichtig ist.

Wo waren übrigens all die Waffenruhe-Prediger, als die Hamas pausenlos agierte? Manchmal möcht ich sie richtig persönlich fragen: was hat Sie davon abgehalten, schon vor fünf Jahren bei der Hamas um eine Waffenruhe vorstellig zu werden?

7. Andreas - Januar 8, 2009, 13:08

Ein Staat bringt mehr Wählerstimmen als eine Terrorgruppe.
Mit deiner Formel zur westlichen Welt und Arabien machst du es auch zu einfach. Denn seien wir doch ehrlich, ein bisschen rumgejammer kann euch doch sonst wo vorbei gehen.
Die westliche Welt wird weiter mit euch zusammen arbeiten und handeln. Und sie ist hat ein ziemliches Kurzzeitgedächnis

8. Lila - Januar 8, 2009, 13:37

Die Formel ist nicht von mir, sondern von Guy Bechor. Willst Du etwa erklären, die westliche Welt schätzt Israel, wenn es kämpft? Den Eindruck habe ich nicht.

Bechor sprach über Medienecho, öffentliche Meinung und politische Initiativen. Ich glaube, er weiß, wovon er spricht.

http://www.idc.ac.il/eng/faculty/schooldetails.asp?sid=8051&sch=40

In der arabischen Welt verdient sich Israel außer Haß auch Abschreckungspotential, wenn es kämpft. Zugeständnisse gelten als Schwäche. Im Westen verdienen wir uns Sympathien, wenn wir arme Opfer sind oder Zugeständnisse machen. Zugeständnisse gelten im Westen als Zeichen von Stärke.

Wenn die westliche Welt weiterhin so mit uns zusammenarbeitet wie am Ende des Kriegs vor zwei Jahren, oder wie die UNO, dann kann mich das nicht freuen.

Druck von Condi Rice ist nicht nur ein bißchen Rumgejammer. Das hat alles Konsequenzen: wirtschaftliche, politische, auch persönliche.

Weißt Du, daß es für israelische Wissenschaftler praktisch unmöglich geworden ist, in GB Artkel zu veröffentlichen? Der Boykott ist zwar offiziell in die Hose gegangen, aber inoffiziell funktioniert er. Wir werden nciht mehr zu Konferenzen eingeladen, oder nur von besonders mutigen Veranstaltern, und britische Forscher kommen ungern zu uns.

Nur ein Tropfen auf dem heißen Stein? Ja, aber wenn ich van Dyke erforschte, hätte es weitreichende Konsequenzen für mich. Für viele israelische Akademiker hat sich die Welt ganz schön verkleinert.

Die israelische Basketballmannschaft, die vorgestern in der Türkei mit Lynch bedroht wurde und auf Anraten der Botschaft das Spiel abgesagt hat, hat nun eine technische Niederlage eingesteckt.

Lauter kleine Nadelstiche. Aber stell Dir mal vor, Du stecktest in der Haut des Forschers für britische Kunst, dem GB die Kooperation verweigert, oder Basketballspieler, dem wegen durchgeknallter türkischer Demonstranten Punkte weggenommen werden.

Und das sind nur zwei winzige Beispiele.

Das bißchen Rumgejammer der Welt bedeutet, daß weniger Firmen mit uns wirtschaftliche Beziehungen eingehen, daß wir Waren teuer bezahlen müssen, daß wir nicht in der Nahost-Gruppe Fußball spielen oder segeln können, sondern immer von den Europäern adoptiert werden müssen – also gegen England verlieren statt gegen Tunesien eine faire Chance haben… und so weiter.

Auch wenn ein einzelner unfairer Artikel nichts zu bedeuten hat – die Meinung der Welt kann uns nicht egal sein. Kein Land ist eine Insel, nicht mal wir.

9. Andreas - Januar 8, 2009, 13:55

Was ich meinte ist, dass ihr kritisiert werdet, aber nicht ausgeschlossen. Schon allein weil der Westen euch braucht.
Als Deutschland gegen den Irak-Krieg war musste es auch Einbußen und diplomatische Verstrickungen mit den USA in Kauf nehmen. Aber das ist wieder vorbei.

10. BUNDESPOPEL - Januar 8, 2009, 16:26

@8Lila

Ja, leider gibt es in Europa zwei Fraktionen. Die einen sind Grüne und Kommunisten, mit starken Sympathien für die Palästinenser. Sie sehen Israel immer dann, wenn es sich verteidigen muß, als Aggressor. Das ist so ungerecht, daß es zum Himmel schreit. Aber man kann es nicht hindern. Sie beherrschen die mass media und beeinflußen durchschnittliche Informationskonsumenten doch sehr stark.

Aber, und das ist was Gutes, es regt sich was im Internet. Hier kann man doch schon erkennen, daß die Pro-Israel-Leute zulegen. Deren Analyse ergibt, daß die Summe allen Übels Hamas und Hisbollah sind, die niemals in Frieden mit Israel leben wollen. Eine schier ausweglose Situation. Es bleibt nur der Kampf.

Ein Liedermacher sagte einmal: “Wenn die Palästinenser die Waffen niederlegen, wird Frieden sein. Wenn Israel die Waffen niederlegt, wird es vernichtet sein.”

There we are. Ich wünsche Euch Kraft und tiefen Glauben an den Allmächtigen, der es wohl doch einmal richten wird.

Shalom.

11. Sylvio - Januar 8, 2009, 17:19

Hi Lila!

Ich lese Deinen Blog seit einer Woche mit großem Interesse und er erweiter meine Sichtweise enorm! Großes Lob und vielen Dank!

Ich glaube nicht, dass man die deutsche Haltung zum Irak-Krieg mit dem Konflikt Hamas und Israel vergleichen kann. Auch rein Entfernungstechnisch. Und isoliert hat es Deutschland in der Welt auch nicht!

Ich denke das keiner, auch nicht ein Politiker sich in Eure (Lila’s) Lage versetzen kann. Und desshalb kann politisch geschwafelt werden und anschließend geht man in Brüssel u.a. noch ins Restaurant zum essen.
Sind wir Europäer doch mal erlich.Der Konflikt begleitet uns in Zeitung und Fernsehen, ob objektiv oder nicht. Doch er ist soweit weg, auch für die Politiker.
Für viele ist dieser Konflikt zwar da, aber man bekundet es mit einem Achselzucken. Geht es mich was an? Bin ich betroffen? Lass mich in Ruhe, ich will weiter konsumieren!
Ich denke, dass dass eine Ursache für die Haltung vieler Länder in der Welt zu lokalen Konflikten ist!
Und was passiert, wenn die Hamas in Grund und Boden gestampft wurde. Irgend ein A…. kommt wieder auf die Idee mit den Rackete auf Israel. So lange man die kaufen kann!!!


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