Glückwünsche Juli 16, 2008, 13:50
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
von Abbas, unserem angeblichen Friedenspartner, an die Familie des Mörders Kuntar.
Er erspart uns wenigstens das heuchlerische Schauspiel, unseren Familien zu kondolieren.
Seine Rivalen von der Hamas lassen sich auch nicht lumpen.
Hamas´prime minister in the Gaza Strip, Ismail Haniyeh, congratulated Kuntar and Hizbullah for „the great victory of the resistance, which proved the rightness of our way.“
Resistance? Rightness? Was ist daran Widerstand, einer Vierjährigen den Schädel zu zerschmettern? Was ist daran richtig?
Der Libanon feiert
Die Menschen in Gaza sind derselben Meinung, Kuntar ist ein Held, seine Tat purer Heroismus, seine Freilassung ein Anlass zu einer lautstarken Feier.
Shortly after the implementation of the Israel-Hizbullah prisoner exchange deal, candy was handed out to residents in Gaza
Aber in Europa glauben manche Menschen, die Palästinenser dürsten nach Frieden. Wenn man schon uns nicht glaubt, warum dann nicht einfach den Palästinensern selbst glauben? Es reicht, aufmerksam hinzuhören und zuzugucken, um zu verstehen, daß wir keinen Partner für den Frieden, welch anspruchsvolles Wort!, haben.
Wir leben einfach in vollkommen verschiedenen Welten, unsere Werte sind nicht ihre Werte, unser Ziel ist nicht ihr Ziel, ich glaube heute weniger denn je an eine Verständigung, einen gültigen Vertrag, einen historischen Kompromiß.
Natürlich mag es im palästinensischen Volk Menschen geben, mit denen wir einen Friedensprozeß führen könnten, die ähnliche Ziele haben wie wir. Nur: wo sind sie? wo hört man ihre Meinung? Wenn es sie gibt, ist ihre Einstellung jedenfalls lebensgefährlich, und sie behalten sie für sich. Die große Masse der arabischen Welt ist trunken von Haß gegen uns. Nichts, was Israel getan oder angeblich getan hat, rechtfertigt diesen Haß.
Was die arabische Welt heute macht, nennt man auf Ivrit „auf dem Blut tanzen“, „lirkod al ha-dam“. Es ist kein schöner Anblick, aber wir sind es gewöhnt und werden es ertragen. Schlimmer ist, daß sich die gesamte Zukunftsplanung der arabischen Welt darauf erstreckt, auf unserem Blut zu tanzen. Das läßt sich beim besten Willen nicht optimistisch umlügen.
Trauriger Tag, traurige Bilder, düstere Zukunft.
Kommentare
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Lirkod al ha-dam… ein widerlicher Gedanke. Und irgendwie hoffe ich, dass auch die Bilder aus dem Libanon und Gaza verzerrt sind, nicht wirklich das kulturelle und menschliche Niveau der Mehrheit der dortigen Gesellschaft darstellen. Auch wenn ich fürchte….
Aber was anderes…ich spiel ja gern den Verteidiger der heimischen Medien und ihrer Mechanismen… vielleicht interessiert es Lila, zumindest der DPA Text, den hier die Leipziger Volkszeitung als maßgebliches Blatt in meiner Region verarbeitet, findet klare Worte.
http://www.lvz.de/thema/drt.html?p=4724_324740.html
Danke für den Link. Ich hab mir ein paar deutsche Zeitungen angetan, viele Leserreaktionen waren erschreckend in ihrer automatischen Parteinahme für die Hisbollah.
„Trauriger Tag, traurige Bilder, düstere Zukunft.“
lila, ich gebe dir recht, leider. aber aus traurigen tagen kann auch die kraft kommen weiterzumachen. schon aus trotz. in diesem punkt ist es eine situation wie im alltagsleben.
[...] Und die Mörder bejubeln den Schmerz der Opfer. Staatsempfang für Kindermörder. Hohngelächter für die Reste der Familien. Welcher Friedensprozeß nochmal? [...]
Lila,
die deutsche Presse ist die ausgewogenste der Welt!
Wusstest Du das denn nicht?
Und deshalb kann die deutsche Presse auch nicht einfach sagen, dass die Hisbollah ein mörderisches Terrorsystem ist, das, von Hass auf Israel erfüllt, nur die Vernichtung Israels im Sinn hat. Und noch weniger kann die deutsche Presse darüber aufklären, dass Iran zu 100 % mit Hisbollah identisch ist, wenn auch nur auf verschiedenen Territorien … und noch viel weniger kann die deutsche Presse die wirtschaftlichen Verstrickungen zwischen iranischen und deutschen Firmen beschreiben oder gar dazu aufrufen, Iran wirtschaftlich und politisch vollkommen zu isolieren!
Dann doch lieber das Märchen verbreiten vom rechtmäßigen Kampf der armen Palästinenser und ihrer Verbündeten gegen die bösen Israelis, die es ja, wg. Holocaust und so, doch besser wissen müssten und den armen Palästinensern ganz Palästina freiwillig und mit allen technischen Errungenschaften überlassen sollten … oder so ähnlich!
Es macht mich wütend und traurig zugleich …
trotzdem liebe Grüße und Danke für Deine einfühlsame und sachliche Berichterstattung über das Unfassbare
Ihr solltet die „Friedensgespräche“ mit Abbas einstellen und Euch für den Krieg rüsten. Den PR-Krieg habt ihr schon verloren, daran kann man trotzdem noch arbeiten, aber Ihr dürft keinen Kampf verlieren. Also keinen Entscheidenden. Und schützt die Bevölkerung. ( Ich würde darunter auch die Ökonomisierung der Siedlungen sehen, je weniger, desto besser. Die ganze Politik dahinter, naja. Müsste mal Bewegung rein. Auch nur ein Gedanke.)
Marlin, auch ich bin u.a. für eine Räumung der unübersichtlichen Westbank, weil wir eine Grenze brauchen, die zu verteidigen ist. (Es gibt auch noch andere Gründe, und immer mein default: judenrein ist auch nicht mein Ziel).
Die Armee ist dank Ashkenazi viel fitter als vorher, der Zivilschutz ist problematischer, weil teilweise in lokalen Händen.
Ich kann nur hoffen, daß wir den nächsten Krieg auch wirklich führen dürfen, und nicht wieder zu einer vorzeitigen Waffenruhe gezwungen werden, die die andere Seite zur Wiederbewaffnung benutzt. Das hatten wir nun schon oft genug. Die nächste Runde wird kritisch.
Ja, der PR-Krieg. Den haben wir wohl vollkommen verkehrt angepackt. Ein fataler Fehler.
ich stimme marlin zu. ich glaube nicht das verhandlungen mit diesen gegnern einen sinn haben. nachbarn sind es ohnehin nicht. es besteht nicht mal die chance nebeineinander, in einem kalten krieg, zu leben. siedlungen, marlin, scheinen mir eine angemessene antwort auf terror zu sein.
lila, ich hoffe auch das der naechste krieg ohne aufgezwungene waffenruhe gefuehrt wird. aber ich glaube es nicht.
[...] fact the parties have already started as a massive celebration of propaganda as Letters from Rungholt’s Lila reports: Shortly after the implementation of the Israel-Hizbullah prisoner exchange [...]
Grenzgänger, bei Siedlungen werden wir wohl nicht so einfach zu einer Meinung finden. Ich denke, die vielen kleinen Siedlungen schwächen die Armee, weil überall kleinere Detachments nötig sind statt ein Gebiet zu schützen. Ich würde den Schutz dieser auch nicht unbedingt einer Zivilwache überlassen, das finde ich irgendwie nicht gut. Die Armee hat das Land und die Bewohner zu schützen, nach außen, meine ich.
Inwiefern meinst Du, dass solche kleinen Siedlungen eine Antwort auf Terror sind?
Und, ja, nächstes Mal, und das wird angesichts der Pathologie von Terroristen und ihren Organisationen kommen, leider, aber hoffentlich nicht zu spät um es zu gewinnen, muss IDF völlig durchgreifen. Das wird nicht schön für die Betroffenen, andererseits kann man sich auch fragen, ob die Leute in Südlibanon wirklich ein Leben haben, das sich lohnt zu bewahren, solange die Hisbollah dort herrscht. Wenn Hisbollah weg ist, könnten sie neu anfangen. Usw.
Frage: Was treibt Polittypen wie Siniora dazu ständig in den Terrorkanon einzustimmen? Was gewinnt er dadurch? Offenbar vertritt er ja damit schon die Meinung der Mehrheit im Libanon, oder?
Was ist eigentlich aus dem Sohn von Hariri geworden? Ist der wieder in der Versenkung verschwunden? Hätte der Alternativen zu dem Gelalle Sinioras et al, geboten?
(Bin heute auf dem Zynikerpfad. Aber ich darf ja auch mal, oder?
)
liebe marlin,
wir muessen auch gar nicht zu einer meinung finden. es waere – im gegenteil – sehr langweilig wenn wir immer einer meinung waeren.
die siedlungen. ich gebe dir recht das viele kleine siedlungen ziemliche reserven von seiten der armee fordern. dazu kommt manchmal noch das problem das die armee in den siedlungen nicht gerade willkommen ist.
auf der anderen seite ist jede siedlung eine deutliche botschaft an die araber. die botschaft lautet das man nicht bereit ist dem terror nachzugeben, das man nicht bereit ist sich aus dem von hand vertreiben zu lassen das dem juedischen volk versprochen worden ist. jede geraeumte siedlung wird (zurecht ?) als schwaeche gedeutet. jede errichtete siedlung ist ein klares signal. diese sprache verstehen die „nachbarn“ israels. ein problem entsteht wenn siedlungen geraeumt werden. was ist in gaza nach dem israelischen passiert ? schlimmer: was passiert staendig (auch) in suedisrael ? der abzug aus gaza wurde als schwaeche israels ausgelegt. entsprechend war die reaktion. mit dem abzug aus dem libanon war es aehnlich. also scheinen reaktionen des nachgebens der falsche weg zu sein. der bau neuer siedlungen ist das gegenteil dieser reaktion. manchmal ist eben konfrontation der bessere weg.
viele gruesse,
der grenzgaenger
Nein, bitte nicht heute schon wieder diese Diskussion. Oder zieht in Grenzgängers Blog um. Bitte.
Sämtliche Meinungen sind bekannt…
[...] nicht weiter auslassen. ihr kennt meine meinung dazu. ich muss das nicht wiederholen. ausserdem hat lila sich ausfuehrlich dazu geaeussert und lila ist da sicherlich kompetenter als [...]
Schon gut, Lila. Aber meine Frage bleibt noch: wäre mit Hariri etwas anders? Todfeind von Nassrallah?
Wie meinst Du das? Ob Hariri einen Krieg mit uns angefangen hätte, mit der libanesischen Armee, gegen uns? Wohl kaum. Der Angriff kam von der Hisbollah, weil die wußte, daß die libanesische Armee keine Chance gegen sie hat.
Hariri und Siniora hätten den status quo gehalten. Daß die Hisbollah jetzt die dominierende Kraft im Libanon ist, ist sehr gefährlich.
26 und 31 Jahre alt. Ich bin gerade 29 Jahre alt und denk mir was für Sinnlose Tode. Die beiden standen wie ich doch mitten in der Blüte ihres Lebens.
Das wollte ich wissen, Lila.
Kann man Siniora denn vernachlässigen? Ist das nur ein Schwätzer? Der wurde doch aber gewählt, oder? Und im Moment labert er halt der Hisbollah nach. Das missfällt mir.
[...] ein paar lesenswertere Beiträge zum Leichenaustausch: – Glückwünsche (Letters from Rungholt) – Ein verheerender Deal (Spirit of Entebbe) – Eine Mords-Fete (Gil Yaron [...]
Solange die Terrororganisationen existieren und das soziale Fundament für die Palästinenser bilden, wird es keinen Frieden in Nahost geben. So traurig es ist, es bleibt nur eine militärische Lösung. Ein größerer, gut geplanter Krieg wäre von Nöten, um irgendwie eine Friedenschance zu haben.
Israel sollte jetzt die demonstrative Einheit im Libanon nutzen,
um vor der Uno klarzustellen, das Hisbollah und Libanon eins sind.
Dass die Waffenstillstandsbedingungen seitens Libanon nichtmal in
Ansätzen erfüllt wurden und dieser damit als hinfällig betrachtet wird.
Ihr solltet diese Sch… Scheeba Farmen der Unifel überlassen, um den letzten schäbigen Vorwand sterben zu lassen.
Dann erklärt, dass Israel bei der kleinsten Verletzung seiner Souveränität durch Schüsse, Raketen oder Übergriffe gleich welcher Art mit aller Härte reagieren wird, und dass die, die heute die Hisbollah feiern, morgen nicht jammern sollen, wenn sie die Zeche mitbezahlen!
Natürlich braucht Israel keine guten Ratschläge von mir.
Natürlich wird Hisbollah trotzdem wieder einen Grund finden.
Natürlich werden sie trotzdem jammern und die Israelis werden
NATÜRLICH auch wieder für die meisten die Bösen sein.
Charly, das würde funktionieren, oh ich wünschte es würde funktionieren!!, wenn wenn wenn … die UNO wirklich so objektiv wäre, wie sie tut. Natürlich ist sie es nicht, wie hätte sich sonst die Hisbollah wieder bewaffnen können?
Die Scheeba-Farmen können wir gar nicht an den Libanon zurückgeben, weil sie Syrien gehören. Ich glaube nicht, daß UNIFIL sie nehmen würde – eine heiße Kartoffel. Die UNO hat Israel bestätigt, daß 2000 alles geräumt wurde. Daß sie Israel jetzt nicht unterstützt, ist wieder mal ein typisches Beispiel für Heuchelei.
Wir haben schon mal öfter angedroht, mit aller Härte zu reagieren, wenn unser souveränes Staatsgebiet verletzt wird. Nach dem Abzug aus Gaza. Aber welches Spektakel geht los, wenn wir das wahrmachen?! Wir können den Gazastreifen nicht dem Erdboden gleichmachen, dafür fehlt uns das passende genetische Material. Oh, und auch die passenden Flugzeuge. Wir haben auch nicht das internationale Standing dafür. Andere Staaten können so vorgehen, ohne daß jemand mit der wimper zuckt, aber nicht Israel. Und wir wollen es auch nicht, letztendlich, auch wenn es in der Wut manchem so rausrutscht.
Nach der flagranten und unerhörten Verletzung der israelischen Souveränität vor zwei Jahren hat Israel in der Tat zurückgeschlagen – und hat vorher über Wohngebieten, die bombardiert werden sollten, weil dort die Hisbollah Waffenlager hatte, Flugblätter mit Warnungen an die Bevölkerung abgeworfen, um Schaden an Menschenleben zu verhindern. Die Hisbollah hat die Menschen nicht fliehen lassen, sie sind verletzt oder getötet worden, wer ist dafür verurteilt worden? Ach ja richtig. Wir.
Und das, nachdem die Hisbollah den Norden Israels über jahre hinweg beschossen hat, ohne daß Du es in Deutschland in den Zeitungen lesen konntest.
Es ist hoffnungslos. Die Araber geben keine Ruhe, wir dürfen oder wollen nicht zurückschlagen, und eines Tages wird es zu spät sein.
Ich hoffe nur, die Europäer werden sich an uns erinnern, wenn die arabische Welt sich ihnen zuwendet.
Lila,
ja leider, es wird an den Reaktionen und Verurteilungen nichts
ändern, mir ist schon klar wie antiisraelisch die Uno tickt.
Ich erinnere mich auch, dass Euer Verteidigungminister gesagt hat:
„Wir gehen aus Gaza raus, wenn dann die erste Rakete fliegt, schlagen wir zu und die Welt wird hinter uns stehen“ (sinngemäß, habe den Wortlaut nicht.)
Mir war klar, daß diese Worte Illusion sind.
Ich würde nur hoffen, daß ein Fünkchen der Erinnerung bei manchen doch noch da ist, wenn der Tanz wieder los geht.
Als jemand der Israel etwas kennt und verseht und innerlich mitleidet
habe ich diesen Tag mit einem Radiokommentar von C. Kühntop aus
Beirut angefangen……. .
Da wünscht man sich halt, daß Israel sein Problem an der Nordgrenze so erledigt, dass denen das Grinsen,Feiern und Verhöhnen der Opfer vergeht.
Vielleicht noch zu der Zeit, wo Kühntöppchen sich in Beirut amüsiert…???
Nee nee, hoffen wir, es kommt nicht dazu. Diesmal würden wir die Handschuhe ausziehen. Und Ashkenazi ist ein guter Soldat. Er sieht aus wie ein Buuretrampel, aber das täuscht. Er hat seine Aufgabe sehr ernstgenommen. Ich glaube, es wird lange dauern, bis der nächste Generalstabschef aus der Luftwaffe kommen wird…
Mehr Sorgen macht uns der Zustand des Zivilschutzes. Da sind längst noch nicht alle Probleme behoben. Die Armee mag kriegsbereit sein, die Bunker sind es nicht.
Mal gucken, wie es weitergeht. Ich bleibe jedenfalls hier, egal was passiert.
Für Nichtfrösche habe ich einen sehr interessanten und informierten Artikel in französischer Sprache von Stéphane Juffa auf deutsch zusammengefaßt. Er ist Chefredakteur der in Metula, an der Grenze zum Libanon, mit Blick auf die Hezbollah und ihre Freunde von der UNIFIL ansässigen Metula News Agency.