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In den Händen von Terroristen… Juli 2, 2008, 18:28

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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…wird alles zur Waffe. Heute ein Bagger in Jerusalem. Es muß schrecklich gewesen sein, selbst SPons Putz beschönigt es nicht.

Anfangs sah es so aus, als sei das Ganze ein Unfall, ein Missgeschick, sagten Augenzeugen später. Doch als der Bagger gezielt Autos, Busse und Fahrzeuge aufs Korn nahm, war klar: Am Steuerrad des Bulldozers, der kurz nach 12 Uhr durch die Menschenmenge auf Jerusalems belebter Jaffa-Straße pflügte, sitzt entweder ein Amokläufer – oder ein Terrorist.

Der Baggerführer tötete mehrere Menschen, verletzte über 40, überrollte Autos, stieß zwei voll besetzte Busse um. Dann schaffte es ein 18-jähriger Soldat außer Dienst, auf das schwankende Fahrzeug aufzuspringen und den Mann zu erschießen.

Eindrucksvoller ist der Berich von Jameel, der dabei war.

At 11:55 the tractor started its journey of death, smashing into cars left and right. Around 1 minute later, I got a call from a neighbor who was listening to his Hatzala radio’s Jerusalem frequency and he heard alot of intense chatter about “something going on.”

He called me and told me get going…and I grabbed a co-worker (also a medic), and we ran to my car. Putting on the red strobe light, we flew out of our parking lot listening for directions where to go — and then the picture became crystal clear.

Our Magen David Adom beepers went off simultaneously, announcing “ARAN, ARAN, ARAN” — mass casulty attack in Jerusalem, near Yaffo street and Sarei Yisrael street. Flying low, we honked our way through traffic (most cars even go out of the way for us) as the Hatzala radio mentioned 2, maybe 3 different attack locations (many cars had been smashed, each with victims in it), plus buses…

I parked illegally on the sidewalk near the Israel Broadcasting Agency in Romema, putting my MDA sign on my car’s dashboard, threw on my emergency vest, grabbed my gear and ran.

I waved to the security guard of the IBA, so he knew the car was “friendly” and he wouldn’t try to tow it…ticket it…or have it blown up by police sappers.

Running down the street, towards the sires, the fire trucks, and the crowd, we passed smashed cars. Curious onlookers ran towards the scene, some were quietly on the sides of the street, others running away in panic — and police and medical teams converged on Yaffo street.

Ducking under the crime scene tape, we ran towards the ambulances, and started helping treat the wounded and load them onto ambulances.

One woman cried and moaned, as we placed her into an ambulance, as someone (no idea if it was a relative, friend, or just someone helping out) held the injured woman’s crying toddler. The ambulance sped off, and we looked for more people to help.

A policeman with a bomb sniffing dog scoured the area — another policeman complete in bomb disposal body armor gingerly picked through bags of construction sand near one of the smashed cars, as he looked for a bomb.

35 minutes later, from the time we left, we returned back to the office.

Peeling off my gloves, my hands still shook a bit.

10 unanswered calls on my cellphone.

Time to get back to work.

(Bei Jameel ist auch ein Video über das Ereignis aus unseren Nachrichten zu sehen.)

Ob Alan Rickman jetzt auch ein bewegendes Theaterstück über die Toten dieses Anschlags machen wird, die ja ohne Zweifel mit voller Absicht umgebracht wurden? Ob auch sie jetzt zu Ikonen der schuldlosen Opfer werden, die vom Nahostkonflikt zermalmt werden?

Die Frage kann eindeutig beantwortet werden, glaube ich….

Und eine kleiner Erläuterung zu einem Satz bei Putz:

Beim Täter, der als Baggerfahrer bei einer lokalen Baufirma beschäftigt war, fanden die Beamten einen blauen Personalausweis, wie ihn Palästinenser bekommen, die in Ost-Jerusalem leben und mit dem sich die Inhaber in Israel bewegen können.

Nicht nur Palästinenser bekommen diesen blauen Personalausweise – sondern alle israelischen Bürger. Auch mein Mann und ich haben einen blauen Personalausweise. Die Palästinenser in Ost-Jerusalem sind israelische Bürger und können sich genauso frei bewegen wie ich. Die Palästinenser in den besetzten Gebieten haben andere Personalausweise, nämlich orange. Ich glaube nicht, daß man uns daraus einen Rassismus-Strick drehen kann – es ist die offizielle Anerkennung der Tatsache, daß die Gebiete eben nicht normaler Teil Israels sind. Bei Putz klingt es, als wäre dieser blaue Personalausweis für Palästinenser reserviert. Das ist falsch, sie muß da etwas mißverstanden haben :wink:

Kommentare

1. grenzgaenge - Juli 2, 2008, 18:44

@lila: es stellt sich die frage nach den konsequenzen. diese frage sollte nicht durch die ueberlegung bestimmt werden woraus israel ein strick gedreht werden koennte. es sollte ausschliesslich darum gehen wie das leben der menschen in west jerusalem geschuetzt werden kann.

2. Lila - Juli 2, 2008, 18:47

Was schlägst Du vor?

3. Hendrik - Juli 2, 2008, 18:47

Schrecklich und erschreckend. Und der Gipfel ist der kalte Kommentar der Hamas, das sei ja alles ganz ok, weil es beim Attentat nicht um Gaza gegangen sei und damit auch kein Verstoß gegen den Waffenstillstand…
Am Ende ist es auch wieder ein Beispiel, wie sich die Palästinenser vor lauter Hass ins eigene Knie schießen: Ich kann mir nicht vorstellen, dass der Anschlag keine Auswirkungen auf die Arbeitsmöglichkeiten für Araber aus Ostjerusalem in Israel haben wird.
Nun gut, dann können sie dafür Israel wieder vorwerfen, es hätten sich eine neue Form der Diskriminierung ausgedacht.

Aber eine Frage zur Identitätskarte: Ich habe jetzt keine Zeit, das nachzulesen, aber hatten die arabischen Bewohner Ost-Jerusalems nicht einen personenrechtlichen Sonderstatus, der sie von richtigen Israelischen Arabern unterschied? Irgendwas war da.

4. grenzgaenge - Juli 2, 2008, 18:50

ich weiss keine loesung, lila. was fast auf der hand liegt ist die frage ob die bewegungsfreiheit der buergerInnen von ost jerusalem aufrechterhalten werden kann bzw. wie strengere kontrollen durchsetzbar sind. ich weiss. man darf keine gruppe fuer die taten einzelner verantwortlich machen. auf der anderen seite stehen die heutigen opfer und auch die opfer des attentates auf der mercaz ha rav jeshiva. beide taeter kamen aus ostjerusalem.

5. Mia - Juli 2, 2008, 19:26

@Hendrik:

Es scheint keinen Unterschied zu geben zwischen der Identitätskarte der arabischen Bewohner Ost-Jerusalems und einer “normalen” Identitätskarte. Also weder zwischen der ID von Bewohnern Ost-Jerusalems noch der ID anderer arabischen Israelis noch der von jüdischen Israelis.

Im israelischen Fernsehen zeigen sie gerade die jubelnde Tante des Attentäters. Mir ist übel.

6. Lila - Juli 2, 2008, 19:34

Ich hab sie auch gerade gesehen. Jubelt vom Balkon runter in hysterischen Tönen und schreit: Shahid, Shahid, Gott sei ihm gnädig!

Da kann man nichts machen, wenn so jemand sterben will und partout andere Leute mitnehmen will.

Hast Du das Baby gesehen, das die Mutter im letzten Moment aus dem Auto werfen konnte? Die Mutter ist tot, das Baby lebt und ist unverletzt.

7. Mia - Juli 2, 2008, 19:43

Ich hab gerade auf meinem Blog davon geschrieben.

Tragisch.

Zuerst hiess es nur, dass da ein Baby sei, dessen Eltern noch gesucht werden. Erst später fand man raus, was genau geschehen ist.

Im Moment wird ja noch diskutiert, ob das Haus des Attentäters zerstört werden soll. Ich bin ja gegen solche Massnahmen, die Unschuldige treffen. Aber nachdem ich die Tante gesehen habe …

Es wird ja auch gemutmasst, dass das Attentat ein “spontaner Akt” gewesen sei. Da hilft auch ein noch so guter Geheimdienst nichts dagegen, wenn einer beschliesst, den Bulldozer bei seiner Arbeit als Waffe für eine solche Attacke zu benutzen. :(

8. kaltmamsell - Juli 2, 2008, 20:12

Kam eben in der 20-Uhr-Tagesschau – sehr neutral berichtet.

9. grenzgaenge - Juli 2, 2008, 21:06

ich weiss nicht ob die zerstoerung von haeusern abschreckende wirkung hat. gibt es berichte oder studien darueber ?

mir stellt sich die frage ob es nicht sinnvoller ist west – und ostjerusalem zu trennen. wenn es sein muss durch eine mauer wie die zwischen dem jerusalemer stadtteil gilo und beit jala. jahrlang wurde den bewohnern gilos durch palaestinensischen terror (aus beit jala) das leben zur hoelle gemacht. seitdem die mauer dort steht hat das praktisch aufgehoert. einseitige trennung ist zwar eine radikale loesung. angesichts des hasses und der destruktivitaet der palaestinenser scheint aber nur eine solch radikale loesung erfolgversprechend zu sein. oder ?

10. Lila - Juli 2, 2008, 22:18

Kaltmamsell – ich hab meine Spione überall, danke!

Grenzgänger – genug mit den Mauern. Ich weiß auch keine Lösung, ich erinnere mich auch noch gut an die Schüsse aus Bet Jala (unter denen die Einwohner von Bet Jala auch litten, es waren nämlich meist nicht sie selbst, die schossen).

Eine bessere Idee habe ich auch nicht, aber noch ne Mauer – nee. Da kann man Jerusalem ja gleich wie einen Bienenstock in Zellen aufteilen.

Oh, und das Patent mit den Häusern bringt auch keine Abschreckung, das hat eine Studie der Armee gezeigt, wenn ich mich recht erinnere.

11. califax - Juli 2, 2008, 22:50

Kann die israelische Staatsbürgerschaft entzogen werden? Wenn die Tante so einen Hass auf Israel hat, soll sie auch nicht die Vorzüge Israels genießen. Deportation also. Gaza böte sich an.
Wie sieht es eigentlich mit Unterstützung oder Verherrlichung von Terrororganisationen aus? In Deutschland kann man in den Knast kommen, wenn man der RAF hinterherjubelt.

12. Chajm - Juli 3, 2008, 0:03

Tolles Bild für die „ungeteilte” Hauptstadt Israels: Eine Mauer…

13. The European Perspective « Pagan Israelophile - Juli 3, 2008, 0:49

[...] first of all I’d like to link Lila’s entry for she quoted a lot of great (English) footage on what actually happened and thereby managed to [...]

14. ynz - Juli 3, 2008, 17:28

ich bin gerade in tel aviv. ich habe bis jetzt gefühlte 100x gesehen wie dieser mensch erschossen wurde. die israelischen nachrichten haben im moment einen sehr ekelhaften nachgeschmack!

15. Lila - Juli 3, 2008, 17:41

Das ist gräßlich. Da bist Du ja gerade zum richtigen Zeitpunkt gekommen :-(

Dieses Zeitalter der allgegenwärtigen Kameras und der Horror-Loops in den Nachrichten ist widerlich. Ist das nur bei uns so? Es wurde hier nach 9-11 lobend hervorgehoben, daß die Amerikaner ihrem Fernsehpublikum den Anblick von Leichen erspart haben. Nach Terroranschlägen werden hier auch die Leichen der Opfer nicht gezeigt, und normalerweise auch nicht der des Täters (muß wohl auch kein schöner Anblick sein).

Wenn es dann so eine Szene gibt, in der man ohne Pietät alles zeigen kann, brechen wohl alle Dämme. Pfui Teufel.

Geh ans Meer, wo keine Fernseher sind.

16. grenzgaenge - Juli 3, 2008, 18:29

@califax: hmmm, das wird schwierig. aber egal.

von wegen dem boesen d-wort (das ich nicht benutze).

nennen wir es transfer.

der punkt ist das ich auch mal symphatien mit dieser idee hatte. heute denke ich anders darueber.

schau, wer soll diese massnahme durchfuehren ?

die armee.

ganz normale junge frauen und maenner.

gerade aus der schule entlassen. nun im harten leben der armee.

willst du von diesen jungen menschen wirklich erwarten das sie andere menschen transferieren ? so schuldig sie auch sein moegen ?

mensch, warst du schon mal in israel ?

dann wirst du garantiert im linenbus zusammen mit jungen soldaten gesessen haben oder im zug oder bei mc d.

nein, ich glaube nicht das diese soldatInnen (oder sagen wir die mehrzahl) dazu willens und in der lage ist eine solche massnahme (transfer).

jedenfalls wuerde die durchfuehrung des transfers eine schwere probe fuer das gewissen wohl der deutlichen mehrheit der soldatInnen werden.

du kannst jetzt einwerfen: gush katif. siedler.

du weisst vielleicht um meine symphatien gerade mit den leuten aus gush katif. ich habe oft genug hier und in meinem blogg darueber geschrieben.

warum haben rabbiner zur befehlsverweigerung aufgerufen ? ein vorgehen das durchaus zu kritisieren ist. die rabbiner stuerzten die (national)religioesen soldatInnen damit in einen schweren konflikt. bewusst oder unbewusst.

du siehst ich bin indifferent und unschluessig in dieser frage. mir ist nur wichtig das eines deutlich wird: ich moechte um keinen preis eine junge soldatin oder einen jungen soldaten in der situation sehen einen transfer durchfuehren zu muessen. der gedanke ist schrecklich.

noch etwas: erinnerst du dich an das massaker an der mercaz ha rav jeshiva in jerusalem ?

man erwartete selbstjustiz.

im ersten zorn ueber dieses schreckliche massaker haette ich selbstjustiz verstanden.

warum kam es nicht dazu ?

weil die rabbiner genau dieser jeshiva in genau dieser situation jeden akt der selbstjustiz verboten haben. verboten. punkt.

sie wussten warum das verbot in dieser haerte und deutlichkeit ausgesprochen wurde. man denke an die mitschueler der opfer.

auch das juedische recht, die halacha, verbietet selbstjustiz.

es heisst das die rechnungen nicht in dieser welt beglichen werden. sondern in der naechsten welt.

sonst haette die eschatologie, das syste, von lohn und strafe, keinen sinn.

aber davon einmal abgesehen glaubeb religioese menschen an den gnaedigen, gerechten richter. nicht in dieser welt, in der naechsten welt wird er richten.

das heisst: keine selbstjustiz.

warum ?

weil der mensch nicht das recht hat zu richten.

der mensch wuerde sich an die stelle g”ttes setzen.

soweit die theorie.

in der praxis richten wir jeden tag, jede stunde, jede minute, jede sekunde.

wir handeln nicht immer ueberlegt, reagieren manchmal im zorn.

das ist menschlich. wir koennen es nicht abstellen.

der rabbiner sagte uns die aufgabe ist es nach dem zorn innezuhalten und nachzudenken.

sich selbst fehler einzugestehen.

dazu braucht es nicht rosch haschana und nicht yom kippur.

genau daran arbeite ich. ich kenne meine schwachen punkte. es sind viele.

was hat das mit dem transfer zu tun ? ich glaube der transfer waere genau so eine idee. im zorn geboren. genau wie meine gestrige – bloedsinnige – idee eine mauer durch jerusalem zu ziehen.

17. grenzgaenge - Juli 3, 2008, 18:33

@ynz und lila: die bilder. ich erinnere mich daran das ulrich sahm in einem vortrag die frage aufgeworfen hat in welchem masse terroristen genau dies – den medieneffekt, die staendige wiederholung von szenen wie der erschiessung des taeters von gestern – in ihr kalkuel mit einbeziehen. er stellte die frage inwiefern terrorakte genau so geplant werden dass medienwirksame und moeglichst spektakulaere bilder entstehen. er stelle auch die frage was passieren wuerde wenn “die medien” das ganze schlicht boykottieren wuerden. keine bilder mehr vom anschlag. wuerde das etwas aendern ? ulrich sahm wusste keine antwort auf diese frage. ich weiss auch keine antwort darauf.

18. falkschettler - Juli 3, 2008, 18:43

Warum muß dieses ekelhafte Thema immer und immer wieder medial verwurstet werden? Tötender Bulldozer, ein Medienstar…
Es ist zynisch, einerseits darüber zu berichten und andererseits anklagend oder gar trauernd zu kommunizieren.
Glücklicherweise kann man im Internet die Nachrichten auswählen, im TV schaue ich schon lange keine News mehr, weil ich einfach keine Lust auf Leichen, vergammelte Babies und ähnliches habe.

Und zum Titel: Joa. Das war zu jeder Zeit so, daß die technischen Möglichkeiten, die zur Verfügung standen, auch gerne dazu benutzt wurden, um andere Menschen zu verstümmeln oder gar zu töten.
Die Gattung Mensch – Gottes einzige und größte Fehlleistung ;-)

19. Marlin - Juli 3, 2008, 19:24

falkschettler, Deinen letzten Satz kann ich unterschreiben. Auch wenn ich eher die Natur verantwortlich machen würde. :P

Aber vielleicht kann ich ja noch hoffen und diese ganze Sache verabschiedet sich irgendwann mal von selbst. Im Moment sehe ich das aber noch nicht. Weder eine Besserung dieser Art (Mensch) oder ein Nachlassen in der Überlebensfähigkeit. (Denn eigensüchtig denken können sie im Allgemeinen ja)

Warum das hier steht? Keine Ahnung, gehört hier eigentlich nicht rein.

*seufz*

20. Lila - Juli 3, 2008, 19:40

Doch doch, das gehört hier schon rein.

Wie reagiert man richtig auf solche Gräueltaten? Totschweigen, sachlich-kurz berichten, oder den Horror so richtig graphisch-gräßlich vor Augen führen?

Das Fernsehen in Israel wurde so richtig schillernd erst seit der Privatisierung. Der alte staatliche Channel 1 ist noch immer einen Tick sachlicher und solider, leider sendet er erst eine Stunde später als 2 und 10 die Abendnachrichten, weswegen ihn weniger Leue angucken.

Auch in den reißerischeren Nachrichten sitzen Leute mit intelligenten Analysen. Aber die Bilder sind oft gräßlich.

21. Mia - Juli 3, 2008, 20:11

Ich find’s zumindest nicht schlecht, dass einige der Bilder auch in Europa gesendet werden. Die “Übeltaten” der bösen Israelis werden ja auch immer und immer wieder gezeigt.

Insofern ist es doch gut, wenn den Leuten mal vor Augen gehalten wird, was Terror in Israel überhaupt bedeutet.

Aber die dauernden Wiederholungen einiger Szenen (wie der Erschiessung des Attentäters) haben mir schon auch sehr auf den Magen geschlagen.

22. califax - Juli 3, 2008, 21:11

@grenzgänge: Man sollte solche Dinge beim Namen nennen. Und ich spreche ja nur von solchen, die den Terror offen unterstützen und bejubeln. Das müsste in einem ordentlichen Gerichtsverfahren entschieden werden.
Eine Abschreckungswirkung hätte das aber nicht.

23. Lila - Juli 3, 2008, 21:49

Das Wort Transfer, ich werfe es hier nur zögernd ein, weil es wieder ein ganz anderes Thema ist… ist eigentlich irreführend.

Die manchmal von Spinnern vorgebrachte Idee, israelische Bürger, nur weil sie Araber sind, auf Lastwagen zu verladen und abzutransportieren, ist wohl undurchführbar.

Nehmen wir mal an, jemand wollte das wirklich machen und es gäbe so einen Beschluß. Wo bitte soll man die Leute hinbringen? Was macht man mit christlichen Arabern und Drusen? Die dürfen bleiben oder wie? Also, wenn Israel sowas macht, dann steht ein Großteil der Leute auf und wandert nach Kanada oder Australien aus, denn dann können wir Israel vergessen.

(Wo hab ich heute das alte Zitat von Golda Mair gelesen: ‘We may someday forgive Arabs for killing our children but not for making our children killers” – richtig es war bei David Bogner. http://bogieworks.blogs.com/treppenwitz/2008/07/a-few-thoughts.html )

Eine andere Art von Transfer, gegen die man logischerweise kaum was einwenden könnte, wäre der Transfer von Gebieten an einen entstehenden palästinensischen Staat. Welchen Grund gäbe es z.B. Wadi Ara bei Israel zu behalten? Die Bewohner von Wadi Ara (meine Nachbarn) hassen den Staat Israel, dort liegt die Hochburg der islamistischen Bewegung Israels, und nur durch die Zufälligkeit der Verhandlungen zwischen Israel und Jordanien ist es 1949 an Israel gefallen.

http://en.wikipedia.org/wiki/Wadi_Ara

Aber eigentlich ist es wirklich ein idealer Kandidat für einen Gebietstausch mit dem palästinensischen Staat, dessen Ankunft sie ja so leidenschaftlich ersehnen.

Warum die Bewohner von Wadi Ara also so heftig dagegen protestieren, anstelle von Bürgern des verhaßten Staates Israel zu Bürgern des neuen Staats Palästina gemacht zu werden, muß ein Rätsel bleiben.

Aber das wäre m.E. ein diskutabler und durchaus üblicher “Transfer”. Schließlich hat Israel kein Interesse daran, nur um der Fläche willen Land zu besetzen. Wenn ein Kompromiß gefunden werden könnte, bei dem überwiegend arabisch besiedeltes Land zu Palästina geschlagen werden könnte, überwiegend jüdisch besiedeltes Land zu Israel, und sich beide Landmassen in etwa entsprechen und auch die ganze Logistik der Grenze einfacher würde – ma rah, was wäre daran schlecht?

Aber das sind keine Kurschluß- oder Strafhandlungen, nachdem ein Verbrechen begangen wurde. Das sind Fragen für endgültige Verhandlungen, bei denen Israel und Palästina ein Ziel haben: jeden gegenseitigen Anspruch und Vorwurf auszuräumen, reinen Tisch zu machen ein für allemal.

Und darum würde ich diesen Begriff hier gar nicht verwenden.

Zu den ganzen komplizierten Beziehungen innerhalb Israels schreib ich ein andermal was, wenn mein Kopf klarer ist und ich nicht so müde bin.

24. grenzgaenge - Juli 3, 2008, 21:53

@califax: ich mag in solchen zusammenhaengen nicht das d-wort gebrauchen. dieses wort ist einem anderen zusammenhang und einer anderen zeit vorbehalten. gaebe g”tt es haette diese d- nie gegeben.

ich glaube nicht das ein israelisches gericht einen transfer anordnen wuerde.

auch nicht fuer die von dir genannten gruppen von menschen.

bei aller schuld die sie tragen.

ich habe espekt vor dem obersten israelischen gericht das immer wieder urteile faellt die der regierung (und manchmal auch der oeffentlichkeit) nicht in den kram passen.

ich meine damit z.b. veraenderungen am verlauf des sicherheitszaunes oder auch urteile ueber den abriss von haeusern. haeusern von angehoerigen der moerder die einen anschlag veruebt haben. so wie gestern.

ich denke wenn ueberhaupt waere der oberste gerichtshof die instanz welche ueber einen transfer zu beraten haette.

aber ich denke es wird nicht so weit kommen.

ich glaube auch nicht das diese idee (des transfers) rueckhalt in der israelischen bevoelkerung fiinden wuerde.

die meisten israelischen familien haben angehoerige beim militaer, soehne und toechter, enkel und enkelinnen usw. und wollen schon deshalb nicht das ihre kinder und verwandten eine solch traurige aufgabe ausfuehren muessten.

ich glaube, nein, ich bin mir sicher, viele soldatinnen und soldaten wuerden den befehl verweigern weil er mit ihrem gewissen nicht vereinbar ist.

du schreibst selbst das ein transfer auch keine abschreckungswirkung haette.

was aber soll dann der sinn sein ?

25. califax - Juli 3, 2008, 22:49

@grenzgänge: Es geht darum, bekennende Feinde auf die andere Seite der Staatsgrenze zu bringen. Und ich bin sehr dafür, die Dinge beim Namen zu nennen. Wenn man einen Kriminellen aus dem Land schmeißt, ist das eine Ausweisung, eine Deportation oder eine Abschiebung. Transfer ist da ein übler Euphemismus.
Wenn man eine ganze Bevölkerungsgruppe verteibt, ist das eine ethnische Säuberung. Da wird Transfer als Bezeichnung schon brechreizerregend. Eine ethnische Säuberung habe ich nicht vorgeschlagen. Es wäre auch pervers, wenn der israelische Staat auf einmal eine Massenvertreibung israelischer Staatsbürger durchführen könnte.
Was den Abriss von Häusern betrifft: Der ist sowieso idiotisch. Es sind ja nicht die Häuser, die gegen ihre Nachbarn hetzen.

26. grenzgaenge - Juli 6, 2008, 16:58

lieber califax.

ich moechte an meine beiden fragen erinnern. ich weiss ja das ich anstrengend bin.

1) wer soll den transfer anordnen ?

2) wer soll den transfer durchfuehren ?

herzliche gruesse, shavua tov,
der grenzgaenger

27. Mia - Juli 6, 2008, 17:21

Aber es geht doch hier um israelische Staatsbürger, oder? Der Terrorist hatte die blaue ID, war also Israeli, palästinensischer Israeli.

Ich glaube nicht, dass es für einen Staat machbar ist, (potentielle) Terroristen zu äh transferieren.

28. califax - Juli 6, 2008, 18:19

@grenzgaenge: Anordnen müsste ein ordentliches Gericht nach einem fairen öffentlichen Verfahren wie bei jedem Strafprozeß. Die Abschiebung wird nach Ablauf der Ausreisefrist von Polizei oder Militär durchgeführt.
Der eigentliche Haken ist die Staatsbürgerschaft. In Deutschland kann die nicht entzogen werden und die eigenen Staatsbürger kann man nicht ausweisen.
Deshalb wird es nie eingeführt werden. (Der Nutzen wäre auch nicht allzu hoch.)

29. grenzgaenge - Juli 6, 2008, 18:58

siehst du. genau hier gehen unsere meinungen auseinander. ich glaube einfach nicht das ein israelisches gericht einen solchen beschluss fassen wuerde und ich glaube nicht das soldaten oder pazifisten einen solchen beschluss ausfuehren wuerden. natuerlich ist jeder polizist (?), gewiss aber jeder soldat verpflichtet einen befehl auszufuehren. das gilt allerdings nur solange wie der befehl mit dem gewissen zu vereinbaren ist. wenn der befehl nicht mit dem gewissen zu vereinbaren ist hat der soldat nicht nur das recht, sondern doe pflicht, den befehl zu verweigern. ich bin ueberzeugt davon das viele soldatInnen den befehl verweigern wuerden.

30. grenzgaenge - Juli 6, 2008, 19:00

p.s. ich war ja auch mal ein befuerworter von transfers. aber jeder mensch darf seine meinung aendern. manchmal trifft man auch andere menschen die einen von der falschheit der eigenen meinung ueberzeugen ;-)

31. grenzgaenge - Juli 6, 2008, 19:37

hey, was habe ich denn da geschrieben ????

“ich glaube nicht das soldaten oder pazifisten einen solchen beschluss ausfuehren wuerden …”

oh, shit, wie war das mit freud ???

ich meine natuerlich soldaten oder POLIZISTEN !!

*neee, neeeeee, neeeeeeee*

lila, das kommt davon wenn der grenzgaenger 5 dinge gleichzeitig macht :-)

32. Lila - Juli 6, 2008, 19:38

Der war gut :P

33. willow - Juli 7, 2008, 11:36

Habe gerade über “honestly-concerned” einige Links zu merkwürdigen Darstellungen dieses “Verkehrsunfalls” in deutschen Zeitungen gefunden:

http://www.sueddeutsche.de/ausland/artikel/445/183871/
http://www.fr-online.de/in_und_ausland/politik/aktuell/?em_cnt=1362894
http://www.tagesanzeiger.ch/dyn/news/ausland/904108.html

“Er war krank und kein Terrorist”

34. grenzgaenge - Juli 22, 2008, 15:53

wieder ein bulldozer anschlag in jerusalem. wieder kam der taeter aus ost jerusalem. ich denke es wird zeit sich vom osten der stadt zu trennen. sonst geht das ewig so weiter.

http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3571664,00.html


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