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Volljährig Mai 25, 2008, 12:53

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Ich habe das Gefühl, ich werde heute zum zweiten Mal volljährig. Nein nein, so schlecht ist meine Mathematik auch wieder nicht, mir ist schon klar, daß ich älter als 36 bin… aber mein Ältester wird heute 18. Er hat heute nachmittag eine Abiprüfung, deswegen ist er noch zuhause, und erzählt mir gerade, wie viele Mädchen ihn schon angerufen, -gesimst und -gemailt haben. Eine erkleckliche Anzahl.

Primus als Baby, Sommer 1990, im blauweißen Strampelhöschen

Ist das wirklich schon so viele Jahre her, daß ich etwas verdattert in der Klinik des Kibbuz stand, bereit, ins Krankenhaus zu fahren, und die Krankenschwester freundlich sagte, “bald bist du Mutter, was sagst du dazu?” Ich sagte gar nichts, denn nach überlanger Schwangerschaft mit enorm schwerem Baby fühlte ich mich schon keineswegs kinderlos, auch wenn er noch nicht geboren war.

Primus als Ältester von Dreien, mit Tertia im Herbst 1993

Wir verstehen uns gut, Primus und ich, ich habe nichts an ihm auszusetzen und es war bisher lächerlich einfach, seine Mutter zu sein. Er war sehr empfindsam als kleiner Junge, aber irgendwann hat er das überwunden, vielleicht hat ihm seine Körpergröße dabei geholfen, die ihm überall automatisch Respekt verschafft und Witze über seine Brille gar nicht erst aufkommen läßt.

kurz vor der Einschulung, 1996

Er ist hilfsbereit, verantwortungsbewußt, erzählt seiner Mutter alle seine Abenteuer, liest gern gute Bücher, hat nette Freunde, die wie er sind und wenig jungmännliche Allüren zeigen. Wenn die Nachbarin Hilfe braucht, schiebt er den Nachbarn im Rollstuhl den Hügel rauf und gibt ihr seine Handynummer, damit sie ihn immer rufen kann, wenn sie möchte. Er trägt seiner kleinen Schwester den rosa Ranzen und lädt ihr den MP-Player mit Musik voll, nach ihren detailliereten Wünschen. Er fegt für Mama die Treppe und geht mit Abba einkaufen. Hm, mir fällt gerade nichts ein, was schwierig wäre mit Primus.

Secundus, Primus, Tertia, 2001

Er war ein Schreibaby, das stimmt, aber das waren Y. und ich auch. Es war ja lustig, wenn ich mit Primus durch den Kibbuz zog und mich alte Frauen beim Klang seines Weinens versonnen ansahen. “Tatsächlich, so hat der Y. auch immer geweint. Wir haben im Babyhaus eine Zinkwanne unter den Wasserhahn gestellt, und beim Lärm des einlaufenden Wassers hat er sich beruhigt. Oh, und der Opa (Y.s Vater) hat auch viel geschrien, das weiß ich noch. Der war aber auch so oft krank als Kind”. Das war nett und beruhigend, daß es da Präzendenzfälle gab. Denn ich hatte ja eigentlich mir vorgenommen, ein so glückliches Kind grosszuziehen, das NIE weinen muß.

Allerdings war ich die ersten zwei, drei Jahre mit Primus todmüde, weil er nachts sehr unruhig war. Ich bin sogar mal zur Kinderpsychologin gegangen, die hier regelmäßig zu Besuch kam und durch die Kinderhäuser ging. Sie sagte mir die weisen Worte, die auch wahrwurden: “je älter Primus wird, desto weniger Probleme wirst du mit ihm haben”, und so war es auch. Seit das nächtliche Weinen aufgehört hat und die Anpassung mit der Brille, hat er keine Probleme mehr gemacht.

Sommer 2006, während ich meinen Kriegsfimmel in Aufräumfimmel umwandelte, mit einem alten blauweißen Strampelhöschen

Übrigens war die Erste, die ihn angerufen hat, seine geliebte Cousine, die am gleichen Tag geboren ist. Nur ein paar Stunden vor ihm. Sie ist auch so ein braves Mädchen, ich weiß nicht, woran es liegt. Die beiden stehen sich sehr nahe.

November 2007, mit Vater und Tertia

Mazal tov, mein Großer.