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Manche Leute denken ja, Mai 18, 2008, 18:49

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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ich spinne oder eifere oder will den Palästinensern was Böses, wenn ich gegen die Terroristen von der Hamas bin. Weil nämlich viele Leute glauben, sie müssen Terroristen verteidigen, weil die ja die Interessen der Palästinenser vertreten, wenn auch mit ein bißchen, na ja, fragwürdigen Methoden (aber man weiß ja, diese edlen Wilden ticken ein bißchen anders, es wäre doch Rassismus, die mit normal-moralischen Maßstäben zu messen!).

Da manche Nachrichten es vermutlich nie in die nicht-israelischen Medien schaffen werden, hält dieser Eindruck sich wohl so gut. Aber mit dieser Einschätzung werden, wie so oft, die vielen inner-arabischen bzw -islamischen Opfer zur Seite gewischt. In diesem Falle die Bewohner des Gazastreifens, die ein Minimum westlicher Kultur behalten wollen.

Assailants have detonated a bomb outside a popular cafe in Gaza City in what appears to be part of an extremist campaign against targets seen as signs of Western influence.

On Friday, assailants detonated a bomb outside a Christian school, causing no injuries.

Over the past two years, Muslim extremists in Gaza have detonated bombs near cafes, hairdressers, record stores and institutions linked to the area’s tiny Christian community.

Okay, verstanden? Der Terrorismus richtet sich auch nach innen.

Daß die christliche Minderheit nicht etwa von den Juden geknechtet und vertrieben wird, hat sich zwar bis zu den deutschen Bischöfen nicht rumgesprochen, es reicht aber, sich die Bevölkerungsstatistik seit Gründung der Palästinensischen Autonomiebehörde anzusehen. (Daß hier eine Umfrage wiedergegeben wird, in denen die palästinensischen Christen den Israelis die Schuld für die Lebensbedingungen geben, wundert mich nicht - sie passen sich dem palästinensischen Narrativ an, aber die Zahlen sprechen eine andere Sprache. Ich bin selbst Christin, besuche die heiligen Stätten hier nicht selten, sie sind tipptopp in Schuß gehalten, dafür ist nämlich die Kirche selbst zuständig, und ich erkenne nicht, wie meine Gemeinde oder die anderer irgendwie eingeschränkt wird.)

Aber der radikale Islam reagiert nun mal nur mit Gewalt. Oder fällt jemandem ein Beispiel für eine besonnene, respektvolle oder tolerante Reaktion des radikalen Islam auf IRGENDetwas ein? Egal wo er Widerstand wittert, die Reaktion fällt immer gewaltsam aus. Verbal oder physisch gewalttätig. Ob es Cafes oder Friseure sind ode “unkeusch” gekleidete Mädchen - die Reaktion ist brutal.

Ich erinnere mich, wie ich vor vielen Jahren, als der radikale Islam noch nicht an der Macht war, aber im Gazastreifen schon seine Muskeln spielen ließ, Bilder im Fernsehen sah. Im Straßenbild fielen mir besonders die superschlanken, superschicken, supergeschminkten jungen Frauen auf. (Wie ich sie in Haifa auch sehe - ein ganz alltäglicher Anblick hier, einträchtig neben verhüllten Frauen oder auch welchen mit superschicken Jeans, hohen Absätzen, elegantem Kopftuch….) Und da fragte ich mich, ob diesen Frauen klar ist, wie ihr Leben aussehen wird, wenn die Islamisten übernehmen. Nein, solange es gegen Israel geht, finden diese jungen Frauen die Hamas natürlich auch toll. Aber ob es ihnen nicht langsam leid tut, in einer Enklave des Islamismus zu leben? wo der Einfluß Irans überall fühlbar ist?

Mir tun palästinensische Christen, Cafebesitzer, schicke Mädchen und säkular wissbegierige junge Palästinenser sehr leid. Ich frage mich, warum es so wenig Solidarität für sie gibt, und so viele deutsche Palästina-Freunde sich statt dessen mit ihren Angreifern solidarisieren.

Ein besonders eklatantes, ja tragikomisches Phänomen, das ich beim Lesen der Kommentare in Ynet entdeckt habe, ist die Gruppe Queers for Palestine. Diese Spaßvögel demonstrieren für ein Ende des israelischen Terrors, ohne zu wissen, daß palästinensische Gays sich nach Israel flüchten, weil ihnen im Paradies der Islamisten ein häßlicher Tod droht. Kognitive Dissonanz ist noch mild ausgedrückt. Solche Leute leben einfach in ihrem eigenen politisch korrekten Paralleluniversum, wo die Hamas edle Freiheitskämpfer sind, die die Rechte der Homosexuellen schützen.

Ein ungelöstes Rätsel, diese Terroristenversteher aus reiner Liebe zu Palästina. Und sie meinen noch, ICH würde die ganz normalen Palästinenser am liebsten im Elend sehen und ihnen keinen Staat gönnen. Genau das Gegenteil ist der Fall. Ich gönne ihnen einen Staat, aber einen, in dem auch Christen, Schwule und jeanstragende Mädchen eine Daseinsberechtigung haben. Sowas nennt man Demokratie, und daßjemand glauben kann, die Hamas ist ein Garant , ich dagegen eine Feindin demokratischer Werte, das ist doch mindestens mind-boggling.

Nun ja, es erhält mich wohl jung.

Kommentare»

1. David Harnasch - Mai 18, 2008, 20:14

Eine schöne Gelegenheit, meinen wahren, aber scheinbar widersprüchlichen Lieblingssatz loszuwerden: “Tel Aviv ist ein Schwulen-Mekka.”

2. Stefan - Mai 18, 2008, 20:32

Das nenne ich KLARTEXT!

3. Marlin - Mai 21, 2008, 20:20

Köstlich, Queers for Palestine! :D

David, der Spruch ist auch nicht schlecht. ;)

Tja.. im Grunde ja tragikomisch. Leider.