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Chance verpaßt Mai 16, 2008, 15:49

Posted by Lila in Presseschau.
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Schade, ich habe Yassin Musharbashs Artikel über bin Ladens neues Stücklein zu spät entdeckt. Sonst hätte ich hier eine Wette eingehen können, auf welcher Seite des Forums der erste User anmerkt, daß bin Ladens historische Analyse korrekt ist. Ich hätte die Wette auf jeden Fall gewonnen: auf Seite 1 nämlich.

Freitagsbilder Mai 16, 2008, 13:02

Posted by Lila in Freitagsbild.
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Leider bin ich mit der Kamera nicht sehr geschickt, darum habe ich Davids Angebot freudig angenommen, seine Bilder freitags hier reinzustellen. Er kann nämlich photographieren, und seine Bilder zeigen schöne Ecken Israels. Er schreibt auch immer einen kurzen Text dazu, und ich hoffe, meine Leser freuen sich, wenn sie auch mal was vom Land sehen sehen.

Also, der erste Beitrag von David:

Zichron Yaacov Shabbat

Binyamin Pool: Der alte Wasserturm in Zichron Ya’acov, einer
Kleinstadt in den südlichen Hügeln des Carmel. Gebaut 1891 war dieser
Wasserturm der erste seiner Art in der Region und galt als sehr
fortschrittlich, da zuvor Wasser von den Brunnen in Fässern in den
kleinen Ort transportiert werden musste, dessen rund 100 Bewohner 1882
aus Rumänien einwanderten. Der Wasserspeicher ist heute nicht mehr in
Betrieb, aber ein Anziehungspunkt für Touristen, da er genau in der
Rehov Hameyasdim liegt, die heute eine Fussgängerzone ist. Der Name
„Binyamin Pool” (בריכת בנימין) ist eine Widmung an Baron Edmond de
Rothschild, der gegen Ende des 19. Jahrhunderts in den Ort
investierte, Land kaufte und die ersten gemauerten Gebäude errichten
liess. (Bild: David Wolski Levi, http://rand10.net).

An dieser Stelle gibt es ab jetzt jeden Freitag ein Photo aus Israel
mit einer kleinen Story, um noch Blicke auf andere Dinge ausser
Nahost-Konflikt und weltbewegender Politik in diesem kleinen,
facettenreichen Land zu werfen.

Unfähig Mai 16, 2008, 11:49

Posted by Lila in Presseschau.
9 comments

Israel kann vieles, aber nicht alles. Leider ist Israel gänzlich außerstande, sich der Außenwelt darzustellen oder seine Aktionen zu erklären. Man könnte verzweifeln. Im Krieg vor zwei Jahren haben mich die Pressekonferenzen wahnsinnig gemacht, wo erstmal ein ruppiger, struppiger Kerl in Uniform lang und breit auf Hebräisch erklärt und redet. Wenn dann noch ein ausländischer Journalist wach und alert ist, wird er entweder ungeduldig abgefertigt oder mit einem solchen Wust an Fakten plattgemacht, daß er erstmal wie Aschenputtel sortieren muß. Das alles in einem Englisch mit herb polternder Aussprache, geringem Wortschatzu und sprachlicher Unsicherheit, die sich keine Flexibilität erlaubt. Ein wahrhaft qualvoller Anblick.

Wie sich das für die Journalisten darstellt, kann man hier nachlesen (Dank an Hendrik für den Link).

Um gezielte Kontaktpflege und persönliche Beziehungen zu den Korrespondenten bemüht sich - von den israelischen Botschaften im Ausland abgesehen - kaum ein Sprecher. Selbst bei unverfänglichen Themen wie Tourismus oder IT-Boom, die ein Land jenseits des Schlachtfelds zeigen könnten, springen die PR-Leute nicht an. Positive Berichterstattung? Wer braucht schon so etwas?

Ist der Ruf erst ruiniert, lebt sich’s völlig ungeniert - nach diesem Motto arbeitet die bei Korrespondenten besonders unbeliebte Pressestelle der Regierung (GPO). Als sich ein langjähriger deutscher Korrespondent gegen die restriktive Visa- und Presseausweisvergabe auflehnte, nannte ihn der GPO-Direktor Danny Seaman in einem Zeitungsinterview “ein Stück Scheiße”. Wer solche Öffentlichkeitsarbeiter hat, braucht keine Feinde mehr.

Doch das alles könnte sich rächen. Etwa im Konflikt um das iranische Nuklearprogramm, das Israel ganz besonders bedroht, wird es auf jede Nuance der Berichterstattung ankommen - auch jener in Europa. Lamentiert wird in Jerusalem gern darüber, dass die Nachbarn jenseits des Mittelmeers den Iran verharmlosen und die Bedrohungslage nicht erkennen. Kein Wunder, wenn sich der Sprecher des israelischen Ministerpräsidenten Ehud Olmert bei seinem letzten Besuch in Deutschland lieber auf der Berlinale vergnügt, als den Nahostredakteuren israelische Positionen zu erläutern.

Oh weh, oh weh. Ich wünschte, dieser Artikel würde auf Hebräisch übersetzt und erschiene in allen Tageszeitungen.

Eine ähnliche nonchalante Mißachtung der potentiell Israel geneigten Außenwelt sehe ich auch in der rücksichtslosen Verschandelung des Landes durch immer neue Bausünden - meine Mutter ist jedesmal sprachlos entsetzt, wenn sie nach Israel kommt und sieht, wie das Land langsam zu einer Betonwüste wird. Ist die Anziehungskraft der Heiligen Stätten und archäologischen Ausgrabungen so groß, daß man um sie herum ungeniert ein abscheuliches Einkaufszentrum nach dem anderen hochziehen kann? Irgendwann kommt wirklich niemand mehr. Die Strände sind verschmutzt oder gesperrt, und nach wie vor hinterlassen Israelis nach dem Picknick oder dem Grillen eine Müllspur. Da fühlt sich kein Tourist wohl, aber daran denken die Leute wohl nicht. Ich kann es mir nicht erklären.

Ja, in Blogs versuchen wir dann, ein bißchen Hintergrund zu geben oder allzu fraglose Annahmen in Frage zu stellen - aber Blogs erreichen doch nur ein kleines Publikum (was mir persönlich ja eher zusagt, ich höre ja immer auf zu bloggen, wenn die Zugriffszahlen über eine bestimmte Marke steigen :-P ). Und Bloggen wissen nicht immer alles, Blogger machen auch noch was anderes als nur bloggen, und vieles entgeht uns.

Ich jedenfalls kriege immer die Krätze, wenn die Armee nach langen Jahren endlich Material freigibt, das neues Licht auf einen Vorfall vor fünf Jahren wirft - während sich im allgemeinen Bewußtsein längst festgesetzt hat, daß der Junge al-Dura Opfer israelischer Kugeln geworden ist, oder worum auch immer es sich handelt. :roll:

Nachtrag zu Ashkelon Mai 16, 2008, 11:01

Posted by Lila in Uncategorized.
2 comments

Hier ist ein Bild vom Schuh des kleinen Mädchens, das verletzt wurde. Nach israelischer Einteilung mittelschwer, Ruth erklärt diese reichlich spartanische Begrifflichkeit.

Ihre Mutter ist gestern aus der Bewußtlosigkeit erwacht, die Kleine heute.

(Der Vater bittet um Gebete für beide, Avital bat Pnina und Tair bat Avital. Ich dachte, ich geb das mal weiter, vielleicht gibt es ja noch jüdische Leser, die die Namen noch nicht kennen.)

Geburtstagsbrief Mai 16, 2008, 10:50

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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von Salim Mansur, gefunden bei Israellycool.

The 60th anniversary of Israel’s birth is a milestone as was every other such anniversary going back to that defining moment for Jews and non-Jews alike when David Ben-Gurion proclaimed independence of the Jewish state in Tel Aviv on May 14, 1948.

After nearly two millenniums of wandering in strange lands — following destruction of the Jewish temple in Jerusalem by the Romans and forced exile from the land of their prophets — the birth of Israel has offered Jews a secure home where they may prosper without any fear or apology.

Israel’s birth was assisted by Britain, joined by France, which carved Arab states in lands that were provinces of the Ottoman Empire. If Israel had been born 10 years earlier then a great many Jews who perished in Hitler’s death camps likely would have survived and Britain’s eventual withdrawal from the region probably would have been less acrimonious.

For Ben-Gurion’s generation Israel’s birth was a small promise made even smaller by the UN partitioning British-mandated Palestine, and then arriving so terribly late, even as smoke from the ruins of war-devastated Europe hid the full disclosure of the Jewish devastation in the Holocaust.

There is no parallel in modern history to the story of Israel defying the rancour of old and new enemies of Jews.

….

The present world population is over six and a half billion people, and Jews are an insignificant fraction of this number, estimated somewhere around 14 million, or a mere 0.2% of the total.

Yet Jewish contributions in the making of the modern world tower above that of any other people in relative terms and the immense odds of survival as a people given the level of hostility directed at them.

From imagining the fundamentals of monotheism to conceiving the fundamentals of space-time relativity of modern physics, Jews have been an immensely creative people through nearly four millenniums of human history.

Their achievements have earned them admiration, envy and implacable enmity of non-Jews.

….

Of the ancient peoples from the age of Moses only the Egyptians, the Hindus and the Chinese survive, but their culturally dynamic moment as civilizations lie in the past. And of these three people from ancient times, Egyptians became Arabized as most of them converted to Islam and disowned their pre-Islamic culture.

Israel is a tiny sliver of land in a vast tempest-ridden sea of the Arab-Muslim world, and yet it is here the ancient world’s most enduring story is made fresh again by Jews to live God’s covenant with Abraham as told in their sacred literature.

Jewish survival as a people maybe providential, but turning a desert into one of the rich economies of the world few imagined six decades ago is a minor proof of how much more could be achieved if those fighting Jews joined with them instead by turning their swords into plowshares.

Happy anniversary, Israel.

Ich kann gar nicht beschreiben, was ich empfinde, wenn ich einen so freundlichen Gruß lese, von einem Araber geschrieben, der die Geschichte und die Tatsachen sachlich und ohne Verzerrungen ansieht und anerkennt. Oh ja, es ist möglich, den Anderen so anzusehen, und ihm Gutes zu wünschen. Das rührt mich ehrlich gesagt mehr als die guten Wünsche von Freunden (wobei aus Deutschland ja auch wieder passiv-aggressive Glückwünsche kamen, ich habe nur mit Schaudern die Kommentare zu Ilan Mors Artikel in der Süddeutschen gelesen und wußte wieder, wie vermutlich Mehrheit in Deutschland drauf ist).

In meinem persönlichen Universum wiegt so eine Stimme viele, viele Hetzartikel und -sendungen auf. Weil viel mehr Mut dazu gehört, so wie Salim Mansur, wenn man Salim Mansur heißt, als zum Mitschwimmen im Strom der Naqba-Propaganda. (Ich sehe mit Grausen, wie die Naqba-Feiern unseren Yom HaZikraon Zug um Zug imitieren, bis hin zur Sirene. Ei ei ei, legt Euch mal eine Identität zu, die mit Israel nichts zu tun hat! möchte ich ihnen zurufen - in eurem eigenen Interesse, nicht unserem!)

Und ho ho, ich sehe gerade, auch Osama bin Laden schließt sich der Gratulationscour an. Das ist ja reizend von ihm. Vielleicht bringt er uns auch ein Geschenk? Ach, das ist eigentlich nicht nötig!