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Empfang für Bush Mai 14, 2008, 17:16

Posted by Lila in Uncategorized.
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Eine Minute vor sechs - ich schalte den Fernseher ein, um mich an Shimon Peres´ Party zu ergötzen. Das kollektiv durch Katzav in seinem Stolz verwundete israelische Ego freut sich ja am Anblick eines allseits respektierten und beliebten Präsidenten.

Bush und Olmert saßen wohl gerade zusammen und redeten über die Hamas, wollten sich zum nächsten Termin aufmachen, da fiel in Ashkelon (einer großen Stadt im Süden, wo zB der Strom für Gaza erzeugt wird) eine Grad-Rakete auf ein Einkaufszentrum. In die oberste Etage, wo Arztpraxen liegen.

Keiner weiß genau, was dort vorgeht, es ist wohl ein Tei der oberen Etage eingestürzt. Ein Augenzeuge sah ein schwerverletztes kleines Mädchen und ihre Mutter. Zwei kleine Kinder sind leicht verletzt. Gott sei Dank, keine Todesopfer, bli ayn ha rah. Viele Leichtverletzte und Menschen unter Schock.

Hamas hat versprochen, Bush einen lauten Empfang zu bereiten. Sie haben ihr Wort gehalten. Die Rakete wurde übrigens von den Ruinen der ehemaligen Siedlung Dugit abgeschossen - einer Siedlung, die ich mal erwähnt habe, weil es dort eine Gruppe Fischer gab, Juden und Araber, die sich über alle Grenzen hinweg gut verstanden, weil sie alle verrückt waren nach dem Meer. Die haben sich damals traurig voneinander verabschiedet, und ich bin sicher, hätten diese Fischer Dugit übernommen, wäre heute keine Rakete von dort geflogen. (Die Doku kann man bei Youtube angucken.)

Wir alle haben die Fischer im Stich gelassen, und die Menschen im Süden auch.

Später: die ersten Bilder sind schrecklich. Sowas nennt man Krieg. Wer greift so gezielt Zivilisten an? Was sind das für Menschen, die eine Kinderarztpraxis beschießen? Ich bin fassungslos.

Noch später: Glück im Unglück gehabt. Es hätte viel schlimmer ausgehen können, meint der Verantwortliche vom Roten Davidstern, der bei der Erstversorgung dabei war. Die Rakete schlug in einer Klinik für Mutter und Kind ein. Shomer Israel war wachsam.

Y. meinte übrigens, als er nach Hause kam und die Bilder im Fernsehen sah, daß das ein ganz schön großes Loch ist für eine Grad. Ich wäre nicht überrascht, meint er, wenn sich herausstellt, daß das ein kräftigeres Modell war. Die Jungens von der Hamas sind kreativ und fleißig wohl nur, wenn es ums Feilen an ihrem Waffenarsenal geht.

Kommentare»

1. Mikado - Mai 14, 2008, 20:29

Ich finde es ganz interessant wer sich da ausser Bush ein Steldichein gibt. Das geht in den normale Nachrichten immer völlig unter:

“Unter den geladenen hochrangigen Gästen zählen die Präsidenten von Georgien, Kroatien, Albanien, Polen sowie die Staatsoberhäupter der Mongolei, von Burkina Faso, Togo, der Slowakei und Ungarn.

Bedeutsamer und wohl auch berühmter sind Politiker aus der Vergangenheit, darunter Joschka Fischer, Henry Kissinger, Michail Gorbatschow und sogar der frühere Präsident des größten islamischen Landes, Wahid Abdurraham aus Indonesien.

Jenseits der Weltpolitik zählen so manche illustre Namen zu den persönlichen Freunden von Peres, einem der dienstältesten Politiker der Welt. Der Medienmogul Rupert Murdoch wird ebenso seine Aufwartung machen wie der Gründer von Google und der Präsident von Yahoo!

Für ein kleines Seminar im Präsidentenpalais am Vorabend der Mega-Konferenz werden sieben Nobelpreisträger einfliegen, um sich mit Peres über die Zukunft des jüdischen Volkes zu unterhalten. Dazu stoßen werden illustre jüdische Intellektuelle wie Bernard-Henri Lévy, Alan Dershowitz und Todd Gitlin.”

http://www.n-tv.de/Sicherheitsstufe_3_MegaKonferenz_in_Jerusalem/120520080716/962529.html

Gruß
Mikado

2. Lila - Mai 14, 2008, 20:48

Mikado, das ist wirklich ein Knüller, diese Konferenz von Peres.Ich glaube, nirgendwo auf der Welt würde Bush so herzlich, ja begeistert empfangen werden. Hier wurden Bilder gezeigt, wie sich die Angestellten des Präsidentenhaushalts um ihn drängten, um sich mit ihm photographieren zu lassen. Auch die Journalisten. Bush ist ja leutselig bis an den Rand der Peinlichkeit (ich hab nicht gesagt, ob ich den äußeren oder den inneren Rand meine :D ) und hat sie alle in den Arm genommen und gescherzt.

Im Saal hat Olmert ihm eine herzliche Huldigungsrede gehalten. Mir wäre ja unheimlich bei sowas, nur eine Grabrede kann so rundherum positiv sein. Doch es gab wilden Beifall, das Publikum stand auf, und Bush hatte tatsächlich Tränen in den Augen. So läßt sich ein Politiker wohl gern feiern, und es war auch ernst gemeint (obwohl ein paar Leute eher kritisch guckten). Aber Bush wird hier als Freund Israels gefeiert, anderen Lebensleistungen gegenüber wird dann schon mal ein Auge zugedrückt.

Ich nehme an, daß Bush und Merkel hier von allen ausländischen Staatschef wirklich am beliebtesten sind.