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Ehrlich, Mai 15, 2008, 13:02

Posted by Lila in Uncategorized.
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ich hocke normalerweise nicht 24/7 vor der idiot box, aber ich arbeite gerade am Laptop und verfolge die Berichterstattung über den Bush-Besuch. Er war heute früh auf Massada, er und Olmert sehen aus wie leicht angealterte Schuljungen mit ihren offenen Hemden und Sonnenhüten. Ich kann mich nicht losreißen, muß sowieso gleich weg…

Massada ist so wunderschön, die wilde Wüstenlandschaft, die Luft ist klar, das Licht blendend hell, und die beiden Politiker stechen richtig heraus. Sie sind nicht ganz in ihrem Element, lächeln etwas verlegen in die Kamera. Beide erfreuen sich ja nicht gerade allgemeiner und ungebrochener Beliebtheit, um es höflich auszudrücken. Sie sind vermutlich froh, wenn ihnen niemand peinliche oder schwierige Fragen stellt. Olmert vor allen Dingen sollte sich am Sonnenlicht freuen, solange er es noch nicht durch Gitterstäbe sieht - wenn die Gerüchte stimmen ;-)

Jetzt läuft Bush gerade in der Knesset rum, jemand zeigt ihm Chagall, und wird wohl gleich eine Rede halten. Der Journalist meinte, Bush wird Massada erwähnen. “Massada wird nicht noch einmal fallen”. Damit würde er direkt ins Herz des israelischen Selbstverständnisses zielen. Mal gucken.

Quartas Kommentar, die gerade dazukommt: “haben wir auf Bush Eindruck gemacht, Mama?” Genau darum geht es, den guten Eindruck und die gegenseitige Schmeichelei. Der Journalist meint, Olmerts Rede gestern war “davik”, klebrig, allzu persönlich und einschmeichelnd.

Heute sollen die Reden angeblich sachlicher werden. Oha, Bibi steigt auch in die Bütt. Selten sieht man unsere Knesset so voll. normalerweise pöbeln oder giften sich da nur ein paar verlorene Figürchen an… während die Cafeteria sehr beliebt sein soll.

Ich kann mir nicht vorstellen, daß die Palästinenser um Bush noch einen Pfifferling geben werden, nach dieser eindeutigen Sympathiekundgebung für Israel. Das kann sich kein amerikanischer Präsident leisten, der hier noch mal aufschlagen und verhandeln will. Und wenn wir ehrlich sind: unter Bush haben wir nichts erreicht. Es hat nicht nur an Bush gelegen. Olmert, Abu Mazen und Bush schwächeln daheim und können darum international keine großen Sprünge wagen.

Ich wünsche allen Beteiligten eine Regierung, die stabil genug ist, um selbstbewußt, geduldig und großzügig in Verhandlungen einzusteigen, und zu Versprechungen auch zu stehen. (Wobei ich nicht vergesse, daß jede Abmachung mit den Palästinensern wertlos ist, solange Iran noch gegen uns bewaffnet, hetzt und aufrüstet. Auch das wird wohl gleich in der Knesset zur Sprache kommen.)

Ich konnte nicht widerstehen…

Abbitte Mai 14, 2008, 22:29

Posted by Lila in Presseschau.
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Nachdem die ZEIT uns letzthin geradezu durch ein Fantasialand intellektuell verhüllter oder offen geäußerter Israel-Feindlichkeit geschickt hat (unbestrittener “Höhe”punkt der unsägliche Ilan Pappe, naiv Geffen, klug und nicht feindselig Sarid, ermüdend Zuckerman… ), dachte ich heute bei der Lektüre von Judith Butlers unappetitlich selbstgerechtem Stücklein schon, was ich nur ganz selten denke: “verdammte arrogante Intellektuelle, verdammter akademischer Elfenbeinturm, verdammter kritisch verblümter jüdischer Selbsthaß!!!” und schloß mit meinem Milieu ab, voll Ingrimm.

Doch ein verdammt arroganter Intellektueller hat sich auf die Seiten der ZEIT verirrt wie ein Stachelschwein ins Fantasialand. Dan Shueftan sagt´s, wie´s ist. Es ist nicht schön, es ist nicht angenehm, es ist nicht hoffnungsfroh, es ist nicht bunt und postmodern und ein echter Israel-Kritiker wird es nur mit Schaudern lesen. Ich denke, schon bald wird sich die Leserbriefseite mit dem bekannten Geifer füllen, vor allem, da ja Pappe, Butler und andere schöne neue Vokabeln im Kampf gegen das expansionistische Apartheidsregime namens Israel geliefert haben.

Dan Shueftan weiß, wovon er spricht. Er unterrichtet arabische Studenten, die wild mit ihm diskutieren und aus unerfindlichen Gründen sehr gern in seine Kurse kommen. (Was sehr für sie spricht! und auch für Dan). Er kanzelt deutsche Journalisten ab, bis sie ihm gern eine runterhauen würden (verständlich, ich laß mich auch ungern so unverhohlen belehren). Sein direkter Vorgesetzter ist Araber (was für die Uni spricht). Aber seine Darstellung Israels entspricht meiner Erfahrung.

Menschen, die mehr oder weniger knapp Verfolgung und Tod entronnen sind und sich nicht etwa einen starken Führer unterworfen haben, sondern sich vertrackt labile, demokratische Regierungen gewählt haben. Menschen, die sich langsam damit abfinden, daß trotz aller Besessenheit mit Frieden dieser eine Schimäre ist, die außer uns niemand in der Region wünscht oder anstrebt. (Jedes kleine Kind antwortet hier auf die Frage, was es sich am meisten wünscht, SHALOM). Israelis sind keine blutrünstigen, “systematisch tötenden” Menschen.

Ich bin nicht so hart wie Dan Shueftan (Shiftan), ich finde die Aussicht, noch generationenlang wie in einer belagerten Zitadelle auszuharren, ohne offene Grenzen, ohne Einkaufen im Nachbarland, ohne Autos mit fremden Kennzeichen auf unseren Straßen… einfach nur beklemmend und traurig. Aber es kann gut sein, daß er Recht hat, und daß der Tagesordnungspunkt “Vernichtung Israels” in absehbarer Zeit nicht von der arabischen Welt abgehakt wird. Im Gegenteil, es könnte noch schlimmer kommen, melach maim und gute Gesundheit für Mubarak!

Wenn Ihr mich fragt, in welchem Text ich Israel wiedererkenne, das Land, in dem ich nun seit 20 Jahren lebe, bei Ilan Pappe oder Judith Butler oder Yossi Sarid oder Dan Shiftan, würde ich sagen: eindeutig bei letzteren. Allen beiden. Israelis sagen viel eher achselzuckend “ein breira”, wir haben keine Wahl, als “denen zeigen wirs”. (Übrigens war die Frau, die Butler interviewt hat, mit recht guten Fragen gerüstet.)

Also, ich leiste der ZEIT Abbitte. Dan sticht Ilan.

Na endlich Mai 14, 2008, 21:14

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Das hätten wir viel öfter machen sollen: eine Beschwerde bei der UNO über den Beschuß des Einkaufszentrums in Ashkelon. Eigentlich hätten wir jeden anderen Angriff ebenso beantworten sollen - schließlich handelt es sich dabei jedesmal und ausnahmslos um ungezielte Angriffe auf rein zivile Ziele. Aber besser spät als nie. Ich sage ja, wir haben nicht genug Lärm gemacht, die Raketen fallen seit Jahr und Tag, ohne daß jemand davon Notiz nimmt (die Leser meines Blogs natürlich ausgenommen).

Natürlich entbindet das die Regierung nicht von der Verantwortung für das Wohl ihrer Bürger. Aber ich gönne der UNO die Peinlichkeit, daß sie mal jemand anders verurteilen müssen. (Obwohl ich mich keiner Illusion hingebe, da wird natürlich keine Verurteilung der Hamas draus.) (Ich würde mich freuen, wenn ich Unrecht hätte, aber es reicht ein Blick auf die UNO-Mitgliederstaaten, um zu begreifen, daß WIR am Ende die Verurteilung kassieren werden.)

Empfang für Bush Mai 14, 2008, 17:16

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Eine Minute vor sechs - ich schalte den Fernseher ein, um mich an Shimon Peres´ Party zu ergötzen. Das kollektiv durch Katzav in seinem Stolz verwundete israelische Ego freut sich ja am Anblick eines allseits respektierten und beliebten Präsidenten.

Bush und Olmert saßen wohl gerade zusammen und redeten über die Hamas, wollten sich zum nächsten Termin aufmachen, da fiel in Ashkelon (einer großen Stadt im Süden, wo zB der Strom für Gaza erzeugt wird) eine Grad-Rakete auf ein Einkaufszentrum. In die oberste Etage, wo Arztpraxen liegen.

Keiner weiß genau, was dort vorgeht, es ist wohl ein Tei der oberen Etage eingestürzt. Ein Augenzeuge sah ein schwerverletztes kleines Mädchen und ihre Mutter. Zwei kleine Kinder sind leicht verletzt. Gott sei Dank, keine Todesopfer, bli ayn ha rah. Viele Leichtverletzte und Menschen unter Schock.

Hamas hat versprochen, Bush einen lauten Empfang zu bereiten. Sie haben ihr Wort gehalten. Die Rakete wurde übrigens von den Ruinen der ehemaligen Siedlung Dugit abgeschossen - einer Siedlung, die ich mal erwähnt habe, weil es dort eine Gruppe Fischer gab, Juden und Araber, die sich über alle Grenzen hinweg gut verstanden, weil sie alle verrückt waren nach dem Meer. Die haben sich damals traurig voneinander verabschiedet, und ich bin sicher, hätten diese Fischer Dugit übernommen, wäre heute keine Rakete von dort geflogen. (Die Doku kann man bei Youtube angucken.)

Wir alle haben die Fischer im Stich gelassen, und die Menschen im Süden auch.

Später: die ersten Bilder sind schrecklich. Sowas nennt man Krieg. Wer greift so gezielt Zivilisten an? Was sind das für Menschen, die eine Kinderarztpraxis beschießen? Ich bin fassungslos.

Noch später: Glück im Unglück gehabt. Es hätte viel schlimmer ausgehen können, meint der Verantwortliche vom Roten Davidstern, der bei der Erstversorgung dabei war. Die Rakete schlug in einer Klinik für Mutter und Kind ein. Shomer Israel war wachsam.

Y. meinte übrigens, als er nach Hause kam und die Bilder im Fernsehen sah, daß das ein ganz schön großes Loch ist für eine Grad. Ich wäre nicht überrascht, meint er, wenn sich herausstellt, daß das ein kräftigeres Modell war. Die Jungens von der Hamas sind kreativ und fleißig wohl nur, wenn es ums Feilen an ihrem Waffenarsenal geht.

Frage an die Leser Mai 14, 2008, 14:14

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Interessiert mich einfach mal. Ich wüßte gern, was würde jeder von Euch an Israels Stelle mit der Hamas machen, mit dem Gazastreifen? Verhandeln, angreifen, blockieren, den Raketenbeschuß ertragen? Zu welchen diplomatischen, militärischen, wirtschaftlichen und anderen Mitteln würdet Ihr greifen?

Ich fühle mich nur ungern so ratlos. Also, legt los. Bitte. Ruth, Du hast diese Frage inspiriert, Du mußt unbedingt antworten :P

Schade Mai 14, 2008, 10:40

Posted by Lila in Land und Leute.
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Das sieht man ungern: Geschäftsleute, die ihren Laden zumachen müssen, weil niemand mehr in der Stadt einkauft, sondern sich alles in Einkaufszentren verlagert.

Ich habe mein Kunstpädagogik-Studium in Tivon absolviert, einem hübschen mittelgroßen Städtchen zwischen dem Kibbuz und Haifa. Der Stadtkern ist überschaubar und voll mit Studenten, kleinen Geschäften und Cafes. Meine Freundinnen und ich waren Stammkundinnen im größten und bestsortierten Laden für Kunstbedarf der ganzen Gegend. Wir haben dort alles gekauft, was wir brauchten. Das Besitzer-Ehepaar kannte uns alle, beide waren immer sehr nett, sie mit schwerem amerikanischem Akzent. Sie wich immer gern ins Englische aus, was ich immer gern hatte. Beide kannten sich richtig gut aus, sie hatten immer einen Tip und konnten für jede Technik, jedes Material jede Frage beantworten.

Der Laden zog ein paarmal um. In den letzten Jahren war ich seltener in Tivon, seit ich an der PH weder studiere noch unterrichte. Wir haben zwar Familie da, aber ich habe Material für Kunst und Handarbeiten oft in Haifa gekauft. Im Winter waren wir mit den Mädchen noch mal im Laden in Tivon, da haben unsere Töchter voll zugeschlagen, weil der Schmuckfimmel ausgebrochen war. (Wochenlang lagen überall kleine Perlchen in den Ecken rum - und die Mädchen haben genügend Schmuck hergestellt, um einen kleinen Laden aufzumachen, was sie auch fest vorhaben! Tertia hat unglaublich geschickte Hände.) Die Tochter der Ladenbesitzer, vielleicht 17 oder 18, hat den beiden bei der Auswahl geholfen. Uns fiel aber auf, daß das neue Ladenlokal etwas abgelegen lag. Und es war recht leer.

Bei unserem letzten Besuch vor einem Monat, als ich für ein Baby-Projekt Häkelwolle einkaufte (ja, ja, meine liebste Freundin ist schwanger! tfu tfu tfu), war die Atmosphäre im Laden etwas beklemmend. Es war ganz leer. Alles sah etwas vernachlässigt aus. Vieles war runtergesetzt, alle möglichen Rabatte und Aktionen - als legten sie es drauf an, daß der Laden leergekauft wird. Man sah, daß manche Regale halbleer waren. Wir hatten ein ganz mieses Gefühl.

Heute wollte ich dort noch einen Strang Wolle kaufen, denn um die fertige Decke muß noch ein Abschluß von festen Maschen. Keine Überraschung: der Laden war offen, aber komplett leer. Kein einziger Strang Babywolle mehr zu finden. Die Besitzerin mit resigniertem Gesicht, ich wollte keine Fragen stellen. Ja, sie fangen etwas anderes. Ich habe nicht gefragt, ob sie den Laden verlegen - wäre das der Fall, hätte sie mir bestimmt eine Visitenkarte mit der neuen Anschrift gegeben. Vielleicht gibt es weniger Studenten in meinem alten Kunstinstitut? Vielleicht war die Konkurrenz zu stark?

Ich habe hohen Respekt vor Geschäftsleuten, vor dem Risiko, das sie eingehen müssen, vor ihrer Identifikation mit dem Laden. Es tut mir leid, wenn sie zumachen, aus welchem Grund auch immer, es muß sehr schwierig sein. Es tut mir auch leid, daß die Innenstädte sich leeren, die Einkaufszentren sich füllen. Und ich habe keine Ahnung, wo ich jetzt einen Strang weißer Wolle von diesem israelischen Fabrikat auftreiben kann…

Noch ein Döneken Mai 14, 2008, 7:16

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von Quarta, aber nur für Ivrit-Versteher.

Sie hat zu Pessach das schöne alte Lied “echad mit yodea?” mitgesungen. Das Lied beruht auf dem Laurenzia-liebe-Laurenzia-mein-Prinzip, wo man im Refrain immer alles wiederholt, was man vorher gesungen hat. Das Lied geht alle Zahlen durch, von eins bis dreizehn, mit ihren jüdischen Assoziationen. Fünf Bücher Mose, vier Erzmütter, drei Erzväter, zwei Gebotstafeln, ein Gott. Die letzte Zeile ist immer “eins - unser Gott, im Himmel und auf der Erde” - “echad eloheinu, she-ba-shamaiim u-va-aretz”. (Unerschrockene können bei Youtube ganz viele Familien finden, die Echad mi yodea singen).

Quarta aber sang “esh ba-shamaiim u-va-aretz”. “Esh-ba-shamaiim” ist aus einem populären Schlager… und da der Refrain dreizehnmal aus voller Kehle gesungen wird, klang das sehr süß. Niemand hatte das Herz, sie zu verbessern.

Habe ich jetzt jemanden den Tag ruiniert, weil sein Hirn ihm pausenlos Laurenzia dudelt? Tut mir leid……

Später: da fällt mir doch noch eine Pessach-Geschichte ein. Man stellt ja einen Stuhl und ein Glas für den Propheten Elia hin, auf Ivrit heißt der Eliahu-ha-navie. Primus nannte ihn Eliahu-anavim, Elia-Weintrauben. Schien ihm logisch, weil der Wein ja aus Weintrauben gemacht wird.

Und als Tertia gefragt wurde, was sie über den Propheten Elia weiß, antwortete sie: das ist ein durchsichtiger Mann… (ish shakuf).

Ich habe die Aussprüche der Kinder über die Jahre immer auf dem Familienkalender notiert. Da hab ich eine ganze Sammlung von. Ach, die Kinder!

Nachrichtengucken mit Quarta Mai 14, 2008, 6:21

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Ich stelle die Morgennachrichten nur an, wenn ich unruhig bin, und heute war so ein Tag. Während ich Quarta Zöpfe mache, jeden Tag auf Bestellung, sehen wir die Morgennachrichten um sieben.

Sie eröffnen mit Olmerts neuem Skandal (ha-parasha ha-chadasha shel Olmert), berichten über die neusten Ermittlungen. Dann geht es zu Peres´ großer Party (Vorsicht, der Link tröötet), wo Olmert eine Rede hält und was von den Palästinensern tönt und was er alles erreicht hat und erreichen wird. Quarta schnappt nach Luft. “Mama, der ist aber frech!”, und dann gedankenvoll, “ich glaube, das ist der schlechteste Premierminister, den wir je hatten”.

In den internationalen Items erscheint Hillary Clinton in einem schreienden lachsrosa Jacket und flirtet mit den Wählern West-Virginias, die ihr soeben einen bedeutungslosen Sieg serviert haben. Quartas Kommentar: “die wird nicht Präsidentin, die macht ja viel zu viele Witze”. Sie mag es nicht, wenn Erwachsene Späße machen, außer ihrem Papa.

Es ist wirklich ein Vergnügen, mit ihr Nachrichten zu gucken, sie hat zu allem was zu sagen. Leider kann ich mir nicht alles merken. Dann nimmt sie ihren Ranzen und zischt ab.

Zwei Kommentare aus Ynet Mai 13, 2008, 20:55

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Der eine stellt die Frage: wie sollen wir mit dem Hamas-Regime umgehen? So eine richtige Antwort gibt er auch nicht, er meint nur, daß wir schwachsinnig sind, die Leute, die uns mit Vernichtung bedrohen und mit Raketen überziehen, auch noch mit Lebensmitteln, Strom und Treibstoff zu versorgen. Das mag stimmen, theoretisch. Es ist auch wahr, daß die Briten im zweiten Weltkrieg keine Lebensmittel an die Deutschen geliefert haben, während Deutsche auf sie schießen. Das Problem ist aber, daß kein offizieller Krieg zwischen uns und dem Gazastreifen herrscht. Wieder mal die ewige alte Falle. Der Gazastreifen ist kein Staat und wir können ihn nicht einfach als kriegsführende Partei behandeln.

Auch wenn vor der Räumung der Siedlungen im Gazastreifen das Argument gebraucht wurde: wir werden nicht mehr für den Gazastreifen zuständig sein und ihn wie einen Feind behandeln. Ich habe Sharons Worte noch im Ohr: wenn die erste Rakete fliegt, wird unsere Reaktion fürchterlich sein! Ein heiseres Kichern begleitet das Echo dieser Worte, wenn man sie heute bedenkt - die erste Qassam flog, und nach ihr Tausende von anderen. Wir haben diese Woche zwei Menschen begraben. Tommy Kdoshim war Familienvater, Shula Katz eine Großmutter, die vor den Augen ihres Sohnes von der Rakete getötet wurde - auf dem Weg von ihrem Auto zum Haus ihrer Verwandten.

Wir lassen uns das absurderweise weiter gefallen, vielleicht aus Angst vor den internationalen Stimmen, denen Jimmy und Shula egal sind, ihre Mörder aber leidtun. Oder die Nachbarn der Mörder, in deren Vorgarten die Raketen abgeschossen werden.

Man sollte meinen, die Wahrheit sollte sich durchsetzen, aber leider können wir uns nicht darauf verlassen. Und wir sind nicht imstande, den Palästinensern NICHT zu helfen. Ich glaube, die israelische Regierung wird immer die Grenzübergängen wieder öffnen und die LKWs schicken. Wir können die Bevölkerung dort nicht verhungern lassen. Selbst wenn wir die Moral mal aus der Gleichung rauslassen - ich glaube nicht, daß die Bewohner des Gazastreifens sich hungernd gegen die Hamas stellen würden. Sie würden uns nur noch heftiger hassen. Die Hamas schiebt eh alles auf uns, und die Gehirnwäsche ist zu weit fortgeschritten.

Der Autor schlägt die folgende Taktik vor:

If it wishes to, this government could mitigate the siege by handing over Qassams in exchange for food. On the other hand, we must not continue the absurd situation of Qassams fired in Sderot in exchange for food to Gaza. In other words: The humanitarian gestures will only be granted in exchange for handing over of enemy weapons to the IDF and an end to arms “smuggling,” which is in fact free supply of weapons from the Egyptian side.

Das Witzige dabei ist, daß dieselben Ägypter, aus deren Gebiet die Waffen geschmuggelt werden, die Tommy und Shula getötet haben, nun an einem Waffenstillstand basteln. Man braucht nicht viel im Nahen Osten, um sich wie auf einer Achterbahn zu fühlen.

Der andere Artikel gibt eine kleine Nachhilfestunde in der Geschichte des Nahen Ostens, um die Fassung “europäische Juden haben sich widerrechtlich Land anggeignet, mit dem sie nichts zu schaffen hatten” zu widerlegen. Es sind natürlich nur wirklich Ahnungslose, die tatsächlich nicht wissen oder nicht zu wissen vorgeben, was die Juden hier zu suchen haben.

Not far from there, in [...] Jerusalem, you can find the Shiloach inscription, made by the slaves of Judean King Hezekiah. Just like any other Israeli, I can read it easily because, wonder of wonders, it’s written in the Hebrew language. There you go, Hezekiah and I are linked through culture, religion, and language, despite the 2,700 years separating us. [...]

And even if you turn the entire Temple Mount into dust, you won’t be able to find even one inscription written in Arabic that dates back to the period before 638 A.D. – the year of the Muslim conquest of the land of Israel. Yes , Muslim conquest, I’m not confused – 1,600 years after David, the King of Israel, was at the throne.

Trotzdem reicht es nicht, nur die Geschichte zu zitieren - man kann ja immer noch weiter zurückgehen, und auch die Juden sind irgendwann mal in Kanaan angekommen. (Nur daß damals hier eben keine Palästinenser lebten, auch wenn manche naiven Israelhasser das bestimmt glauben….). Aber interessant ist es auf jeden Fall, und es erklärt auch, wie es kommt, daß die Juden dieses Land so lieben und es als Heimat empfinden. Und wieso Archäologie hier so faszinierend ist.

(Wann ich mal wieder was Persönlicheres schreibe? Ja ich weiß nicht. Die Muse küßt mich nicht, und es gibt auch nichts Neues…. )

Weit hergeholt? Mai 13, 2008, 17:45

Posted by Lila in Land und Leute.
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Wer eine Vorliebe für skurrile Geschichten hat, kann hier eine nachlesen.  Im Mittelpunkt: ein krebskranker Palästinenser aus dem Gazastreifen und seine Entschlossenheit, sich in Israel behandeln zu lassen.

Späte Einsicht Mai 13, 2008, 17:24

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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Ich weiß, daß die Christen im Libanon einen schweren Stand haben und aus Angst oft nicht sagen können, was sie denken. Nicht umsonst haben wir ja hier eine kleine Gemeinde maronitischer Christen, die aus dem Libanon nach Israel geflohen sind.

Aber trotzdem muß ich heftig schlucken, wenn ich diese Sätze im Interview des SPon mit Nayla Mouawad, einer libanesischen Politikerin, lese.

SPIEGEL ONLINE: Offiziell drehte sich der Streit um das militärische Kommunikationssystem der Miliz. Hat dieses Telefonnetz, das der Hisbollah im Kampf gegen Israel dienen soll, den Staat bedroht?

Moawad: Anfangs war es tatsächlich ein Telefonnetz für den libanesischen Widerstand gegen Israel; es verband den Südlibanon mit Beirut.

Wofür bitte war das Telefonnetz gut, nachdem sich Israel im Jahr 2000 aus dem Südlibanon zurückgezogen hatte? Hat sie sich das mal gefragt? Oder reicht es zu sagen, “das dient dem Widerstand gegen den zionistischen Feind”, und schon ist alles paletti?

SPIEGEL ONLINE: Bisher hat die Regierung den Widerstand der Hisbollah gegen Israel doch offiziell unterstützt.

Moawad: Auf den Widerstand der Hisbollah gegen Israel waren alle Libanesen stolz. Jetzt aber ist die Maske der Hisbollah gefallen. Sie ist nur noch eine gewöhnliche Miliz: Denn sie setzt die Waffen, mit denen sie den Israelis entgegentreten soll, gegen libanesische Bürger ein.

Ja, sehr stolz wart ihr auf den wunderbaren Widerstand der Hisbollah gegen den südlichen Nachbarn. Ihr habt sie nicht davon abgehalten, unsere Dörfer zu beschießen, auf unser Staatsgebiet zu kommen und unsere Soldaten zu töten oder zu kidnappen. Ihr habt schön stillgehalten, weil ihr dachtet, die Hisbollah macht für euch die dreckige Arbeit. So groß ist der Haß gegen Israel. Schon mal das Märchen vom Geist in der Flasche gelesen?

SPIEGEL ONLINE: Will die Hisbollah einen neuen libanesischen Bürgerkrieg?

Moawad: Das ist kein Kampf zwischen den Religionsgruppen. Es ist ein versuchter Staatsstreich gegen die demokratische, pluralistische und freiheitliche Struktur des Landes. Die Hisbollah will dem Libanon ihre Ideologie aufzwingen. Eine extremistische, theokratische Ideologie, die aus Iran stammt und später vom Libanon aus der gesamten arabischen Welt aufgezwungen werden soll.

Zu sowas sagen wir, boker tov Efraim, guten Morgen, Ephraim. Gut geschlafen? Wir haben mit allen Mitteln während des Kriegs versucht, Kontakt zu Libanesen zu bekommen, die nicht in einer Linie mit der Hisbollah leigen. Wir haben gebloggt, Artikel geschrieben, es gab Sendungen mit Liveschaltungen im Fernsehen, Gillerman hat die libanesische Regierung in bewegten Worten beschworen, sich nicht von Hisbollah instrumentalisieren zu lassen.

Es hat nichts geholfen. Richtig, es gibt auch immer wieder in libanesischen Blogs klarsichtige Stimmen, hier zum Beispiel, anläßliche eines Manövers unserer Armee im Norden.

Resigned Foreign Minister Fawzi Salloukh said Sunday Israel’s major missile attack drill was in violation of international law.

“Any maneuver along the border of any country is tantamount to war against that country,” Salloukh told reporters in south Lebanon.

Was this Mr. Salloukh’s position in the summer of 2006? I wonder.

I wonder how long we have to hate them (the guys to the south. the guys to the east. the guys in the next neighborhood that dress a bit differently than us). I wonder how long it will take for us to grow up. I wonder when we’ll start bringing back politicians that care about the public good a bit more than their secret (and not so secret) agendas.

I wonder when we’ll stop giving a shit when another country does something that has absolutely no effect on life in Tripoli, Beirut, Sidon, Tyre and the border villages.

I wonder when guns will belong only to an army. So that they too can flex their muscles at the border. And Mr. Salloukh, and many like him, will change their stances and think that it is their absolute right to defend themselves. Because they are the strong ones who declare when war is war isn’t war.

Aber die libanesische Regierung, die offiziellen Medien haben sich im Sommer 2006 mit der Hisbollah identifiziert. Der Haß auf Israel ist zu groß.

Am Ende wird man uns noch den Schwarzen Peter zuschieben, daß wir die Hisbollah nicht vernichtend besiegt haben (obwohl man weiß Gott nicht sagen kann, die Hisbollah hätte gewonnen - und wenn sie sich hundertmal prahlerisch zum Sieger ausruft, die Hisbollah hat schwere Verluste erlitten und sich ohne die Hilfe der UNIFIL nicht so schnell wiederbewaffnen können). Wir haben nicht mit voller Kraft zugeschlagen, aus Rücksicht auf dieselben Zivilisten, die jetzt von der Hisbollah tyrannisiert werden und vor ihr schlottern. Denn die Hisbollah ist nicht so nett, mit Flugblättern zu warnen, bevor sie in Wohngegenden kämpft.

Schämen sich manche Libanesen, manche hitzköpfigen deutschen Parteigänger der Hisbollah heute nicht ein bißchen?

Zum Beispiel die Leserin, die mir diesen Kommentar hinterließ:

Ich verstehe inzwischen den Hass auf Israel - so leid es mir tut. Die Führung Israels tut aber auch alles, um ihn zu schüren. Immer schon. Man macht immer wieder die gleichen Fehler, ignoriert die verheerenden Folgen für sich selbst, die man in die Köpfe der Attakierten - ja, der gesamten arabischen Welt - pflanzt, kennt nur Gewalt als Konfliktlösung, sperrt sich arrogant gegen Gespräche und Diplomatie - mit der Begründung, man rede nicht mit Terroristen. Dabei ist Israel in der Region - bewaffnet bis an die Zähne und allzeit bereit zu Gewalt, zum Töten, zum Unterdrücken, Ab- und Ausgrenzen und Beherrschen, dort der größte Terrorist!

Vermutlich hat sie bis heute nicht kapiert, wieso Israel gegen die Hisbollah reagieren mußte. Daß es im Falle eines casus belli nicht gut tut, den Stellvertreter des größten Bully der Nachbarschaft zu beschwichtigen. Wie wir es viel zu oft getan haben. Als ob die Hisbollah mit uns würde reden wollen! Als ob es an Israels Arroganz läge!

Ich erinnere mich an manchen Eintrag mitten im Krieg, an die Berichterstattung in Deutschland, die so sicher war, wer der Aggressor ist, wer das arme Opfer. So sicher wie meine Kommentatorin.

Aber zurück in die Gegenwart - der Clou ist, daß diese libanensische Politikerin sich nun beklagt.

SPIEGEL ONLINE: Wenn Iran tatsächlich versuchen würde, dem westlich orientierten Libanon seinen Willen aufzuzwingen, müsste der Westen Ihnen doch zu Hilfe kommen?

Moawad: Die internationale Gemeinschaft hat diesen Staatsstreich mit betont lautem Schweigen kommentiert. Das ist erschreckend, denn der Libanon ist als Geisel genommen worden. Wir sind enttäuscht von den Europäern.

Ihr seid enttäuscht von den Europäern? Ihr habt in Europa die Geschichte so dargestellt, daß Israel der Bösewicht ist, der gestoppt werden muß, und schluchzt nun, daß die Hisbollah daraus Gewinn schlägt? Leutchen, wir wollten Euch helfen, habt ihr das damals nicht kapiert?

Auf die Arabische Liga ist sie natürlich nicht sauer, obwohl die gerade beschlossen hat, die Hisbollah nicht zu verurteilen.

The Arab League eventually decided that it would try to mediate between the rival factions in Lebanon but did not condemn Hizbullah.

Vielleicht weiß Moawad ja, daß Schuldkomplex-Spielchen auf die Arabische Liga keinen großen Eindruck machen.

SPIEGEL ONLINE: Was fordern Sie?

Moawad: Wir wollen endlich härtere Sanktionen gegen Syrien, den zweiten Hintermann der Hisbollah. Ohne Syrien könnte Iran niemals solche Mengen an Waffen an die Hisbollah liefern. Ohne Syriens Logistik hätte die Hisbollah nie zum Staat im Staat werden können.

Schöner und schöner! Mädel, das sagen wir seit JAHREN. In Deutschland heißt es dann, daß Israel die USA an der Nase führt wie einen Bullen zur Kuh, und daß die Syrer ebenso schuldlos sind wie Saddam Hussein - es ist wirklich genug, einen an der Welt verzweifeln zu lassen!

Ich frage mich ja schon im Stillen, ob Ulrike Putz oder wie sie heißt, die das Interview geführt hat, sich mal die Parallelen zu den Helden imt den Qassamraketen im Gazastreifen überlegt hat. Auch die nehmen eine Bevölkerung als Geisel - als willige Geisel, aber doch als Geisel und kamerawirksames Menschenopfer. Vielleicht geht sie mal in sich und fragt sich, ob Israel der Menschheit nicht einen Gefallen tut, wenn wir als einzige gegen diese Sorte “Freiheitskämpfer” und “Widerständler” vorgehen.

Und jetzt? We geht es weiter im Libanoni? Jetzt ist es zu spät. Jetzt kann sich die libanesische Politikerin mal fragen, ob es nicht sinnvoller gewesen wäre, mit uns gemeinsam gegen die Hisbollah zu kämpfen. Dann wäre sie nämlich nie so stark geworden.

Es ist doch überall dasselbe Elend. Ehrlich, zum Kotzen. Einfach nur zum Kotzen.

Eine Tote Mai 12, 2008, 18:49

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durch eine Qassam-Rakete. Heute früh sind zwei Raketen neben einer Schule gefallen, kurz bevor die Schüler kamen. Dieser Beschuß muß einfach aufhören. Die arme Frau, ihre Familie. Ich weiß noch keine Einzelheiten. Aber es ist so bedrückend, diese ewigen Raketen auf Zivilisten. Und Gilad Shalit sitzt immer noch dort fest.

Weitere Links, ungeordnet Mai 11, 2008, 22:33

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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Alles Sachen, die mir letzthin ins Auge gefallen sind.

Mona Charen (via Israel Matzav) über die Flüchtlingsfrage. Ein interessanter Artikel über den großen Unterschied zwischen den historischen Tatsachen und der Verleumdung, die die Erinnerung an dei Tatsachen leider längst verdrängt hat.

Even now, even after triumphing over so much adversity in its all-too-eventful first 60 years, Israel is not considered a normal country. The campaign of deligitimization launched by its enemies has succeeded to a tremendous degree in persuading ordinary people that Israel was conceived in sin. That sin was the dispossession of the Palestinians, the rightful inhabitants of the land now called Israel. Second only to the claim that Iran seeks nuclear power for peaceful purposes, this is the most sinister lie in circulation.

Ebenfalls bei Israel Matzav habe ich einen Link zu einem Artikel gefunden, der der Entstehung und Verwendung des Begriffs Naqba nachgeht. Vielleicht für fortgeschrittene Nahost-Freaks… aber für die dann wirklich aufschlußreich.

The term was not invented in 1948 but rather in 1920. And it was coined not because of Palestinians suddenly getting nationalistic but because Arabs living in Palestine regarded themselves as Syrian and were enraged at being cut off from their Syrian homeland.

The bulk of the Palestinian Arabs had in fact migrated to Palestine from Syria and Lebanon during the previous two generations, largely to benefit from the improving conditions and job opportunities afforded by Zionist immigration and capital flowing into the area. In 1920, both sets of Syrian Arabs, those in Syria and those in Palestine, rioted violently and murderously.

Before World War I, the entire Levant – including what is now Israel, the “occupied territories,” Jordan, Lebanon and Syria – was comprised of Ottoman Turkish colonies. When Allied forces drove the Turks out of the Levant, the two main powers, Britain and France, divided the spoils between them. Britain got Palestine, including what is now Jordan, while France got Lebanon and Syria.

The problem was that the Palestinian Arabs saw themselves as Syrians and were seen as such by other Syrians. The Palestinian Arabs were enraged that an artificial barrier was being erected within their Syrian homeland by the infidel colonial powers – one that would divide northern Syrian Arabs from southern Syrian Arabs, the latter being those who were later misnamed “Palestinians.”

Interessante und weithin unbekannte Aspekte der Geschichte des kleinen Stückchens Land, um das sich alle balgen, und seiner Einwohner.

Obwohl es sich beim Begriff Naqba und den des palästinensischen Volks um erst in den letzten Jahrzehnten entstandene Gebilde handelt, würde ich den Palästinensern das Recht auf einen eigenen Staat nicht absprechen. So neu dieses Konstrukt auch ist, es existiert: das Gefühl der Palästinenser, eine ethnische Einheit zu sein und ein gemeinsames Schicksal zu haben. So entsteht eine Nation.

Ich wünsche den Palästinensern aber wirklich, daß sie diesen Begriff einer Nation mit Inhalt füllen, AUSSER der Feindschaft zu Israel, Kampf, Blut und Leid. Eine nationale Identität besteht aus vielen Teilchen, aus Kunst, Literatur, Tradition, allen möglichen kleinen, intimen Kennzeichen, an denen sich die Menschen erkennen. Bei allen kulturellen Erzeugnissen palästinensischer Araber, die mir gerade einfallen, geht es um den Feind, um den Kampf. Immer spukt irgendwo der Schatten Israels herum.

Und das halte ich für ungesund. Als würde sich ein Mensch sein Leben lang nur über die Gegnerschaft zu seinem Feind definieren und nie irgendwelche Interessen entwickeln, die mit dieser Feindschaft nichts zu tun haben. Vielleicht gibt es ja in ein paar Jahrzehnten kritische Historiker an palästinensischen Universitäten, die die verschiedenen Bedeutungen des Begriffs Naqba und ihren Gebrauch erforschen?

Bei Shrink Wrapped habe ich einen Link zu einem Artikel gefunden, der zwei Staaten vergleicht, die aus dem britischen Reich geschnitzt wurden:

Two religiously-identified new states emerged from the shards of the British empire in the aftermath of World War II. Israel, of course, was one; the other was Pakistan.

They make an interesting, if infrequently-compared pair. Pakistan’s experience with widespread poverty, near-constant internal turmoil, and external tensions, culminating in its current status as near-rogue state, suggests the perils that Israel avoided, with its stable, liberal political culture, dynamic economy, cutting-edge high-tech sector, lively culture, and impressive social cohesion.

Natürlich ist der Vergleich zwischen Pakistan und Israel heute etwas unfair und der Abstand sehr groß. Ich wäre nie auf die Idee gekommen, daß das was zu vergleichen wäre. Aber so abstrus ist das eigentlich gar nicht. Ich weiß einfach nicht genug über die Hintergründe der Entstehung Pakistans. Man lernt nie aus. Hier ist der Link zum Vergleich.

Ich stimme ihm zu, wenn er den Konflitk zwischen Israel und den Palästinensern einordnet:

The Middle East’s deep and wide political sickness points to the error of seeing the Arab-Israeli conflict as the motor force behind its problems. More sensible is to see Israel’s plight as the result of the region’s toxic politics. Blaming the Middle East’s autocracy, radicalism, and violence on Israel is like blaming the diligent school child for the gangs. Conversely, resolving the Arab-Israeli conflict means only solving that conflict, not fixing the region.

Der Irrglaube, daß die Gründung des Staats Israel oder irgendeine Handlung Israels den gesamten Nahen Osten ins Unglück stürzt, und man nur diesen Fehler rückgängig machen müßte, um weltweiten Frieden zu stiften - der ist weitverbreitet, aber er hat mich immer schon gewundert. Wenn nur alles so einfach wäre!

Im Libanon zum Beispiel spielt sich ein Kampf ab, mit dem wir nichts zu tun haben. Ebensowenig wie mit den Konflikten in Ägypten oder anderen arabischen Ländern, wo sich westlich-weltlich orientierte Regierungen oder Oberschichten gegen den Islamismus zur Wehr setzen. Die einzige Verbindung zu Israel ist die brutale Instrumentalisierung unserer Existenz, um die feindlichen Lager oberflächlich zu vereinigen, und am besten dann gemeinsam gegen Israel vorgehen. Wir können immer in solche Konflikte reingezogen werden, auch wenn wir nicht im geringsten daran interessiert sind.

Der Gazastreifen ist ein weiteres Beispiel, so gern wir die Hamas los wären, sie hört einfach nicht auf mit ihrer obsessiven Raketenschießerei… und er zeigt auch, wie schwierig solche Lagen sind. Egal was wir tun und wie wir reagieren - es gibt keine gleichzeitig moralisch vertretbare und wirksame Reaktion. Man setzt in jedem Fall Menschenleben aufs Spiel. Unsere oder die der anderen Seite oder beide.

Wirklich wie Ei und Henne? Mai 11, 2008, 15:55

Posted by Lila in Uncategorized.
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Ich lese und höre ja immer wieder, daß der Nahostkonflikt Beobachter an die Frage von Ei und Henne erinnert. Nun, das sind nun mal alles Verrückte, die zanken sich ohne Ende, keiner weiß mehr, wer angefangen hat, und am besten sollte man die einfach alleinlassen, bis einer dem anderen die Gurgel rumdreht. (Ich hab keine Lust, eine statistische Untersuchung anzustellen, aber in SPon-Foren zu dem Thema finden sich endlose Variationen dieser Stoßseufzer, deren Schreiber sich als “ausgewogen” betrachten - schließlich geben sie beiden Teilen gleich viel Schuld, und das bedeutet Ausgewogenheit doch, oder?)

David Bogner von Treppenwitz hat sich der Frage angenommen, was zuerst da war: der Terrorismus oder die Besatzung. Wer ein bißchen Geschichte kennt, weiß die Antwort. Aber wer schnell mit dem Argument bei der Han ist, “die Israelis sollen sich über den Terror nicht wundern, wenn sie seit 40 Jahren das Land der Palästinenser besetzt halten!”, der sollte sich mal ein bißchen Tatsachenwissen anfuttern.

Nein, natürlich will ich damit nicht sagen, daß Israel fleckenlos und rein wie frischgefallener Schnee erstrahlt und jeder Israeli, ob Ministerpräsident, Soldat oder Falafelverkäufer, sich morgens erstmal das Federkleid der Engelsflügel zurechtschüttelt. Israel hat wie jeder andere Staat auch eine ganz normale Menge an Fehlentscheidungen, Mißgriffen und Verstößen gegen Recht und Ordnung auf der Kappe.

Aber den Nahostkonflikt hat Israel nicht zu verantworten. Den haben eindeutig die Araber begonnen, aggressiv begonnen und terroristisch weitergeführt. Die Liste der terroritischen Anschläge ist lang, blutig und grausam. Die meisten davon richteten sich gegen Zivilisten. David listet nur einen Teil der Terrorakte VOR dem Sechstagekrieg auf. Welche Erklärung gibt es dafür?

Übrigens ist auch die Diskussion in den Kommentaren interessant. Die von mir sehr geschätzte Lioness gibt Döneken mit portugiesischen Gesprächspartnern wieder, die vollkommen ahnungslos sind, aber GEGEN Israel. Sie rauft sich die Haare. So schlimm ist es in Deutschland nicht.

(Ich habe Steine im Magen wegen Libanon. Vermutlich fühle ich mich deswegen zu so morbiden Themen hingezogen. Ich geh jetzt mal Nachrichten gucken, mach ich um die Zeit sonst nie.)

Auch wenn ich nicht blogge, Mai 11, 2008, 14:51

Posted by Lila in Uncategorized.
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geht die Sonne auf und unter, eigentlich unverschämt!, und die Qassams fallen weiter.

Heute 21 Qassams. Am Freitag kam ein Mann aus dem Kibbuz Kfar Aza ums Leben. Wir waren bei einer Feier eingeladen, wo ein Teil der Leute den Toten und einen Verletzten kannte.

Ich erinnere daran, damit der täuschende Eindruck der Ruhe sich nicht festsetzt. Natürlich wird es in den deutschen Medien erst wieder erwähnt werden, wenn Israel irgendwann genug hat und zurückschlägt. JEDEN Tag fallen Raketen im Süden, jeden Tag. Der Mann aus Kfar Aza wurde in seinem eigenen Haus Opfer der Rakete. Wie die Menschen dort durchhalten, weiß ich nicht. Neulich kam im eine Reportage über ein kleines Mädchen dort, in Quartas Alter. Sehr traurig. Was tun wir, um ihnen Solidarität zu zeigen? den Beschuß zu stoppen? Nichts, wir sind doch zu weit weg. Sonst würden wir auch dort einkaufen fahren, wie es manche Israelis freitags machen.

Wir sind immer in der Defensive. Wäre diese Situation doch schon beendet, würde die Hamas doch endlich das Feuer einstellen und sich damit abfinden, daß es einen Staat Israel gibt. Aber das wird wohl so schnell nicht passieren. Wenn wir nun auch noch im Norden eine Grenze mit der Hisbollah haben, geht es auch bei uns wieder los. Sollte die Hisbollah wieder nah an der Grenze zu uns sitzen, dann kann man den Leuten dort nur empfehlen, ihre Luftschutzräume tipptopp in Ordnung zu halten. Auch bei uns.

(Bekanntlich ist ja unserer zu weit vom Haus entfernt, um ihn in der erforderlich kurzen Zeit zu erreichen, aber bei uns ist auch nur eine Rakete gefallen während des Kriegs, wir sitzen wohl in einem uninteressanten Winkel. Die Hisbolla hat auf die Raffinerien in der Bucht von Haifa gezielt, auf den Militärflughafen Ramat David. Ich hoffe, es kommt nicht zu einem weiteren Krieg und sie halten sich zurück. Obwohl Nasrallah nie ein Geheimnis daraus gemacht hat, daß er die Waffen, die er besitzt, auch einzusetzen gedenkt. Danke, UN!)

Es ist deprimierend. Immer dasselbe hier, was? Ich weiß, ich weiß, es nervt die Leser, daß es immer dasselbe ist. Glaubt mir mal, mich nervt es auch. Dornröschen würde sich auf die andere Seite drehen und weiterschlafen.

Übrigens: die alte Frau aus Nir Am, die Mutter eines Bekannten aus dem Kibbuz und Oma von Secundus´besten Freundinnen, ist gestorben. Sie ist hier begraben. Die arme alte Frau, der ewige Beschuß hat sie fertiggemacht. Sie hat kein einfaches Leben gehabt. Alles dabei, Shoah, Kriege, dann der Aufbau des Kibbuz, dann jahrelang der tägliche Beschuß. Und sie so tatterig, daß sie nicht zum Bunker rennen konnte.  Ich war traurig, als ich das hörte.