Feiner Besuch März 17, 2008, 23:37
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
Wie mich die Nachrichtensprecher informieren, traf gestern die deutsche Kanzlerit ein, Frau Engela Markäl. Oder Engala Märkal.
Ah. Die Tücken der Schrift, die Vokale wegläßt! Willkommen, giveret-ha-kanzlerit. Ich bin auf die Rede morgen gespannt. Irgendwie habe ich das Gefühl, ihre Kritik an der israelischen Apartheidspolitik wird sich auf ein Minimum beschränken….
(Brauchte ich diese Umfrage, um zu begreifen, daß 70% der Focus-Leser keine Ahnung haben, was Israel eigentlich ist? Vermutlich nicht. Sie fühlen sich bestimmt unheimlich tapfer, daß sie sich nicht den Mund haben verbieten lassen von der zionistischen Weltverschwörung. Diese Verschwörer sind aber auch solche Nichtskönner!!! An deren Untüchtigkeit sollte mal jemand offen Kritik üben.)
Kommentare
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ach, die Focus-Leser sind ganz Tapfer.
denn sie lassen sich nicht von “dominierende Schuldgefühle” unterkriegen wie es der ganz tapfere Ekel Alfred zu sagen pflegt, der als kleiner Jude gedemütigt wurde und heute mal den Kampf um gegenwärtige und zukünftige Demütigung von Juden Tapfer voran treibt.
http://www.taz.de/1/politik/nahost/artikel/1/das-ist-meine-lehre-aus-der-nazizeit/?src=ST&cHash=4a4ce5d4f6
Alfred Grosser zu Merkels Israelreise
“Meine Lehre aus der Nazizeit”
Israel baut eine Mauer und bombardiert Gaza. Morgen besucht Merkel Premier Olmert – und wird kein Wort darüber verlieren. Das ist Feigheit vor dem Freund, sagt Publizist Alfred Grosser.
Oha, aber das ist noch gar nichts. Ich hab doch mal ein Buch gelesen von einem Mann namens Weininger, der hats den Juden aber mal gezeigt!
(außerdem den Frauen und da besonders den Müttern. Seine beißende Beschreibung der dummstolzen Gluckhenne fällt mir ohne besonderen Grund *träller* oft ein!)
Markäls (*hihi) Israelreise ist natürlich auch hier in den Medien sehr präsent. Und so, wie ich das in meinem Freundes- und Bekanntenkreis mitbekomme, sind eigentlich alle, unabhängig von parteipolitischen Präferenzen, sehr angetan!
Vielleicht für den einen oder anderen ja ganz interessant, auf deutsch und hebräisch: “Wie lebst Du in
deinem Land?” Israelische und deutsche Jugendliche zeigen im ZDF-Videoblog ihren Alltagag – Ein sechswöchiges VBlog-Projekt (ZDF) zwischen Deutschen und Israelischen Jugendlichen.
Übrigens hörte ich vorhin in den Nachrichten, dass in Israel wohl zunehmendes Interesse an Deutschkursen bestände, sodass das Goethe-Institut zusätzliche Lehrer eingestellt hätte. Das fand ich tatsächlich sehr bemerkenswert, erinnerte mich aber daran, dass ich schon letztes Jahr in irgend einem Blog gelesen hatte, dass das Interesse an Deutschland (und insbesondere das Nachtleben in Berlin, meine ich
) bei der jüngeren Generation wohl relativ groß sei.
“Das fand ich tatsächlich sehr bemerkenswert, erinnerte mich aber daran, dass ich schon letztes Jahr in irgend einem Blog gelesen hatte, dass das Interesse an Deutschland (und insbesondere das Nachtleben in Berlin, meine ich
) bei der jüngeren Generation wohl relativ groß sei.”
Das liegt wohl daran, dass die israelische Meinungsmacher eher objektiv über Deutschland berichten, im Gegensatz zu den deutschen Medien, die einen verzehrten Bild präsentieren.
…Dagegen gibt es ungewöhnlicher Protest. Auch Lila hat darüber berichtet:
http://badnewsfromgermany.blogspot.com/
Auch nicht schlecht…
http://www.lizaswelt.net/2008/03/kleiner-leitfaden-fr-israelkritiker.html
Kleiner Leitfaden für „Israelkritiker“
Ehrlich gesagt, mir hat die erste Nummer von Focus gereicht, um festzustellen, dass das ein Blättchen für Minderbemittelte ist, die sich gerne für intelligent und informiert halten wollen. Daher wundern mich solche Ergebnisse bei Focus überhaupt nicht.
Mir war schon lange vorher der Chefredakteur Markworth als unerträglicher rechter Schwadroneur bekannt – und dementsprechend ist dann auch das Blättchen geworden. Was kann man also von der Leserschaft erwarten?
Ich glaube kaum, dass Spiegelleser in dieser Beziehung mehr wissen oder anders abstimmen würden…
Stimmt! Den finde ich allerdings auch nur angeberischer als den Focus, nicht unbedingt viel besser, von Ausnahmen abgesehen.
Ich fürchte, Eran, dass du bzgl. des Spiegels nicht unrecht haben dürftest, die Foren dort gucke ich mir allerdings auch schon lange nicht mehr an. Mein Eindruck ist, dass sich viele Kommentare/talkbacks von denen bei z.B. Haaretz nicht sehr unterscheiden, muss ich mir nicht antun. (Und Focus… brrr.)
Die badnews kenne ich natürlich (denn auch wenn ich hier nicht viel schreibe, so lese ich doch fast alles
), nur: Wenn du viel Zeitung ließt, dann kennste die meisten Meldungen eigentlich schon, da bleibt das bezweckte Schockmoment aus. Oder macht da jemand andere Erfahrungen? Vielleicht schockieren mich auch schlechte Nachrichten einfach nicht mehr in dem Maße, gibt einfach zu viele davon… Aufmerken tue ich, wenn ich drüber nachdenke, nur bei den seltenen guten Nachrichten. Ich erwische mich allerdings, dass ich bei manchem Zeitungsartikel im Hinterkopf anmerke, der wäre doch was für badnews, und ein paar landen dann ja auch dort.
P.S. Ich finde es trotzdem bemerkenswert, wenn in Israel Interesse an Deutschland und seiner Sprache besteht, gerade auch vor dem Hintergrund, dass viele ältere Israeli beim Klang der Sprache schlimme Assoziationen hegen. Wenn dann die Berichterstattung Deutschlands über Israel häufig nicht sehr freundlich ist, um es mal vorsichtig auszudrücken, und viele Deutsche von anderen Ländern eine höhere Meinung haben als vom eigenen (von einzelnen Städten mal abgesehen) – wo kommt das her? Sorry, ich find’s irgendwie verrückt…
den zdf-videoblog werd ich mir jetzt immer ansehen und auch weiterempfehlen. ich hoffe, er wird noch ein bisschen “vermarktet”.
seit ich wieder in deinem blog lese, lila, hab ich kaum noch lust, die spiegelartikel zu dem thema zu lesen, da mich nun wieder aufregt, wie einseitig man da informiert wird. inzwischen geht mir das bei sehr vielen themen in dieser zeischrift so. ist eben nur blöd, dass man zu wenig zeit hat, sich über alles aus den verschiedenen quellen selbst zu informieren. das sollte doch die aufgabe von journalisten sein!
@eran (kommentar 2). na klar, wegen solchen spruechen ist alfred grosser beliebt in deutschland. was soll man anders von ihm erwarten ? er erzaehlt halt was beim publikum ankommt.
B”H
@Piet
Das hohe Interesse am Goethe – Institut ist mehrheitlich auf die Palaestinenser zurueckzufuehren. Seit Jahren besetzen sie die Deutschkurse, weil sie in D leben wollen.
Einen jued. Israeli, der Deutsch lernen will, treffe ich alle Jubeljahre einmal.
Scheint einleuchtend. An der Uni Haifa gibt es eine einzige Deutschlehrerin, weil manche arme Geisteswissenschaftler einen Schein in Deutsch machen müssen. Die meisten lernen lieber Französisch oder Italienisch oder Latein
Ich hab übrigens gerade uns’ Engelas Rede in der Knesset live gesehen. Auch Olmerts Rede und Bibis hab ich mir angetan. Bibi hätte ja gern was zu meckern gehabt, aber an Gvirti ha-kanzler, Meine Dame der Kanzler, gibt es aus israelischer Sicht nichts zu meckern. Sie hat sehr ernst zugehört und ist dann selbst in die Bütt gestiegen. Eine Rede ohne Überraschungen, aber herzlich. Leider durch eine übel krachende Übersetzung einer Fernseh-Tschechin ruiniert. (In den anderen Kanälen war es nicht besser, wurde aber live in allen drei Kanälen übertragen). Wo ist Dudu Vitzthum, wenn man ihn braucht????
Ein schönes Gefühl, wenn die deutsche Regierungschefin hier so einen großartigen Eindruck macht, muß ich schon zugeben. Tja, und dann unser Grotten-Olmert…
Ich würde aber zu gern mal hören, was Merkel konkret machen würde, wenn sie selbst vor der Problem-Hydra stünde, vor der Israel steht. Nicht als Tipps für andere (obwohl auch das spannend wäre), sondern wirklich unter Handlungszwang. Mit Verantwortung für Bürger und so, einschließlich Minderheiten.
Da ist so eine Feierstunde bestimmt eine Erholung für Olmert und auch für Bibi.
miriam, das gleiche habe ich vom goethe institut in tel aviv auch schon gehoert, leider ….
Hi,
als ich letztes Jahr im Sommer am Technion in Haifa aus dem Bus ausstieg, fiel mir als erstes das Plakat des Goethe Instituts auf welches am Wartehäuschen angeklebt war.
@Miriam:
ich kenne eine ganze Hand voll jüdische Israelis die deutsch gelernt haben oder lernen wollen. manche von denen studieren in Deutschland bzw. haben mal ein Praktikum da gemacht. Einer von denen konnte sogar das Märchen von Frau Holle auswendig aufsagen. Da war er ganz stolz drauf.
Grüße aus Dresden,
Martin
Ich habe mitgekriegt, daß bei jungen Israelis das Interesse an Berlin recht wach ist. Inwieweit das stimmt, weiß ich nicht, aber ich kann es mir schon vorstellen.
Ich kenne auch einige Israelis, die Deutsch lernen wollen oder Deutsch lernen. (Eine davon am Goethe-Institut in Tel Aviv, andere an der Uni Haifa.)
–
Die Rede der Kanzlerin habe ich heute am Radio gehoert. Ich war positiv ueberrascht. Sie klang fuer Schweizer Ohren ganz symapathisch.
Ach lieber Maxe Liebermann,
Was schaf hier wieder kotzen kann!
Du denkst, das wäre jetzt vorbei?
Dann schluck´ doch bitte diesen Brei!
Soll Angela Merkel Israel vor der Knesset kritisieren ? Ja. Merkel muss die israelische Apartheidspolitik anprangern. Ja: 76%. FOCUS-Umfrage, 15. März 2008
Blök!
Euer Schaf
Es wurden keine mit Ihrer Suchanfrage – Soll Angela Merkel Israel vor der Knesset kritisieren – übereinstimmenden Dokumente gefunden.
Es wurden keine Seiten mit “Soll Angela Merkel Israel vor der Knesset kritisieren” gefunden.
Im Interview mit Grosser steht:
“Vor 17 Jahren kam ein israelischer Minister nach Chambon-sur-Lignon, einen Ort, in dem in den 40er-Jahren viele jüdische Kinder von Franzosen gerettet wurden. Der Minister überreichte dem ansässigen Pastor die Medaille der Gerechten. Und der Pastor sagte: Wir haben damals bedrohte Kinder gerettet – aber heute sind die bedrohten Kinder Palästinenser, deren Häuser und Schulen zerstört werden.”
Ich hoffe wirklich dass ich nie auf die Hilfe von solchen
Leuten angewiesen sein werden. Wenn ihre “großzügigkeit”
nicht mal ausreicht um ein einfaches Danke anzunehmen.
Jakobo
wenn die geschichte von grosser stimmt ist es schon erstaunlich mit welcher leichtigkeit die medaille der gerechten verteilt wird. und es ist die gleiche medaille die yad vashem vergibt ? das wuerde mich dann noch mehr ueberraschen. die reaktion des pastors ueberrascht mich dagegen nicht sonderlich. ist wohl die uebliche meinung in diesen kreisen.
An all die, die ohne Vergangenheit leben: Alfred Grosser hat seine großen Verdienst bei der deutsch-französischen Verständigung, also macht ihn mal nicht allzu madig! Ohne ihn sehe vielleicht manches anders aus, und wenn all die “Israelkritiker” wie Grosser wären, könnte man mit einigen von denen vielleicht sogar diskutieren und in Sderot könnte man ruhig schlafen.
Merkel punktet in Jerusalem
Je lnger die erste deutsche Kanzlerin im Amt ist, desto sympathischer wird sie mir. Wer htte dieser grauen Ossi-Maus wirklich eine Karriere bis ins Bundeskanzleramt zugetraut? Ich nicht! Mittlerweile bin ich lngst berzeugt von ihren Qualitten. Man…
es geht nicht darum ohne vergangenheit zu leben, flowerkraut. grosser mag sich irgendwelche verdienste erworben hat. trotzdem muessen seine aeusserungen gegen israel kritisiert werden. er geniesst keine immunitaet.
Zum Thema Deutsch: gerade steht im SPon, daß in Tel Aviv Jugendliche gern Deutsch lernen wollen, wegen Tokio Hotel.
http://www.spiegel.de/schulspiegel/ausland/0,1518,542212,00.html
Stimmt, über deren Konzert hier hab ich sogar gebloggt, mein Primus hat seinen Freunden die Texte übersetzt und auf einmal war Deutsch ganz cool.
Mich freut es, und ich glaube, die hitzige Debatte, die die Journalistin wahrgenommen haben will zum Thema “soll Merkel in der Knesset Deutsch sprechen oder nicht”, die hat gar nicht stattgefunden. Es waren nur wenige, die dagegen waren, und Bibi hat extra nochmal klargestellt (da es sich bei den MKs um Leute handelte, die ihm politisch nahestehen), daß das nicht persönlich gemeint ist.
Nachdem schon Köhler und vorher noch Rau deutsche Ansprachen gehalten haben, wer erhitzt sich zu dem Thema noch?
Ich finde es schön, wenn Jugendliche über die Musik Kontakt zu einer anderen Kultur finden. Auch wenn es nicht unbedingt Musik ist, die ich auf meinem Empi mit mir rumschleppen würde.
Also, da tut sich wohl einiges, und mich freut es.
Hehe, erst Frau Kanzlerin und jetzt Tokio (:P) Hotel..
Da kann man den vier Jungs ja endlich mal für etwas dankbar sein, ihnen und ihrem Hype.
Ich finde es erstaunlich, dass sie so international erfolgreich sind..
Dafür müsste es mal die Medaille für Völkerverständigung geben.
(Ach und: Liz Taylor reborn
)
“es geht nicht darum ohne vergangenheit zu leben, flowerkraut. grosser mag sich irgendwelche verdienste erworben hat. trotzdem muessen seine aeusserungen gegen israel kritisiert werden. er geniesst keine immunitaet.”
Die Äußerungen dürfen nicht nur, sie müssen sogar.
Grosser hat mit zahlreiche Aussagen wie „Israel ist schuldig an den Antisemitismus“ längst das Göbels-Niveau erreicht. Was ihm so gefährlicher macht, als den gewöhnlichen Antisemiten ist seinen immer wiederkehrenden Einwurf als Jude das auszusprechen, was sich der unter jüdische Herrschaft unterdrückte Deutsche, nicht zu sagen traut. Damit hat er sich freiwillig zum Anwalt des Antisemitismus ernannt. Die Juden sind schuld an ihrem Unglück wusste Göbels nach dem Reichkristallnacht zu berichten und nun wissen wir dank Alfred Grosser wer Schuld an der Flucht der Tausende Juden aus Frankreich, an der Brandanschläge an Synagogen, wie Folterungen und Mord an Juden.
Wenn die Nazis gewusst hätten was sie mit Alfred Grosser heute hätten, dann hätten sie ihm damals nicht geschlagen, sondern mit Blumen überhäuft. Heute profitieren beide Seiten voneinander.
http://www.matthiaskuentzel.de/contents/warum-israel-so-nicht-kritisiert-werden-kann
Warum Israel so nicht kritisiert werden kann
Eine Replik auf Alfred Grosser • Von Matthias Küntzel
(….)
Grosser macht auf „das schlimme Los der Einwohner von Gaza, von Westjordanien oder von Ostjerusalem“ aufmerksam und führt deren Lage auf die „furchtbare Grundeinstellung heutiger israelischer Politik“ zurück. Er schreibt: „Ich verstehe nicht, dass Juden heute andere verachten und sich das Recht nehmen, im Namen der Selbstverteidigung unbarmherzig Politik zu betreiben.“ Es sei Israels „Gewalt, die … so viele verzweifelte Jugendliche … zum selbstmörderischen Attentat verführt.“ Darüber hinaus sei aber auch die „alte, grundsätzliche“ Frage der Araber ernst zu nehmen: „Warum sollen wir harte Konsequenzen für Auschwitz tragen?“
Mit dieser Frage trifft Grosser einen wunden Punkt – den Angelpunkt für das schlechte Gewissen vieler Europäer, die glauben, für das Los der Palästinenser indirekt verantwortlich zu sein. Dabei ist schon die Prämisse falsch: Kein Araber musste harte Konsequenzen für Auschwitz tragen. Zwar hat die Erfahrung des Holocaust die Vereinten Nationen 1947 dazu veranlasst, für die Errichtung eines jüdischen Staates in Palästina zu votieren. Dass gleichzeitig auch ein arabisch-palästinensischer Staat beschlossen wurde, geriet aber in Vergessenheit.
(…)
Grosser zeichnet Israel als Abstraktion des Bösen, unabhängig davon, was die israelische Regierung unterlässt oder tut und das Kollektiv der Palästinenser als Abstraktion des Guten, unabhängig davon, was deren Repräsentanten lassen oder tun.
Zirkelschluss der Ignoranz
So zeigt Grosser selbst noch für den Selbstmordterror Verständnis und führt „die Bereitschaft zu Selbstmordattentaten“ auf israelische „Unterdrückung, Kränkungen und Enteignungen“ zurück.[8]
(…)
Wer wie Grosser die Augen vor der islamistischen Ideologie verschließt – ihrem Todeskult, ihrem Antisemitismus, ihrem Hass auf Selbstbestimmung – fällt erstens all jenen Muslimen in den Rücken, die die Talibanisierung ihrer Lebensumstände verhindern wollen. Er macht zweitens Israel nach der Devise: „Je barbarischer der antijüdische Terror, desto ungeheuerlicher die israelische Schuld“ zum Sündenbock für islamistische Gewalt. So wird das alte „Der-Jud-ist-schuld“-Stereotyp um eine zeitgemäße Variante ergänzt.
(…)
“Zum Thema Deutsch: gerade steht im SPon, daß in Tel Aviv Jugendliche gern Deutsch lernen wollen, wegen Tokio Hotel”
Gleiches Phänomen sieht man auch in Frankreich.
Diese Tokio Hotel ist schon eine komische Sache…
@eran: danke fuer kommentar 28
eran, ich kenne den Text, und dort steht kein Wort „Ekel“ und ich weiß auch, wo du das Wort herhast. Ich finde das wenig lustig und schon gar nicht sonderlich einfallsreich und deine Worte sind es auch nicht! Wenn ich mir Nachrichten und Personen im Allgemeinen anschauen, würde ich das Wörtchen für andere/s nutzen. Auch habe ich Grossers Aufsatz auf http://www.internationalepolitik.de noch einmal kurz durchgesehen, er schreibt dort nicht nur über seine Kindheit „als“ Jude, sondern auch über das Nachkriegseuropa und über Algerien. Teilweise habe ich ähnliche Kritikpunkte wie Küntzel (insbesondere die Dominanz des apodiktisch Provokativen gegenüber der fehlenden Detailarbeit, sein m.E. zu großes Verständnis bzw. das nicht zur Kenntnisnehmen arabo-islamistischer Fehlentwicklungen seit den 80zigern Jahren, vielleicht lebt er auch ein bisschen zu sehr in der Vergangenheit). Aber: Israel liegt nicht in Birobidschan und auch nicht in Afrika und daher bleibt ein Hauptpunkt, der -zugegeben- etwas verdeckt ist: Wenn es irgendwann einmal so etwas wie Frieden geben soll, brauch es etwas Empathie und Vertrauen. Insgesamt haben Grosser und Neudeck zu viele Verdienste, als das man sie so simple platt niedermachen sollte. Wenn ihr das anders sieht, kann ich das auch nicht ändern. Es wird uns beide wohl kaum nachhaltig stören! Viel Feind, viel Ehr ist aber m.E. kein sonderlich sinnvoller strategischer Schlachtplan.
Allenfalls könnte man darüber nachdenken, warum und wer in DÖF gerne Artikel dieser Art liest bzw. wie sie verstanden werden. Dort setzt dann im Einzelfall schon eher sekundärer Antisemitismus an.
PS: Lila, gibt es Mark Twains Schilderung der deutschen Sprache auf Ivrith?
wenn das mit dem zweifel an den versprechen von frau merkel bzgl. iran so ist kann man die zweifelnden israelis nur zu ihrem realitaetssinn beglueckwuenschen. ich wuerde mich auch nicht auf die versprechen der bundeskanzlerin verlassen. sie wird sich zuletzt wohl eher wieder dem pazifistischen mainstream in deutschland beugen. wen interessiert da schon israel ?
http://www.welt.de/politik/article1818898/Israelis_zweifeln_an_Merkels_Hilfe_gegen_den_Iran.html
“Nach der Rede vor der Knesset
Israelis zweifeln an Merkels Hilfe gegen den Iran
Merkels Rede vor der Knesset war ein historisches Ereignis. Aber große Versprechungen hat die Bundeskanzlerin nicht gemacht. Nur zur Unterstützung Israels im Kampf gegen das Atomwaffenprogramm des Irans hat sie sich verpflichtet. Doch an der Ernsthaftigkeit dieses Versprechens zweifeln viele Israelis.”
Da habe ich auch so meine Zweifel:
http://korrektheiten.wordpress.com/2008/03/17/die-besondere-verantwortung/
Flowerkraut,
es ist mir Pupschnurzegal welchen Verdienst ein Alfred Grosser, Jimmy Carter, Rupert Neudeck, Desmond Tutu, John J. Mearsheimer, Stephen M. Walt, Boby Fisher, oder Karl Heinz aus Buxehude vorzuzeigen haben und was sie oder als was sie sich gern darstellen. Ihre Verbreitung von Antisemitismus bleibt Verbreitung von Antisemitismus und ihre Lebensgeschichte exkulpiert dies nicht.
Es sollte auch nicht Empathie mit gewöhnlichen Philoislamischen Rassismus und gleichzeitiger blinder Übernahme und Verbreitung islamofaschistische Sichtweise verwechselt werden. Das eine ist für den Frieden nötig, das andere hilft einen solchen Frieden zu verhindern.
Es gibt ganz spezifische Kernaussagen, die Grosser wiederholend verbreitet und legitimiert. Dabei unterscheiden sich Teile seiner Argumente kaum vom nationalsozialistischen Judenbild und des modernen Antisemitismus.
1. Die Juden sind an dem Antisemitismus selber schuld. („Wenn Unrecht Unrecht ist, muss man es benennen. Und sagen, dass gerade Israels Politik den Antisemitismus fördert) (1)
2. Wie ihm Nazis demütigen und verfolgten, so verfolgen heute die Juden andere. Ergo ist der Jude der Nazis von Heute. („Ich bin als kleiner Jude 1933 in Frankfurt gedemütigt worden. Ich kann nicht verstehen, dass Juden demütigen“) (2)
3. Das deutsche Volk leidet unter Unterdrückung ihrer Entfaltung des Denkens und Sprechens durch die Juden („Da bin ich mir nicht so sicher. In diesem Punkt stehe ich hinter Martin Walsers Kritik an der Auschwitz-Keule. Ja, ich sehe diese Keule, die ständig gegen Deutsche geschwungen wird, falls sie etwas gegen Israel sagen. Tun sie es trotzdem, sagt die Keule sofort: “Ich schlage dich mit Auschwitz.” Ich finde das unerträglich“) (3)
Sicherlich wäre die Renaissance des Antisemitismus dank Europas Linken auch ohne die „guten Juden“ (http://www.welt.de/print-welt/article192359/Europas_gute_Juden.html) zustande gekommen. Aber erst diese willige Helfer sorgen für das endgültige Kosherstempel, denn es nach Auschwitz nötig hat.
Und wenn heute eine europäische Bevölkerung in Frankreich und Deutschland sich kaum echauffieren um etwas gegen den tausendfachen Flucht von Juden in den letzten Jahren zu unternehmen oder gegen eine Demonstration von Araber und „Die Linke“ in Berlin die den Tod von 7 Millionen Menschen skandieren, dann kann es Alfred Grosser mit zu einem seinen unzähligen Verdiensten dazu zählen.
Und noch was Flowerkraut. Ich hoffe Herr Grosser wird noch lange Zeit Viel Feinde und viel Ehr genießen, denn dann heißt nur, dass Israel noch existiert und Europa nicht ganz Judenrein ist.
1. http://www.stern.de/politik/ausland/:Alfred-Grosser-Israels-Politik-Antisemitismus/600037.html
2. http://www.stern.de/politik/ausland/:Alfred-Grosser-Israels-Politik-Antisemitismus/600037.html
3. http://www.stern.de/politik/ausland/:Alfred-Grosser-Israels-Politik-Antisemitismus/600037.html
schavua tov
“Alfred Grosser, Jimmy Carter, Rupert Neudeck, Desmond Tutu, John J. Mearsheimer, Stephen M. Walt, Boby Fisher, oder Karl Heinz aus Buxehude”
eine nette aufzaehlung, eran. ist mir schlecht ….
“wenn die geschichte von grosser stimmt ist es schon erstaunlich mit welcher leichtigkeit die medaille der gerechten verteilt wird.”
Wieso leichtigkeit? Wenn in jenem Kloster jüdischen Kindern
geholfen wurde, dann ist die Medallie auch berechtigt finde ich.
Das hat erstmal nichts damit zu tun. Aber ich denke dass bei so
einem verhalten die Medallie zu einem händeschütteln und tschüss
wurde. in diesem fall. Es ist richtig einfach nur formel und korrekt zu sein. der rest ist nicht mehr das problem von denen die die medallie
überreicht haben, sie haben ihre schuld erfüllt und fertig.
“An all die, die ohne Vergangenheit leben: Alfred Grosser hat seine großen Verdienst bei der deutsch-französischen Verständigung”
Die Deutsch-Französische verständigung ist nicht mein
Problem und sie interessiert mich nciht sehr.
Jakobo
eran:
“Ich glaube kaum, dass Spiegelleser in dieser Beziehung mehr wissen oder anders abstimmen würden…”
aber wenn du wissen willst, was so in den köpfen von den
intelektuellen in deutschland so vor sicht geht, dann wirst
du leider kaum um den spiegel rumkommen.