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Dienstreise März 3, 2008, 17:13

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Mein lieber Y. ist unterwegs, diesmal auf einerDienstreise in Norditalien. Ich wäre ja gern mitgekommen, aber es geht nicht. Er wird also allein durch Venedig traben, während ich ihn hier vermisse. Er ist gerade mal 12 Stunden weg, aber das ist mir schon zu lang. Gut, daß ich genügend zu tun habe. Und ihm tut ein bißchen Tapetenwechsel ganz gut.

Die unendliche Soap Opera März 3, 2008, 15:26

Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.
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aus der Feder der unermüdlichen Putz. (Ist sie wohl mutig genug, im Gazastreifen rumzulaufen, oder interviewt sie ihre Freunde per Handy? man würde manchmal gern was dafür geben zu sehen, wie die Reportagen zustande kommen…) Sie schildert uns das Leid im Gazastreifen in bewegten Worten, ohne vielleicht zu merken, daß sie dabei der angeprangerten Unmenschlichkeit Israel einige gewiß unbeabsichtige Schattierungen verleiht.

Zehn Männer sitzen auf dem Flachdach des Hauses von Mohammed Al Rasania, ihre Kinder spielen um sie herum Fangen. Seit Donnerstagnacht harren die Nachbarn der Al Rasanias hier oben aus, in Schichten. Um halb drei Uhr morgens hatte Al Rasanias Handy geklingelt. Am anderen Ende war das israelische Militär. “Sie sagten auf Arabisch, wir hätten 15 Minuten, unser Haus zu räumen, danach würde es bombardiert”, erinnert sich Mohammeds Bruder, der dabei war, als der Anruf kam.

Die Brüder, beide Kämpfer des Islamischen Dschihad, waren zu dem Zeitpunkt “auf Mission”. “Wir sind beide Anführer von Einheiten, die Israel bekämpfen” - mehr will Khaled nicht zu den nächtlichen Aktivitäten sagen. Zum Glück seien sie nicht weit weg gewesen, nur fünf Minuten nach dem Anruf aus Israel standen die zwei auf dem Dach ihres Hauses und feuerten Kalaschnikow-Salven in die Luft.

Es war ein Notsignal, das verstanden wurde. Ihre Nachbarn im Stadtteil Beit Lahiya wachten auf, liefen zusammen und sitzen seitdem als weithin sichtbare menschliche Schutzschilde auf dem Dach des von 40 Familienmitgliedern bewohnten Apartmenthauses.

Um es klipp und klar zu sagen: Israel hat die Familie der Terroristen gewarnt (und zwar mit wesentlich längerer Vorwarnzeit als die Zivilisten in Sderot zugestanden bekommen) und tötete NICHT wahllos. Obwohl vermutlich die aktiven Brüder gerade unterwegs waren, Raketen abzuschießen.

Und daß die Terroristen ihre eigene Familie als menschliche Schutzschilde einsetzen, sagt wohl genug. Daß es sich dabei um ein Kriegsverbrechen handelt, entgeht Putz wohl. Ich nehme mal an, auch ihren Lesern.

Und zum vielbeschworenen Heldentum - für eine Gesellschaft, die in Lied und Wort pausenlos den Märtyrertod beschwört, verhalten sich die Hamasnisk recht normal: sie bringen sich ganz einfach in Deckung. (Um aus dieser Deckung heraus ihren Sieg zu verkünden :D )

Und so ist es in diesen Tagen unmöglich, mit irgendeinem zu sprechen, der innerhalb der radikal-islamischen Partei etwas zu sagen hat. Nicht nur die erste und zweite Riege hat sich in den Untergrund zurückgezogen, auch die Hinterbänkler fürchteten um ihr Leben, sagen die Kontaktmänner, die sonst solche Treffen vermitteln.

Und zur Familie eines alten Mannes, der aus Beer Sheva 1948 angeblich fliehen “mußte” (noch eine ungeprüfte Behauptung…):

Seit fünf Tagen schläft seine Sippe im Keller, erzählt der Geschäftsmann: die Großeltern im Bett, die Jüngeren auf Matratzen und auf dem großen Wohnzimmerteppich.

Ja sowas! Seit fünf TAGEN. Was werden dazu wohl die Einwohner des westlichen Negev sagen, die seit Monaten und Jahren unter Beschuß sind und die nicht mal Keller haben (bei uns wird meist ohne Keller gebaut), ohne daß der SPon einen Pfifferling darum gegeben hätte…

Fazit:

Denn ein Gang zum Bäcker, das hat das Wochenende gerade wieder gezeigt, kann lebensgefährlich sein.

Allerdings, das sage ich auch seit Jahren. Und das darf nicht so weitergehen. Deswegen sollte Putz ihre Kumpel mal davon überzeugen, den Beschuß auf zivile Ziele einfach aufzuhören.

Also, alles klar: Israel geht tatsächlich Terroristen jagen. Israel warnt deren Familien vorher. Die Terroristen setzen ihre Familien als menschliche Schutzschilde ein. Inklusive Kinder. Das ist in vielen Fällen wirksam, weil Israel eben NICHT mit Absicht Zivilisten aufs Korn nimmt. Erst recht keine Kinder.

Und Ulrike Putz schluchzt in eine Box Kleenex nach der anderen, von ihrem sicheren Hotelzimmer aus, in Beirut oder Tel Aviv. Wie es sich für die Autorin und Heldin einer Soap Opera gehört. Sie merkt gar nicht, daß ihre rührende Geschichte Punkt für Punkt beweist, wer hier das Leben palästinensischer Kinder aufs Spiel setzt.

Heimatkunde März 3, 2008, 13:55

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ein sentimentales, altes Lied schwirrt mir heute im Kopf herum - wir haben es neulich beim Schulfest gesungen, bei Youtube habe ich es in einer Aufnahme von Harel Skaat gefunden. Skaat ist ein etwas zu glatter Junge, der durchs Fernsehen berühmt geworden ist, aber er singt ganz gut. Ich bin mal gespannt, wie er in zwanzig Jahren singt.

Die Aufnahme ist zu Anfang miserabel in der Tonqualität, wird dann aber besser. Yair Lapid, in dessen Sendung Harel Skaat das Lied gesungen hat, ist nervig - tut mir leid.

Shiur Moledet

Az beveit hasefer
Al hakir tmunah
Vehaykar choresh ba
Et ha’adamah
Uvareka habroshim
Shmei sharav chivrim
Haykar yatzmiach lanu lechem
Shenihyieh gdolim.

Vehamorah omeret:
“Od meat kvar Stav”.
Beshiur Moledet
Hi mar’ah chatzav.
Hayoreh yavo achshav,
shefa tipotav
kevilon shakuf al pnei ha’emek
hapores sdotav.

Kach ze hayah, pashtut rakah,
ze hytztayer beyaldutenu
shehayitah yafah.

Vekach, bedimionenu hitrabu pla’ot
Hapatishim nigenu
Machreshot ranot
Yesh kormim veyesh yogvim
Eretz shel ro’im –
Kach ze hitztayer beyaldutenu
Shehayitah yafah.

 

Heimatkunde-Stunde

In der Schule

Hing ein Bild an der Wand.

Ein Bauer, der die Erde pflügte.

Im Hintergrund die Zypressen,

der blasse Himmel eines heißen, windigen Tags.

Der Bauer sorgt für das Brot,

damit wir wachsen können.

 

Und die Lehrerin sagte,

„bald kommt der Herbst“,

in der Heimatkunde-Stunde,

und zeigte uns eine Herbstblume.

Bald kommt der erste Regen,

in vielen Tropfen,

wie ein durchsichtiger Vorhang über das Tal

und seine Felder.

 

So war es, süße Schlichtheit,

so haben wir es in der Kindheit gesehen,

und die war schön.

 

In unserer Vorstellung vervielfältigten sich die Wunder

Aus Gehämmer wurde Musik,

und die Pflüge sangen.

Weinberge und Bauernhöfe,

ein Land der Hirten –

so haben wir es in unserer Kindheit gesehen,

und die war schön.

 

 

 

Ein Ausgleich zu den trübsinnigen Beiträge der letzten Tage. …

 

Ein alter Mann mit Eselskarren März 3, 2008, 13:52

Posted by Lila in Land und Leute.
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ist der Inbegriff des schuldlosen Zivilisten im Gazastreifen, nicht wahr? Hätte die israelische Armee ihn getötet, wäre sein Name zu der Liste der Zivilisten hinzgefügt worden, die die Welt so besorgt macht.

Jedoch statt dessen hat die Armee nachgeguckt, was unter der Plane auf dem Eselskarren war. Es war eine Grad-Rakete, dazu bestimmt, anderen auf den Weg in israelische Wohn-, Schlaf- und Kinderzimmer zu folgen.

Gabi Ashkenazi hat erklärt, daß im Gegensatz zu den Behauptungen der palästinensischen Propaganda 90% der Toten im Gazastreifen keine Zivilisten waren, sondern als Zivilisten verkleidete Kombattanten (die dadurch natürlich echte Zivilisten tödlich gefährden).

Für Ulrike Putz und ihre Kollegen stellt der alte Mann auf dem Eselskarren wohl einen Zivilisten dar, weil er keine Uniform trägt.  Für die israelische Armee, die die Wohn- und Schlafzimmer der Menschen in Sderot, Nir Am und Ashkelon schützen muß, sieht das etwas anders aus.

(HT Aussie Dave)

Oh, und dieser alte Mann wird ebensowenig den Weg in die ausländische Medien finden wie das Baby, das von einer explodierenen Qassam getötet wurde. Nette Nachbarn, die Hamas.