Update al Dura März 2, 2008, 20:30
Posted by Lila in Land und Leute, Presseschau.13 comments
Ich denke mir, es wird in den Medien in Deutschland keine großen Wellen schlagen, wenn überhaupt zur Kenntnis genommen werden: die unabhängigen Untersuchungsergebnisse zum Tod von Mohammad al Dura sind heraus.
A report presented to a French court last week by an independent ballistics expert maintains that the death of Mohammed al-Dura, a Palestinian child seen being shot in the Gaza Strip during the first days of the intifada in September 2000, could not have been the result of Israeli gunfire, corroborating claims that the shocking footage was doctored.
The ballistics expert, Jean-Claude Schlinger, presented his conclusions after reviewing the footage, which shows Dura and his father cowering by a wall after being caught in the crossfire between Palestinian gunmen and Israel Defense Forces soldiers at the Netzarim junction.
Das entspricht der Ansicht der Experten unserer Armee, die den Vorfall untersucht haben und denen niemand geglaubt hat. Und auch der Ansicht der deutschen Journalistin. Wer immer die Filmaufnahmen gesehen hat und den Fall von allen Seiten betrachtet hat, einschließlich der Präsentation der “Fakten” in diversen Medien… alle sind zum gleichen Schluß gekommen.
Nur daß es keinen kümmert. Ich sage nur “Massaker von Jenin” (das so schlimm nicht gewesen sein kann, wenn selbst die Palästinenser heute sagen, daß gestern der schlimmste Tag seit dem Sechstagekrieg war…), alles Lügengeschichten, die unseren Ruf ruiniert haben.
(Sogar der Tod von Rachel Corrie, der Bücher, ein Theaterstück und endlose Anti-Israel-Folklore nach sich gezogen hat, ist keineswegs so eindeutig abgelaufen, wie immer angenommen wird. Nachlesen lohnt sich. Man möchte nicht glauben, daß tatsächlich mit gefälschten Bildern und so weiter gearbeitet wurde… aber nach allem, was ich in den letzten Jahren gesehen habe… schließ ich nichts mehr aus.)
Ich glaube, es gibt auch Leute, die glauben, die Anschläge vom 11. September waren unser Werk. Und Brunnen vergiften wir auch.
PS. Ein gründlicher Bericht auf Deutsch hier. Es lohnt sich, ihn durchzulesen und darüber ein bißchen nachzudenken. Mit welcher Leichtigkeit die internationalen Medien Israel verurteilten, mit welcher Naivität Israels Verantwortliche diesen Medienberichten glaubten und sich selbst bezichtigten, und mit welch brutaler Wucht die Bilder in der arabischen Welt funktionalisiert und zum Haß-Clip gemacht wurden! wie viele Tote hat diese Geschichte schon nach sich gezogen…
Zu seinen Schlußworten habe ich eine kleine Anmerkung.
In arabischen und islamischen Ländern hat die verbreitete Ansicht, dass der Junge von israelischen Soldaten getötet wurde, politische Konsequenzen. Das gilt ebenso für die Auffassung einiger Israelis und Zionisten, dass die Palästinenser vor nichts zurückschrecken, um sie zu verunglimpfen. Natürlich sind diese Ansichten nicht ursächlich für die Spannungen in Nahost verantwortlich. Weitaus grössere Hindernisse sind die israelische Siedlungspolitik in den besetzten Gebieten und der palästinensische Terror. Ohne die Siedlung, die von israelischen Soldaten geschützt werden muss, hätte es die Konfrontation an der Kreuzung bei Netzarim oder die Bilder des toten Mohammed al-Dura nie gegeben.
Und ohne den von den Arabern vom Krieg gebrochenen Zaun hätte es nie israelische Besatzung und Siedlungen gegeben. Ohne arabische Aggresion wäre der Gazastreifen nach wie vor von den Ägyptern besetzt, und ob es ihnen damit besser ging als heute, bleibt unklar. Obwohl es zu biblischen Zeiten jüdisches Gebiet war, hätte der jüdische Staat nicht aus Jux und Dollerei einen Krieg dafür angefangen. Das muß man doch bedenken.
Eine Schande März 2, 2008, 13:37
Posted by Lila in Presseschau.55 comments
Tausende von Raketen sind seit Jahren auf Israel niedergeregnet, immer auf zivile Ziele und nur auf Zivilisten.
Und kein Wort von der EU. Ja, ja, so sind die Palästinenser nun einmal, das müssen Israelis hinnehmen! Wir haben es auch über Jahre hinweg hingenommen.
Und jetzt, wo wirklich die Grenze des Erträglichen überschritten ist, kommt zuverlässig wie eine Kuckucksuhr die scharfe Verurteilung der EU.
In a statement, the EU urged Israel to halt activities that endanger civilians saying they were “contrary to international law.”
Das ist nicht nur bitter - es ist eine Lüge. Internationales Recht schreibt nicht vor, daß man Zivilisten wehrlos unter Beschuss ausharren lassen muß (wie unsere Regierung es jahrelang getan hat, ohne daß jemand sie dafür gelobt hätte….). Internationales Recht gibt Israel eindeutig das Recht, seine Bürger zu schützen.
Und daß wir dabei Zivilisten verletzen, liegt in der Absicht unserer Feinde, die ihre Raketen aus Wohngebieten abfeuern.
Aber das war im Libanon egal, und es ist in Gaza egal. Sobald Israel sich verteidigt, geht es los.
Schämt sich da niemand? Wußten sie denn nicht in Europa, daß die Menschen im westlichen Negev im Krieg leben? Wann erhebt sich da mal eine Stimme, BEVOR die israelische Armee sich einschaltet - wo waren die Drohungen der EU, die Zahlungen einzustellen, wenn der Beschuß nicht aufhört? Die EU hat nichts dazu getan, die Eskalation und Bewaffnung der Hamas und anderen Gruppen zu stoppen.
Aber jetzt kommen sie und predigen uns. Pfui Teufel, ich sollte mich nicht ärgern, aber es ist bitter.
Nur zur Erinnerung März 2, 2008, 0:08
Posted by Lila in Bloggen, Land und Leute.10 comments
an die vielen Gelegenheiten, bei denen ich über Qassams berichtet habe. Ich habe mich aufs letzte Jahr beschränkt und auch nicht alle Beispiele aufgeführt.
Ich gebe nicht so viel auf scharfe Kritik aus Deutschland, gebe ich gern zu, weil ich mir nur vorstellen muß, was in Jülich los wäre, wenn die Holländer mit kleinen Raketen täglich die Große Rurstraße beschießen würden, und wie schnell man da nach harten Maßnahmen rufen würde, um den Beschuß zu stoppen. Da würde ich ihnen aus der Ferne auch zurufen, “mal langsam, Leute, da stirbt doch nur alle paar Monate jemand dabei, das solltet ihr doch verkraften können, Hauptsache, es bleibt friedlich!”. Ich hab da auch noch nie einen konkreten Ratschlag gehört, nur so allgemeine Phrasen von Gutem Willen und Aufhören, so arrogant zu sein, und lauter so Sachen, mit denen ich prinzipiell übereinstimme. Aber die gegen Qassams irgendwie nicht richtig helfen.
Ich habe es nicht anders erwartet. Solange Israel stillhielt - keine Reaktion der UN auf den Beschuß mit Qassams. Sobald sich Israel wehrt - Besorgnis und Ermahnungen.
Im Süden fallen Qassams nicht nur auf Sderot, das zu einer Art Metapher geworden ist - unter anderem wieder aus dem Wunsch heraus, komplizierte Realität in Schlagworte zu fassen. Alle umliegenden kleinen Orte, auch die Kibbuzim der Gegend, werden beschossen.
Drei Qassams heute. Keine Verletzten, sie landeten auf dem Feld. Glück gehabt.
Für die Leute, die da leben, ein Russisches Roulette. Für den Rest der Welt, ein No-item. Für mich, ein Anlaß, meinen Ticker zu schreiben. Damit auch meine Leser ein bißchen nachfühlen können, wie sich der Waffenstillstand in Israel anfühlt. Und wer ihn täglich bricht. UND dann noch von uns Strom und Wasser umsonst erhält, und noch weitaus mehr fordert…
23. Juli 2007
Und so weiter, und so weiter.
Das ermüdet den Leser? Dann stelle er sich vor, wie UNS das ermüdet.

