Hisbollah rüstet weiter auf März 1, 2008, 19:06
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
und strunzt damit. Wie schön, daß die UN-Resolutionen sich ohnehin immer nur an Israel richten. Wir haben es ja gleich gewußt. Es macht keinen Spaß, es gleich gewußt zu haben. Der nächste Schlagabtausch ist nur eine Frage der Zeit. Wir können Nasrallah für den Testdurchlauf im Sommer 06 dankbar sein, hoffentlich geht der nächste Krieg mit weniger Pannen vonstatten. Auch das wird keinen Spaß machen (für mich persönlich ist die wichtigste Frage, wie viele meiner drei großen Kinder bis dahin schon in der Armee sind - sie sind ja im Alter so nah beieinander).
Ich erinnere mich immer wieder mit bitterem Gefühl an die internationale Empörung, als Israel den syrisch-libanesischen Grenzübergang bombardierte, über den damals schon massenhaft Waffen geliefert wurden. Wir sollten uns doch lieber auf die UN verlassen. Aber ja! zu gern!
So steht es in der ZEIT:
Doch Hisbollah trotzt, mit Hilfe ihrer Verbündeten aus Teheran und Damaskus, den UN-Bemühungen erfolgreich. Sie verfügt nach wie vor über einen fast unbehinderten Waffennachschub. Sowohl die Libanesen als auch die Vereinten Nationen kennen den Grund genau. So hieß es in einem 2007 veröffentlichten UN-Bericht, die Grenzsicherung zu Syrien sei nicht ausreichend, um Waffenschmuggel im nennenswerten Ausmaß zu verhindern.
Ende Juni vergangenen Jahres beklagte UN-Generalsekretär Ban Ki Moon, dass auf „regulärer Basis“ Waffen aus dem Ausland in den Libanon gelangten. Davon profitiert vor allem Hisbollah. Sie erhalte „hunderte derartige Lieferungen, darunter Kurz- sowie Langstreckenwaffen, Antipanzer- und Flugabwehrsysteme“. Im Libanon gehen sogar Berichte herum, wonach Raketenwerfer auf Tiefladern geliefert wurden und leichtere Waffen durch Tunnel oder über Gebirgspfade direkt in die Munitionslager von Hisbollah gelangten.
Schöne Aussichten. Ich habe nachgelesen, was ich im Sommer 06 geschrieben habe - weiter gehen ja meine Archive leider nicht mehr zurück.
Ich hatte heute das Gefühl, wir werden uns an diesen Tag lange erinnern. Nicht unsere Opfer haben uns besiegt, sondern die der anderen Seite. Man wird uns nun zu einem einseitigen Waffenstillstand zwingen, keiner hat die Weitsicht, zu erkennen, was das bedeutet - die Hisbollah bewaffnet und durch unsere Torheit gestärkt zu belassen, wo sie ist. Die nächste Runde wird die Hisbollah mit dem Kredit der Welt, schönen neuen Waffen und einem kalten Lächeln beginnen. Wann? Das ist doch egal. Ich habe das Gefühl, die Uhr tickt. Wir hätten uns weiter, wie die letzten sechs Jahre, beschießen und beschimpfen lassen müssen. Wir hätten gleich die weiße Flagge hissen müssen oder einen von Achmedinidjads kreativen Vorschlägen annehmen sollen. Denn gegen Leute, die sich hinter Kinderbettchen verstecken, kann man nicht gewinnen. Und wenn man es versucht, dann ist der Versuch so bitter, daß man am liebsten die Augen schließen möchte und sein eigenes Leben im Tausch bieten möchte.
Ein deja vu nach dem anderen.



Ja, die beiden Passagen hatte ich mir gestern auch innerlich gemarkert, zzgl. des umgeleiteten Schmuggels über den Norden Libanons. Als ich vorhin in den Nachrichten über die Räumung der Minen im Süden hörte, die bis Ende des Jahres abgeschlossen sein sollen, dachte ich nur, dass spätestens dann wieder Krieg sein würde, eingeleitet durch Raketenbeschuss, eine Entführung, …. Auch wenn der Nicht-Kriegs-Zustand länger dauern sollte, ist es leider so absehbar…