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Unser Gärtner Februar 28, 2008, 22:13

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ich habe schon mal von meiner Freundin hier im Kibbuz erzählt, die mit den Drillingen und Zwillingen. Die Zwillinge, zwei Jungens, an die ich mich noch als Babies im Wagen erinnere, sind jetzt Soldaten. Die Drillinge, drei besonders nette Mädchen, sind gute Freundinnen von Secundus seit dem Babyhaus. Wir waren damals zusammen im Krankenhaus und durch die Jahre des gemeinsamen Kinder-Aufziehens sind wir eng verbandelt.  Sie ist eine Nette, Patente, Energische. (Secundus wollte als kleiner Junge ihre Secunda heiraten, keine schlechte Idee.)

Ihr Mann steht mir weniger nah; er hat Gartenbau studiert und arbeitet hier im Garten-Team, dem wir unseren schönen, grünen, gepflegten Kibbuz verdanken. Alle paar Wochen kommt er auf seinem Rasenmäher angefahren und schneidet unseren Rasen.  Normalerweise vormittags, wenn wir nicht da sind.

Heute kam Y. überraschend nach Hause und sah den Gärtner auf seiner Mähmaschine sitzen, in einer stillen Ecke unseres Gartens, der ja sehr abgelegen ist. Er kam näher und sah, daß der Gärtner seine Ohrenschützer abgenommen hatte und weinte. Es spricht für Y., daß er trotz männlicher Scheu vor Gefühlsausbrüchen zu ihm ging und ihm einfach zuhörte.

Die alte Mutter des Gärtners, die wir ja auch schon lange kennen, lebt in Kibbuz Nir Am. “Den ganzen Tag fallen die Qassams, meine Mutter hat keinen Bunker in der Nähe, keine verstärkten Wände oder Decken, sie sitzt in ihrem Häuschen und erschrickt bei jedem Krach furchtbar. Sie will aber nicht weg, sie will zuhause bleiben, sie ist schon alt und findet sich nur zuhause gut zurecht.  Die Jungens sind bei der Armee. Ich mach mir den ganzen Tag nur Sorgen und schlafe nachts nicht. Dauernd bin ich am Telefon, wo sind die Jungens, wo ist Mutter. Manchmal hält man das nicht aus.”

Y. erzählte mir das, als ich wiederkam, und ich will es hier einfach mal weitergeben.

Kommentare»

1. april - Februar 29, 2008, 23:42

Wie traurig und tragisch! Immer nur an persönlichen Schicksalen kann man das Leid festmachen.