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Juhu! Februar 11, 2008, 23:56

Posted by Lila in Edle Selbsterkenntnis.
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Ich hab gerade eine Mail gekriegt - daß meine Bestellung abgeschickt ist - und das ist die DVD Cranford - die heute erst rausgekommen ist - und die ich schon vor einem Monat bestellt hab - und wie gut ist das denn - weil es Cranford nicht mal mehr auf Youtube gibt - und ich das so gern richtig sehen will - und ich bin eine der ersten, die es haben - und juhu!!! (jetzt atmen!!!)

Auch das kommt vor Februar 11, 2008, 22:06

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ungewöhnliche Bilder in den Nachrichten (bei Ynet mit Video): in Hebron treffen sich im Haus eines Scheichs Juden und Moslems.

The two sides declared their goal was to restore peace and security to the city, known to Jews as Hebron and to Palestinians as Al-Halil. “We don’t see you as settlers but as residents,” Sheikh Ja’abri, the head of a prominent clan in Hebron, is quoted as telling his Jewish interolocutors.

“Hebron is ours just as it is yours.”

Anlaß für dieses Treffen war, wie man bei Aussie Dave nachlesen kann, ein Vorfall in Hebron vor einem halben Jahr. Linksextreme israelische Demonstranten versuchten, eine Synagoge in der Altstadt von Hebron zu zerstören. Sie dachten sicher, sie tun damit den Arabern in der Stadt einen Gefallen, aber sie hatten die Rechnung ohne den Besitzer des Grund und Boden gemacht - Scheich Jaabri, der den Demonstranten kurzweg erklärte, er läßt nicht zu, daß ein Gebäude zerstört wird, das dem Gottesdienst dient.

Dafür haben ihm heute seine jüdischen Besucher gedankt und ihm eine Urkunde überreicht. Er hat sie herzlich empfangen. Ein Linker, dem die Aktivität seiner Gruppe nicht gefallen hatte und der sich darum mit den Religiösen in Verbindung gesetzt hat, hat übersetzt und vermittelt. Das Treffen war herzlich und von gegenseitigem Respekt geprägt.

Auch wenn das nur ein winziges Ereignis ist, das vielleicht niemand außer uns zur Kenntnis nimmt - es tut gut, sowas zu sehen, daß das überhaupt möglich ist. Ja, es ist möglich. Wir haben fast vergessen, daß es wirklich gute Beziehungen zwischen Juden und Arabern gab, und zwar nicht nur auf “neutralem Boden” - sondern auch zwischen gläubigen Juden und gläubigen Moslems in den besetzten Gebieten.

Natürlich kommt das dicke Ende hinterher: der Scheich hat Ärger gekriegt, die al-Aksa-Brigaden der Fatach hat zu einem Boykott der Geschäfte seiner gesamten Familie aufgerufen, und die PA-Behörden haben ihn zu einer Unterredung einbestellt. Ja, das durfte wohl nicht ungestraft bleiben - ein Scheich, der Siedlern die Hand reicht. Aber er hat sich wohl durchgesetzt.

Klassenfahrt Februar 11, 2008, 20:22

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Wer mich kennt, weiß ich, daß ich die Kinder höchst ungern auf Klassenfahrt fahren lasse. Ich mag das nicht, so ein leeres Haus - denn die Schulen setzen ihre Klassenfahrten zeitnah an. Das heißt, gleichzeitig verschwinden meine drei Großen, und gleich hinterher noch die Kleine. Ich renne kopflos durchs Haus und weiß nicht, wohin mit meinem Sorgetrieb. Selbst Y. gibt zu, daß es ohne die Kinder reichlich still ist hier. (Außerdem fange ich dann an, ihn zu betüddeln….)

Secundus packt gerade, fröhlich und aufgekratzt. Tertia hat noch zwei Tage, dann fährt sie auch. Primus´Klassenfahrt ist abgesagt, weil so kurz nach dem langen Streik und mitten im Abitur keine Zeit dafür bleibt. Dafür fährt Primus eifrig mit seiner Sportgruppe, nur kurze Fahrten, aber öfter.

Erschwerend kommt hinzu, daß die beliebten Ausflügsziele mir stets unglücklich gewählt vorkommen. Ich erinnere mich mit Grausen an den Tag, als alle in Richtung Norden fuhren - das war natürlich während einer Terrorphase, und ich saß mit ein paar Freundinnen im Auto und grämte mich. Aaach, meinten sie, im Norden ist es nicht gefährlich, sei froh, daß sie nicht nach Tel Aviv fahren! Und da kam im Radio die Nachricht, daß in Zfat ein Anschlag war, an einer Bushaltestelle.

Ja ja, ein andermal wurde ein Ausflug abgesagt, weil die Grenze im Norden mal wieder “heißlief”, das kommt alle paar Monate vor. Katyushas, eindringende Terroristen, Warnungen.

Auch die Kurzfahrten nach Tel Aviv, ins Museum und wo sie die Kinder sonst noch mit hinnehmen, waren mir immer unheimlich. Ich weiß, ich weiß, die Schule wägt sorgsam ab und setzt die Kinder keinem Risiko aus, außerdem leben da überall Leute, für die das ganz normal ist. Ich fahre da ja selbst überall hin und setze mich ohne zu zögern in Busse und Sammeltaxen.

Komme mir keiner mit rationalen Argumenten, bitte. Ich lache ja auch nicht über meine Familie und Freunde in Deutschland, die mich nach Anschlägen anrufen und denken, nur weil ich hier lebe, muß ich danebengestanden haben.

Secundus fährt natürlich, genau wie Tertia - in den Süden. Er denkt an die Naturschönheiten, ans Wandern und die Übernachtung im Zelt. Ich denke an Hochwasser (es soll regnen, und das ist in der Wüste gefährlich), an Terrorwarnungen und überhaupt.

Also, wer hier schon länger mitliest, leidet jährlich mit. Ich bin ein Klassenfahrten-Muffel. Hätt ich sie nur alle wieder schön hier.