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Mittag Februar 8, 2008, 15:18

Posted by Lila in Uncategorized.
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Wir sind gerade von einer VIEL zu langen Schulfeier zurückgekommen - wie kann man Freitagvormittag, wenn alle Eltern im Endspurt vorm Wochenende sind, eine SO lange Feier planen???? Wir sind schließlich vorzeitig gegangen - wie mindestens die Hälfte der Anwesenden - was wir bisher noch nie getan haben und was man bei einer Schulfeier sonst nie sieht. Kein guter Auftakt.

Inzwischen sind im Negev 17 Raketen gefallen. Ihr Echo hört man nirgends, auch nicht bei uns, ich lese es im Internet, aber ich spüre es nicht in meinem Leben. Es wird vermutlich im Laufe des Tages so weitergehen. Morgen, übermorgen. Irgendwann wird Barak unter Zugzwang stehen, er hat schon so oft versprochen, daß er den Beschuß unterbinden wird :roll: , aber ob er das schafft, ist eine anderen Frage.

Die Philadelphi-Linie, die mitten durch den Ort Rafiach (Rafah geschrieben, Rafiach ausgesprochen) verläuft und Ägypten von Israel trennt, soll vielleicht wieder von Israel bewacht werden, so lautet zumindest ein Lösungsvorschlag (gegen Ende des Texts von Ben Ishai, der ansonsten härteres militärisches Vorgehen befürwortet).

Diese Grenze ist unterirdisch durchlöchert wie ein Maulwurfsparadies, es wird dort pausenlos gebuddelt. Man kann sie theoretisch von israelischem Gebiet aus bewachen, wie so eine Art Landzunge oder Schneise, von der Gegend um Kerem Shalom aus. (Eine deutliche Karte ist hier, sie zeigt zwar noch die inzwischen geräumten und zerstörten Siedlungen, aber die Topographie ist recht deutlich zu erkennen).

Ich weiß nicht genau, was passieren wird, aber daß das nicht mehr lange so weitergehen kann, ist klar. Ich hab da eher ein mieses Gefühl.

Oh, und Nasrallahs Komplimente höre ich gern und gebe sie aus vollem Herzen zurück.

“It is worthy of respect that an investigative commission appointed by [Prime Minister Ehud] Olmert condemns him,” Nasrallah said. “When the enemy entity acts honestly and sincerely, you cannot but respect it.”

“Even though they’re our enemies, it is worthy of respect that the political forces and the Israeli public act quickly to save their state, entity, army and their existence in the crisis,” he added.

Ja, und wir bedanken uns wiederum für die zeitlich ideal passende Ohrfeige. Nah genug an der Fertigstellung der iranischen Atombombe (ich weiß, daß es widersprechende Einschätzungen gibt - aber daß es nur eine Frage der Zeit ist, scheint sicher zu sein), aber doch noch ohne. Jetzt haben wir Zeit, uns auf diese neue Gefahr einzustellen. Wie leichtsinnig wir waren, als wir dachten, nach den Rückzügen aus der Pufferzone im Libanon und dem Gazastreifen stünde nun eine Phase der Stabilisierung bevor, sehen wir im Rückspiegel nur noch deutlicher. Das wird uns nicht noch mal passieren, vielen Dank. Lieber verzichten wir auf weitere Rückzüge.

Hezbollah has come under criticism from some Arab governments early on in the fighting for triggering the war by kidnapping two Israel Defense Forces soldiers in a July 12 cross-border raid.

Vollkommen zu Recht. Wer zeigt einem Gegner, auch wenn es nur das kleine Israel ist, das so gern seine Ruhe haben möchte, seine Karten, bevor er mehr als ein Köpfchen gesammelt hat? Wer auf Hand spielt, braucht einen längeren Atem.


“It is regrettable that we, the Arab world, and Lebanon are waiting for an Israeli commission to settle for us this dispute and to tell us, ’seriously, you have won and we [Israelis] were defeated,’” Nasrallah said

Nein, Nasrallah, das sehe ich anders. Der Krieg hatte keinen eindeutigen Ausgang, und es ist eine Frage der Kriterien, nach welchen man seinen Ausgang beurteilt. Daß wir ihn nicht gewonnen haben, ist sicher, aber ob die Hisbollah wirklich gewonnen hat, ist fraglich. Welchen Vorteil hat sie gewonnen, den sie nicht schon vorher hatte? Ist es nicht schade um die vielen Zivilisten, die sterben mußten, weil die Hisbollah ihre Quartiere in Wohngegenden aufschlägt? Wäre es nicht menschlich feiner, da etwas sauberer zu trennen in Zukunft? Ich habe da eher wenig Hoffnung…

Und daß wir eine Kommission haben, und eine Mentalität in der Bevölkerung, die sich nicht selbst in die Tasche lügt mit Siegesfeiern und -reden - nun, das ist doch nichts Neues. Alle israelischen Kriege werden hier skeptisch und kritisch betrachtet wie Niederlagen, aus denen man lernen muß, was zu lernen ist.

Auch wenn wir heute mit den Kindern in der Schule die alten Lieder von Friedenssehnsucht gesungen haben, die zur DNA des Staates Israel gehören - wir haben keine Illusionen. Weder über unsere Feinde im Norden noch im Süden.

Kommentare»

1. heplev - Februar 10, 2008, 13:36

*Welchen Vorteil hat sie gewonnen, den sie nicht schon vorher hatte?*
Sie haben jetzt die UNIFIL, die sie schützt, mal freiwillig, mal unfreiwillig.

*Ist es nicht schade um die vielen Zivilisten, die sterben mußten, weil die Hisbollah ihre Quartiere in Wohngegenden aufschlägt?*
Aus Sicht der Terroristen sind die ein Gewinn. Die Proppaganda hat mächtig zugeschlagen und auf Israel eingedroschen. Damit hat sich das für sie gelohnt. Es war ein Sieg.

*Wäre es nicht menschlich feiner, da etwas sauberer zu trennen in Zukunft?*
Natürlich wäre es, aber die Terroristen wollen ja genau das Gegenteil. Und haben Erfolg damit. Warum das ändern? Und was haben die je in Sachen Menschlichkeit geleistet?

Dass du wenig Hoffnung hast, ist ja noch positiv. Ich habe keine, sondern bin sicher, dass diese Leute ihr unmenschliches Tun noch verstärken werden.

2. Lila - Februar 10, 2008, 14:17

Die UNIFIL hatten sie auch vorher, http://www.un.org/Depts/dpko/missions/unifil/