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Letzte Runde… Januar 19, 2008, 23:49

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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…in den diesjährigen Zeremonien zu Secundus´Geburtstag. Der eigentliche Geburtstag war bei seiner Oma in Deutschland, wo er sowieso am liebsten ist und wo meine Schwester ihm einen tollen Kuchen gebacken hat. Dann vor einer Woche mit Familie hier, zwischendurch mit den Freunden, und heute dann der Nach-Geburtstags-Shabat, der sich bei uns schon eingebürgert hat: die ganze Familie geht ins Kino. Immer hübsch aufgeteilt nach Filmen – so mußte Y. mit den Mädchen Lilo und Stitch und Bärenbrüder gucken, wenn ich mit den Jungens Herrn der Ringe geguckt habe… und ich wiederum Sinbad, als die Jungens mit Y. einen Monsterfilmsehen wollten. Harry Potter und Narnia haben wir immer alle zusammen geguckt, nur eben nach Sprache verteilt, Y. mit den Mädchen auf Ivrit, die Jungens und ich auf Englisch.

Daher kann man die “erwachsenen” Filme, die Y. und ich zu sehen bekommen, an einer Hand abzählen. Diesmal war es nicht anders. Ich war mit den Mädchen im Goldenen Kompaß (natürlich auf englisch mit hebräischen Untertiteln), Y. mit den Jungens in einem Actionfilm mit Nicolas Cage. Hinterher waren wir in Ramat Yishai in einem kleinen Restaurant nett essen.

Das machen wir jetzt seit Jahren, alle drei Monate, weil ich die Geburtstage der Kinder ja so klug aufs ganze Jahr verteilt habe: Februar, Mai, August und Dezember. Es ist eine schöne Tradition, denn für Ausflüge mit Picknick und so sind die Großen schon nicht mehr so zu haben. Früher konnte man sie mit dem Affenwald in Yodfat glücklich machen oder der Safari in Ramat Gan – heutzutage tun den Kindern die Tiere so leid wie mir und wir nutzen solche Besuche nur, um uns auszumalen, wie wir die Tiere am besten freiließen.

Im Goldenen Kompaß gefielen mir die Daemonen am besten (oh, die Farben waren sehr schön, besonders die Innenräume). Ich habe das Gefühl, ohne die Bücher gelesen zu haben, versteht man kaum, worum es geht. Das werde ich also bei Gelegenheit nachholen. Tertia war begeistert und meinte, sie kauft sich sofort die Bücher. Wie schön, daß ich mit Primus und Tertia zwei Leseratten in die Welt gesetzt habe! Sind die Bücher gut?

Wir haben uns beim Essen überlegt, welches Tier wohl jeweils unser Dämon wäre. Meiner, so meinte Y., wäre auf jeden Fall ein Puma – er behauptet, ich sehe einem Puma täuschend ähnlich. Ich, ein Raubtier? Primus sagte sofort, ein Faultier – “atzlan“, er findet Faultiere toll. Ich kann ihn mir richtig vorstellen, wie seine Seele sich mit drei Pfoten festhält und in der vierten ein Buch hält – im Moment liest er Etgar Keret und meint, den soll ich weiterempfehlen!

Secundus wußte nicht, welches Tier zu ihm passen würde, aber ich glaube: ein Wolf, und zwar ein Leitwolf. Ein Rudeltier, klug, mutig, immer auf Achse und immer in Kämpfchen verwickelt. Und mit ausdrucksvoller Mimik! Er war nicht sicher, ob das stimmt. Tertia sagte sofort, eine Katze ist ihr Tier, und Quarta, entweder ein kleines Pferd oder ein Einhorn. Das fände sie toll, wenn es wie ein Daemon immer neben ihr her trotten würde… Y. kriegte ganz verträumte Augen. Sein Tier ist eine Schlange. Er liebt nämlich Schlangen. Eine schwarze Schlange, פתן שחור – der würde er seine Seele sofort anvertrauen.

Hat sich jemand schon mal überlegt, welche Form sein Daemon hätte? Ist vielleicht eine kindliche Frage, aber das ist man ja unter anderem auch…

Kommentare

1. mischpoke - Januar 20, 2008, 0:18

Fein,fein geplant habt Ihr Eure Kinderbande. Wir nicht, irgendwie war immer der mai viel zu schön und so haben wir jetzt 4 Januarkinder, ein Februargeburtstagkind, ein Sommerkind und ein Herbstkind. Und ich hab das Frühjahr will sagen den April schön für mich alleine. Herzliche Grüsse noch speziell an das Geburtstagskind und Euch allen Shavua tov. Anneka&mischpoke

2. Lila - Januar 20, 2008, 0:30

Nee, den April hast Du gar nicht für Dich allein, den hab ich auch!

Und geplant ist bei mir nie was…. ;-)

3. mischpoke - Januar 20, 2008, 0:34

cih weiss, ich weiss, 2 Aprilscherze, nein ganz besondere Frauen oder??? Liebe Grüsse von welchen die immer noch hoffen das auch mal Südschweden für Euch interessant ist.

4. Lila - Januar 20, 2008, 0:41

Ist es schon – sogar sehr – streu mir hier bloß kein Salz in die Wunden!!! aber leider ergibt es sich nicht.

Unser Urlaub beschränkt sich aus diversen Gründen auf den Garten meiner Mutter… und Südschweden gucken wir im Fernsehen an, die Lindgren-Filme, wobei ich seufze: Kinder, guckt mal wie schön es da ist, wißt ihr noch, daß wir da mal waren…?

Na ja, vielleicht…………….

5. Norbert - Januar 20, 2008, 1:04

His Dark Materials – sind die Bücher gut?
Also mich hat speziell der erste Band sehr begeistert. Der Schreibstil ist ganz wunderbar, und vor allem die Beziehung der Kinder zu ihren Daemonen ist mit sehr viel Wärme und Feingefühl beschrieben. Man glaubt das ja irgendwie schon zu kennen, Kinder mit sprechenden tierischen Begleitern, z.B. von Pinocchio oder vielen Disney-Filmen, aber was Pullman daraus macht ist schon einzigartig. Man will eigentlich gar keine Bücher mehr lesen, in denen keine Daemonen vorkommen. Sehr schön ist auch, wie er im dritten Band die Daemonen benutzt, um das Ende der Kindheit zu beschreiben.

Leider sind seine Plots ziemlich lausig, das merkt man spätestens ab dem zweiten Band. Er versucht auch, sehr unterschiedliche Thematiken zusammenzubringen, aber anders als bei Rowling, bei der wirklich ALLES gut zusammengeht, klappt das bei ihm nicht ganz so überzeugend.

Es wird viel Aufhebens darum gemacht, dass in den Büchern (im Film ist das glaube ich anders) die Kirche und ihre Priester die Bösen sind. Es kommen Killermönche und Nihilismusbomben vor, und sehr nebenbei stirbt im Getümmel Gott (der Schöpfer).
Eigentlich geht es aber nur darum, dass eine alte, überkommene Theologie durch eine neue, bessere ersetzt werden soll, und Pullmann ist da offensichtlich sehr vom New Age Denken angehaucht. Was er da so über denkende Elementarteilchen (=Staub) schreibt, scheint mir direkt aus einigen populärwissenschaftlichen Büchern der achtziger Jahre abgeschrieben zu sein. Überhaupt, manchmal hat man schon den Eindruck, dass es sehr gewollt und verkopft ist, was er sich da vorgenommen hat.

Und doch hat auch der dritte Band seine Stärken. Der Zwang, erwachsen werden zu müssen, ist meiner Meinung nach viel überzeugender umgesetzt als etwa bei Rowling, die Begegnung mit dem Tod hat viel mehr Gewicht, bei Rowling ging das am Ende eher im komplizierten Plot unter.
Übrigens findet man einige Punkte, die sehr stark an Rowling erinnern, z.B. fast identische Dementoren. Es steht allerdings eindeutig fest, dass Pullmans Bücher zuerst erschienen sind.

6. Lila - Januar 20, 2008, 1:17

Das ist wirklich interessant, ich wußte darüber natürlich überhaupt nichts, bin in den Film nur reingegangen, weil es sich gerade anbot… und die Poster vor dem Kino hübsch aussahen. Von dieser Art Literatur kenne ich fast nichts, außer Tolkien und C.S. Lewis. Daß mit dem Film dasselbe Publikum angesprochen werden soll, daß in Narnia geht, war mir visuell klar.

Erst jetzt beim Nachlesen sehe ich, daß Pullman wohl eine Art Gegenentwurf zu Narnia im Sinn hatte. Ich meine, ich hätte auch mal ein Interview mit ihm gelesen, wo er sich über christliche Autoren wie Lewis und Tolkien ewas lustig macht.

Ja, die Totemtiere… das kommt einem schon bekannt vor….. aber wie Du es beschreibst, ist es bestimmt schön zu lesen. Ich fand es auch im Bild schön, daß jeder einen Begleiter hat.

Auch ich Ahnungslose habe die Spitzen gegen die Kirche natürlich sofort bemerkt, man hat ja heutzutage würdige ältere Männer in dunklen Gewändern sofort in Verdacht.

Aber laut Freund Google war der Film eher ein Flop, und es wird vielleicht auf absehbare Zeit kein Sequel geben. Guter Grund, sich an die Bücher zu begeben.

Daß Rowling ziemlich eklektisch beim Zusammensuchen ihrer Quellen war, ist glaube ich recht deutlich. Ich finde es nicht schlimm, sie macht ja kein Geheimnis daraus und gibt Leuten wie mir jede Menge Material in die Hand. Der Recycling-Faktor bestimmter Motive ist ein interessantes Thema, und warum sollten unsere Zeitgenossen nicht ebenso frei in die Kiste greifen wie es Künstler von jeher getan haben? Ich mag es gern, wenn sich Motive abgewandelt in vielen Werken finden. Die Dementoren haben ja viele Vorgänger.

Schade, daß ich zu wenig Zeit für nicht-zielgerichtete Lektüre habe, das fehlt mir so.

7. Norbert - Januar 20, 2008, 1:21

Ups, nochmal nachgeschaut und glatt einen Fehler gefunden: es stirbt nicht Gott, der Schöpfer, der hat sich schon lange vorher davongemacht, sondern Gott, der Allmächtige, der eigentlich nur ein hochstaplerischer Engel ist. (Aber eigentlich ist das für den Verlauf der Geschichte völlig irrelevant und wird etwa in Interviews viel zu stark hervorgehoben.)

8. Norbert - Januar 20, 2008, 1:35

Die Rowling, fand ich, hat ein goldenes Händchen, wenn es darum geht, verschiedenste Motive und Themen zusammenzuschweißen und zu einer in sich schlüssigen Welt zu bauen. Damit hängt glaube ich auch zusammen, dass es soviel fan fiction bei ihr gibt. Es macht offenbar Spaß, diese Welt weiterzuspinnen.
Bei Pullman gibt es glaube ich kaum fan fiction, seine “Welt” ist viel weniger einladend, der Spaß am Erzählen und immer weiter spinnen ist nicht so ausgeprägt.

9. Marlin - Januar 20, 2008, 1:41

Ich kann die Wahl des Faultiers nur befürworten. War neulich mal im Zoo (9 Euro ermäßigt!) Und ein Faultier hing da rum zusammen mit ner Affenbande. Und einer, ein sehr frecher, ging mehrfach zum Faultier, das eine glänzende Nase hatte, und grapschte einfach zu. :D
Dann leckte er seine Hand ab. Hat mich sehr amüsiert.
Das Faultier zeigte seinen Unmut mit einem energischen Kopfschütteln.. oder war es einfach nur eine Bewegung zur Seite?

Gleichviel, lese gerade “Die Welt ohne uns” wo kurz über die Megafauna for einigen 100000 Jahren geschrieben wird, da gab es wohl ein Faultier, das größer als ein Elefant oder Mammut war. Wollte ich damit nur mitteilen. :)

10. willow - Januar 21, 2008, 10:54

“da gab es wohl ein Faultier, das größer als ein Elefant oder Mammut war.”

warum muß ich jetzt an meinen Großen denken… ;)

11. Angel - Januar 22, 2008, 11:18

Natürlich hab ich mir die Frage nach dem Lesen der Serie (Ja, die Bücher sind gut, finde ich) sofort gestellt. Ein Nashorn, ob Spitz- oder Breitmaul kann ich mich nicht entscheiden.

12. Lila - Januar 22, 2008, 12:08

Wir haben vorgestern abend beim Einkaufen kurz vor Ladenschluß unseren Buchhändler getroffen. Der hatte seinen Laden schon zugemacht, aber als wir nach der hebräischen Übersetzung von Pullman fragten, meinte er, kommt doch mit rüber, die habe ich. Es hat also Vorteile, in der Provinz zu leben! Tertia hat sich gefreut und hat es schon fast durch.

Interessanterweise ist erst der erste Band übersetzt, und da auf dem Titelbild ein Still aus dem Film zu sehen ist, kann man mit Leichtigkeit erraten, was der Anlaß für diese Übersetzung war… Puristen mögen die penetrante Verfilmerei von Büchern beklagen, aber für Bewohner kleiner Länder mit Sprachen, die kaum ein Mensch spricht, kann das unerwartete positive Folgen haben: es lohnt sich auf einmal, diese Bücher zu übersetzen.

Es ist ja so blöd, daß es manche Bücher einfach nicht gibt auf Hebräisch.

Andererseits war ich platt, als ich in Aachen in der Meyer´schen keinen A.B. Yehoshua fand (auch im Katalog fand der Verkäufer nichts), hingegen wahre Gebirge von pink eingebundenen “kessen” Büchern für “freche” Frauen.

Insgesamt ist aber israelische Literatur sehr gut vertreten auf dem deutschen Buchmarkt. Umgekehrt ist die Situation schwieriger.

Hätte ich die Kinder mal mehr aufs Deutsch-Lesen getriezt!!!! Immerhin liest Primus flüssig und gern englische Bücher. Vielleicht schafft Tertia, meine zweite Leseratte, das ja auch noch…

13. Marie Christin Krzikowski - Mai 29, 2008, 19:58

Ich finde den Text recht schön den ihr euch da zusammen gebastelt habt.
In dem Film war ich auch schon.


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