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Ich bekenne Dezember 19, 2007, 15:35

Posted by Lila in Uncategorized.
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(Herzlichen Dank dem Leser, der mir dieses Bekenntnis entlockt hat!)

Kommentare»

1. Christian - Dezember 19, 2007, 16:24

Jesus Christus starb als etwa dreißigjähriger Mann am Kreuz. Was soll der (katholische) Unfug mit dem “Christkind”?

2. willow - Dezember 19, 2007, 16:47

;)

iss schon komisch mit dem “Christkind” … eigentlich eine protestantische Erfindung (die Katholen bevorzugten den HL.Nikolaus), ursprünglich jüdisch und inzwischen angebliche katholischer Unfug. Irgendwie finde ich den Streit Weihnachtsmann vs. Christkind ziemlich albern, gemessen daran, daß immer weniger Menschen so richtig wissen, was sie Weihnachten feiern :)

3. vered - Dezember 19, 2007, 17:07

@ willow: Das Christkind ursprünglich jüdisch?? Nöö. Jesus war zwar Jude, aber als Jude nie Christkind. Christos heisst doch m.W. “der Gesalbte”, ha-maschiach (der Messias). Wer in Jesus “den Maschiach” sieht und ihn anbetet, gehört nicht (mehr) der jüdischen Religion an.

4. willow - Dezember 19, 2007, 17:36

@Vered:

Nuuuuhn, eigentlich besteht ja das ursprüngliche Weihnachtsgeschenk im Jesuskind, das angeblich (die Sache mit den neugeborenen Tieren und Nachts im Freien übernachtenden Hirten deutet wohl eher auf einen Termin im Frühling hin) an diesem Tage geboren wurde.

Das mit der Trennung Juden/Christen ist leider von beiden Seiten vermintes Gebiet. Sowohl Jesus als auch seine Anhänger verstanden sich ganz selbstverständlich als Juden und haben auch ganz selbstverständlich nach den hergebrachten Regeln gelebt und gebetet. Und angebetet wird der Vater im Himmel…

5. Lila - Dezember 19, 2007, 20:17

Christkind oder Weihnachtsmann - jedem das Seine, und eine kurze Übersicht über die historische Entwicklung in Deutschland hier.

Ich finde nur den Santa Claus überflüssig. Der ist nämlich eine Weiterentwicklung des Sinter Klas und somit eigentlich der Nikolaus. Und gehört damit gar nicht zu Weihnachten, sondern in den Advent. Daß er das Christkind meiner Kindheit vollkommen an die Wand gespielt hat, macht ihn mir unsympathisch. (So wie ich auch schade finde, daß St. Martin von Halloween entthront wurde.)

Ich habe nichts gegen die USA und amerikanische Kultur, aber müssen auf der ganzen Welt dieselben Feste gefeiert werden? Ist doch schön, daß es überall anders ist. Ich habe als Kind gern von Väterchen Frost und der Hexe Befana gehört. Ohne daß ich nun selbst so feiern würde.

Ich hab ein paarmal hier im Kibbuz mit den angelsächsischen Freundinnen Weihnachten gefeiert und es hatte nicht die geringst Ähnlichkeit mit “echtem” Weihnachten, wie ich es nun mal von zuhause kenne. Es war laut, das Essen war anders und die Lieder auch. Auch das Weihnachtsfest in Nazareth war wiederum komplett anders.

Ich finde es schön, daß es überall verschieden ist, und möchte nicht, daß in zehn Jahren in Edinburgh, Nazareth, Wermelskirchen nur noch EIN Weihnachtsfest anzutreffen ist - eben eines mit Rentieren und Santa Claus.

Also. Das Christkind hat mit dem Jesusknaben nichts zu tun. Es ist ene Art Engel, der in der Christnacht die Geschenke bringt.

Als Kind mochte ich es, weil es in meinen Kinderbüchern eindeutig ein Mädchen im Nachthemd war. Jawohl.

6. MartinM - Dezember 19, 2007, 20:37

Bei “Mädchen im Nachthemd” fällt mit Santa Lucia nach schwedischem Brauch ein, dargestellt von einem Mädchen in langem weißem Gewand und mit einem Kranz aus brennenden Kerzen im Haar. Das Lucienfest ist am 13. Dezember und markiert in Schweden den Beginn der Weihnachtszeit, die am 13. Januar, zu Knut, endet. (Nicht der Eisbär, sondern der Termin, zu dem die Schweden ihren Tannenbaum entsorgen - entgegen einer populären IKEA-Werbung meistens nicht durch das Fenster.)

7. croco - Dezember 19, 2007, 22:22

Das Ganze verwirrt mich zunehmend. Der Nikolaus war ein Bischof und so kenne ich ihn, mit Mitra und Bischofsstab. Der Pelzmärte oder Knecht Ruprecht schleppt die Säcke und machte fürchterlichen Krach, wenn er hinter dem Chef, dem Nikolaus, durch die Straßen zog, eben am Abend des 5. Dezember. Das Christkind war nicht das Jesusbaby, das war ja gerade geschlüpft und musste umsorgt werden. Das Christkind passte durch Schlüssellöcher und seine Verwandtschaftsverhältnisse waren ungeklärt.
Warum jetzt überall der Pelzmärte mit Rentieren am falschen Tag ohne Chef durch die Gegend gurkt, ist mir schleierhaft. Und an Halloween lass ich die drohenden Kinder an der Haustüre Laternenlieder singen. Ein bißchen Ordnung muss sein. Ich bin eben altmodisch.

8. jessebird - Dezember 19, 2007, 23:09

Zu meinen Kindern kommt das Christkind, weil das auch bei mir als Kind so war. Und auch für mich ist es ein Mädchen im Nachthemd mit Flügeln. Allerdings ist es schwer, das durchzuhalten, denn allüberall trifft man ja auf den Weihnachtsmann. Wie erklärt man das vier- und fünfjährigen? In unserer “Legende” ist es der Nikolaus, der am Weihnachtsabend dem Christkind hilft, die vielen Geschenke zu verteilen.
Und was mich am Weihnachtsmann stört - er hat ja so garnix mehr mit christlicher Weihnacht zu tun, oder? Lebt am Nordpol, fliegt mit Rentieren durch die Gegend und beschenkt die Kinder, wenn sie lieb waren. Christus kommt da nicht vor…

9. Lila - Dezember 19, 2007, 23:18

Allerdings. Am perversesten (???? gibts das Wort????) fand ich den komplett idiotischen Film, wiehießernoch, irgendwas mit Expreß zum Nordpol. Eine Animation, deren Figuren so beseelt aussahen wie Wasserleichen - eine Message, die darauf hinauslief, daß bestraft werden muß, wer nicht an Geschenke als oberste Weihnachtsbotschaft glaubt.

Den Film fand ich perfide anti-christlich - perfide, weil er als Weihnachtsfilm daherkommt und ihn deswegen Christen vielleicht kaufen oder besuchen.

Abartig. Den habe ich verschwinden lassen. Meine Mädchen wollten ihn auch nie wieder sehen. Creepy. Kommerz als Religionsersatz. Uhhh. Und die Weihnachtswichtel waren von geradezu faschistischem Gehorsam. Neee war dat schlimm.

PS: Nordpolexpreß hieß er. Gott wie gräßlich.

Und manche Leute fanden den toll!!!!

10. kaltmamsell - Dezember 19, 2007, 23:31

Ahhh, ich als Ungläubige kann mich einfach rundum bedienen: Nikolaus, Christkind, Heilig-Drei-König - und dieses Jahr lasse ich mir von der Kollegin auch noch Opferfest beibringen - zumal es dieses Jahr nicht mit Chanukka kollidiert. Ich liebe Folklore!

11. Norbert - Dezember 19, 2007, 23:37

Und ich liebe animierte Wasserleichen. Aber nur von Tim Burton.

12. Elisabeth - Dezember 20, 2007, 0:26

Weihnachten ist für mich untrennbar mit dem GRINCH verbunden und zwar mit der Comic-Version, in der der Grinch seine Stimme von Boris Karloff bekommt (englisch). Meine Kinder haben ja in ihren frühen Tagen “Weihnachten” bekommen, erst, als sie älter wurden, habe ich ihnen die Chanukka-Alternative ans Herz gelegt. Wäre es heute vielleicht leichter, Weihnachten marginal zu streifen? Damals - 1970 - war es schwer. Die Gemeinde hier war nicht groß und ich war auch neu in der Gemeinde und kleine Kinder gab es eigentlich nicht und drumherum feierten alle - und es gab Geschenke zu ordentlichen Zeiten….
Jedenfalls habe ich damals erstmals den Grinch gesehen und dieser Film hat mich - warum auch immer - angerührt.
Deswegen gibt es den Grinch jedes Jahr und alle Besucher müssen sich den Film anschauen.
Sonst gibt’s nix zu essen.
Elisabeth :-)

13. willow - Dezember 20, 2007, 13:54

was es nicht alles gibt…. in dieses Thema kann man sich hineinsteigern ;)

“Die Weihnachtsgeschenke bringt in Schweden ein Ziegenbock aus Stroh, der „Jul-Bock” genannt wird. Er soll an den Begleiter des Donnergottes Thor erinnern, der in den bösen 12 Rauchnächten am wüstesten unter den Menschen hauste. Der Ziegenbock soll daran erinnern, dass Gott Thor besiegte und sogar den wilden Bock lammfromm werden ließ”

tztztz, und da nennen manche “unseren” Weihnachtsmann heidnisch …

14. LastGunman - Dezember 20, 2007, 14:38

Ich fände es ebenfalls schön, wenn die Vielfalt erhalten bliebe. Aber Santa Claus/Weihnachtsmann mit Hollywood und der Marketingmaschinerie im Rücken, dagegen muß man ertsmal ankommen. Da muss ich doch Disney loben, die immer fleissig Filme zur Weihnachtszeit rausbringen, die gar nichts mit Weihnachten zu tun haben.

Der Film hiess übrigens Polarexpress, und mein Sohn findet ihn klasse. Allerdings wohl eher deswegen, weil er Züge im Allgemeinen toll findet. Die Zugszenen sind jedenfalls gut gemacht und auch gut vertont. Ab der Stelle, bei dem der Zug im Nordpol ankommt, wird der Film für meinen Sohn uninteressant.

Bei uns jedenfalls (katholisch) kommt am 6.12. der heilige Nikolaus und am 24.12. das Christkind.

Michael

15. MartinM - Dezember 20, 2007, 20:41

So wie ich es im heutigen Schweden kennengelernt habe, bringt Tomte die Geschenke. Tomte ist ein kleines Männchen, so eine Art Wichtel, nimmt aber zunehmend weihnachtsmännische Züge an. Auch in Schweden ist die Welt der Traditionen nicht mehr heil …

“Die Weihnachtsgeschenke bringt in Schweden ein Ziegenbock aus Stroh, der „Jul-Bock” genannt wird.”

Der Julbok ist DAS Symbol der skandinavischen Julzeit - und war es wahrscheinlich schon, bevor Nordeuropa christianisiert wurde. Die Begleiters Thors sind zwei Böcke, Tanngnjostr und Tanngrisnir, die seinen Donnerwagen ziehen, der Bock ist das Symboltier Thors.

“Er soll an den Begleiter des Donnergottes Thor erinnern, der in den bösen 12 Rauchnächten am wüstesten unter den Menschen hauste.”

Thor ist der menschenfreundlichste unter den doch manchmal recht rabauzigen nordischen Götter. Wüten ist eher die Sache seines Vaters, Odin - oder Wuodan, was “Der Wütende” heißt.. Die “Wilde Jagd”, Wuotanes her (Wotans oder Odins Heer) ist ein Geisterheer, das nachts mit Jagdrufen und Hundegebell durch die Luft braust, geführt vom Wilden Jäger, Wuodan. Genannt wird er auch Wode, Heiljäger, Hackelbernt - er trägt zahlreiche Namen. Meistens zeigt er sich bei dieser Gelegenheit zu Pferde in Hut und Mantel.
Nicht nur Wuodan, auch die Holda (besser bekannt als “Frau Holle”) oder Perchta wird als Anführerin des Geisterheeres durch die Zwölfen, die Raunächte, die dunkelste Jahreszeit um Mittwinter.

“Der Ziegenbock soll daran erinnern, dass Gott Thor besiegte und sogar den wilden Bock lammfromm werden ließ”

Nein, die Böcke waren schon vorher zahm. Auch der Sündenbock in der Bibel ist ja nicht böse. Aber mit den Bibelkenntnissen der ersten Missionare im Norden war es nicht immer weit her. In manchen Texten heißt es ja auch, dass Knecht Ruprecht, bevor er Knecht des Heiligen Nikolaus wurde, ein heidnischer Gott war. Rein äußerlich könnte es Odin / Woudan sein. Damit gingen wesentliche Eigenschaften des Weihnachtsmannes indirekt auf den grimmigen germanischen Göttervater zurück. Willow, vielleicht ist “unserer” Weihnachtsmann heidnischer als mancher der Heutigen glaubt …

Auch auf den heiligen Nikolaus gingen im Volksglauben Eigenschaften des griechisches Gottes Hermes über. Aber ich merke, das Thema ist bodenlos. :-)

16. willow - Dezember 21, 2007, 0:34

@MartinM :

Genau so meinte ich es… ;) und wenn du Hogfather/Schweinsgalopp von Pratchett gelesen hast erschließen sich noch ein paar Ebenen mehr :)

17. willow - Januar 3, 2008, 13:32

So, da Lila ja wieder anwesend ist können wir auch dieses Thema weiter beackern … irgendwie wurde ich in der Weihnachtszeit mehrfach an die Diskussionen hier erinnert ;)

http://www.antibuerokratieteam.net/wp-content/uploads/2007/12/nikolausi.jpg

http://www.youtube.com/watch?v=40qTXlNJj9s

aber natürlich auch

http://lizaswelt.blogspot.com/2007/12/schne-bescherung.html

was es nicht alles gibt ;)