jump to navigation

Update Schulstreik Dezember 12, 2007, 23:26

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
trackback

Y. ist allein zu der Schulveranstaltung gegangen, ich war zu sehr in Arbeit verstrickt und Primus kam gerade von einer Tour in den Negev zurück… irgendwie konnte ich mich nicht losreißen. Kaum war er in der Schule angekommen, rief er mich schon an. “Hör mal, das wird hier so ne richtige politische Veranstaltungen, mit Leuten von der der Lehrergewerkschaft und dem Kommunalratsvorsitzenden… da stehen zehn Stühle für Redner und zehn Wassergläser auf dem Podium… äääh…” Kurz, er bat um Beurlaubung, wenn die Reden zu lang werden. Wurde ihm im Namen aller Kinder gewährt, und so kam er bald nach Hause gepirscht. Soweit er zugehört hatte, haben die Lehrer keine Absicht, den gerichtlichen Befehlen Folge zu leisten – wie an vielen anderen Schulen auch.

Primus hat immer wieder die Website der Schule überprüft und kam gerade ins Wohnzimmer. Keiner hat morgen Unterricht. Die Schule bleibt geschlossen. Ich bin vermutlich die einzige Mutter in Israel, die beim Hören dieser Nachricht nicht denkt, oh weh, was mach ich mit der Brut???, sondern, na wie gut, daß wir Flugkarten haben! Sonst wären wir jetzt aber angeschmiert….

Noch vier Vorträge bzw Unterrichtsstunden, und ich bin weg. An meiner Stunde für morgen (Renaissance in Flandern, Deutschland, England) hab ich gefeilt, da ist so viel Material drin… da könnte ich ein Halbjahr draus machen. Die Kinder lachen mich aus, als ich Y. das erzähle. “´n Halbjahr hast du fertig, aber gibs zu, die Stunde für morgen steht noch nicht! und dann heißt es wieder, Kinder, seid nett, Mama hat die ganze Nacht durchgearbeitet!”, feixt Secundus zum Vergnügen seiner Geschwister. Stimmt, ich muß da noch mal drüberwedeln… die Arbeit ist nie getan, ich bin nie zufrieden.

Und noch was: auf der Website der Schule habe ich die Bilder von der Polenfahrt meines Primus gefunden, vielleicht erinnert sich noch jemand?

Kommentare

1. grenzgaenge - Dezember 13, 2007, 1:11

hallo lila,

schoen wieder was von dir zu lesen. ich kann y. schon verstehen. solche veranstaltungen mit vielen stuehlen und wasserglaesern auf dem podium sind meistens langweilig und die ergebnisse eher zweifelhaft. (diese erkenntnis stellte sich bei mir immer nach parteitagen ein. die zeit konnte man auch besser verbringen.) on this way: schoenen gruss an y.

viele gruesse,
grenzgaenger

p.s. ist so ruhig bei den kommentaren. habe ich was verpasst ?

2. Zaungast - Dezember 13, 2007, 1:14

Lila, wenn Du in D bist, kauf’ Dir ein billiges Kunstlexikon auf DVD und fertig ist der Vortrag. Empfehlenswert sind auch die Schülerduden mit Referatemanager. Und für die privaten gehobenen Ansprüche empfehle ich die großen Sammlungen der Digitalen Bibliothek (günstig bei Zweitausendeins zu bekommen). Hey, und dann gibt es auch noch die Möglichkeit, dem Publikum Fragen zu erlauben.

Hm – Dein Link unterstellt dem gemeinen Leser allerhand spezielle Kenntnisse – too much.

Zum Schluss: geh’ nicht nach Dunkel-D, Du könntest es bereuen.
Ansonsten: Schokolebkuchen bis zum Abwinken – das wirst Du garantiert bereuen.
Merry X-Mess

3. dirk - Dezember 13, 2007, 1:25

@Zaungast

“Hm – Dein Link unterstellt dem gemeinen Leser allerhand spezielle Kenntnisse – too much.”

Ich glaube die angesprochenen Bilder findest du durch das Klicken auf der mit המסע לפולין 2007 beschrifteten Verlinkung im unteren blauen Feld. Wenn mich meine rudimentären Hebräisch-Kenntnisse nicht täuschen, steht da was von “LePolin”, die Bilder passen auch dazu.

Hier hast du sogar einen
[url=http://pic.hevre.co.il/UserAlbum.asp?uid=0740BB7479EC41738E6A22D6F90DD21F&alid=522587]Direktlink[/url], der hoffentlich funktioniert und auch die Seite nicht sprengt ;-)

4. dirk - Dezember 13, 2007, 1:27

@Zaungast

“Hm – Dein Link unterstellt dem gemeinen Leser allerhand spezielle Kenntnisse – too much.”

Ich glaube die angesprochenen Bilder findest du durch das Klicken auf der mit המסע לפולין 2007 beschrifteten Verlinkung im unteren blauen Feld. Wenn mich meine rudimentären Hebräisch-Kenntnisse nicht täuschen, steht da was von “LePolin”, die Bilder passen auch dazu.

Hier hast du sogar einen
Direktlink, der hoffentlich funktioniert und auch die Seite nicht sprengt ;-)

5. Zaungast - Dezember 13, 2007, 1:56

@Dirk – tja, danke. War Primus nicht auch beim Großvaterbesuch letztens dabei? Schau’ ich da noch mal. Immerhin glaube ich jetzt Gewissheit zu haben, dass sich Hebräisch von rechts nach links schreibt – wegen der Anordnung der arabischen Ziffern.
Ah, so kommt mir das gleich auch ein ganz klein wenig lesbarer vor. Thx
(Hm, aber wie schreiben Rechtshänder dann mit Tinte, ohne fürchterlich zu schmieren ????)

6. Zaungast - Dezember 13, 2007, 2:05

Lila, hier ist noch der Link zu den famosen Silberlingen:
“http://www.zweitausendeins.de/display/?d=5497&pfx=WN”

7. dirk - Dezember 13, 2007, 2:50

@Zaungast
Hmmm, also Primus finde ich selbst nicht auf den Bildern. Vielleicht steht er hinter der Kamera? Oder sind es gar nicht die richtigen Fotos? *shock*
Hmm ja, hebräisch schreibt man von rechts nach links. Mit Tinte zu schreiben ist, glaube ich, eine ziemlich europäische Schultradition, ob das auch in Israel üblich ist, weiß ich nicht definitv, aber ich glaube nicht.
Daneben setzt man bei der hebräischen Schreibschrift nach jeden Buchstaben ab und schreibt nicht “durch” wie bei unserer Schreibschrift. Dadurch musst du nicht die Aufsetzfläche deiner Hand auf gleicher Höhe der Schrift führen, sondern kannst sie etwas unterhalb der Schriftzeile halten.

Soweit jetzt meine Mutmassungen, morgen macht uns Lila hoffentlich etwas schlauer. ;-)

8. Zaungast - Dezember 13, 2007, 3:05

@Dirk: Ja, sicher, Tinte ist von vorgestern und Kulis von gestern, und heute eben ttf – aber vor 500 Jahren?
Da hat man doch den Federkiel bevorzugt und nicht den Steinmetz bemüht.
Aber es sieht hübsch aus. Nuja, dann warten wir halt auf Aufklärung. ;-)

9. Lila - Dezember 13, 2007, 3:21

Zaungast, ich habe zwei solcher Sammlungen, aber glaub mir, Referate etc kann ich aus dem Handgelenk selbst halten, da brauche ich nicht nachzuschauen…. ich brauche schon Material, das über ewiggleiche Zitate von Panofsky und anderen Geistesheroen hinausgeht. Das kann ich nur selbst machen, mit meinen Büchern und den Bildern vor Augen. Ich bau mir meine Vorträge immer wieder neu – da bin ich pingelig. Ich werde schließlich dafür bezahlt, den Leuten zu bieten, was Wikipedia und MeinReferat.de oder wie auch immer nicht bieten.

Übrigens sind die Bilder in der Digitalen Bibliothek zwar groß, aber verwaschen und nicht farbtreu. Die Texte sind sehr altmodisch, um nicht veraltet zu sagen. Ehrenwert, aber nur Grundwissen auf dem Stand der 50er Jahre. Ich bin also nicht davon begeistert… gute Websites haben bessere Scans. Schade. Ich hatte mir da mehr von versprochen.

Auf zwei Bildern von der Polenreise ist mein Primus drauf – noch zoddelig, vorm Haarschneiden. Wie doof, ich kann gar nicht direkt auf die Seite verlinken, da muß man sich durchklicken – tut mir leid, das war mir nicht aufgefallen. Also einzeln. Der Überlebende, der den Kindern so viel erzählt hat und den sie sehr gern mochten. Der brave Junge, als Hippie. Und in Majdanek. Nochmal Majdanek. Und Auschwitz. Eingang nach Auschwitz. Nicht einfach für den Überlebenden.

Und was das Hebräische angeht – oh ja, Dirk hat es perfekt erklärt… das schreibt sich von rechts nach links. Bücher gehen andersrum auf, Zahlen entwischen gern ans Zeilenende am Computer… die Schreibschrift ist aber wirklich Buchstabe für Buchstabe, nur manche Kombinationen sind verbunden. Und man gewöhnt sich eben dran. Oder schreibt mit Stiften, wo die Tinte schnell trocknet. Schulfüller gibt es hier gar nicht. Die Kinder schreiben mit Bleistift, bis sie es können, und dann mit irgendwelchen Stiften.

Ich weiß noch genau, daß ich als ersten Füller einen roten Pelikan hatte, meine Freundin dagegen einen grünen Geha – das waren natürlich verschiedene Welten. Ich habe auch noch immer einen guten Pelikanfüller, den man manuell befüllen muß (wie heißt das noch mal??? Kolbenfüller!), und der schreibt auch sehr schön. Aber damit falle ich hier schon sehr auf, weswegen ich ihn selten benutze. Ich schreibe auch selten noch mit der Hand, leider, die Handschrift geht ganz kaputt vom vielen Tippen.

Meine Handschrift hat sowieso bei der Umstellung aufs Hebräische etwas Schaden gelitten. Schade, sie war mal ganz hübsch.

Und wie man früher, mit Tinte, hebräisch oder arabisch geschrieben hat? Vorsichtig eben. So wie Linkshänder deutsch schreiben. Übrigens sind meine Töchter Linkshänderinnen, ihnen kommt es also sehr zupaß, von rechts nach links zu schreiben.

Hier ein paar Bilder zum Thema Bibel-Handschriften. Ein sofer stam ist ein Schreiber, der die besondere Schrift für heilige Texte schreiben kann. Ich war mal bei einem in der Werkstatt, das war sehr interessant.

Die Kinder, nicht nur meine, schreiben heutzutage, diese Computergeneration!, als wäre ein todkrankes Huhn übers Blatt getorkelt. Das finde ich sehr schade.

10. Zaungast - Dezember 13, 2007, 3:53

Watt ein Vergleich – le coq est mort.
Aber uns ‘Lateinern’ geht es auch nicht viel besser, keine Schreibkrämpfe mehr, nur noch Maus-Arme und
und Flüche, wenn die Kartusche schon wieder leer ist.
Nun gut, also hebräisch ~ chinesisch. Das chinesische Schriftzeichen ‘Alles gut’ bedeutet ‘Kind bei Mutter’ – dann alles gut.
Und Kolbenfüller ist korrekt:”Ein ausgezeichneter Kolbenfüller von Pelikan ist eine Anschaffung für die Ewigkeit. Überzeugen Sie sich von der Güte der verwendeten Materialien und …”
Aber der Schweiß für die Vorträge – man möge es Dir danken, wenngleich da wohl manche Perle vor die … geht.

Schulstreik – da gab es vor dreißig Jahren einen Film:
Zwei Jahre Ferien. Fand ich toll.
Frohe Weihnachten

11. Lila - Dezember 13, 2007, 4:02

Den hast Du auch gesehen, Zwei Jahre Ferien? Fand ich damals auch toll.

Ja das arme Huhn. Aber die alte Schülermetapher vom Huhn, das über die Tafel gelaufen ist, war mir nicht stark genug….

Bei meinen Vorträgen reicht mir, wenn sie einen Menschen glücklich machen – und der mich dann weiterempfiehlt ;-) Auch Geisteswissenschaftler wollen leben.

12. Zaungast - Dezember 13, 2007, 4:29

Das war wohl von Jack London (oder Jules Verne?). Damals gab’s noch schöne Filme. Seewölfe und französische Filmkultur und sogar italienische. Und richtigen Film Noir.
Und echte Gangsterfilme – Point Blank. Und Tarkovsky.
“Jaja, das waren noch Zeiten.”

Denk doch mal verschärft drüber nach, ob Du Deine künstlerischen Bemühungen nicht vielleicht doch in Buchform bringen kannst – zumindest in eine griffig systematische Handmappe – spart Dir Zeit und läßt Dir Raum für Bonmots und andere Abschweifungen.
Und irgendwann kannst Du sagen:
Exegi monument – Aere perennius.

So Du Nachteule – schlaf gut.

13. vered - Dezember 13, 2007, 9:57

Oi wa- awoi, Lila, ausgerechnet jetzt ist der Schulstreik doch zu Ende. Was machst du nun? Kannst du die Flugkarten zurückgeben, oder “müssen” deine Sprösslinge den nun anbrechenden Bildungsmarathon schwänzen?

14. Lila - Dezember 13, 2007, 10:06

Da stelle mer ons janz domm, on da sare mer so… et hätt noch emmer joot jejange.

Ich nehm sie auf jeden Fall mit nach Deutschland. Und dann muß eben nachgearbeitet werden. Pessachferien und Große Ferien werden bestimmt auch gestutzt. Ich glaube, es wird lange dauern, bis diese Lücke geschlossen wird…. Das Risiko haben wir in Kauf genommen, daß der Streik kurz vor der Fahrt beendet wird, und so ist es nun gekommen. Wichtiger ist, ob der Streik Ergebnisse gezeitigt hat – das wird sich zeigen.

15. grenzgaenge - Dezember 13, 2007, 16:17

hi lila,

ja – wie man es macht … aber stimmt schon: nacharbeiten kann man immer. ich war ja aus anderen gruenden auch regelmaessig ueber laengere zeit nicht in der schule und das konnte auch alles nachgearbeitet werden. nur auf die lehrer durfte man sich nicht verlassen. aber ich habe das glueck mit eltern gesegnet zu sein die besser mit mir lernen konnten als hauptamtliche paedagogen.

jedenfalls viel spass in d und melde dich bitte mal, ok ?

viele gruesse,
grenzgaenger


Sorry comments are closed for this entry