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Außerdem: Dezember 7, 2007, 21:00

Posted by Lila in Edle Selbsterkenntnis.
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- Secundus ist exkulpiert, die meisten Anklagepunkte haben sich in Luft aufgelöst, wir haben eine neue Absprache und alles ist wieder gut.

- mein zweiter Weisheitszahn ist mit noch größerer Leichtigkeit rausgeflutscht als der erste. In Sekundenschnelle war es vorbei, keine Blutung, keine Schmerzen, keine Schwellung. Entweder der Zahnarzt ist ein Genie oder alle anderen vor ihm haben nichts getaugt.

- Chanukkaferien! auch Quarta kann ihre Tage daheim verlümmeln, während ihre Eltern arbeiten!

- Kater Leo, der Neuzugang, ist so fett geworden bei uns, daß wir ihn schon im Verdacht hatten, eigentlich Leonie zu heißen und bei uns ein warmes Heim für Leonhard, Leopold und Leontine zu suchen, die demnächst im Wäschekorb das Licht der Welt… doch nein. Eindeutiger Befund: verfressener Kater.

- wir ignorieren nach wie vor Weltereignisse. Ist Olmert eigentlich noch Ministerpräsident? Seelisch ist es uns lange nicht so gut gegangen!

- Endlich ist hier der Winter losgegangen. Man braucht morgens und abends schon mal eine Wolljacke, und es regnet. Juhu!

- Ich habe an der Uni Zehava Galon gesehen, die Politikerin. Sie saß am Nebentisch mit einer Gruppe Studenten. Ich dachte, woher kenn ich die bloß??? und habe mir das Hirn zermartert, wo ich sie schon mal getroffen habe. Erst als ich auf den T-shirts der Studenten Meretz las, wurde mir klar, wer das ist. Sie sieht genau aus wie die typische Uni-Frau. Soziologin oder so könnte sie sein. Ihre Stimme ist in natura viel netter als im Fernsehen. (Das Komische: sie guckte mich auch mehrmals versonnen an, als wüßte sie nicht, wo sie mich hintun soll. Keine Ahnung wieso.)

- Dies Jahr - ohne Geschenke. Mein Gott, die paar Kleinigkeiten… ich will nur noch eben… ach das ist doch nichts Richtiges… laßt mich mal…

Expecto patronum Dezember 7, 2007, 19:19

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Den ersten Harry-Potter-Band habe ich vor vielen Jahren bei meinem jüngsten Bruder gesehen, mit den wirklich genialen Umschlagzeichnungen von Sabine Wilharm, die mein inneres Bild von Harry geprägt haben, obwohl ich damals nicht mitgelesen habe. Mein Schwager hat Primus irgendwann den ersten Band auf Hebräisch geschenkt, Primus war begeistert und wurde dadurch zum Leser. Weil er mich nicht überzeugen konnte, mich ans Lesen zu geben, wanderte er mit seinen längst angesteckten Geschwistern in die Bücherei und lieh für mich den ersten Band auf Deutsch aus. (Die Kinder waren damals schon im vierten Band angekommen, glaube ich.)

Sie legten mir das Buch aufs Kopfkissen. Vor lauter Rührung las ich die erste Seite. Ich war natürlich sofort angesteckt und las die ganze Reihe auf Englisch in einem Zug durch - es geht ja nichts über die Originalsprache, und es stört mich schon, daß “exploding snap” als “Snape explodiert” übersetzt wird oder das “floo powder” als “Flohpulver”.

Seitdem lese ich mit den Kindern zusammen jede Neuerscheinung durch, und natürlich haben wir im Laufe der Jahre heiß debattiert, wie das Ganze ausgeht. Wir haben alle Bücher auf Englisch und Hebräisch, und als im Juli der letzte Band rauskam, haben Primus, Secundus und ich ihn uns förmlich aus den Händen gerissen. Wir mußten höllisch an uns halten, nichts zu verraten, bis vorgestern die hebräische Ausgabe erhältlich wurde - die wir natürlich vorbestellt haben. Tertia hat sich wie ein Geier darauf gestürzt und ist seitdem eigentlich unsichtbar - jetzt kann man behaupten, sie genießt den Schulstreik aus vollem Herzen! (Sie hat die vorigen Wochen damit verbracht, sämtliche Bände noch mal durchzulesen.) Quarta ist zwar keine Leseratte wie Primus und Tertia, aber auch sie hat sich durch den ersten Band gelesen.

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Der einzige, der sich einen potterfreien Kopf bewahrt hat in diesem Haus, ist Y. Er liest sowieso ungern, ihn nerven Geschichten mit zu vielen Protagonisten, die man auseinanderhalten muß, und ihm sind realistische Geschichten ohnehin lieber. Er ließ sich zwar seufzend in die Filme mitschleppen und muß sie hier auf DVD in Endlos-Schlaufe miterleben - der letzte Film, der fünfte, gefällt uns allen so gut, daß wir ihn wieder und wieder gucken, auf Englisch natürlich. (Wir lieben old Kreachers Stimme!) Aber lesen - ach nein.

Doch seine Töchter haben ihn ausgetrickst. Als er mal besonders guter Laune war, haben sie ihm abgeschmeichelt, daß er ihnen was verspricht. “Nein, Abbale, es kostet nichts, aber wir würden uns sooo freuen! Sag doch einfach JA!” Der ahnungslose Mann sagte schließlich, “na meinetwegen - JA”. Und schon schossen sie davon und holten den ersten Band. “Hier, Abba, du hast es versprochen, jetzt mußt du das Buch auch lesen!” Er brummte, aber versprochen ist versprochen.

Wie lange brauchte er für den ersten Band? Viel Zeit hat er ja nicht zwischen der erschöpften Heimkunft und dem Einschlafen, aber schon nach wenigen Tagen forderte er den zweiten Band an. “Ja, ich habe für so phantastische Geschichten eigentlich nichts übrig, aber es liest sich ganz spannend”, meinte er. Der dritte Band liegt schon für ihn bereit.

Vorhin hörte ich ihn murmeln, als er auf der Suche nach Zutaten für die Suppe den Kühlschrank öffnete, “accio Zucchini”. Da wußte ich, wir haben ihn.