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Kleine Übung November 23, 2007, 20:44

Posted by Lila in Uncategorized.
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 Wer hat das gesagt? Wer ist hier gemeint?

“We can’t live with a state that terrorizes and hunts us, despite the fact that we are on our own land. We have lived on this land and cultivated it for thousands of years, long before the creation of the state.”

Falsch geraten.

Sami reindeer herders in traditional costume and led by a live reindeer held a protest march Friday in Stockholm, Sweden, over new Norwegian regulations.

“We can’t live with a state that terrorizes and hunts us, despite the fact that we are on our own land,” said Per Anders Nutti, who heads Saarivuoma, the group organizing the protest. “We have lived on this land and cultivated it for thousands of years, long before the creation of the Norwegian state.”

Ist es nicht interessant, daß gerade die pro-palästinensischen Nordländer ähnlichen Vorwürfen ausgesetzt sind wie Israel? Wer Fräulein Smilla gelesen hat, weiß ähnliches über Dänen und Grönländer… von Briten und Engländern mal ganz zu schweigen… Komisch, irgendwie ereifert sich da keiner so richtig.

Kommentare»

1. Lästig - November 24, 2007, 3:03

…und wenn es doch einer tut, dann kann es nur ein dämlicher Gutmensch sein. Kurzes Gedächtnis - hat Vorteile.

Heuer noch kein Broder gehabt?
http://einestages.spiegel.de/static/authoralbumbackground/840/aus_der_hoelle_in_den_alptraum.html

2. flowerkraut - November 24, 2007, 14:30

Für den Normaleuro ist Nordskandinavien auch sonst nicht existent. Und dass der Nord-, Ost-, Mittel-,Süd- oder Westeuropäer an grenzenloser Selbstüberschätzung leidet ist auch nicht neu.
In den skan. Ländern selbst ist es auch kein Thema für die Massen, aber es ist in allen skandinavischen Ländern auf den hinteren Rängen in der Tagesordnung. Es wird aber im Wesentlichen im Rahmen des Rechts und der EU und der UN (ein Grund warum ich, wie ihr die UN nicht komplett verdamme) angegangen. Es gibt durchaus kleine Fortschritte. In Norwegen ist vor einigen Monaten ein großer Teil der Finnmark an die Ureinwohner gegeben worden. Das Hauptproblem ist die industrielle Nutzung der Flüsse und die Unterbrechung der Wanderwege der Rentiere durch Waldbesitzer und Industrie. Der Hauptunterschied ist aber der, dass Samis keine Busse oder Cafes in die Luft sprengen, und daher leider weniger mediale Aufmerksamkeit bekommen. Viele Samis leben völlig modern in den Städten und sind mit Skandinaviern verheiratet. Aber das bedroht eben oft das faktische Fortleben der samischen Kultur und Sprachen (es sind in Schweden offizielle Minderheitensprachen, ebenso wie Jiddisch, Romani etc.). Es gibt schon länger selbstständige Schulen für die Samikinder in denen ganz andere Fächer unterrichtet werden. Nebenbei, es gibt Samis und andere Nomaden in Russland, aber darüber schreibt erstrecht niemand etwas.

http://www.eng.samer.se/GetDoc?meta_id=1098

http://www.eng.samer.se/GetDoc?meta_id=1281

Schöne Grüße

3. dirk - November 24, 2007, 18:49

Auch kriegt man nicht zu den Samis nicht so viel Kommentarrotze.
Alles natürlich nur antizionistisch und nicht antisemitisch.

Das mit dem Wort “Gutmensch” von Lila noch nie leichtfertig gebraucht wurde, egal, Hetze an der Realität vorbei war schon immer beliebt, gerade wenn es um Israel geht.

4. Lila - November 24, 2007, 21:41

Stimmt, ich bin mit dem Wort “Gutmensch” vorsichtig, d.h., ich benutze es gar nicht, weil ich auch finde, wir Menschen sollten gut zueinander sein, und das Bemühen darum hat nichts mit politischen oder weltanschaulichen Fragen zu tun. Es ist ein unsachliches Wort, darum benutze ich es nicht, ebensowenig wie seinen hebräischen Vetter, “yafey nefesh”, die schöne Seele (sinngemäß übersetzt, nicht grammatikalisch exakt).

Ebenso habe ich das Wort “Kommentarrotze” noch nicht gebraucht…soweit ich mir bewußt bin jedenfalls.

5. dirk - November 24, 2007, 22:06

Das schriebst du auch schonmal.
Mir ging nur etwas die Hutschnur beim “Lästigen” hoch. Wenn er vielleicht ein bisschen hier gelesen hätte, hätte er sich das auch mit dem “Gutmenschen” und dem Tonfall sparen können. Der wird dir nämlich nicht gerecht.

Wobei meiner auch nicht besser war und der Satzbau verunglückt.

6. Lila - November 24, 2007, 22:19

Der Kommentar vom “Lästigen” ist mir nicht ganz klar. Ich hoffe, er meldet sich noch mal, damit dieser etwas kryptischer Kommentar mir klarer wird. Aber gerecht werden… tja… weißt Du, man ist ist ja nicht immer auf der Höhe, und wer in so ein Blog plumpst und etwas liest, ohne die ca. 500 achsoknappen Beiträge vorher gelesen zu haben… und ohne zu wissen, wie unglaublich nett ich eigentlich in Wirklichkeit bin…*hrr-hm*… und liest nur den Beitrag, den ich nicht ganz auf der Höhe geschrieben habe… der wird mir halt nicht gerecht.

Ist beim Bloggen gewissermaßen Berufsrisiko und stört mich manchmal gar nicht, manchmal sehr. Manchmal finde ich es zum Kichern, manchmal finde ich, der Leser hat Recht, und manchmal ärgere ich mich so, daß ich am liebsten das Bloggen aufstecken würde, ki-lama-li? warum tu ich mir das an?

Der Vorteil: meine Langzeit-Leser kennen mich inzwischen besser als ich mich selbst kenne und irgendwie pendelt sich alles wieder ein und aus…. und wer austeilt, muß auch einstecken können. Ich teile aus - also bitte. Aaau!!!

7. flowerkraut - November 25, 2007, 0:05

1. Die Samen sind die skandinavische Urbevölkerung, die Palästinenser sind keine Urbevölkerung. Die Urbevölkerung wären eher die B e d u i n e n und die habe keine übergroßen Probleme mit Israel oder den arabischen Staaten. Deren Lage wäre aber wohl vergleichbar mit denen der Samen ea. Wenn die die Situation in Skandinavien und im Nahen Osten richtig überblicke, ist also auch das geringe Eintreten für die Rechte der Samen keine untypische starke psychologische Verdrängung, sondern weltweites Normalmaß. Das übermäßige Eintreten für die Belange der Palästinenser kann durchaus im Einzelfall einen antisemitischen Subkontext haben. Trotzdem halte ich Neuskandinavier aber mit Sicherheit nicht für antisemitischer als andere Völker Europas.

2. Den p o l i t i s c h e n V e r g l e i c h von Samen (oder meinetwegen von Nenzen, Evenken, Mori, Buschmänner, Aborigines etc.) mit Palästinenser halte ich für eine Frechheit und für eine Beleidigung der Erstgenannten.
Die Samen haben keine alten heiligen Schriften und moderne religiöse Pamphlete, die fordern Ungläubige zu beherrschen oder umzubringen.
Die Samen fordern nicht, die Norweger, Schweden, Finnen oder Russen ins Meer zujagen (Die Zitate die Lila brachte sind so ziemlich das Schärfste was im Umlauf ist).
Samen wählen nicht mit 2/3 Mehrheit radikale Parteien.
Samen feiern keine Al-Kuds-Tage oder ähnliches in den sie das gesellschaftliche Klima in Drittstaaten vergiften.
Samen sprengen keine Cafes oder Bussen mit dutzenden Zivilisten in die Luft.
Samen sind nicht im weltweiten Terror aktiv.
Samen bilden keine Kinder zu Selbstmordattentäter aus.
usw. usw.

Wie gesagt das bezieht sich auf den politischen Vergleich, sonst sind wir Menschen alle aus dem gleichen krummen Holz gemacht und knarren und quietschen bei Belastung ganz gleich ob Same, Gutmensch oder Scheißliberaler :)

8. Lila - November 25, 2007, 0:12

Ich hab ja gar nicht vergleichen wollen…

Ich dachte nur beim Lesen, ja Dings noch mal, so viel Unrecht geschieht in der Welt, und irgendwie haben die Palästinenser so eine gute PR und so viel Sympathien in der Welt… daß für die anderen kaum was übrigbleibt.

Ist doch so.

9. flowerkraut - November 25, 2007, 1:18

und ich wollte deinen Betrag nur als Anlass nehmen ein bisschen Öffentlichkeitsarbeit für die Sami zu machen. Bisher gab es dazu doch noch nichts auf meinen Blog. Und bei dir finden meine Links doch viel mehr Leser.
Die schlimmsten Zeiten für die Samen sind glücklicherweise vorbei (auch die Kirche hat sich da nicht mit Ruhm bekleckert).

Der Kampf geht weiter! ;)

10. Lila - November 25, 2007, 1:23

Na, wenn Du Dich, was meine Leserzahlen angeht, mal nicht verschätzest! Rungholt ist kein Alphablog.

Aber ansonsten sind wir ganz einer Meinung.

11. MartinM - November 25, 2007, 1:30

Interessant, flowerkraut. Aber das “die Samen” nicht fordern” die Norweger, Schweden, Finnen oder Russen ins Meer zu jagen” ist, wenn man sich die Konstellation ansieht, auch kein Wunder. Schon weil ethnographisch gesehen auch Norweger, Schweden, Finnen oder Russen “Indigene”, Einheimische, sind, deren Vorfahren schon seit Jahrtausenden in Nordeuropa gelebt haben, oft bunt gemischt untereinander siedelt (samische Siedlungen sind bis “hinunter” nach Oslo, nordgermanische Siedlungen bis “hoch” zum Nordkap nachweisbar). Die Probleme begannen, als die Schweden, Norweger, Finnen, Russen sich für das traditionell von den Sami genutzte Land interessierten, und die Sami als Minderheit massiv benachteiligten.
Allenfalls könnten Sami-Nationalisten fordern, dass die Schweden, Norweger, Finnen, Russen die Sami-Gebiete verlassen. Was erstens niemand ernsthaft fordert (auch die Befürworter eines unabhängigen Sami-Staates nicht) und was zweitens keine “Völkerwanderung” wäre.

Also ist das Problem, trotz der verblüffend ähnlichen Wortwahl, ein völlig anderes. Das geringe internationale Interesse am Sami-Problem und die geringe Militanz der Sami-Nationalisten überrascht nicht, da den Sami nicht annähernd so hartes Unrecht geschah oder geschieht, wie z. B. den “Indianern” Nordamerikas

Noch völlig anders ist die Lage in Grönland, wobei Peter Høegts Roman die Sachlage zugunsten der handlungsbestimmenden Konflikte “zurechtbog”. Er dramatisierte aber auch gegen die Selbstgerechtigkeit seiner Landsleute.

Und das scheint mir der entscheidende Punkt zu sein: Selbstgerechtigkeit. Deutsche Selbstgerechtigkeit, weil “man” ja aus “der Vergangenheit” gelernt hätte oder skandinavische Selbstgerechtigkeit, weil “man” ja alle Minderheitenprobleme glücklich gelöst hätte und traditionell extrem tolerant sei.

12. flowerkraut - November 25, 2007, 2:42

MartinM:”Schon weil ethnographisch gesehen auch Norweger, Schweden, Finnen oder Russen “Indigene”, Einheimische, sind, deren Vorfahren schon seit Jahrtausenden in Nordeuropa gelebt haben, oft bunt gemischt untereinander siedelt (samische Siedlungen sind bis “hinunter” nach Oslo, nordgermanische Siedlungen bis “hoch” zum Nordkap nachweisbar)”

das stimmt so nicht, schon garnicht mit Jahrtausend e n , Germanen Russen und Nordkap. Später betraf es die westlichen Küstenregionen ungefähr bis zu “Höhe” Ende bottnischer Meerbusen aber nicht das Binnenland.

Zu den Thema Indianer-Amerikaschweden-Samen-Schweden gibt es eine Untersuchung eines schw. Professors die kommt zu anderen Ergebnissen. Müsste ich noch googlen, vielleicht schreibe ich irgendwann einmal etwas dazu.

und sonst:
http://www.eng.samer.se/servlet/GetDoc?meta_id=1126

Lila:”Na, wenn Du Dich, was meine Leserzahlen angeht, mal nicht verschätzest! Rungholt ist kein Alphablog.”

Egal, jedesmal wenn ich mich hier äußere, schnellen meine Besucherzahlen rapide nach oben.

Gutes Nächtle zusammen!

13. MartinM - November 25, 2007, 13:49

Danke für den Link - inhaltlich kann ich dem Autoren insofern folgen, dass die Wohngebiete der Sami ihnen “gehören”, sprich, dass eine nicht-tradionelle Nutzung (Wasserkraft, Bergbau) ohne Zustimmung der Sami-Gemeinschaft nicht zulässig sein sollte, und dass die Sami selbstverständlich das Recht auf politische Selbstbestimmung haben.

Was ich mit meinen Hinweis auf das “Durcheinandersiedeln” schon in historischen Zeiten beabsichtige: Mir sind “völkische” Argumentationen, die “Blut” - “Wir sind direkte Nachkommen der Ureinwohner Nordskandinaviens, und ihr eben nicht!” mit “Boden” (”Nur ein echter Same darf das Land der Sami nutzen!”) aus Prinzip zuwider - so sehr ich auch mit den Sami hinsichtlich ihrer Forderungen nach Selbstbestimmung sympathisiere.
Wobei das mit den “Blut” bei der Bevölkerung Nordeuropas selbst genetisch gesehen nicht hinhaut …

14. flowerkraut - November 25, 2007, 20:31

Das kann ich nachvollziehen, es ist aber ein Unterschied, ob die sg. „Boden&Blut-Argumentation“ zur Unterdrückung einer anderen, kleineren Kultur genutzt wird oder ob sie den Bestand einer bedrohten Kultur zumindest teilweise sichern soll bzw. ihr die Chance zu einer eigenen Entwicklung lassen soll.

15. willow - November 25, 2007, 20:51

Du begibst dich da auf unsicheren Boden, Flowerkraut… auch die Nazis betrieben ja ihre “Blut & Boden”-Propaganda angeblich, um die bedrohte kleine arische Minderheit gegen die übermächtige jüdisch-bolschewistische Weltverschwörung zu schützen… man sollte da seeehr vorsichtig sein. Natürlich sollten gerade kleine ethnische oder auch kulturelle Gruppen durch “die Weltgemeinschaft” unterstützt und vor dem Verschwinden bewahrt werden. Aber irgendwie scheint “die Weltgemeinschaft” da sehr selektiv zu empfinden….

16. flowerkraut - November 25, 2007, 21:54

jepp ich stimme dir zu! Aber bedenke einmal, dass der ehemalige Sänger der Internationalen, Gerhard Schröder, bisher immer noch kein Wort dazu gefunden hat, dass ein Großteil des russ. Öl und Gas aus Gebieten weit von Moskau stammen, dass aber die Dollar dafür zum Großteil in Moskau von Politoligarchen verbraten werden. Die seit Ewigkeit in den Regionen lebende Bevölkerung wird in Schulen ihre Sprache beraubt, oder nimmt kaum am modernen Bildungswesen teil, und den Rest erledigt der Wodka!

Es ist wie vor über hundert Jahren in Amerika nur mit dem Unterschied, dass wir jetzt das Jahr 2007 schreiben.

Man könnte schreien!

17. flowerkraut - November 25, 2007, 22:38

das wichtigste vergesse ich immer, wenn ich mich ärgere!

Die Samen sind keine Nazis! Und die anderen und die anderen hier benannten Völker auch nicht! Und sie denken auch nicht so!

Und bevor ich mich noch mehr ärgere, wünsche ich Euch allen eine schöne Woche!

18. Lila - November 25, 2007, 23:03

Nicht ärgern!! Ich glaube, keiner wollte Dich ärgern.

Wir sind nur alle so Perfektionisten, die an jeder Formulierung nochmal und nochmal drehen müssen, damit nur ja keine Unklarheiten übrigbleiben ;-)

19. willow - November 25, 2007, 23:27

“Gerhard Schröder, bisher immer noch kein Wort dazu gefunden hat, dass ein Großteil des russ. Öl und Gas aus Gebieten weit von Moskau stammen, dass aber die Dollar dafür zum Großteil in Moskau von Politoligarchen verbraten werden.”

Dochdoch…. er sprach von lupenreiner Demokratie. Und ich kenne, achte und mag die Völker des hohen Nordens Europas.

20. Lila - November 25, 2007, 23:36

Na warte, Willow, jetzt hab ich Dich.

Diese israel-hassenden Nordvölker, die achtest und magst Du….??? :shock:

Wir sind bei denen total verhaßt, der reinste Gottseibeiuns.

Ich fahre aber trotzdem auch gern in den Norden und mag auch alle Leute, die ich da kenne, gern. So ne kleine schizophrene Ecke oder unerwiderte Liebe muß man sich bewahren…. :cool:

21. willow - November 26, 2007, 10:28

Stimmt, was gerade aus Norwegen und Schweden über Anti-Israelische Aktionen (oder auch schlicht und ergreifend Antisemitismus) berichtet wird ist schon ziemlich heftig…

Dabei hatte ich eigentlich an die Bewohner Lapplands gedacht, insbesondere auf der finnischen Seite - um ganz konkret zu werden (komische Jahreszeit) die Umgebung des Korvatunturi…

http://www.santagreeting.net/?a_aid=95db8008&a_bid=73515b8a

22. flowerkraut - November 30, 2007, 22:02

Lila: “Nicht ärgern!!”

Doch !!! Die komische “Nordengeilheit” kann mir gestohlen bleiben, aber sonst könnte ich noch einiges sagen, aber lassen wir es!

23. Lila - November 30, 2007, 22:28

Bei mir hat das biographische Gründe, ich bin entschuldigt ;-)

Aber kein Ärger, wär mir schade um Deine Nerven, bewahr sie Dir für wichtigere Dinge auf!