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Interessanter Artikel November 21, 2007, 15:05

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
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in der ZEIT, eine Innenansicht aus dem Chaos in Sh´chem, biblisch Sichem, heute besser als Nablus bekannt. Ich weiß nicht, ob die Stimmen und Ansichten, die dort geäußert werden, in Deutschland wirklich so selten zu hören sind, wie ein paar Leserkommentare meinen - in Israel jedenfalls ist das bekannt und wir können uns das Spektrum der Meinungen jeden Abend in den Nachricht anhören.

Die Situation in der Westbank und im Gazastreifen ist so verfahren und die Palästinenser untereinander so tödlich verfeindet, daß Außenstehende unmöglich erkennen können, wer nun eigentlich bei all den Bandenkriegen und der Kriminalität “im Recht” ist. Vieles bleibt undeutlich, wird wohl auch nicht zu klären sein, ein Knäuel von Unrecht, Rache, neuem Unrecht und wiederum Rache.

Für mich scheint die deutlichste Erkenntnis eine zu sein, daß die “leidenden Zivilisten” dort meine Meinung teilen (für die ich von deutschen Palästina-Fans öfter zur Schnecke gemacht worden bin, als ich zählen kann ;-) ) - nämlich daß Terror und Intifada den Palästinensern nur schaden, daß sie sich damit selbst im Wege stehen. So lange dieser Terror anhält, gibt es keinen Ausweg.

Zur wirtschaftlichen Situation einer Familie:

Der Vater – er hat ein tief zerfurchtes, früh gealtertes Gesicht und schwermütige, von Schlaflosigkeit gerötete Augen – besitzt eine Werkstatt für Aluminiumfenster. Vor der Intifada beschäftigte er sieben Arbeiter. Abends kam er oft erst um Mitternacht heim, das Geschäft florierte, er machte bis zu 2000 Euro Gewinn im Monat. Jetzt hat er noch einen Arbeiter und einen Lehrling, meist machen sie um 15 Uhr Feierabend, oft haben sie gar nichts zu tun.

Zu den Erinnerungen einer anderen:

Der Hausherr erinnert sich auch an einen Besuch der israelischen Generäle Mosche Dajan und Ezer Weizman, da war er ein Teenager. Die beiden Israelis schlugen schon damals die Gründung eines Palästinenserstaates vor.

Al-Masri mochte Arafat als Menschen. Politisch hat er kein gutes Wort für ihn übrig. »Er startete die Intifada, sie ging auf seine Entscheidung zurück. Er weigerte sich, über die Konsequenzen nachzudenken. Wir zahlen den Preis dafür.«

Das sag ich auch schon seit Jahren. Viele Leute in der palästinensischen Führung weigern sich, über Konsequenzen nachzudenken. Warum auch? Sie müssen die Konsequenzen ja nicht tragen. Sie haben, innen- wie außenpolitisch, Israel als bequemen Sündenbock. Im Zweifelsfalle sind eben immer die Israelis schuld…

Für al-Masri gibt es nur einen Ausweg – eine Konföderation der Palästinensergebiete mit Jordanien, »einem gut regierten demokratischen Rechtsstaat«. Eine realistische Alternative? »Ich glaube, so wird es kommen.« Es klingt wie eine aus Hoffnungslosigkeit geborene Zuversicht.

Es wäre auf jeden Fall besser als das Chaos, das jetzt herrscht. Der einzige kleine Haken? Ich glaube nicht, daß die Jordanier daran interessiert sind. Allerdings war die Westbank vor dem Sechstagekrieg ein Teil Jordaniens, und Israel hat sie den Jordaniern angeboten, aber die Jordanier haben abgelehnt. Sie haben schlechte Erfahrungen mit den Palästinensern gemacht - oder die Palästinenser mit den Jordaniern, je nach Sichtweise.

Eine etwas zwielichtige Gestalt äußert sich so:

»Wir könnten in Wohlstand und Frieden mit den Israelis leben«, erklärt er, »wenn wir einen Rechtsstaat einführen und ihre Sicherheit garantieren. Dafür müssen wir die Herrschaft der Terrorgruppen brechen. Wer mit einem Gewehr in der Hand herumläuft, gehört ins Gefängnis.«

Wo er Recht hat, hat er Recht. Leicht wird er sich bei einigen seiner Landsleute damit nicht durchsetzen:

Einer deutet auf die M-16 und ruft: »Ich könnte mich nie davon trennen. Die ist für mich so wichtig wie ein Fotoapparat für einen Fotografen oder für Sie Ihr Kugelschreiber und Ihr Notizbuch. Ohne ein Gewehr käme ich mir völlig verloren vor.«

Eine Mentalität, die von europäischen Beobachtern allzugern als leidenschaftliche Freiheitsliebe verklärt wird und sie nicht davon abhält, die bis an die Zähne bewaffneten Palästinenser mit den Bewohnern des Warschauer Ghettos zu vergleichen

Zukunftsaussichten:

»Wir sind kriegsmüde. Ich habe mir Gedanken darüber gemacht. Der bewaffnete Kampf war ein Fehler. Es war falsch, uns in israelischen Städten in die Luft zu jagen. Mit den Israelis könnten wir klarkommen, mit ihnen können wir verhandeln. Es gibt andere Methoden zur Durchsetzung unserer Ziele. Aber mit Schakaa, wissen Sie, das ist etwas anderes. Wir sind Araber.«

Im Klartext: selbst wenn es gelänge, irgendeine Art Kompromiß mit uns zu finden, ginge der Bürgerkrieg der Fraktionen dort weiter. Die palästinensischen Gebiete bleiben unruhig und ein brodelnder Kessel von Gewalt und Vergeltung. Keine beruhigenden Aussichten.

Aber so schnell wird sich ein Kompromiß mit uns nicht finden lassen. Wer noch Illusionen über den “peace process” hat, sollte genau zuhören:

Ghazale redet über Politik. Davon, dass er der palästinensischen Regierung Verhandlungsspielraum verschaffen wolle. Seit 2005 sei, behauptet er, kein Selbstmordanschlag von Nablus ausgegangen. Sollten Verhandlungen zu nichts führen, »werden wir wieder in die Offensive gehen und Checkpoints und jüdische Siedlungen angreifen«.

»Wer entscheidet das?«

»Wir selber.«

»Nicht die Politiker?«

»Wir wissen, was wir zu tun haben.«

Wir können uns also auf kein Abkommen verlassen, da die Terror-Organisationen ohnehin autark sind. Und keine palästinensische Regierung hat sie bisher zähmen wollen oder können. Das sind keine israelischen Hirngespinste, das sind Tatsachen. Und wir können uns nicht leisten, diese Tatsachen kleinzureden, schönzureden, wegzureden.

Wir müssen mit diesen Nachbarn, deren verschiedene, gewaltsam konkurrierende Führungen allesamt mehr Interesse an Kampf und Blutvergießen haben als an der Errichtung eines stabilen Bürgerstaats, irgendwie klarkommen. Ich wüßte gern, wie andere Regierungen damit klarkämen. Vergessen wir nicht, daß die meisten Palästinenser nach wie vor den Staat Israel als unrechtmäßig errichtet sehen und ihn bekämpfen, so absurd das in dieser Weltgegend post-kolonialer junger Staaten ist.

Insgesamt ist die Situation also vollkommen hoffnungslos.

Um allen Unwissenden zuvorzukommen…. hier noch ein Link zu einer pro-palästinensischen Seite, aus der eindeutig hervorgeht, daß all die oft beklagten “repressiven Maßnahmen” Israels, mit denen wir zur Lage der Palästinenser beitragen, als Reaktion auf Terror entstanden sind:

From 1967 to 1991, restrictions on the movement of Palestinians were relatively light. However, with the beginning of the first Intifada in 1987, Israel increasingly restricted Palestinians’ freedom of movement by implementing a permit system. In 1988, it began preventing Palestinians from travelling between the Gaza Strip and the West Bank.

Dabei wird, gern vergessen, natürlich auch die Bewegungsfreiheit der Israelis eingeschränkt:

From the beginning of the second Intifada in 2000, the Israeli Military increasingly restricted Palestinians from moving freely. Physical blockades were set up by the army between Palestinian villages, permits denied and curfews imposed across the West Bank and Gaza. In 2001 it became illegal for Israeli citizens to travel into Area A (areas under full Palestinian control) of the West Bank.

Man kann beklagen, daß Israel Checkpoints und sogar, nach vielen, vielen Jahren des Terrors, eine Sperranlage einsetzt, um das Leben israelischer Bürger zu schützen. Es amüsiert mich immer, wie sich Deutsche gegen diese Sperre ereifern - wo doch jeder Deutsche als erstes einen Jägerzaun setzt, um sich und seine Gartenzwerge vor der Invasion spielender Nachbarskinder, pinkelnder Dackel und ähnlicher Übeltäter zu schützen…

Aber eine überzeugende Alternative dazu habe ich noch von keinem Kritiker gehört. Außer der Selbstaufgabe natürlich, die uns die extreme englische Linke ans Herz legt. Aber Israelis kapitulieren nun mal ungern, auch wenn sie das sehr unbeliebt macht.

Kommentare»

1. B.L.O.G. - Bissige Liberale ohne Gnade » Rache - November 21, 2007, 16:07

[...] bei Lila aus Rungholt, die den Artikel ausführlich [...]

2. planq - November 22, 2007, 3:21

Interessante Ansicht

Dabei wird, gern vergessen, natürlich auch die Bewegungsfreiheit der Israelis eingeschränkt:

Ohne jetzt anecken zu wollen. Die Italiener die nicht in den Vatikan rein kommen dürfen fühlen sich in der mehrheit ja auch nicht eingeschränkt.
Es ist in den Besetzten Gebieten einfach eine Sicherheitsmasnahme da das Militär einfach in A Gebieten nicht für die Sicherheit sorgen kann. Davon abgesehen kann man das nicht vergleichen. Es ist schon bittersüße Realsatire wenn man einen Checkpoint, zwischen zwei Dörfern in Besetztem Gebiet wo Familien getrennt werden mit einem Reiseverbot zu vergleichen versucht. In Fall A spielen sich manchmal wenn die Soldaten allzu jung sind Familiendramen ab in Fall B ist die Reisemöglichkeit halt etwas eingeschränkt.

3. Lila - November 22, 2007, 3:28

Ja, und wenn sich Israelis ins Gebiet A verirrt haben, eine Autopanne hatten oder naiv-blöd genug waren zu glauben, ihre Geschäftspartner oder Internetbekanntschaften sind wirklich so nett… dann ist das auch schon mal tödlich geendet.

Israelis können übrigens in eine ganze Menge Länder nicht einreisen… bittersüße Realsatire einer anderen Art. Bis sich der Status des Staats Israel ändert, klingt das Pochen der Menschenrechtsorganisationen auf das Recht zur freien Bewegung etwas doppelt bemaßstabt, findest Du nicht? Wieso wird dafür eingetreten, daß sich Bewohner von Nablus ungehindert in den Einkaufszentren von Haifa in die Luft sprengen dürfen - dagegen findet keiner was dabei, daß ich weder nach Damaskus noch Beirut reisen darf? obwohl ich da nichts weiter möchte als Ruinen besichtigen?

Nicht als ob ich Checkpoints das Wort reden würde. Ich finde es mehr als bedauerlich, daß es solche Kontrollen überhaupt gibt. Ohne Terror hätte es sie auch nie gegeben. Es gab sie vor der 1. Intifada nicht. Daß darunter ganz harmlose Bürger leiden müssen - das finde ich genauso schlimm wie Du. Aber wer ist eigentlich kausal dafür verantwortlich - die Israelis, die sich gegen mörderische Anschläge schützen, oder die Planer und Ausführenden solcher Anschläge?

Ich habe ja schon oft genug erzählt, wie die Leute aus den besetzten Gebieten, die vorher hier gearbeitet haben, langsam verschwunden sind. Und auch, wie Yoram Bin Nur in seinen Gesprächen mit älteren Palästinensern immer wieder Sehnsucht nach Tel Aviv hörte. Früher konnte man einfach so nach Jenin einkaufen fahren, 20 Minuten mit dem Auto. Kein Problem.

Wieso mußte sich das eigentlich ändern???

Weil Arafat das Hirngespinst verfolgte, den palästinensischen Staat müßte man partout mit Blut errichten (wie in diesem immer wieder gebrüllten Slogan: mit Blut, mit Geist, so werden wir das Land befreien! Bi-ruh, Bi-dam, Nafdeeqa Falasteen!). Ist leider nach hinten losgegangen.

Bei dem kannst Du Dich für die Checkpoints bedanken, an denen unsere Kinder in Uniform verrohen und alles verlernen, was wir ihnen in 18 Jahren Erziehung beigebracht haben!

4. planq - November 22, 2007, 6:03

Guten Morgen allseits

Puhh, sorry wenn ich dir jetzt einen längeren Text aufgezwungen habe. Wenn ich einen Kommentar hier rein schreibe dann will ich eigentlich nicht streiten oder dir so an den Kopf stoßen dass du Nachts noch so eine Lange Antwort schreibst, sondern ich schreibe einfach nur die Emotionen die mir gerade im Kopf rum schwirren auf. Es soll einfach nur einen denkstoß einer anderen Sichtweise sein. Ich fand den Vergleich von den „ eingeschränkten Reisefreiheiten“ einfach unpassend gewählt.

Auf deinen ersten Absatz gehe ich jetzt mal nicht ein weil das einfach nur traurig ist wie leichtfertig man sein Leben verlieren kann nur weil man die Falsche Ausfahrt oder so genommen hat.

Wenn du jetzt die Arabischen Nachbarn meinst wo Israelis nicht einreisen dürfen, so kann ich dir sagen dass es sich auf der anderen Seite auch so verhält das man mit einem Arabischen Stempel im Pass nicht nach Israel einreisen darf. Mal was persönliches, besitzt du keinen deutschen Pass? Ich wüsste jetzt nicht das man als Deutscher nicht nach Beirut oder Damaskus reisen dürfte. Das wenn Land A Gebiete von Land B feindlich Annektiert hat, Land B die Einwohner von Land A nicht in ihr Staatsgebiet hereinlässt ist eigentlich ganz logisch und muss eigentlich auch nicht erwähnt werden. Ich bin jetzt auch nicht so informiert, aber den Spinner der einfordert dass Palästinenser sich ungehindert in Haifas Einkaufszentren in die Luft sprengen können sollen, muss man mir erst einmal zeigen bevor ich mich darauf einlasse darauf eine Antwort zu geben. Es kann aber auch sein das du es einfach nur überspitzt wieder gegeben hast. Wer für den jetzigen Zustand verantwortlich ist? Zu 50% Palästinenser, 50% Israelis. Es hat sich halt in all den Jahrzehnten eine gewisse Eigendynamik entwickelt die schwer aufzuhalten ist.

Das eure Kinder an den Checkpoints verrohen habe ich nie gesagt, zumal unsere Eltern, Großeltern nach dem zweiten Weltkrieg ja auch alle keine Zombies geworden sind. Es sollte vielleicht keine reinen Teenager Checkpoints mehr geben. Denn mit jungen Jahren macht man doch einiges was man mit sagen wir mal 23 Jahren nicht mehr machen würde. Klare Richtlinien für den Umgang mit den Menschen und eine Stelle wo man verstöße melden kann würden so nebenbei auch einiges Leid lindern. Stattdessen alles auf den anderen Schieben ist genau die Selbe Schiene wie es alle Antijuden praktizieren.

5. Lila - November 22, 2007, 8:55

Mit einem “arabischen Stempel” darf man nicht nach Israel einreisen? Hm. Seltsam. Muß ich nachfragen. Wie reisen denn dann zB die irakischen Kinder ein, die hier operiert werden? Wie arabische Juden? Also man wird vielleicht in die Zange genommen in Ben Gurion, wie neulich auch ein unverdächtiger deutscher Jude meiner Bekanntschaft, das ist leider wahrscheinlich, aber nicht einreisen dürfen?

Offizielle Stelle dazu;
Es gibt keine generellen Einreisebeschränkungen für Reisende, die mit arabischen Visavermerken im Reisepass nach Israel einreisen möchten. Es kann sein, dass sich der Reisende einer Sicherheitsbefragung unterziehen und erklärlich machen muss, welchen Zweck seine Reise in das entsprechende Land gehabt hat. Die endgültige Entscheidung über die Einreise trifft immer die Grenzbehörde am Grenzübergang.

Hm, was sagst Du dazu? Woher hattest Du diese Information, daß Israel die Einreise von Arabern beschränkt?

Ich habe einen deutschen Paß, aber er ist in Tel Aviv ausgestellt, ne ;-) Also ich versuch lieber nicht, meiner Sehnsucht nach römischen Ruinen in Syrie nachzugeben…. obwohl die traumhaften Mosaike dort mich nachts schon im Traum verfolgt haben!

Hääätten die Araber nicht einen Krieg nach dem anderen gegen Israel geführt… wäre Israel gar nicht in die Verlegenheit gekommen, Gebiete zu annektieren, mit denen es erstmal gar nicht wußte, was anfangen - Stichwort Konferenz von Khartoum, ohne die wäre das Problem vielleicht schon viel eher gelöst worden?

Ich meine, erst Israel angreifen, dann Gebiete verlieren, dann offiziell erklären, daß man unter keinen Umständen in Verhanldungen eintritt — da ist das Ergebis doch recht vorhersehbar, oder??? Und dann noch einen Krieg, und noch einen, nur um etwas NICHT zu bekommen, das man mit Verhandlungen SEHR WOHL bekommen hätte? Ist das wirklich so ein gutes Patent, daß man es uns gleich nochmal androhen sollte?

50% und 50% - genau das nenne ich die European fallacy. Es klingt fair, beruht aber auf einer vollkommen verzerrten Einschätzung der Lage. Israel ist immer zum Reagieren gezwungen, kriegt aber mindestens 50% der Schuld an der Lage aufgebuckelt. Wie siehst Du uns zu 50% schuldig? Weil wir um unser Leben kämpfen in einem Meer feindseliger arabischer Staaten, die mit mörderischer Rhetorik ud mörderische Aktionen an unserer Existenzberechtigung rütteln? Was hätten wir tun sollen?

Die Eigendynamik ist ein Märchen, eine Lebenslüge des Westens, um Israel nicht unterstützen zu müssen, außer Lippenbekenntnissen. Nur nicht die Araber verärgern! Unsere Erdölreserven sind ja leider nicht sehr bedeutend. Was für eine Eigendynamik? Hört mit dem Terror auf, dann müssen wir uns auch nicht verteidigen. Ist das nciht logisch?

Selbstverständlich fordern die deutschen Evangelen, Pax Christi und Friedensbewegten, die mit Mahnwachen und zitternder Stimme fordern, daß Israel die “Apartheidsmauer” (??? wie wenig muß man von Apartheid verstehen, um dieses Wort zu benutzen????) abreißt, daß die Situation wieder so wird wie VOR der Errichtung. Nämlich damals, so Anfang der 2000er, gab es mindestens einen Anschlag pro Tag. Meist mehrere. Und Anschlagsversuche gibt es auch jetzt genug. Nur geht es nicht mehr so leicht.

Nur darum, und nicht um Schikane, geht es bei diesem Zaun. Er ist auch keine Grenze. Es ist ganz einfach ein Zaun, um Terroristen aufzuhalten. Wir fischen hier pro Woche x Leute mit Sprenggürteln auf, wußtest Du das nicht???

Und nur weil ich es nicht mehr täglich erwähne - meinst Du, die Beschießung hätte aufgehört?

Trotzdem beliefern wir Gaza weiterhin mit Strom, Lebensmitteln und Medikamenten. Ich meine, das ist doch auch nicht selbstverständlich. Wenn die Polen Frankfurt an der Oder beschössen, würden die Deutschen ihnen weiterhin humanitäre Hilfe leisten? Der Gazastreifen hat ja auch noch ne andere Grenze - aber alles was da durchgeht, sind mehr Waffen. Wie bitte sind wir daran 50% schuld???

Natürlich verrohen unsere Kinder an den Checkpoints, anders geht es gar nicht. Meinst Du, unsere Armee ist so groß, daß wir uns leisten können, alle Checkpoints mit promovierten Psychologen zu besetzen? Schön wärs. Wir sind ein winziges Land, mit ein paar Millionen Einwohner, von denen längst nicht alle in der Armee dienen. Jeder Drückeberger bedeutet vermehrte Last auf die, die sehr wohl gehen - Kibbuz-Jugend zum Beispiel, da drückt sich keiner. Obwohl wir alles Linke sind…

Selbstverständlich gibt es klare Richtlinien, Stichwort Assa Kasher, und selbstverständlich gibt es Stellen, bei denen man Verstöße meldet, und selbstverständlich gibt es die Medien, und Machsom Watch, und eine große gesellschaftliche Bereitschaft zur Selbstkritik.

Filme, Bücher, wissenschaftliche Studien, Ausstellungen zum Thema - Israelis ist sehr bewußt, wie hoch der mentale Preis ist, den eine jahrzehntelange Belagerunssituation fordert. Militär ist nun mal ein Problem, auch die Bundeswehr in Afghanistan, man kann es nur unter Kontrolle halten so gut es geht, was wir versuchen - nie ganz lösen.

Deswegen sind wir ja so wild auf Frieden, verstehst Du? Weil wir es satt haben, daß so viel unserer Energie auf Verteidigung geht. Trotzdem tragen Israelis zum Fortschritt der Menschheit bei, mit neue Medikamenten, Hi-Tech, Archäologie, Literatur - was Du nur willst. Wir wollen nicht verrohen, wir setzen alles auf nicht-militärische Werte, weil wir sie brauchen, um nicht verrückt zu werde.

Alles auf die anderen schieben? Ich schiebe keine Dinge, an denen wir Schuld haben, auf die anderen.

Aber mal ein bißchen Ursachenforschung betreiben, hat noch niemandem geschadet.

Vor der Errichtung des Staats Israel, vor Sechstagekrieg und Besatzung hat es Terror und Krieg gegen Juden hier gegeben. Der ging nicht von den Juden aus. Rational begründbar ist er nicht. Das Land ist so winzig, und daß bei der post-kolonialen Aufteilung der Gegend auch die Juden, die hier lebten, einen kleinen Staat kriegten, ist wirklich kein Verbrechen gegen die Menschheit, Guck Dir mal an, wie viele Staaten die Araber bekommen haben!

(Daß die Palästinenser damals nicht berücksichtigt wurden, weil sie noch gar keine nationale Identität entwickelt hatten, sondern noch im Banne des PanArabismus waren, kann man Israel schlecht vorwerfen!)

Und unsere deutschen Eltern und Großeltern sind nach dem 2. Weltkrieg leider rechte Zombies geworden, lies mal “Die Unfähigkeit zu trauern”, “Opa war kein Nazi”, “Hitler, die deutsche Mutter und ihr erstes Kind”, “Schauder und Idylle”… das war Verrohung von einem ganz anderen Kaliber. Vor ein paar Tagen erst war ein Artikel im SPON über den Contergan-Arzt Mückter. Das ist Verrohung - nenne Israel bitte nicht in einem Atemzug mit dieser Generation Deutscher, die kühl lächelnd zusah, wie ein ganzes Volk zu Tode gequält wurde, und zwar systematisch.

Daß ich nachts noch antworte, ist ganz mein eigenes Vergnügen und nur eine Ausweich-Aktivität, statt mich der Arbeit zu widmen, die wie in Kübeln über mich niedergeht.

Ich hoffe, das hört mal irgendwann auf, diese endlosen Arbeitsgebirge, unter denen ich fast zusammenbreche…. da tut ein bißchen Bloggen ganz gut.

Es tut mir leid, wenn ich dir so aus der Lamäng antworte, ohne Links diesmal etc, aber das kannst Du ja alles nachgoogeln, wenn es Dich wirklcih interessieren sollte. Hm, hab doch noch ein paar Links eingeworfen, aber lies ruhig auf eigene Faust weiter. Im Vergleich zu anderen Ländern hat Israel eine, wie man auf Ivrit sagt, recht lange Lunte - das heißt, so schnell reagieren wir nicht mit Gewalt.

Die Palästinenser hingegen - warum auf unseren Abzug aus dem Gazastreifen mit Gewalt reagieren? Wie sind wir daran nun wieder 50% schuldig?

*nicht versteh*

Ich muss los, wartet ein riesiger Haufen Stress auf mich heute, drueckt mir mal die Daumens, bitte………….

Äh, und noch ein PS. Kann es sein, daß Du noch nicht hier warst und Dir gar nicht klar ist, WIE nah wir beinenander leben, und WIE gefährlich uns die Gewaltbereitschaft der Palästinenser ist? Ich lebe keine 300, sondern 30 km von Jenin entfernt, Luftlinie noch weniger. Netanya und Hadera sind zu Fuß locker erreichbar aus den palästinensischen Gebieten - an seiner schmalsten Stelle ist Israel 17 km breit. Nicht 1700 und nicht 170, sondern 17. Vom Dining Room des Kibbuz aus sieht man den Carmelberg, hinter dem das Meer liegt, und im Osten Umm el Fachm, die Stadt, hinter der die grüne Linie liegt. Und es ist nicht weit weg - sondern ganz nah. Wenn Du in Haifa im obersten Stockwerk des Uni-Turms stehst, liegt dir Israel zu Füßen, und den Libanon sieht man ganz nah. Hier ist keine Landmasse. Es geht um Kilometerchen.

6. willow - November 22, 2007, 10:55

Hallo Lila… bitte vergiss nicht, daß die Leute, die Israel 50% der Schuld geben noch die Besseren sind. Kling ziemlich bitter, aber die Mehrheit dürfte noch wesentlich drastischere Ansichten haben. Bei den 50:50-Leuten kommt man auch noch mit Argumenten und Hintergrundinformationen an…

“Es gibt keine generellen Einreisebeschränkungen für Reisende, die mit arabischen Visavermerken im Reisepass nach Israel einreisen möchten.”

Also ich kenne etliche “Backpacker”, einige sind auch von Ägypten kommend nach Israel eingereist, bis auf gründliche Kontrollen kein Problem. (Bei dem einen Freund haben sie sogar das Flugzeug solange festgehalten bis die seeehr ausführliche Durchfilzung und Befragung beendet war).

Dagegen wird unter diesen Rucksacktouristen seehr davor gewarnt, mit einem israelischen Stempel in die “falschen” Länder einzureisen. Und bitte nicht vergessen, selbst ein Urlaub kann zur Lebensgefahr werden wenn man -wie Lila- “falsche” Einträge im Pass hat - siehe Anschläge in Ostafrika oder am roten Meer.

7. willow - November 22, 2007, 11:08

PS: Apropos Drückeberger, da gab es ja vor Kurzem diese junge Dame die meinte, “Warum sollte es gut sein, für sein Land zu sterben? Ist es nicht besser, als Top-Model in New York zu leben?”

Was mich doch sehr an die gute Marie-Antoinette erinnerte “das Volk hat kein Brot? warum essen sie denn dann nicht Brioches?”

8. Lila - November 22, 2007, 11:25

Haben ja beide Recht. Ist doch viel angenehmer, gut auszusehen, Geld zu haben und in eitel Wohlgefallen die Tage mit Shopping zu verbringen ;-)

9. willow - November 22, 2007, 14:57

damit alle mitlachen können, natürlich war von Bar Rafaeli die Rede…

http://images.google.de/images?q=bar+rafaeli+fotos&hl=de&lr=lang_de&um=1&ie=UTF-8&sa=X&oi=images&ct=title

10. Marlin - November 22, 2007, 21:45

Mitlachen? Ich finde es eher schade. Die ist nämlich echt.. rrrrr. ;)

Aber ist sie denn so doof, wie sie dargestellt wird? Das wäre in der Tat sehr.. unschön. :(

11. willow - November 22, 2007, 23:58

@Marlin:

Auf diese Art habe ich irgendwann -vermutlich vor Jahrhunderten… ;) - den Unterschied zwischen äußerer und “wahrer” Schönheit begreifen gelernt. Aber wenn man so hübsch ist, dann kann man sich als Frau wohl jede Dämlichkeit erlauben….

Natürlich wiederhole ich mich ;) aber wie hübsch sind dagegen diese:
http://www.rachelpapo.com/serialno3817131/serialno25.html

12. Siegfried - November 23, 2007, 1:23

Den schockierenden “Zeit”-Artikel von Joffe habe ich auch gelesen.
Reportagen dieser Art sind hier eher selten. Die verhängnisvolle Rolle von
Arafat (absolut widerliche äußere Erscheinung) war mir geläufig, Clinton
bezeichnete ihn als extrem verschlagen. Annapolis führt zu keinem Ergebnis.
Schlüssig ist auch, das Israel den Arabern als Ablenkung von schweren
inneren Problemen dient Ein Rückkehrrecht für Palästinenser nach Israel
ist total absurd. Kein ernstzunehmender deutscher Vertriebener (bin selber
väterlicherseits einer) würde auf Rückkehrrecht nach Polen oder Cr bestehen.
Die Mauer ist ok, da terrorverhindernd. planq hat das Recht auf Ignoranz
wegen zu später Geburt. Die Generation meiner Eltern und Großeltern
(bin Jahrgang 42) war verlogen und brutal. Der Genozid an Juden wurde
totgeschwiegen. Prügelstrafen wegen nichtiger Anlässe waren gang und gäbe. Einzig der Kriegsausgang wurde bis in die siebziger Jahre bedauert.
Lila laß Dich nicht in Rage bringen, planq vertritt hier nur seine Generation,
die denken mehrheitlich so. auch in meinem Umfeld.
Gruß
Siegfried

13. Fischer - November 23, 2007, 2:05

Mir ist spontan ein - zugegeben zynischer - Gedanke gekommen: Der Bürgerkrieg der Palästinenser untereinander wäre ganz fix zu Ende, wenn ein arabischer Staat (mit Zustimmung Israels?) die west bank besetzen würde. Der würde mit den Milizen nämlich ganz fix kurzen Prozess machen.
Bei denen würd auch keiner so genau hingucken, wie die das anstellen (jedenfalls nicht annähernd so genau wie bei Israel…).

Vielleicht solltet ihr die Syrer mal fragen, ob sie da Lust zu haben. Die Syrer wären wenigstens berechenbar…

(OK, nicht 100% ernst gemeint, aber wer weiß..?)

14. jim - November 23, 2007, 3:29

“Natürlich wiederhole ich mich, aber wie hübsch sind dagegen diese:

http://www.rachelpapo.com/serialno3817131/serialno67.html

http://www.rachelpapo.com/serialno3817131/serialno17.html

… zum Verzweifeln!

15. willow - November 23, 2007, 11:01

Kleiner Nachtrag zum Thema “Drückeberger” - ich halte es für völlig richtig, wenn Jemand aus welchen Gründen auch immer keinen Militärdienst leisten will. Aber dann bitte einen Ersatzdienst, ohne jedes wenn und aber - verpflichtend für alle.

16. Lila - November 23, 2007, 11:59

@ Willow

Warum sollten wir nicht unseren Anteil an Hedonisten und oberflächlichen hübschen Menschen haben? Über die Kleine kann ich mich nicht ärgern, sie spricht, wie sie´s versteht. Ich bin froh, daß meine Kinder nicht so denken und die meisten ihrer Freunde auch nicht. Ich kenne aber auch Menschen, die meinen, die einzige Möglichkeit, als Israeli gut zu leben, ist außerhalb von Israel.

In meinem Kurs für Rentner und Junggebliebene (da sitzen Leute um die 50 bis über 90) erregte neulich eine Frau ziemlichen Aufruhr. Sie erzählte in der Pause, daß sie ihren Enkelkindern empfiehlt, Israel zu verlassen und nach Kanada oder Neuseeland auszuwandern, “das Leben hier ist zu schwer”. Die anderen meinten, “vielen Dank, wir haben schon ausprobiert, wie es ist, als Minderheit im Ausland geduldet zu werden, das brauchen wir nicht noch mal”.

Es gibt eben alle Abstufungen von Meinungen. Wer will, kann auswandern. Wenn er nur lange genug im Ausland war, kriegt bei der Rückkehr alle Vergünstigungen wie ein Neu-Einwanderer ;-)

Zum Thema Dienst, zivil oder militärisch. Das wird hier wieder dieskutiert. Gestern hörte ich im Radio einen arabischen, war er Bürgermeister? Knessetabgeordneter? weiß nicht mehr, der versuchte zu erklären, warum er gegen einen Zivildienst für Araber ist. Diese Idee, die ich ja sehr befürworte, daß auch christliche und moslemische Bürger zu einem Dienst gezogen werden und somit alle Lasten tragen wie Juden, Beduinen, Tscherkessen und Drusen, die ja entweder in Zahal oder zivil dienen.

Damit würden sie der Gemeinschaft dienen - gerade arabische Gemeinden wären bestimmt froh über junge Arbeitskräfte, und sie würden alle Vergünstigungen bekommen, mit denen der Staat die zu entschädigen versucht, die ihm drei Jahre ihres Lebens schenken - sooo üppig sind diese Entschädigungen nicht, umsonst Bus fahren, ein bißchen Geld, bevorzugte Behandlung bei der Vergabe von Plätzen im Studentenwohnheim (die trotzdem sehr viel mehr Plätze an Araber vergeben, die nicht gedient haben, weil Armut ud große Entfernung von der Uni das Kriterium Militärdienst sticht).

Kein Mensch, der sich sonst berufsmäßig über Diskriminierung aufregt, kann also dagegen sein, daß sein “Sektor”, wie man das hier nennt (migsar), dazu herangezogen wird. Aber er war partout dagegen. Argumente hatte er keine, er meinte nur, “das ist auch bei Kindern so, wenn Mutter und Vater ihr Kind schlecht behandeln, dann wird das Kind ihnen auch nicht gehorchen”, und er meinte, junge Araber würden sich so einem Dienst widersetzen. Tolle Begründung, was…. Es war ihm wohl nicht klar, wie schwach das klang. Der interviewende Journalist ließ die Gelegenheit vorübergehen, ihn daran zu erinnern, daß wir nicht von Kindern und emotionalen Banden, sondern von Erwachsenen und rationalen Entscheidungen sprechen….

Fand ich sehr lustig. Wollte eigentlich darüber bloggen, aber nun steht es halt hier.

Oh, und da gehören die Haredim (”Ultra-Orthdoxe” ;) natürlich auch zu, die absurderweise ebenfalls von jedem Dienst für die Gemeinschaft befreit sind. Manche von ihnen dienen freiwillig und über Jahre hinweg bei Organisationen wie Zaka (die Männer in den Neon-Westen, die nach jedem Anschlag Leichenteile einsammeln und Verwundete retten), und sie werden dafür sehr respektiert. Warum sollten junge Haredim nicht ebenfalls einen Sozialdienst machen? Es gibt auch die Nahal Haredi, eine Einheit in der Armee für Ultra-Orthodoxe. Die jungen Männer, die da hingehen, werden oft in ihrer GEmeinschaft dafür schwer kritisiert. Es gilt als Makel, irgendwas für das Land zu tun. Komisch, die Sozialleistungen, die der Staat ihnen bietet, nehmen sie aber ohne mit der Wimper zu zucken ;-) Ich hoffe, da wird sich in der Zukunft was ändern. Israel kann es sich eigentlich nicht leisten, einen so großen Teil der Bürger, arabische und jüdische, aus der Pflicht zu entlassen.

@ Siegfried (und auch Planq)

Rage? Bestimmt nicht. Planq ist doch nett und hat das Recht auf seine Meinung, genau wie Du und ich. Ich finde es doch gut, daß er bzw sie hier die Meinung sagt, ohne zu pöbeln, und das über Monate hinweg. Das finde ich nur positiv. Ich bin froh, daß es hier immer wieder Stimmen gibt, die den deutschen Mainstream repräsentieren, und zwar, wie Willow ganz richtig sagt, den noch relativ ausgewogenen Mainstream.

Du wirst viele, viele Deutsche finden, die Israel zwischen 100% und 80% der Schuld am Nahostkonflikt zusprechen, ohne sich von Fakten beirren zu lassen. 50% finde ich da schon geradezu eine positive Überraschung. Auch wenn diese 50% sich natürlich nur halten lassen, wenn man Akion und Re-aktion gleich stark bewertet - was man ja auch im privaten Leben nicht tut, wenn es zum Beispiel um Bully-Verhalten geht und sich jemand wehrt.

(Manchmal glaube ich, was die arabischen Staaten seit den 40er Jahren mit Israel tun, hat große Ähnlichkeit mit Bullytum auf dem Schulhof, inklusive Anschwärzen und Ruf ruinieren….und wir zeigen alle Schattierungen der Opferreaktionen, hab ich mal ne interessante These am Wickel, wenn auch etwas unwissenschaftlich ;-) )

Den Artikel in der ZEIT hat nicht Joffe geschrieben, dann wäre er pro-israelisch geworden. Rainer Luyken mag Israel nicht, das kommt auch in dem von mir verlinkten Artikel zum Ausdruck, wo er Anschuldigungen gegen Israel einfach übernimmt. Gerade deswegen ist mir der Artikel so zupaß gekommen - denn er tut, was viele Pro-Palästina-bleeding hearts einfach mal tun sollten: er nimmt die Palästinenser ernst und hört ihnen einfach mal zu.

Die Palästinenser sagen nämlich selbst alles, was ihre bleeding-heart-glühenden Verteidiger vehement abstreiten. Waffenfetischismus, irrationaler Haß gegeneinander, grundsätzliche Ablehnung jeder einzuhaltenden Verpflichtung, Maximalforderungen, Kampf um jeden Preis, Ablehnung von Kompromissen, Anerkennung von Israels Versuchen, die Lage zu verbessern, die Sackgasse, in die die Gewalt sie geführt hat - das sagen sie alles selbst.

Das Irrsinnige dabei ist, daß ihre Fans in Europa darauf bestehen, sie als lammfromme, friedensbereite, passive, unmündige Opferlämmer zu sehen, die vom unbarmherzigen Israel in die Ecke gedrängt werden und für die es keine andere Möglichkeit gibt, als gewaltsam bis zum Ende zu kämpfen.

Das finde ich mind-boggling, aber ändern kann ich es nicht. Nur darauf hinweisen. In der Hoffnung, daß jemand diesen und ähnliche Artikel noch mal durchliest, unter diesem Gesichtspunkt…

17. willow - November 23, 2007, 12:27

“Es gilt als Makel, irgendwas für das Land zu tun. Komisch, die Sozialleistungen, die der Staat ihnen bietet, nehmen sie aber ohne mit der Wimper zu zucken”

Das ist etwas, daß sich 1:1 auch über (zu) viele Leute in Deutschland sagen läßt… etliche geben sogar offen zu, daß sie auch deshalb alles mitnehmen, was sich nur an Sozialleistungen zusammenkratzen läßt, um den verhassten Staat maximal zu schädigen.

18. Lila - November 23, 2007, 12:39

Ja, das ist wohl eher eine menschliche Neigung als etwas speziell Israelisches… deswegen kann man es den Leuten nicht mal zur Last legen. Aber ein Staat wie Israel, wo zu viele Leute die Kuh melken und nur relativ wenige sie auch füttern, muß sich eben überlegen, was er dagegen tut…