Wetterkarte November 20, 2007, 15:16
Posted by Lila in Uncategorized.trackback
Gestern vormittag war es noch trocken, staubig und heiß - so sehr, daß ich auf die Nachricht, in Zichron Yaakov fällt Regen, mit leicht grünlicher Verfärbung reagierte, Neid in seiner Reinform! Irgendwann gegen Nachmittag zogen endlich Wolken auf, und genau gegen vier Uhr, wenn Quarta sich aus dem Kinderhaus auf die Socken macht, ging es los. Regen von der kräftigen Sorte, der so fest auf die Erde knallt, als würde ihn da oben jemand mit fester Hand in Richtung Erde schmettern. Eine Welle kalter Luft. Und dann: das unverkennbare ohrenbetäubende Knattern. Hagel.
Tertia, Primus und ich liefen sofort nach draußen, standen bibbernd und staunend unter dem Vordach. Jedes Jahr bringt der Winter Hagel, aber jedes Jahr sind wir wieder verblüfft, wie dramatisch der Wechsel ist. Die Hagelkörner waren riesig groß, sie sehen schön aus - in Schichten glasiert. Im Nu war die Wiese weiß, die Hügel auf der anderen Seite des Wadis sahen aus wie unter Schnee. Die Nachbarn kamen aus den Türen, mit Kameras. In der kalten Luft lag der scharfe Geruch der Kräuter, deren Blätter der Hagel zerschlagen hatte. Nach einer kurzen, wütenden Hagelattacke dann Regen, Regen, Regen.
Der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster, gestern nachmittag
Y. holte Quarta mit dem Auto ab, sie war ganz aufgedreht, naß und erzählte, wie sie zwei Schritte vorm Kinderhaus vom Hagel überrascht wurde und gleich zurückrannte, wie alle ihre Freunde. Dann lief sie mit Tertia wie wild auf die Wiese, Hagelkörner ernten, die nun in unserem Tiefkühlfach ruhen. Schließlich zum ersten Mal in dieser Saison: die Aufwärm-Badewanne, danach Kakao, kuschlige Sachen und Schmusestündchen mit Mama.
Es regnete so on and off weiter bis in die Nacht. Irgendwann, Y. schlief schon, kam Tertia mit leuchtenden Augen an mein Bett. “Mama, Mama, komm mal mit”. Aus ihrem Zimmer kann sie weit über die Hügel bis zu den drusischen Dörfern auf dem Carmel sehen. Und da ging wohl gerade ein gewaltiges Gewitter runter, während bei uns alles trocken blieb. Wir setzten uns zusammen ins Fenster, machten alle Lichter aus und sahen die Blitze über den Hügeln fallen, einen nach dem anderen. Das war eine schöne Viertelstunde, nur sie und ich, alle anderen schliefen. Es muß so gegen elf gewesen sein.
Gegen drei Uhr erwachte ich dann von einem fürchterlichen Donnerschlag. Ein dickes Gewitter. Ich setzte mich wieder ins Fenster und guckte zu, bis ich wieder müde wurde. Seitdem fällt ununterbrochen Regen. Ich hoffe, das ist ein gutes Omen, und meinetwegen kann es ruhig bis März weiterregnen.
Wenn ich den Blick von der Arbeit hebe…
…sehe ich Herbstlaub und Regen.






Ein beeindruckendes Foto, das von Eurem Wohnzimmerfenster aus, Lila!
In einer Regenpause (sonst hängen die Wolken zu tief) habe ich heute entdeckt, dass es bei uns in Nordspanien auf den umliegenden Bergen (um die 2000m hoch) geschneit hat, seitdem überlege ich, wie und ob ich morgen drei Frauen und fünf Kinder auf zwei Autos verteilt bekomme, damit die drei Kleinen zum ersten Mal in ihrem Leben bewusst _Schnee_ erleben können. Mal sehen, ob es klappt.
Ich wünsch Dir viel Regen!
tolle bilder, lila. es ist wirklich schoen bei dir/euch. landschaft, landschaft. und dann faehrt man nicht lange mit dem bus und ist im trubel von tel aviv. was ich an israel mag ist das alles auf so engem raum zusammenliegt: berge, wueste, jerusalem, tel aviv, gruenes land und staedte. wobei natuerlich die kleine flaeche des landes nicht nur militaerisch ein problem darstellt.
viele gruesse, grenzgaenger
Ja, es werden ja schon in den Psalmen die Zedern des Libanon und die Palmen gemeinsam erwähnt. Weil man sie hier zusammen sehen kann, obwohl sie zu verschiedenen Klimazonen gehören.