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Wie gut, November 20, 2007, 17:08

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
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daß ich davon nichts mitgekriegt habe.

In ganz Israel haben die Häuser gewackelt und ich hab nichts mitgekriegt???? Typisch, ich bin so zerstreut. Beim letzten Erdbeben hab ich einen ziemlichen Schrecken gekriegt. Da war es hier aber auch wesentlich ruhiger.

Wieso lebe ich bloß so nahe am Syrisch-Afrikanischen Bruch, der ja immer wieder bebt?

Und noch dazu komme ich ja aus einer Ecke in Deutschland, da wos bei Köln so rot wird, wo auch von Zeit zu Zeit die Erde mal in Aufruhr gerät.

Gar nicht nett vom Schicksal…

Primus meint, wir merken von Erdbeben wenig, weil wir auf einem großen Felsstück leben und darunter ist eine Schicht Schlamm und dann wieder Fels. Also eine Art Stoßdämpfer. Er meint, das ist ein achla Ort zu leben. Was die Kinder nicht alles in der Schule lernen!

Oh, und es ist zu nett. Die Talkbacks in Ynet sind zu drollig. Immerhin bin ich nicht die einzige, die nichts von dem Erdbeben mitbekommen hat.

Wetterkarte November 20, 2007, 15:16

Posted by Lila in Uncategorized.
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Gestern vormittag war es noch trocken, staubig und heiß – so sehr, daß ich auf die Nachricht, in Zichron Yaakov fällt Regen, mit leicht grünlicher Verfärbung reagierte, Neid in seiner Reinform! Irgendwann gegen Nachmittag zogen endlich Wolken auf, und genau gegen vier Uhr, wenn Quarta sich aus dem Kinderhaus auf die Socken macht, ging es los. Regen von der kräftigen Sorte, der so fest auf die Erde knallt, als würde ihn da oben jemand mit fester Hand in Richtung Erde schmettern. Eine Welle kalter Luft. Und dann: das unverkennbare ohrenbetäubende Knattern. Hagel.

Tertia, Primus und ich liefen sofort nach draußen, standen bibbernd und staunend unter dem Vordach. Jedes Jahr bringt der Winter Hagel, aber jedes Jahr sind wir wieder verblüfft, wie dramatisch der Wechsel ist. Die Hagelkörner waren riesig groß, sie sehen schön aus – in Schichten glasiert. Im Nu war die Wiese weiß, die Hügel auf der anderen Seite des Wadis sahen aus wie unter Schnee. Die Nachbarn kamen aus den Türen, mit Kameras. In der kalten Luft lag der scharfe Geruch der Kräuter, deren Blätter der Hagel zerschlagen hatte. Nach einer kurzen, wütenden Hagelattacke dann Regen, Regen, Regen.

hail.jpg

Der Blick aus unserem Wohnzimmerfenster, gestern nachmittag

Y. holte Quarta mit dem Auto ab, sie war ganz aufgedreht, naß und erzählte, wie sie zwei Schritte vorm Kinderhaus vom Hagel überrascht wurde und gleich zurückrannte, wie alle ihre Freunde. Dann lief sie mit Tertia wie wild auf die Wiese, Hagelkörner ernten, die nun in unserem Tiefkühlfach ruhen. Schließlich zum ersten Mal in dieser Saison: die Aufwärm-Badewanne, danach Kakao, kuschlige Sachen und Schmusestündchen mit Mama.

Es regnete so on and off weiter bis in die Nacht. Irgendwann, Y. schlief schon, kam Tertia mit leuchtenden Augen an mein Bett. „Mama, Mama, komm mal mit“. Aus ihrem Zimmer kann sie weit über die Hügel bis zu den drusischen Dörfern auf dem Carmel sehen. Und da ging wohl gerade ein gewaltiges Gewitter runter, während bei uns alles trocken blieb. Wir setzten uns zusammen ins Fenster, machten alle Lichter aus und sahen die Blitze über den Hügeln fallen, einen nach dem anderen. Das war eine schöne Viertelstunde, nur sie und ich, alle anderen schliefen. Es muß so gegen elf gewesen sein.

Gegen drei Uhr erwachte ich dann von einem fürchterlichen Donnerschlag. Ein dickes Gewitter. Ich setzte mich wieder ins Fenster und guckte zu, bis ich wieder müde wurde. Seitdem fällt ununterbrochen Regen. Ich hoffe, das ist ein gutes Omen, und meinetwegen kann es ruhig bis März weiterregnen.

from-my-working-table-2.jpg

Wenn ich den Blick von der Arbeit hebe…

trees-in-november.jpg

…sehe ich Herbstlaub und Regen.