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Heißer Herbst, November 9, 2007, 17:41

Posted by Lila in Land und Leute.
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das soll was besonderes sein? Haben wir jedes Jahr.

Vor ein paar Tagen stöhnte ein Besucher aus Deutschland, SO warm hätte er sich das hier im November aber nicht vorgestellt. Ja, so ist das hier, die Jahreszeiten des Wechsels, Frühling und Herbst, haben eines gemeinsam: Ostwind. Und der bringt heiße, trockene, sandige Luft mit sich. Dann hängen gelbe Streifen am Himmel, man sieht die Hand vor Augen nicht mehr, die Lippen sind trocken und Lila klagt im Blog lauthals. Alle warten darauf, daß dieser Sharav “bricht”. Dann ist es ein paar Tage oder Stunden angenehmer, bis der nächste Sharav kommt.

Doch irgendwann kommt er dann - der erste richtige Regen. Heute früh, als wir einkaufen fuhren (Heidengeld geben wir jeden Woche nur für Klopapier, Katzenfutter und Äpfel aus!!! Einkauf für eine Großfamilie ist nur für die Beherzten…) und auf dem Rückweg den Carmel runterfuhren, blieb uns die Luft weg - so wunderbar klar war die Aussicht. Wie lange haben wir nicht mehr so weit sehen können! Wie gemalt lag Hadera in weiter Ferne, und hinter Hadera konnten wir eindeutig Netanya sehen und dahinter blaugrau aber unverkennbar die Häusergebirge des “Zentrums”, also der nördlichen Ausläufer Tel Avivs. Halb Israel, na gut, ein Viertel!, lag vor uns ausgebreitet, mit ausgedörrten Feldern und Wiesen, spiegelblankem Meer und schnurgerader Küste.

Oh, so klare Luft! das bedeutet Gutes! Den ganzen Tag laufen wir rum und schnüffeln, ob denn kein Tropfen fallen will. Tiftufim! ein erstes Tröpfeln! Und dann - ein kurzer, aber eindeutig regnender Schwall. Tertia kommt aus ihrem Zimmer geschossen. Es regnet!!! ich gehe raus!! und flitzt barfuß in den Garten. Wir hinterher. Man kann nicht anders als ein Dankgebet schicken, und gleichzeitig die Bitte: daß das nur der Anfang eines gesegneten, regenreichen Winters für unsere ganze Region ist. Nicht nur für unser Land, sondern für alle Nachbarn, damit alle Flüsse rauschen, alle Wasserfälle erwachen, alle Blumen blühen und alle Bäume Früchte tragen.

Das Licht im müden Laub, das ja noch nicht abgefallen ist (es fällt im Januar und wächst im Februar schon nach…) ist verheißungsvoll herbst-winterlich. Der lang vermißte Regenduft dringt durch die Fenster ins Haus, ich kann nicht genug davon bekommen. Die arme, rissige Erde, wie viel Wasser braucht sie?

Warm ist es immer noch. Es sind die allzu kurzen Wochen, in denen man die air condition nicht mehr braucht (oder nur noch kurz über die Mittagszeit, wenn die Temperaturen zu sehr steigen) und die Heizung noch nicht. Man kann noch im T-shirt rausgehen, aber für abends nehme ich mir ein Tuch zum Umlegen mit, ein leichtes.  Der Herbst ist heiß - möge der Winter naß werden.