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In Ynet Oktober 9, 2007, 20:45

Posted by Lila in Land und Leute.
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Lesenswert.

Soldiers patrol the scorched and blackened landscape. From atop military trucks and armored personnel carriers, they flash V for victory at stunned journalists.Destruction and death pervade this Palestinian refugee camp. It took three months of intense fighting between army troops and the Fatah Islam terrorists before the group was defeated. Nearly a month after the battle ended, the media finally reported on the toll: 164 soldiers and dozens of militants died, while 47 Palestinian civilians were killed. An additional 310 were injured.

In the aftermath, the United Nations issued a scathing condemnation. The European Union called for restraint in confronting the terrorists. And Palestinian President Mahmoud Abbas threatened to break off all diplomatic contact.

All of the above is true - except for the last paragraph. In reality, no indignant voices have been raised either in the West or in the Middle East over the civilian lives lost in the fighting.

Surprising? It should not be. Nahr al-Bared, the refugee camp where the terrorists were dug in, happens to be located in Lebanon. The army which, in the words of the New York Times, “ringed the camp (to) pound it with artillery and tank shells in prolonged bombardments” was Lebanese. Israel played no role in the confrontation. And that’s why the media coverage is so muted.

Mehr braucht man zum Thema doppelte Maßstäbe eigentlich nicht zu sagen.

Und hat eigentlich jemand von Euch mitgekriegt, daß die Fatah es inzwischen zugegeben hat: die Belagerung der Geburtskirche in Bethlehem, über die die Welt sich so erregt hat, war eine Farce. Eine Inszenierung Pallywoods, des erfolgreichsten kreativen Unternehmens und Exportschlagers der Palästinenser.

“The conspiracy was to make a siege and put all the fighters inside the church so Israel would make the siege. People from the Palestinian Authority collaborated with this conspiracy,” said Eiman Abu Eita, Fatah’s representative in the Bethlehem satellite town of Beit Sahour who at the time of the siege was Beit Sahour’s al-Aqsa Brigades chief.

Eita was speaking in the newly released book, “Schmoozing with Terrorists: From Hollywood to the Holy Land, Jihadists Reveal their Global Plans - to a Jew!” by author and Mideast reporter Aaron Klein.

Aber bei der allgemeinen Empfindlichkeit, was Menschenrechte angeht (außer natürlich, sie werden von China, Rußland oder ähnlich wichtigen Handelspartnern begangen…), wird doch diese Meldung auch in deutschen Medien angekommen sein?

Hamas and Fatah committed “grave breaches” of international law in their brief civil war in the Gaza Strip in June, a Palestinian human rights group said on Tuesday, detailing a series of extra-judicial killings. In a new report, the Palestinian Center for Human Rights (PCHR) said 161 Palestinians, of whom 41 were civilians, were killed during fighting between June 7 and June 14 in which Hamas Islamists took control of the territory from secular Fatah. “The two sides perpetrated grave breaches of the provisions of international law concerning internal armed conflicts, including extra-judicial and willful killings and shooting at combatants and civilians after capturing them,” The PCHR said. In some cases, people were seized by gunmen in their homes and their bodies were later found dumped in remote areas. “The PCHR also documented a number of cases, in which militants executed wounded persons during their evacuation to hospitals,” The 105-page report said, citing testimony from relatives of the dead.At least two people — a Fatah fighter and a Hamas member — were pushed to their deaths from tall buildings, said the PCHR, the leading Palestinian human rights group in the Gaza Strip.

Und eine human interest story über einen Mann aus Haifa, der im Fernsehen eine Dokumentation über die kleine jüdische Gemeinde in Damaskus sah - und seine seit einem halben Jahrhundert nicht mehr gesehenen Vettern erkannte.

The fact that he cannot contact his cousins weighs heavy on Kamao’s heart. “We don’t contact them on purpose, not out of fear that something will happen to us, but out of fear that they will be harmed. We don’t know what the government’s reaction would be if they knew they were making contact with Jews from Israel,” he said.

Kamao expressed anger at the fact that Israel allows its Druze citizens to cross the border and enter Syria, saying, “If I was a Druze from the Golan Heights, I could go to Damascus, visit my family and safely return to Israel. Nothing would happen to me.

“When talking about family unification and family visits, we must remember that not only the Druze have families in Syria – Jews have families there too, and they also want to stay in touch with them.”

Das stimmt - da diskriminiert der Staat seine jüdischen Bürger. Israelische Drusen können in Damaskus studieren - aber ein aus Syrien eingewanderter Jude seine Familie nicht besuchen. Es wäre aber auch sehr gefährlich, ich glaube nicht, daß die Syrer ihn so einfach reinließen. Auch der Libanon läßt ja offiziell keine Israelis rein, weswegen israelische Geschäftsleute verschiedene Pässe benutzen.

Ich hab noch mehr gefunden, aber das reicht jetzt erst mal.

Mentale Vorbereitung Oktober 9, 2007, 20:20

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Land und Leute.
7 comments

Der Countdown bis zu Primus´ Einberufung nächsten Juni läuft, wie wohl schon alle mitbekommen haben. Er geht zweimal die Woche zu einem Vorbereitungskurs, wo er rennt und liegestützt, er wird von Zeit zu Zeit zu Auswahlgesprächen und Tests eingeladen und diskutiert abends mit uns, was wohl das beste wäre. Wir sind für eine akademisch ausgerichtete Eliteeinheit der Aufklärung, er liebäugelt mehr mit der kernigen Artillerie (zu unserem Entsetzen! Artillerie!! Junge, da wird geschossen!!!)

Mir fällt, seit ich in Israel bin, immer wieder auf, wie wir darauf fixiert sind, die Armee als “unsere Kinder” zu sehen und um jeden Preis zu schützen. Das nimmt absurde Formen an. Über Jahre hinweg wird der Negev mit Qassams beschossen - das finden wir ja alle recht ärgerlich - aber zu einer Demo der Empörten kommt es erst, als Soldaten einer dort gelegenen Basis verletzt werden. Die wütenden “Eltern von Zikim” hätten am liebsten auf der Stelle den Ramatkal in Stücke gerissen. (Da hätte dessen Mutter aber wiederum protestiert!)

Jeder weiß, wie viele Soldaten im letzten Krieg gefallen sind - an die Zivilisten erinnern wir uns auch, ja ja, aber die Soldaten, die Kinder!, haben medial eine größere Rolle gespielt. Nicht etwa, weil Israel so militaristisch wäre. Manchmal glaube ich, genau das Gegenteil. Weil wir das Militär wie ein Kinderzimmer betrachten: da spielen unsere Kinder, und wir müssen auf sie aufpassen.

Die Aktion der Vier Mütter, einer Initiative verwaister Mütter von Soldaten, die Armee aus dem Libanon zu holen, bekam ihre Stoßkraft aus der moralischen Kraft der Mütter. Für nicht ganz bibelfeste Leser: die Vier Mütter beziehen sich natürlich auf die vier Erzmütter aus dem Alten Testament. Und die jüdische Mutter ist ja sowieso sprichwörtlich - wobei man dieses Syndrom in Israel als ima polania bezeichnet, als polnische Mama. “Sei nicht so polnisch” heißt: klage nicht so viel, misch dich nicht dauernd ein, oder auch: mach dir nicht dauernd Sorgen… In der Bezeichnung liegt also eine ganze Welt von Assoziationen.

Auch im Entscheidungsprozeß um die Räumung des Gazastreifens wurde immer wieder vorgebracht, auch von mir: warum sollten dort noch mehr Soldaten sterben? wofür? Und ich sehe voraus, daß dieses Argument auch in einer zukünftigen Räumung der besetzten Gebiete auftauchen wird.

Das ist einerseits ein menschlicher Zug an unserer Gesellschaft: daß wir die Armee nicht als ein Instrument sehen, das wir zur Durchsetzung machtpolitischer Interessen einsetzen, sondern daß wir von der Armeeführung erwarten, unsere Kinder in Uniform nur dann zu gefährden, wenn es nötig ist. Die israelische Öffentlichkeit ist da sehr kritisch, und ein Ramatkal, der den Eindruck erweckt, er setzt das Leben der ihm anvertrauten Soldaten leichtfertig aufs Spiel, kriegt Ärger - Dan Halutz kann ein Liedchen davon singen.

Andererseits führt das auch ein bißchen zu weit. Wenn am Ende aus lauter Sorge, einem Soldaten könnte ein Haar gekrümmt werden, Zivilisten preisgegeben werden, dann schießen wir uns selbst in den Fuß. Dann kann die Armee gleich einpacken. Wenn sie konsequent nach den Grundsätzen und Anweisungen besorgter Mütter und Väter geführt werden soll, dann verkriechen sich die Kinder im Kinderzimmer, und Ruchama, Dalia und ich kümmern uns um die Sicherung unserer Grenzen.

Oder wenigstens wäre es uns am liebsten, wir würden in die Basis gelassen, wo wir uns drum kümmern können, daß die Commander nett zu den Kindern sind, daß sie was Leckeres und Gesundes zu essen haben und genügend Schlaf abbekommen. Ich kann uns förmlich vor mir sehen, wie wir uns durchs Tor schieben und anfangen, uns überall einzumischen. Jeder Offizier, der junge Rekruten ausbildet oder anleitet, kann ein Lied davon singen, daß das Zeitalter der mobilen Telefone auch das Zeitalter der steten mütterlichen Anrufe bedeutet. Im Gegensatz zu mir waren Dalia und Ruhama auch selbst bei der Armee und würden sich schnell zurechtfinden.

Ja selbst in der Aktivität von MachsomWatch, den israelischen Frauen, die auf Einhaltung der Menschenwürde an den Checkpoints achten und dabei die Konfrontation mit den Soldaten nicht scheuen, liegt noch ein Körnchen dieser mütterlich-sorgenden Haltung: die Soldaten sollen erzogen, überwacht werden, nicht in die Falle der Unmenschlichkeit tappen, die sich an solchen Checkpoints bietet. Leider finde ich das Interview nicht mehr, in dem das deutlich zu erkennen war.

Ja, und darum habe ich mit großer innerer Zustimmung den Artikel in der JPost gelesen, der sich mit der Rolle der Soldatenmutter beschäftigt. Wir müssen die Kinder ja auf jeden Fall loslassen, schon wenn wir sie in den Kindergarten oder die Schule schicken, geht die schöne Illusion der 100% von Mama kontrollierten Umgebung in die Brüche. Meine drei Großen lösen sich, freundlich und ohne großen Aufstand, täglich mehr von uns. Das müssen sie ja auch - ich habe sie ja dazu erzogen, selbst Verantwortung zu übernehmen.

Aber der Schnitt zur Armee wird eisenhart, das weiß ich, und mit nichts anderem vergleichbar. Darum sind Dalia, Ruhama und ich, deren Söhne innerhalb weniger Monate nacheinander geboren wurden, seit dem Babyhaus in einem Boot. Für Dalia und Ruhama ist es der jeweils vierte Sohn, sie haben alle anderen Kinder schon durch die Armee geschleust. Nein, Ruhamas Dritter ist Fallschirmjäger, der Junge, der Y.s rotes Barett bekommen hat und vor ihm strammgestanden hat. (Er hat, mit Y.s Erlaubnis, das Barett weitergegeben, als er Offizier wurde - eine Ehre). Er wird nächstes Jahr entlassen, wenn sein jüngster Bruder eingezogen wird. Aber Dalia und Ruhama haben mir schon versprochen, daß es anstrengend wird. Dalia meint, “wenn du einen Sohn bei der Armee hat, schläfst du drei Jahre nicht. Ich habe immer das Radio angestellt gehabt, immer”.

Auch um Mädchen sorgt man sich. Ich denke noch nicht an die Mädchen, weil ich erstmal die Jungens wegschicken muß. Wie es mir geht, wenn ich erst mal mein mageres, oft so krankes Häseken oder gar meine Jüngste in Uniform sehe - an gefährlichen Orten, mit Waffe - daran mag ich nun gar nicht denken. Wenn sie lieber was anderes machen wollen, haben sie meine volle Unterstützung. Aber Gott sei Dank, das ist noch länger hin. Vielleicht haben wir ja bis dahin Frieden… äääh…

Seit ich in Israel bin, ist immer jemand aus der Familie bei der Armee, im regulären Dienst, gewesen. Y.s kleiner Bruder war glaube ich der erste, bei dem ich die Transformation vom Schüler zum Soldaten beobachten konnte. Die Kinder, die ich in meinem ersten Jahr im Kibbuz aufs Töpfchen gesetzt habe, sind entweder Offiziere oder aus der Armee wieder raus. Sämtliche Vettern und Cousinen, Nichten und Neffen - alle, alle bis auf eine Rebellin, die aus Gewissensgründen verweigert hat, waren bei der Armee, die meisten von ihnen Offizierslaufbahn. Dabei ist die Familie kein bißchen zackig angehaucht, wie man vielleicht bei einer solchen Häufung von Offizieren denken sollte.

Die Männer der Familie greifen selbstverständlich nach dem Familienfest zu Schrubber und Aufnehmer und wischen den Boden. Sie machen alle eher den Eindruck von post-feministischen Frauenverstehern, auch die Generation der Schwiegereltern. Irgendwie eine kaum zu vermittelnde Mischung von Weichheit und Härte, bei Männern und Frauen. Sie lassen weder ihr Gewissen noch ihre Verletzlichkeit zuhause, wenn sie bei der Armee sind. Sie sind allesamt Mundaufmacher und Protestierer, wenn ihnen was nicht gefällt. So arbeiten sie sich bis in die höheren Ränge vor. Auch die jüngste Cousine, die bei der Luftwaffe ist, denkt an einen Offizierskurs.

Ob diese Mentalität auch in anderen Armeen verbreitet ist, besonders bei Offizieren? Ich kenne so viele israelische Offiziere, Männer und Frauen, Kibbuzniks und Städter und Moshavniks, und keiner von ihnen ähnelte der Karikatur der eiskalten Kampfmaschine, die man im Fernsehen in israelischer Uniform sieht, auch nur im Geringsten. Nun, vielleicht wird es Primus ja gar nicht so schwerfallen, der Übergang.
Ich setze noch mal, obwohl ich es schon mal getan habe, den Clip von Harel Moyal rein, Emtza halaila bakvar, Mitten in der Nacht im Dorf. Nicht wegen der Soldaten - wegen der Eltern. (Wer die Zeichen nicht lesen kann: sie sind religiös und würden am Shabat, wenn die Kerzen brennen, niemals den Fernseher einschalten.)

Ich stecke also mitten in der mentalen Vorbereitung. Ich habe es vielleicht immer leicht im Leben gehabt - denn ich habe das Gefühl, ich habe noch nie etwas Schwierigeres gemacht. Tut mir auch leid, wenn solche Posts nun öfter auftauchen - haltet mir eben entweder das Händchen oder überlest es ;-)

In der ZEIT zu lesen Oktober 9, 2007, 10:26

Posted by Lila in Uncategorized.
20 comments

Auf die Schnelle: ein kurzer Artikel zur Frage, was tun mit Spielern, die Israel boykottieren? (Wir werden ja jetzt schon so oft boykottiert oder ausgeschlossen - wenn das jetzt gesellschaftsfähig wird, können wir wirklich unter uns bleiben und Gummitwist spielen…) Das Absurde der ganzen Geschichte wird einem beim letzten Satz klar:

Im israelischen Ministerium für Wissenschaft, Technologie, Kultur und Sport wurde die Personalie erst durch eine Anfrage des Tagesspiegels bekannt. “Er macht einen Fehler. Er täte besser daran, zu kommen, sich umzusehen und so das, was er als Gegenseite begreift, kennen und verstehen zu lernen”, sagte ein Sprecher von Minister Raleb Madschadele. Madschadele steht für grenzüberschreitende Offenheit. Er ist der erste islamisch-arabische Minister in der Geschichte des jüdischen Staates.

Soviel für die Deutschen, die es gerechtfertigt finden, unseren “Apartheidsstaat” zu boykottieren….

Ich habe das Thema übrigens gestern schon in einem Kommentarstrang erwähnt, den vielleicht nicht alle mitgelesen haben. Für das Argument, daß die Familie im Iran bedroht ist, habe ich Verständnis - obwohl das natürlich die, die mit dem Iran sympathisieren, schon aufhorchen lassen sollte. Es spricht nicht für die Zustände dort.

Aber “politische” Gründe sind nichts weiter als reine Hetze und Ideologie. Die Beziehungen zwischen Israel und dem Iran waren bis 1979 gut bis ausgezeichnet. Es ist der Islamismus, der Israel als Feind sieht - in der Geschichte beider Völker gibt es keine Gründe dafür, nichts, was wir den Iranern “weggenommen” oder “angetan” hätten.

Und ein längerer zum Thema Terrorismus verstehen. Das Beispiel der englischen Medien ist ganz aufschlußreich, finde ich. Die BBC hat nicht mal Probleme damit, ihren anti-westlichen Kurs zuzugeben und als eine Art Robin-Hood-Haltung zu verklären. Ähnliche Denkmuster (der Westen ist es selbst schuld, die Gefahr des islamistischen Terrors wird aufgebauscht, die Amerikaner sind es selbst schuld, wir sollten uns von Israel distanzieren, dann kann uns nichts passieren…) höre und lese ich auch in deutschen Medien und in Gesprächen mit Deutschen. Es ist nicht die Mehrheit, das stimmt, und insgesamt halte ich Deutschland für lernfähiger als das Publikum in den UK, wo ja Anti-Israel-Haltungen immer schon schick waren.

Kaum ein Künstler oder Intellektueller, der sich nicht gegen Israel geäußert hat oder engagiert hat. Und mit dem extremen Islam kokettieren oder kooperieren Deutsche wohl insgesamt weniger. (Wobei ich nicht einem Generalverdacht gegen Moslems das Wort rede! Ich sage mit Absicht EXTREMER Islam oder Islamismus. Der Unterschied ist wichtig.) Aber Krönigk meint, daß sich auf der Insel manches eher abspielt als auf dem Kontinent und sie darum ein gutes Lehrstück bietet. Ein erschreckendes.

Wohin das führen wird? Nun, wir werden es sehen.