Sieben Jahre Oktober 2, 2007, 10:26
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
Es war im Oktober 2000. Der Fall schien völlig klar. Israelische Soldaten schießen mit voller Absicht auf einen kleinen Jungen, der sich verstört hinter seinem Vater zu verstecken versucht. Die Bilder des französischen Senders waren vielleicht ein stärkerer Auslöser für die Intifada als der Besuch des damals als abgehalftert eingeschätzten Oppositionspolitikers Sharon auf dem Tempelberg. Mohamed al-Dura wurde zum Symbol des wehrlosen Palästinenserkinds, das von brutalen Israelis getötet wird, vor den Augen der Welt. Von dem moralischen Schaden hat sich der Staat Israel nicht erholt, konnte er sich nicht erholen.
Die israelische Armee übernahm die Verantwortung für den Tod des Jungen, noch bevor überhaupt eine Untersuchung in Gang kam. Natürlich hatte niemand mehr als ein zynisches Schulterzucken für die Untersuchungsergebnisse übrig, die später veröffentlicht wurden und feststellten, daß die Armee ihn nicht erschossen haben kann. So wie die Palästinenser und Israelis bei diesem Schußwechsel standen, hätten israelische Kugeln ihn gar nicht erreichen können, meinte die Armee. Mehr als ein Schnauben war diese Feststellung niemandem wert – falls sie überhaupt in die Medien gelangte.
Trotzdem blieben Fragen offen. Das Material war von einem palästinensischen Kameramann gefilmt worden, den das französische Fernsehen angestellt hatte. Der Kommentator saß in einem Studio, war selbst nicht Augenzeuge, sondern verließ sich auf die Angaben des Kameramanns. Eindeutige Beweise gab es nicht. Vor Gericht hätte man Israel bei einer so unklaren Beweislage nicht verurteilen können.
In den Augen der Welt brauchte man natürlich keine weiteren Beweise. Der Verlauf der Intifada schien ja die Lesart “brutale Israelis gegen wehrlose Palästinenser” zu bestätigen. Niemand fragte die Palästinenser ernsthaft, wieso sie die im Oslo-Prozeß gewonnenen Fortschritte aufs Spiel setzten und statt auf Verhandlungen auf Steinewerfen setzten. Arafat, der Friedensnobelpreisträger, schien ja gar keine Wahl zu haben…
Erinnert sich noch jemand an die Recherchen des deutschen Fernsehens? Sie ergaben ebenfalls, daß das Szenario israelischer Kugeln unwahrscheinlich war. In Frankreich hat sich um diese Frage ein Rechtsstreit entwickelt – France2 hat eine Verleumdungsklage eingereicht, um sich gegen die Vorwürfe zu wehren, daß der Vorfall für die Kamera in Szene gesetzt, die Berichterstattung lügenhaft war. Im Rahmen dieses Prozesses wird nun die ganze Geschichte wieder aufgerollt und das gesamte Filmmaterial freigegeben.
Nun kann man sagen: was bedeutet es schon, wenn diese eine Geschichte gefälscht ist – schließlich sind so viele palästinensische Kinder durch israelische Kugeln gestorben, daß die grundlegende Wahrheit von einem Fall nicht in Frage gestellt wird. Doch die Wahrheit über Mohamed al-Dura, die wir noch nicht wissen, ist wichtig. Wir behaupten immer, daß es die Palästinenser selbst sind, die ihre Kinder mit fahrlässigem Leichtsinn ins Gefecht schicken, statt sie zu schützen. Mich persönlich hat an den Aufnahmen von Vater und Sohn al Dura immer gestört, daß der Vater an einem sichereren Ort zu kauern schien als der Sohn… aber ich dachte, vielleicht gab es dafür einen Grund.
Wie gesagt, wir wissen noch nicht alles. Aber es gibt drei grundlegende Möglichkeiten:
1. Die Israelis haben Mohamed al-Dura auf dem Gewissen und versuchen, die Schuld von sich abzuwälzen.
2. Die Palästinenser haben den Vorfall inszeniert und Mohameds Leben geopfert, um die Israelis als Kindermörder anzuschwärzen und die Weltmeinung zum Auftakt der Intifada auf ihre Seite zu bringen – und ein Interpretationsschema für alles weitere vorzugeben.
3. Die Palästinenser haben den Vorfall inszeniert, Mohamed al-Dura lebt, und das Ganze war eine Fälschung, von vorn bis hinten.
Es widerstrebt mir, aus patriotischer Parteinahme heraus den Palästinensern Szenario 2. oder 3. zu unterschieben, ohne Beweise. Obwohl es zu ihrer Strategie schon passen würde. Aber man sollte sich die ganze Sache durch den Kopf gehen lassen, sich informieren und abwarten, was die Ausstrahlung des Rohmaterials ergibt.
Ich bin aber froh, daß diese ungelöste Geschichte in die Schlagzeilen zurückkehrt, auch wenn ich nicht glaube, daß es irgendeine Chance gibt, Israels Ruf wieder herzustellen. Wenn es Leute gibt, die den Israelis den 11. September in die Schuhe schieben, wird eine Richtigstellung dieses Todesfalls sie nicht beeindrucken.
Ich habe ein paar Links zum Thema gesamelt:
News Now sammelt Schlagzeilen (leider ist “Dura” als Suchbegriff etwas weitmaschig)
The September 2000 death of Palestinian child Mohammed Al Dura in the Gaza Strip was staged by a Gaza cameraman, Government Press Office (GPO) Director Daniel Seaman said Monday.
Al-Dura: ‘The Perfect Media Crime’ Court wants news film of Gaza boy ‘shot’ by IDF. This past week, almost seven years to the day that 12-year-old Mohammed Al-Dura was shot — allegedly by IDF bullets — while hiding in his father’s arms, a court in Paris ordered that the full 27-minute news film be made public in response to a lawsuit trying to determine whether the iconic death was, in fact, an elaborate Palestinian hoax.
Ynet:
Commenting on the government’s shirking of responsibility for Muhammed al-Dura’s death, MK Ahmad Tibi (United Arab List-Ta’al) said Monday, “The statement is not credible, and it constitutes abuse of al-Dura’s body.”
Weltwoche (von James Fallows):
Wer erschoß Mohamed al-Dura? Die Bilder des Palästinenserjungen, der in den Armen seines Vaters stirbt, gingen um die Welt. Für die Muslime wurden sie zum Symbol des Kampfes gegen die jüdischen Unterdrücker. Eine akribische Recherche zeigt nun: Die tödlichen Schüsse wurden nicht von den Israelis abgefeuert.
Eine Antwort auf James Fallows:
Whether or not a particular 12-year-old boy died at the hands of Israeli soldiers, the image of Mohammed al-Dura is an authentic symbol of the Israeli occupation. Avoiding this harsh truth does a disservice to Israel and the Jewish people, as well as to the Palestinians, hinders the quest for peace, and endangers everyone if the wrong lessons are drawn from the al-Dura incident.
Mohameds Vater in Ynet:
Al-Dura’s father: Israel’s claims ridiculous
‘Israel tries time and again to deny its responsibility for the incident because it can’t deal with the criticism against it,’ says Jamal al-Dura in response to official Israeli assertion that incident was staged. Israel: It is time for French to release raw footage, ‘out of 26 minutes the world has only ever seen 59 seconds’
Nathan Sharanksy in der JPost:
When I served as minister of Diaspora affairs from 2003 to 2005, I traveled frequently to North American college campuses. I heard first hand how Muhammad al-Dura had shaped the perceptions of young people just beginning to follow events in the Middle East. For many Jewish students, the incident was a stain of dishonor that called into question their support for Israel. For anti-Israel students, the story reaffirmed their sense of Zionism’s innately “racist” nature and became a tool for recruiting campus peers to the cause.
Tragically, there is no way to repair the damage inflicted on Israel’s international image by the France 2 report, much less restore the Israeli and Jewish victims whose lives were exacted as vengeance.
Und hier ein Video zum Thema:
Kommentare
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Der Film von Esther Schapiro, den Du kurz erwähntest, ist ein recht gutes Zeugnis dafür, dass vorhandene Fakten einfach umgedeutet wurden, weil es nicht anders sein durfte als das ein Kind (tragisch genug) im israelischen Kugelhagel stirbt. Die ganze Geschichte ist danach propagandistisch (perfide genug) ausgeschlachtet worden und da kümmert es heute niemanden mehr, wenn anschließend diese „Wahrheiten” hinterfragt werden, denn die Ikone ist ja bereits erschaffen worden und die Geschichte in der Welt. Frau Schapiro wurde in Deutschland zum Ziel heftiger Kritik, warum? Weil sie Jüdin ist und so wird gleich unterstellt, sie handele um den Staat Israel von jeglicher Kritik „reinzuwaschen”. So kann man gleich jegliche Kritik im Keime ersticken. Sehr praktisch. Broder schrieb damals etwas dazu:
http://www.henryk-broder.de/html/fr_schapira.html
Lila,
“Es widerstrebt mir, aus patriotischer Parteinahme heraus den Palästinensern Szenario 2. oder 3. zu unterschieben, ohne Beweise. ”
Du hast oben selber festgehalten, dass die IDF Untersuchung zum Ergebnis kam, dass israelische Kugeln den Jungen nicht getroffen haben koennen.
Moechtest Du aus patriotischer Parteinahme heraus, der IDF unterstellen, dass die Untersuchung gefaelscht wurde?
Wenn 1) nicht zutreffen kann, dann muss 2) oder 3) richtig sein, so wie Du selbst den Fall konstruierst hast.
Ist es wirklich angemessen, lieber die IDF-Untersuchungsergebnisse zu bezweifeln als die pal. Darstellung?
Ich finde, es geht klar genug aus meiner Darstellung hervor, zu welcher Einschätzung ich neige. Ich kann aber nicht einerseits kritisieren, daß die Welt sich mit unzulässiger Beweislage auf eine Lesung einschießt, und dann dasselbe tun. Deswegen habe ich auch widersprechende Kommentatoren verlinkt.
Das ist mein Stil, und es tut mir leid, wenn er Dir nicht gefällt. Ich bin nicht das Zentralkomittee irgendeiner Partei und keine offizielle Stelle. Ich versuche, meinen Lesern die Möglichkeit zu geben, sich eine eigene Meinung zu bilden.
Ich weiß nicht, ob Du merkst, wie anmaßend Dein Ton ist, wenn ich etwas schreibe, das Dir zu weich, zu konturlos ist. V
Aber Du kannst mir überlassen, was ich für angemessen halte und was nicht. Bis wir nicht endgültig Klarheit über den Fall haben, bleibt alles Mutmaßung, mit schweren Verdachtsmomenten gegen die Palästinenser und die internationalen Medien.
Lila,
nein, ich merke nicht, wie anmassend mein Ton ist, sonst wuerde ich anders formulieren.
Haelst Du die Ergebnisse der IDF-Untersuchung fuer “unzuverlaessig”? Wenn ja, warum? Wenn nein, dann ist das gerade kein Fall von urteilen auf der Basis von unzuverlaessiger Beweislage.
Ich habe nicht gesagt, daß ich den Bericht von Yomtov Samia für unzuverlässig halte. Wo hast Du das Zitat her? Ich habe nur gesagt, daß er sich auf dieselbe indizienlage stützt wie alles andere. Und die ist nicht eindeutig. Sonst gäbe es keinen Streit. Noch hat niemand weitergehende Beweise oder Indizien als das. Hoffentlich haben wir am 14.11. welche.
Was wären handfeste Beweise? Kugeln wurden weder sichergestellt noch bei einer Obduktion entnommen. Die runden Einschlaglöcher sind Hinweis auf eine Schußrichtung von vorn, also von der palästinensischen Stellung, aber kein Beweis.
Es gibt keinen Obduktionsbericht. Alles, was in dem von mir verlinkten Video gezeigt wird, weist darauf hin, daß der Kameramann etwas zu verbergen hat. Ich hoffe, daß wir in dem fehlenden Material Aufklärung finden. Aber es kann gut sein, daß das längst schon vernichtet wurde.
Der Bericht der Armee geht, wie das Videostück auch, Indizien nach, Aufnahmen verschiedener Kamermänner, siehe Video. Leider kann man nach sieben Jahren nichts mehr rekonstruieren. Das Blut ist nicht mehr da, der Ort zerstört. Die Leiche? Kann man sie exhumieren? wie beweisen, daß es Mohamed ist? gibt es Bilder der Leiche? ist zu beweisen, daß das wirklich die Bauchwunde von Netzarim ist?
Vielleicht existieren Bilder, die beweisen,daß Mohamed nicht verletzt war, oder nicht so, wie sie behauptet haben. Vielleicht existieren Bilder, die zeigen, daß sich Augenzeugen vor palästinensischen Kugeln in Sicherheit brachten, nicht vor israelischen.
Warten wirs ab. Es kann gut sein, daß diese Geschichte immer ein schmerzlicher, ungeklärter Punkt bleibt, an dem sich die Geister scheiden.
Ich werde es weiter verfolgen.
Lila,
Du listest selber eine Menge Indizienbeweise auf. Vor Gericht koennen Indizienbeweise als Beweise gewertet werden. Der “absolute Beweis” ist auch in Gerichtsverfahren sehr selten. Und Ausserhalb des Gerichtssaals noch mehr. Auch heute gibt es Menschen, die daran glauben, dass die Welt eine Scheibe ist. Muessen wir deswegen unsere Ansicht von ihrer Kugelgestalt in zurueckhaltende Formulierungen kleiden?
Hast Du den Artikel in Y-Net gesehen, wo der Vater Israelis Behauptung laecherlich nennt? Sein eigener Text strotzt von nachweisbaren Unwahrheiten.
Die IDF selber hatte offensichtlich den Eindruck, dass die Indizien eindeutig genug sind, um IDF-Kugeln ausschliessen zu koennen. Es ist bedauerlich, dass diese Schlussfolgerung nicht durch eine Autopsie erhaertet werden konnte. Die Verweigerung einer Autopsie durch die pal. Seite wuerde vor Gericht wiederum als Indiz gewertet werden.
Ruth, lies doch einfach noch mal durch, was ich geschrieben habe. Mir scheint, Du hast mich komplett in den falschen Hals bekommen.
Anlaß für mein Geschreibsel war die Erwartung, daß mit der Veröffentlichung des gesamten Filmmaterials endlich die festen Beweise kommen, die bisher gefehlt haben.
oder deutlicher:
(Israpundit)
Auf die Ergebnisse bin ich sehr gespnnt. Aber sie aus patriotischem Eifer vorwegzunehmen, halte ICH nicht für angemessen.
Ob Mohamed Dura überlebt hat oder nicht – wenn das, wie es aussieht, ein Hoax war, der Kameramann Enderlin angerufen hat, weil er selbst Regie geführt hat, und die Fr2 das nie überprüft oder richtiggestellt hat – das ist ein Skandal riesigen Ausmaßes.
Die Pallywood-Serie zeigt, daß es eigentlich keine Grenze des Zynismus gibt. Das Massaker von Jenin. Aber die Dura-Geschichte ist noch mal eine Nummer härter. Die Intifada und die europäische Parteinahme für die Palästinenser sind durch diese Bilder angeheizt worden.
Ich möchte doch hoffen, daß einige Leute dann mal ins Grübeln kämen, worauf sie eigentlich ihre Meinungen gründen. Obwohl diese Hoffnung vermutlich grundlos ist.
Hier noch ein paar Links zum Thema:
Der Bericht der Armee
Zusammenfassung des Falls bei Camera
und bei Jihadwatch und Soccer Dad
Augean Stables nimmt das Interview mit Jamal al-Dura auseinander
Da die Mainstream-Medien das Thema wohl noch nicht wiederentdeckt haben, sehe ich hier eine Aufgabe für Blogs
Ich machs mir bei solchen Sachen immer einfach: “Was durch Chaos und Inkompetenz erklärbar ist, ist auch dadurch zu erklären.” Damit entledigt man sich der meisten Verschwörungstheorien.
Und zwei Dinge sind hier wohl offensichtlich: Es herrschte Chaos und die IDF konnte den Jungen nicht treffen – mir ist sogar so, als hätte das recht bald danach die Runde hier in den Medien gemacht.
Sagt mal, ihr beiden Streithühner
, kennt ihr diese Informationen hier?
http://www.pajamasmedia.com/2007/09/dam_bursts_at_al_dura_trial.php
Hab ich doch oben verlinkt, Willow Du Jeck, bei Jihadwatch ist das identische Dings. Hast wohl meine Links nicht gelesen vor Schadenfreude
Carsten, die Reportage von Esther Shapiro hat damals ziemliche Wellen gemacht, auch hier. Beim von Chajm verlinkten Artikel von der Achse des Guten kannst Du auch sehen, was viele Zuschauer davon gehalten haben. Ihr wurde nicht geglaubt, weil sie Jüdin ist.
Als ob Juden keine israel-kritischen Reportagen verfassen würden! Als ob das eine Rolle spielte! Aber viele Leute glauben nach wie vor, daß Israel sich reinwaschen will. Frag doch einfach mal ein paar Leute, die Du kennst!
Ich hoffe, das hat bald ein Ende und die Tatsachen kommen auf den Tisch.
[...] Gerichtsprozess in Frankreich wieder ins Blickfeld der Öffentlichkeit rücken könnte. Sieben Jahre ist es her, dass Mohamed al-Dura von israelischen Soldaten umgebracht worden sein soll. Sieben [...]
Ulrich Sahm hat heute zum selbigen Thema einen Bericht geliefert. http://www.n-tv.de/860776.html
Darin schreibt er, dass der Kameramann zwei Finger ins Bild gestreckt haben soll, als Zeichen für “Take Two”, der Wiederholung der Szene…
Das sieht man auch auf dem Video, den ich oben verlinkt habe. Ich würde aber aufgrund einer so kurzen, wischenden Geste den Kameramann noch nicht hängen.
Allerdings kenn ich mich mit Fernsehen nicht aus. Es ist gut möglich, daß ein Kollege Kameramann die Geste eindeutig “lesen” kann. Ich kann es nicht.
Feiertag und Pallywood
Heute wird in D-Land der Tag der dt. Einheit begangen, jedes Jahr übernimmt seit 1990 ein anderes Bundesland die Schirnherrschaft über das Ereignis, dieses Jahr ist das Schwerin in Mecklenburg-Vorpommern . Mir ist nicht gerade zum feiern zu Mute – in…
[...] by Lila in Land und Leute. trackback Nein, noch weiß man nichts Endgültiges über den Tod von Mohammed Dura. Aber ich bin auf eine ganz erhellende Geschichte gestoßen, die dieses Bild [...]