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Anläßlich der Sprechstunde… September 22, 2007, 15:58

Posted by Lila in Land und Leute, Uncategorized.
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….bei Frau Lila klärende Worte zu einem brenzligen Thema.

Nächsten Dienstagnachmittag lerne ich einen bisher unbekannten Aspekt des Lebens online kennen - ich bin zu einer Chatrunde eingeladen.

Am Dienstag, 25. September, ist Lila vom Blog “Letters from Rungholt” von 16.00 bis 17.00 Uhr zu Gast in der Blogsprechstunde, dem Chat von politik-digital.de und den Blogpiloten.

Eine Deutsche in Israel - Lila nennt sie sich im Internet und sie lebt seit vielen Jahren mit Mann und Kindern in einem Kibbuz, einer ländlichen Siedlung mit gemeinsamen Eigentum und basisdemokratischen Strukturen. Seit 2004 berichtet sie über ihre Erfahrungen auf dem Weblog “Letters from Rungholt“.

Wie sieht das tagtägliche Leben in einem Kibbuz aus? Hat Lila manchmal Heimweh nach Deutschland? Und welche Rolle spielt die israelische Politik für ihr Leben? Fragen Sie Lila in der Blogsprechstunde.

Wenn Sie eine Frage stellen möchten, dann klicken Sie auf eines der angezeigten Themen. Sie können auch eigene Themenvorschläge machen, indem Sie auf den Link “Selber Thema vorschlagen” klicken. Die bereits gestellten Fragen werden in der Liste angezeigt. Geben Sie auch Ihre Stimme ab - die drei beliebtesten Fragen werden gleich am Anfang im Chat veröffentlicht - Weitere Fragen je nach Zeitlimit!

Natürlich ist mir sofort der Ausdruck “Siedlung” als mißverständlich aufgefallen, und ich habe die Veranstalter gebeten, das zu ändern.

Es stimmt nämlich nicht, wir leben in Israel, aber nicht in einer Siedlung. Auch wenn Ignoranten immer wieder Siedlung und Kibbuz verwechseln und mich als Siedlerin angreifen…… Ich nutze die Zeit, bis dieser Fehler hoffentlich behoben wird, um ein paar grundsätzliche Dinge zum Thema Siedlungen zu sagen. (Dann muß ich das vielleicht am Dienstag nicht mehr!)

Das Wort Siedlung hat ja mehrere Bedeutungen. Es bedeutet neighborhood - meistens eine neu gebaute, in der sich die Häuser oft ähneln. Dafür wäre das hebräische Äquivalent shchuna - auch im Kibbuz benutzen wir dieses Wort. Wir zählen die shchunot nach dem Alef-bet - die ersten Häuser waren shchunat alef, davon steht keines mehr. Die soeben erst bezogenen neuen Häuser am äußersten Rand des Kibbuz heißen shchunat kaf-gimmel, also 23.

Siedlung bedeutet aber auch settlement, und darunter fallen sowohl Neuansiedlungen im Wilden Westen als auch die Wohnorte jüdischer Siedler in den besetzten Gebieten. Dabei vermischen sich die israelische Pionier-Mentalität, die auch Y.s sozialistische, pro-arabische Großeltern hatten, mit anderen politischen Erwägungen.

“Pionier” heißt hier chalutz, jemand, der wirkliches Neuland bebaut. Für die alten Chalutzim gelten die heutigen Siedler nicht als echte Chalutzim. Kibbuzniks der alten Generation habe ich mit ziemlicher Herablassung über die “Pioniere” in Westbank und Gazastreifen sprechen hören. “Was leisten die schon? Wo die Infrastrukturen ihnen vom Staat nachgeworfen werden und sie billige arabische Arbeitskräfte nutzen - wo bleibt denn da der Pioniergeist? Wir haben mit unseren eigenen Händen Steine weggeschafft und bis zur Entdeckung von Wasser in den 50ern waren wir bitterarm! Man konnte sich aussuchen, ob man ein Ei oder zwei Oliven zum Abendessen will - beides zusammen gab es nicht”, erzählte mir eine alte Freundin von Y.s Oma. “Das war Chalutziut!”

Aber die Siedler selbst nennen sich nicht Chalutzim, sondern Mitnachlim. Das Wort kommt von der Wurzel n-ch-l, es kommt schon in der Bibel vor als Ausdruck für Familienbesitz, angestammten Besitz (nachalah).

Die Verbform “le-hit-nachel” ist Hebräischlernern sofort als Hitpael erkenntlich. Das sind Verben, die im Deutschen meist eine Konstruktion mit “sich” erfordern: li-rchotz: waschen, le-hitrachetz: sich waschen, oder auch le-galgel: rollen, le-hit-galgel: sich rollen.

Lehitnachel heißt also so viel wie “sich im angestammten Besitz niederlassen” und hat damit eine eindeutige politische Aussage. (Mitnachel ist damit “einer, der sich im angestammten Besitz niederläßt”, und Hitnachlut die “Niederlassung im angestammten Besitz”). Im Englischen und Deutschen gibt es keine einfache Wortwurzel, die so viel Bedeutung mit sich tragen würde. Darum wird aus Mitnachel Settler oder Siedler, aus Hitnachlut Settlement oder Siedlung.

Das Wort Mitnachlim, also die Pluralform von Mitnachel, ist im inner-israelischen politischen Streit mit größerer Spannung aufgeladen als das Wort Kinderkrippe in Deutschland. Es gibt Mitnachlim, die das Wort selbst für sich in Anspruch nehmen und es benutzen, dagegen andere, die meinen, es ist eine Erfindung der “linken Medien”, die ihnen damit viel deutlichere Absichten unterstellen, als sie haben. Gewissermaßen eine Polarisierung. Mitnachlim ist ein Kampfname und vielen “Siedlern” zu unsachlich. Sie bezeichnen sich dann lieber als Mityashvim.

Mityashvim, ein weiterer Hitpael, kommt von der Wurzel y-sh-v, und das bedeutet sitzen, sich niederlassen (to sit, to settle). Es klingt neutraler, Niederlassung und Niederlasser, und Kenner der israelischen Geschichte wissen, daß die jüdische Ansiedlung im britischen Mandatsgebiet vor der Staatsgründung “der Yishuv” hieß. Wenn Siedler sich so nennen, möchten sie damit das ganz natürliche ihrer Niederlassung unterstreichen - schließlich lassen sich Leute auf der ganzen Welt irgendwo nieder, oft auch in Gebieten, wo vorher niemand gewohnt hat.

Aus dieser Erklärung wird klar, daß im Gegensatz zum weitverbreiteten Vorurteil die israelische Gesellschaft nicht ein monolithischer Block fanatischer Siedler und Landdiebe ist, sondern eine kleine, aber in viele Gruppen geteilte Gesellschaft, in der sich alle ununterbrochen miteinander auseinandersetzen. Die Siedler selbst, um diese Kurzform zu benutzen, sind ja auch kein einheitlicher Haufen. Sie sind aus den unterschiedlichsten Motiven in die besetzten Gebiete gezogen, fühlen sich den verschiedensten religiösen und weltanschaulichen und politischen Richtungen zugehörig. Die Israelis, die nicht in den besetzten Gebieten leben, haben ebenfalls keine einheitliche Einstellung zu den Siedlungen.

Manche, wie die Kibbuzbewegung und die Linke, waren von Anfang an gegen jede Art der Niederlassung in den besetzten Gebieten, auch wenn es manche Siedler gab, die sich dort niederließen, um mit den arabischen Einwohnern zusammen in friedlicher Symbiose zu leben und ihnen nichts wegnehmen wollten. Sie träumten mehr davon, die Segnungen der israelischen-westlichen Welt in die BG zu tragen - Flüchtlingslager abzuschaffen, die dort noch bestanden (zwecklos, sie bestehen bis heute noch) und Krankenhäuser zu bauen, die Säuglingssterblichkeit zu senken und so weiter. Das war die Idee der “aufgeklärten Besatzung“, der in den ersten Jahren nach dem Krieg und nach den Erklärungen von Khartoum* viele Israelis anhingen. (*Wegen der Khartoumer Beschlüsse schien es unmöglich, auf irgendwelche Verhandlungen zu hoffen, da die Araber sich explizit dagegen aussprachen.)

Im Laufe der Jahre hat sich das aber geändert. Die aufgeklärte Besatzung ist eine Illusion, die BG eine Last. Viele Israelis sehen gar nicht ein, wieso sie Gebiete mit Leib und Leben schützen sollen, die ihnen nichts bedeuten. Viele Israelis stören die Subventionen, die Siedler genießen, denn das Leben ist hier teuer und schwierig. Sie sehen die Siedler als Opportunisten, Hindernisse auf dem Weg zum Frieden, ärgern sich, daß viele religiöse Siedler so arrogant sind und sich als einzig wahre Juden sehen… da vermischt sich vieles. Ich selbst ärgere mich ja auch, wenn Siedler oder Rechte mir was davon erzählen, daß im Rest Israels der reine Hedonismus und Materialismus herrschen und nur sie die Ideale von gegenseitiger Hilfe und Loyalität leben.

Ich gestehe gern zu, daß in vielen kleinen Siedlungen die Menschen füreinander einstehen und sich gegenseitig helfen, aber ich weiß auch, daß die Jugendbewegungen der Kibbuzim und der linken Parteien nicht weniger freiwillige Arbeit leisten, sich nicht weniger idealistisch einsetzen als die Siedlerjugend. Ich sehe doch meine Kinder und ihre Freunde. Ich sehe den Einsatz der Menschen um mich herum, ich kenne so viele Leute, die sich für soziale Projekte aller Art engagieren. Manche Siedler reden, als würden die Israelis außerhalb der Siedlungen ihre Zeit nur mit Drogenkosum, wilden Parties und endlosen Shopping-Orgien verbringen. Kompletter Blödsinn und doch immer wieder als Waffe im inner-israelischen Konflikt eingesetzt.

Die Linken dagegen sehen in jedem Siedler sofort den Ausbeuter und Steinewerfer, der Soldaten als Goyim bespuckt (während die Soldaten seine Siedlung unter Lebensgefahr bewachen) und Araber für Untermenschen hält. Chaim Yavins Film über die Siedler hat diese häßliche Seite gezeigt. Deswegen hat der Streit vor der Räumung des Gazastreifens vor zwei Jahren die Israelis in zwei Lager gespalten, das orange der Siedler und das blaue der Unterstützer der Räumung. Und deswegen bedeutete der Wahlsieg Olmerts als Nachfolger Sharons das eindeutige Votum der Israelis für eine Räumung weiterer Siedlungen in der Westbank. Bekanntlich haben ja die klugen, besonnenen Freunde mit der Qassam-Rakete diese Pläne durchkreuzt - aus ihren ganz eigenen Gründen.

Man kann also wirklich nicht sagen, daß ich mit der Siedlerbewegung sympathisiere. Trotzdem habe ich, wenn ich, wie so oft, von deutschen Lesern die Rundumverdammung der Siedlungen hörte und die stereotypen Sprüche und Forderungen, immer ein paar Punkte zu bedenken gegeben. Denn im Diskurs über die israelischen Siedlungen wird, wie bei fast jedem Thema, das mit Israel zu tun hat, mit andren Maßstäben gemessen als bei anderen Themen.

Überall auf der Welt lassen sich Menschen in Gebieten nieder, die nicht in ihrem Staatsgebiet liegen. Oft sind ökonomische oder lebenspraktische Gründe dafür ausschlaggebend - so kenne ich mehrere Familien aus dem Grenzgebiet zu Belgien, die nach Belgien gezogen sind, wegen der niedrigen Miete und der Kinderbetreuung. (Die Verschwörungstheorie in diesem Fall besagt, daß es wegen der Fritten geschah!) Auch daraus ergeben sich Spannungen, von den deutschen Siedlungen in Mallorca ganz zu schweigen. Unterbinden kann man es aber nicht, daß Menschen sich aus unterschiedlichsten Gründen irgendwo niederlassen, wo die “Eingeborenen” das Gefühl haben, sie haben nichts zu suchen.

Und es gibt Grenzgebiete, in denen von jeher verschiedene Bevölkerungen miteinander leben, weil sie mal hüben, mal drüben hingehörten. Die nördlichen Gebiete Deutschlands sind so ein Beispiel. Wir haben heute schon vergessen, wie bitter die Feindschaft zwischen Dänen und Deutschen mal war, in den Briefen von Meta Klopstock kommt es manchmal zum Vorschein. In Süddänemark leben Deutsche, in Norddeutschland Dänen. Sie werden nicht umgesiedelt, sie haben ihre Rechte als Minderheit (wie die berühmte Nordschlesische Wählergemeinschaft, für die die 5%-Hürde außer Kraft gesetzt wurde). Ich sage immer, daß der Umgang mit Minderheiten Prüfstein eines Staats ist - wobei der iranische besser abschneidet als der saudi-arabische, so wenig es zu ihrer sonstigen Politik passen mag. Na ja, es ist alles relativ…

Die Forderung nach einer umfassenden Räumung der BG von jeder jüdischen Anwesenheit ist gar nicht selbstverständlich. Es ist Land, auf dem seit biblischen Zeiten Juden gelebt haben - schon der Name Judäa sagt das ja. Es ist das jüdische Kernland. Daß Juden dort gern leben möchten, ist verständlich - die Frage ist nur, ob sie dabei politische Ambitionen haben. So wie die deutschen Rentner und Ferienhäusler auf Mallorca dort nicht die Herrschaft ergreifen wollen, so gibt es auch durchaus die Möglichkeit, daß jüdische Siedler als geschützte Minderheit in einem palästinensischen Staat leben bleiben.

Diese Möglichkeit ist zwar im Moment rein theoretisch, weil sie ohne Schutz der Armee vermutlich noch am selben Tag gelyncht wurden - trotzdem sollte man die Palästinenser durchaus mal fragen, wie sich ihr zukünftiger Staat zu dieser Frage stellt. So wie man sie auch mal fragen sollte, was den eigentlich mit den palästinensischen Christen geschehen soll, die, von der europäischen Christenheit unbeachtet, in Massen abgewandert sind.

(Es hat mich wie nichts anderes verblüfft, daß die katholischen Bischöfe neulich tatsächlich so beschäftigt damit waren, die Israelis zu Nazis zu erklären, daß sie gar nicht dazu kamen, sich mal um das Schicksal ihrer palästinensischen Brüder zu kümmern. Alles eine Frage der Priorität!)

Also, prinzipiell kommt es mir seltsam vor, daß gerade deutsche Linke, die gegen jede Art ethnischer Säuberung und Umsiedlung sind, bei jüdischen Bewohnern der Westbank eine Ausnahmen machen, ohne sich darüber Rechenschaft abzulegen. Natürlich kann man, alle Faktoren bedacht, zum Schluß kommen, daß es die sicherste Art ist, hier eine Art Frieden herzustellen - zu diesem Schluß kamen, wie gesagt, Olmert und seine Wähler. Aber die naive Vorstelllung, die Siedler müßten nur ihre Siedlungen verlassen, damit hier Friede, Freude, Harmonie herrschen die Illusion, daß “die Besatzung” Wurzel allen Übels im Nahen Osten ist - die ist wohl auch durch täglichen QassamBeschuß aus dem Gazastreifen nicht zu zerstören.

Dabei ist die PLO vor 1967, also vor der Besatzung und vor den ersten Siedlungen, gegründet worden. Das Nein der Araber zum jüdischen Staat hat in den 20er Jahren zu gewaltsamen Ausschreitungen gegen Juden geführt, es hat die Araber bewogen, den Teilungsplan abzulehnen, es hat sie dazu verführt, nach der Staatsgründung einen Krieg anzuzetteln, und dasselbe Nein ist auch Grundstein der Hamas und der Fatach.

Man mag also zu den Siedlern stehen wie man will - sie als einziges Hindernis auf dem Weg zu einem wunderbaren Frieden anzusehen ist eine bequeme, monokausale, unhistorische Verblendung. Es ist nur dann stimmig, wenn man den gesamten Staat Israel als eine einzige Siedlung ansieht, ihm die Legitmitation abspricht und mit einem “befreiten Palästina” auch Haifa und unseren Kibbuz meint (wie Hamas das zB tut). Ich weiß, daß es in Deutschland recht viele Leute gibt, die so denken.

Ich wüßte nur mal gern, warum sie nicht ebenso vehement gegen den Staat Jordanien sind. Auch Jordanien ist Produkt des aufgelösten britischen Mandats, auch Jordanien hielt die Westbank besetzt, und auch in Jordanien leben die Palästinenser als Minderheit (nur daß sie dort noch in Flüchtlingslagern leben). Wirklich, von den vielen Israel-Hassern, die hier im Laufe der Jahre schon aufgetaucht sind, hat mir das noch keiner überzeugend darstellen können, wieso nun ausgerechnet Israel ein Sonderfall ist und kein Existenzrecht hat, Jordanien dagegen schon.

Tja, aber es geht eben nicht immer logisch zu…

Hilfe in der Not September 22, 2007, 12:24

Posted by Lila in Land und Leute.
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Ich vermute, diese Geschichte kennen meine deutschen Leser noch nicht.

Nach dem Absturz der Touristenmaschine in Phuket war sofort klar, daß Israelis an Bord waren. In Israel gibt es für solche Fälle Pläne, die sofort umgesetzt werden. Im Nu war ein Team von Ärzten, Zaka-Mitarbeitern (religiöse Juden, die Opfer von Katastrophen bergen und identifizieren), forensischen Medizinern unterwegs, mit Ausrüstung und allem Drum und Dran. Die israelischen Rettungskräfte haben sich ja auch schon bei Auslandseinsätzen bewährt - das große Erdbeben in der Türkei, der Tsunami in Südostasien. Israelische Rettungskräfte gehören zu den ersten am Einsatzort und sind sehr gut organisiert.

Wir haben im Laufe der Jahre genügend Gelegenheit gehabt, an diesen Fähigkeiten zu feilen, und stellen sie gern auch anderen zur Verfügung. So erinnere ich hier öfter an das Erdbeben im Iran, und daß unsere Regierung den Iranern Hilfe angeboten haben - die leider abgelehnt wurde. Diese Hilfe hätte Leben retten können. Ich kann die Borniertheit nicht verstehen, die die eigenen Bürger zum Tode verurteilt, weil nur Hilfe des “Feinds” sie hätte retten können.

Auch die Regierung von Sri Lanka hat eine israelische Rettungsmannschaft schon zurückgewiesen. Das muß man sich vorstellen: die Israelis bieten Hilfe an, die vielleicht am besten organisierte Rettungstruppe der Welt, aus dem Wunsch und Willen zu helfen, egal wer in Not ist. Die Regierung Sri Lankas dagegen lehnt ab. Auch in Kenia waren Israelis schon im Einsatz.

Nun, nicht alle sind so borniert. In Phuket kamen auch iranische Touristen ums Leben. Ich weiß nicht, wie gut organisiert die iranischen Behörden waren, und wen sie nach Thailand schickten. Jedenfalls unterhielten sich am Unglücksort der iranische Botschafter in Bangkok mit dem Leiter des israelischen Bergungsteams. Die Israelis boten ihre Hilfe an, und der iranische Botschafter nahm sie an. So wurden die iranischen Opfer des Flugzeugabsturzes von israelischen Forensikern identifiziert.

“He told our delegation how they were worried about their missing. I told him we can help him,” Oved said, referring to an Israeli forensics team that came to Thailand.

Shafiee, the Iranian official, said it was natural for people to work together after a humanitarian disaster. “I think there is no difference between the humans. All of them are humans and every nation can give any help that they can,” he said.

Das finde ich auch, und darum freut es mich, daß diesmal die iranischen Behörden den israelischen Helfern keine Hindernisse in den Weg gelegt haben. Vielleicht, weil es in Thailand war - auf neutralem Boden. Ob die Iraner uns helfen würden, wenn wir in ähnlicher Notlage wären? Die einzelnen Menschen vermutlich ja. Aber die Regierung? Vor der Revolution der Mullahs war das Verhältnis zwischen den beiden Ländern ja gut.

(PS: Ich finde gerade eine deutsche AP-Meldung, offensichtlich aus dem Englischen übersetzt, in der die israelisch-iranische Zusammenarbeit erwähnt wird, ohne ausdrücklich zu erwähnen, wer hier wem Hilfe angeboten hat.)