Süßes Geheimnis August 6, 2007, 23:12
Posted by Lila in Land und Leute.trackback
Heute mittag las ich in der ZEIT den zweifellos peinlichsten Artikel, seit sich diese ehrwürdige ZEITung in ein ZEITgeist-Blättchen verwandelt hat. Ein junger Vater veröffentlicht einen offenen Brief an seine neugeborene Tochter, in dem er mit großer Offenheit und Liebe zum Detail darlegt, wie ihre Zeugung und die WM, dieses welterschütternde Ereignis, kausal verbunden sind. Dabei vergißt er im Rausch der Beweihräucherung seiner Zeungungsfähigkeit, daß alle vier Jahre eine WM stattfindet, daß bestimmt viele Olypmische-Spielkinder auf der Welt herumlaufen und auch der UEFA-Cup das Seine zur Bevölkerung dieses Erdballs getan haben wird. Doch die eigene Nabelschnur ist nun mal der Mittelpunkt der Welt. Man mag dem Kind nur wünschen, daß dieser Brief in den Abgründen des virtuellen Universums versinkt, ehe sie lesen lernt.
Weiter wäre nichts Besonderes an diesem Brief gewesen, wenn mit nicht heute abend in den Nachrichten (die ich seit langem zum ersten Mal wieder guckte) ein Item aufgefallen wäre. Ein junger Reporter tappte sichtlich überfordert im Neugeborenenzimmer des Krankenhauses von Zefat (Safed) herum, umgeben von quäkenden, sich windenden Neugeborenen mit lila Backen. Hebammen und Kinderkrankenschwestern hielten die Kinder stolz vor die Kameras und meinten, so einen Babyboom hat es nicht Zefat noch nie gegeben. Die Kinderärztin meinte, das liegt ganz klar an den Ereignissen des letzten Sommers.
Nein, sie meinte nicht die WM damit und auch nicht das gute Goldstar-Bier, das dabei genossen wurde. Nach jedem Krieg, meinte sie, ist ein Geburtenanstieg zu verzeichnen. Sobald sich Routine, Allltag und das Gefühl der Sicherheit wieder einstellen, geben die Leute sich ans Kindermachen.
Diskreterweise verzichtete die Reportage auf intime Interviews mit den Eltern a la ZEIT, wobei man hätte erörtern können, ob es der Triebstau im Bunker oder im Panzer war, der zur Zeugung des Nachwuchses geführt hat. Schade, dabei gibt es doch noch so viele kleine Details des Intimlebens, was man früher süße Geheimnisse nannte… die unbedingt vor eine staunende Öffentlichkeit gezerrt gehören!
Jedoch besonders eklatant war mal wieder der Unterschied zwischen Israel und Deutschland, wie sie gewissermaßen ihr Vorspiel verbringen und wie ihr süßes Geheimnis jeweils aussieht…. Ohne Zweifel ein lustiges Zusammentreffen, diese beiden Berichte.
Den höchste jüdische Geburtenrate auf deutschem Boden gab es übrigens in den DP-Lagern ab 1946.
Es findet alle vier Jahre eine WM statt, klar. Aber doch nicht so eine! Die ist wirklich unvergesslich, und hin und wieder freut man sich auch in Deutschland, ohne gleichzeitig deswegen ein schlechtes Gewissen zu haben, weil man die Probleme der übrigen Welt für einen Moment ignoriert.
Manfred - bevor die Menschheit, bzw ihr deutscher Teil, wußte, wie wunderbar die WM in Deutschland wird, haben sie eben ihre Kinder bei ganz normalen Fußballspielen gemacht. Geht alles
Ich habe auch niemandem ein schlechtes Gewissen einreden wollen. Ich habe mich nur über diese Parallelität amüsiert, die Babybooms auf so verschiedene Gründe zurückführt. Und das am selben Tag.
Wie langweilig ich da bin; meine Erklärung für eine Häufung von Schwangerschaftsmeldungen ist und bleibt: Da ham’s was ins Wasser getan.
Manfred, sieh es einfach so - ebenso, wie diese WM für viele Deutsche unvergesslich ist, könnte auch dieser Krieg für die Israelis unvergesslich sein? Mehr wollte Lila wohl garnich sagen - wie gut *wir* es doch im Vergleich haben…
Könnte es nicht ein evolutionärer Impuls sein? In Gemeinschaften, die kämpfen, wissen die Männer, dass sie langfristig keine Chance haben, wenn die Zahl der Kampffähigen nicht erhöht wird. Also machen sich die Überlebenden nach der Heimkehr daran, dass die Ausfälle in 18 - 20 Jahren ersetzt werden - und vielleicht sogar etwas mehr.
Klingt furchtbar chauvinistisch, denn man denkt an so viel Anderes bei eigenen Kindern als an Krieg - doch so viele Dinge, die den Menschen sich zu dem haben entwickeln lassen, was er heute ist, laufen rein unbewusst oder unter viel hormonellem/emotionalem Beiwerk ab.
Mach Dir um Deutschland keine Sorgen - ein Großteil der zu WM-Zeiten gezeugten Kleindeutschen ist schon wieder abgetrieben, und wer trotzdem geboren wird, wird dann “Leonie” oder “Finn” getauft und so gezwungen, ein Leben in permanenter Entwürdigung zu führen. Ohnehin schnappt sich der Islam Deutschland bis spätestens 2050, da kann man gar nix mehr machen.
Nun, Leonie ist “die Löwin” und Finn “blond, weiß, hell” (vielleicht ja auch einfach nur: im Finnlandurlaub entstanden
) - ich würde meine Kinder nicht unbedingt so nennen, aber entwürdigend finde ich ganz andere Namen…
Ich finde Leonie sehr hübsch - der Name stand lange, lange auf meiner Liste. Vielleicht, weil ich eine sehr kluge und selbstsichere Leonie kenne.
Und ich habe auch nicht ernstlich was gegen Leute, die im Finnlandurlaub entstanden sind
Und was die Theorie angeht, weswegen nach Kriegen allgemein mehr Kinder geboren werden: das ist anscheinend eine ganz bekannte und archaische Sache. Über die Gründe kann man spekulieren. Mir scheint es mehr wie eine Bestärkung des Prinzips Leben, das ja im Krieg ziemlich zu kurz kommt.
Nun, das “Prinzip Leben” … im Prinzip läuft es doch auf “ich möchte, daß es irgendwie weitergeht” hinaus. Sozusagen der Sieg der Liebe
Kann mich noch genau daran erinnern, daß eine Mitmieterin kurz nach der Geburt unseres ersten Kindes meinte “ach, so ein schönes Kind - aber habt ihr euch das wirklich überlegt, so kurz vor dem Weltuntergang noch ein Kind in die Welt setzen!?”
Ich halte es in diesem Fall eher mit Luther… und habe einen Lieblingsmusiker, der sich angeblich in seinen Grabstein ““He passed it on” ritzen läßt.
@willow: Deine Mitmieterin war nicht zufällig Zeugin Jehovas oder Sonnentemplerin?
Wachturm…
Soviel ich weiß, gibt es solche Babybooms nicht nur nach Kriegen, sondern allgemein nach Katastrophen. In Dörfern, die von Naturkatastrophen zerstört wurden, soll sich die Bevölkerung danach schneller vermehren als anderswo. Leider weiß ich nicht mehr, wo ich das gelesen habe.
Aber dass nach wichtigen Fußballspielen mehr Kinder gezeugt werden als sonst, das stimmt. Liegt daran, dass die Männer im Geiste mitspielen und unbewusst die Muskeln anspannen. Dadurch steigt der Testosteronspiegel. Und wenn der Testosteron- den Wettlauf mit dem Alkoholspiegel gewonnen hat, dann hat die Frau gute Chancen, für die Geduld entschädigt zu werden, mit der sie sich die Temperamentsausbrüche des Partners (”Lauf doch, Du faule Sau!” - “Das war doch im Leben kein Elfer!” - “Tooooooooooooooooooooooooooooooooooor!!!”) angehört hat.
Übrigens, Thatcher, nur das Prekariat (Oje, hoffentlich haut mir DEN Ausdruck keiner um die Ohren
) gibt seinen Kindern noch ausländische Namen. Man heißt wieder Heinrich.
Thatcher, 2050 ist also das Stichdatum? Interessante Annahme. Würde ich gern mehr zu hören.
Eigentlich finde ich, daß viele meiner Familie und Bekannten ihre Kinder doch noch recht kirchennah erzieht und die christliche Identität nicht untergegangen ist. Das ist natürlich eine Milieufrage. Meinst Du, daß die Leute aus Nihilismus selbst übertreten, weil sie eben nichts anderes kennen oder angeboten kriegen, oder das Deutschland mit Feuer und Schwert missioniert wird wie einst die mittelamerikanischen und südamerikanischen Völker, weil sie die Abgesandten des neuen Glaubens für Halbgötter halten?
Würde ich gern hören.
Hmmm, ich schätze, Thatcher rechnet “einfach” aktuelle Trends in die Zukunft hoch… wenn du dann die Geburtenraten in Deutschland nimmst und voraussetzt, daß sich das sowohl bei den “Eingeborenen” als auch bei den Mitbürgern mit “islamischem kulturellem Hintergrund” unverändert fortsetzt hast du -bei sehr unterschiedlicher Kinderzahl- irgendwann diesen Punkt erreicht, bei angenommenem exponentiellen Wachstum so um 2050, bei linearerem Wachstum etwas später…
Wobei das eben alles Annahmen sind… wie bei Börsenkursen können sich Trends aber auch umkehren. Was so schlecht ja auch nicht wäre, denn wenn man die aktuelle Bevölkerungsentwicklung der “deutschen Eingeborenen” als ewige, unveränderliche Gesetzmäßigkeit annimmt könnte auch ohne “Verdrängung” durch Migranten relativ einfach ausgerechnet werden, wann “die Deutschen” ausgestorben sind.
Solche Szenarien gab es in der Geschichte durchaus, z.B. haben sich geschätzte 10.000 bis 200.000 Einwanderer aus Deutschland, Dänemark und Holland (”Angelsachsen”) innerhalb weniger Jahrhunderte so stark vermehrten, dass sie die zu dem Zeitpunkt rund zwei Millionen einheimische Briten aus dem Genpool beinahe verdrängten.
Aber solche Szenarien beruhen halt auf einer ganzen Reihe von hypothetischen Annahmen, unter anderem der menschlichen Dummheit….
Gegen eine baldige Steigerung der deutschen Geburtenrate sprechen eine ganze Reihe von Gründen. Der wirtschaftliche Druck ist in Deutschland äußerst hoch; trotz harter Arbeit kann sich heute niemand mehr seines Jobs sicher sein. Diese Unsicherheit führt dazu, dass immer mehr Männer (und zunehmend auch Frauen) im besten Familienalter (ab 30) lieber für die Karriere entscheiden als für nach wie vor sehr kostenintensive Kinder.
Die Familienpolitik reagiert systematisch falsch auf das Problem. Sie will diejenigen Familien fördern, bei denen die Frau zu Hause bleibt. Damit soll nicht mal ein Zwang verbunden werden, die Kleinen in den Kindergarten zu schicken, wo sie - so sie ausländisch sind - die Sprache leicht erwerben könnten. Eine riesige Integrationschance wird hier vertan. Der vielleicht größte Fehler: Für jedes Kind gibt es den gleichen Kindergeldbetrag, egal ob in der Familie eines oder zehn Kinder leben. Was für die Einheimischen ein äußerst schwacher Anreiz zu mehr Kindern ist (Arbeit bringt mehr), ist ein Gratisbatzen für diejenigen, die in Gegengesellschaften junge Djihadisten heranbrüten (um es krass auszudrücken).
Auf internationaler Ebene lässt man es zu, dass jedes Jahr viele hervorragend ausgebildete junge Menschenim Familienalter ins Ausland abwandern, weil sie in Deutschland keine Zukunft mehr sehen, und bemüht sich, die Verluste aus Hinteranatolien mit Millionen weitgehend ungebildeten und aggressiven Migranten zu ersetzen und ihnen sogleich die Staatsbürgerschaft zu geben. Deren Gewaltkultur soll den Dummen und Armen, die bleiben, endgültig den Rest geben. Warum das? Umfragen haben gezeigt, dass die Türken zu 50% linke Parteien wählen; daher sind sie für die SPD und andere Sozialparteien die besseren Bürger. Aus dem gleichen Grund befürworten sie den Türkeibeitritt der EU (das nenne ich immer absichtlich so statt umgekehrt), wogegen es zwar enormen Widerstand bei den Alteingesessenen gibt - aber Europa macht heute die Regeln und ncht mehr das eigene Parlament.
Im übrigen hat Manfred recht; ich habe Zuwanderung, Abwanderung und gegenwärtige Geburtenraten für die Zukunft angenommen und dann per Zinsrechnung ermittelt, wann die Einheimischen nur noch 50% in Deutschland stellen. Um 2050 - 2060, wann diese Marke erreicht ist, ist die gewollte Transformation Deutschlands in einen türkischen Staat (etwa so wie Nordzypern, gegen das die EU auch nichts mehr tun zu können behauptet) irreversibel; aggressive Destabilisierungen werden natürlich weit vor diesem Zeitpunkt einsetzen. Solche demographischen Hochrechnungen sind keine Spekulation, wie immer wieder fälschlicherweise behauptet wird,, sondern da die 30 - 60jährigen der nächsten Jahrzehnte bereits geboren sind, außerordentlich zuverlässig. Der demographische Zustand von heute wurde vor 30 Jahren schon vorhergesagt und ist mit hoher Zuverlässigkeit eingetreten.
Die Mächtigen in Politik, EU, Staatsanwaltschaften und Gerichten haben sich anscheinend gegen die eigenen Bürger verschworen. Ihre Rechte und Interessen werden auf breiter Front missachtet, sie werden für weit geringere oder konstruierte Sachverhalte vor Gericht gestellt als die aggressiveren moslemischen Migranten, die sich fast alles erlauben und regelmäßig frei ausgehen oder immer wieder Bewährung bekommen. Ihnen werden immer höhere Steuern abgeknöpft, um es unkontrollierbar nahöstlichen Ländern oder den Palästinensern zu geben, die schon genau wissen, was sie vorhaben.
Das wird den Zahlenden dann mit “Friedensverpflichtung”, “historischer Verantwortung” und notfalls “Es gibt keine Alternative” verkauft. Wer diese Dinge ausspricht gilt als Volksverhetzer oder anderer strafwürdiger Dinge schuldig, und dank der Arkandisziplin (keiner der Verantwortlichen spricht jemals über die Vorgänge) bewirkt, dass ihnen zumindest so lange nicht geglaubt wird, bis die Debatte mal wieder abgewürgt ist.
An diesen Vergehen gegen das eigene Volk beteiligen sich übrigens auch die Kirchen (von denen Du ein ziemlich positives Bild zu haben scheinst) maßgeblich. Während die katholische Kirche die christlichen Dogmen aufgeweicht werden und die christlichen Glaubensinhalte absichtlich zu einem universalphilosophischen Pudding verkommen (Stichworte: Vaticanum II, Schauspielerpapst JP II, Assisi, Riesenevents ohne Verbindlichkeit), praktizieren die Protestanten Anbiederung und Förderung des Islam, Loslösung von jahrhundertelang praktizierten Werten wie ehelicher Treue (die bekannte Bischöfin Käßmann läßt sich aktuell scheiden), Schutz des ungeborenen Lebens und vielem mehr. Viele Kirchenaustritte geschehen gar nicht aus innerer Abkehr vom Glauben, sondern aus Frustration über diesen Ausverkauf der eigenen Traditionen und Werte.
So, das ist erstmal eine Ansammlung von Gründen, wegen derer ich glaube, dass es für mein Heimatland keine Chance mehr gibt.
Vielen Dank, das liest sich ja wirklich beklemmend. Ich bin zu weit und zu lange weg, um sagen zu können, wie weit Deine Analyse zutrifft. Was Kinder und Familienpolitik angeht, hast Du vermutlich Recht - in Deutschland hätte ich vermutlich keine vier Kinder (obwohl zu meiner Freude in meinem deutschen Freundeskreis aktuell mehrere vierte Kinder geboren wurden, jeweils auch in zwei Mädchen-zwei Jungs-Familien, was mich persönlich sehr sehr freut!) (doch das tut nichts zur Sache, ich weiß).
Die Kirchen, tja. Katholische Kirche - kenne ich nur als Außenseiterin und Zuschauerin. Auf meiner alten katholischen Schule, deren Lehrer vom Opus Dei geprägt waren, war damals keine Aufweichung christlicher Werte zu erkennen und ich kann mir nicht vorstellen, daß das heute der Fall ist. Ich halte die genuin katholischen Gegenden eigentlich für stabil in ihrer Identität. Mag Wunschdenken sein. Wie es im Großen und Ganzen aussieht, weiß ich nicht - aber die praktizierenden Katholiken in meinem Umkreis, in meiner alten Heimatstadt sind bewußt katholisch und es bedeutet ihnen etwas.
Wobei ich natürlich auch eine Sorte von Pax-Christi-Christen kenne, die vor ihren moslemischen Freunden in Andacht versinken und sich gern zu ihrem Instrument machen lassen. Das sind aber interessanterweise Katholiken in einem protestantischen Umfeld - mag rein anekdotisch und nicht weiter bedeutungsvoll sein.
Und meine protestantische Kirche? Ja, leider scheinen meine früheren Erfahrungen, so zum Beispiel an der Kirchlichen Hochschule mit ausgeprägt pro-jüdischen und judaistischen Arbeitsgruppen, auf die heutige Situation und auf die Kirche als Ganzes nicht anwendbar.
Ich glaube, Du hast Recht, wenn Du feststellst, daß viele Protestanten an westlichem Selbsthaß und Aufweichung ihrer Identität leiden, sich beim Islam anbiedern und mit reflexhaftem Haß auf Israel, die USA reagieren. Leider hab ich mich allzuoft durch Texte von Radiopredigern, Theologen und Pfarrern gelesen, die in jedem Palästinenser einen Hirten aus dem NT erkennen, im palästinensischen Narrativ eine Wiederkehr der Krippe und des bethlehemitischen Kindermords sehen und insgesamt dem Volk Israel die Solidarität verweigern. (ein Beispiel dafür findet sich hier:
http://www.wdr.de/themen/freizeit/brauchtum/weihnachten_06/kirchen/index.jhtml?rubrikenstyle=weihnachten_2006
Das ist erschreckend, aber ich sehe es vielleicht, ja ganz sicher, zu ausschließlich aus meinem israelischen Winkel und habe nicht den richtigen Überblick. Ich fühle mich in meiner Kirche jedenfalls nicht mehr zuhause. Mag an mir liegen.
Die freikirchlich-evangelistischen Kreise, die ich kenne, sind wesentlich Israel-positiver, aber bei ihnen sehe ich oft das Problem, daß ihre Spiritualität aus den USA importiert ist und darum nicht als Teil einer “typisch deutschen” Identität gelten kann - zumindest noch nicht in dieser Generation. Außerdem sind sie in anderen Punkten oft alles andere als repräsentativ für Deutschland und werden nicht viel Einfluß haben.
Doch was wollen die Deutschen, die so brennend für den Islam, die Araber, die Palästinenser begeistert sind?
Ich glaube, bei vielen westlich lebenden Palästinensern im Gazastreifen gab es ein böses Erwachen nach dem Wahlsieg der Hamas. Man hört davon nichts, aber ich kann mir nicht vorstellen, daß die jungen Frauen zB davon rundherum begeistert sind. Und auch manche Deutsche wissen nicht, wie gut es ihnen geht, und verherrlichen eine Gesellschaft, in der sie keine zwei Tage überleben könnten. Ob es nun Iran oder Hamastan ist - es kommt mir mehr vor wie ein Kokettieren. So wie manche Frauen für Männer schwärmen, von denen sie letztendlich unterdrückt und geprügelt werden, was sie aber für wunderbar authentisch und einen Ausdruck der Liebe halten….
Und doch kann ich nicht glauben, daß es die Mehrheit ist, die schon mal vorsorglich kapituliert, wie Broder meint. Das darf doch nicht wahr sein. Es gibt doch einerseits traditionelle, konservative, selbstbewußte Milieus - es gibt andererseits kritische Milieus - es gibt so viele Menschen, die ihre eigenen Werte aktiv verteidigen können. Also das möchte ich Euch zumindest wünschen.
Und ich sehe auch von der Seite der Migranten nicht, wie sie Deutschland “übernehmen” könnten.
Daß Deutschland und überhaupt Europa die eigene Identität zu großen Teilen preisgibt - das mag sein. Daß aus falsch verstandener Toleranz Intoleranz toleriert und gefördert wird - bin ich sicher. Aber eine letztendliche Übernahme - wie sollte die aussehen?
Zum Thema Kirche: Über deren Basis weiß ich auch schon längst nicht mehr Bescheid. Mich interessiert mehr der organisatorische Überbau. Und die Umkrempelung des Christentums wird von dort, vom Papst, von Kardinälen (unter denen es Verbindungen zur Mafia, zu dubiosen Finanzjongleuren, zur EU, zu Freimaurern und so weiter gibt) und von Theologen an den Universitäten vorgenommen. Da wird einem Hans Küng die Lehrerlaubnis entzogen, um davon abzulenken, dass andere, weniger bekannte, noch viel schlimmer sind. Opus Dei ist eine Machtbewegung, die in Struktur und Methoden der Muslimbruderschaft erstaunlich ähnlich ist (zufällig entstanden beide auch im gleichen Jahr, 1928). Während sie das einfache Volk mit Phrasen von der “Heiligung des täglichen Lebens” und masochistisch Veranlagte mit Selbstgeißelungen beschäftigt, gibt es eine streng geheime Agenda (Felzmann und del Carmen Tapía haben einige Dokumente geleakt), in der von einer “Katholisierung der Eliten” und einer “Prägung der Gesellschaft von oben” die Rede ist. NMicht umsonst stecken sie tief drin in den Eingeweiden der EU, sammeln unglaubliche Geldmengen, obwohl ihre Mitglieder bitterarm sind, für unbekannte Zwecke ein. Und sie folgen dem Papst willenlos, auch wenn der eigentlich schon nicht mehr wirklich katholisch ist.
Die freikirchlichen Fundis sind nicht besser. Sie verfolgen eine absichtliche Verdummungskampagne, indem sie jedes Mittel nutzen, um ihren kreationistischen Unsinn in Schulen und Universitäten als “ernsthafte wissenschaftliche Alternative” zur Wissenschaft zu plazieren versuchen. In charismatischen Gottesdiensten und mit freundschaftlicher Missionierung (die durchaus auch vom jeweils anderen Geschlecht ausgeht) wollen sie durch emotionale Bindung und Prägung eine Art “Volksgemeinschafts”-Feeling generieren, das kritisches Denken effektiv unterdrückt, zumindest aber dessen Äußerung erschwert. Den politischen und geschäftlichen Ambitionen der Führungsschicht nützt dies in hohem Maße.
Nun, wenn Du Deutschlands Zukunft sehen willst, dann schau Dir den Libanon der vergangenen 30 Jahre an. Ehemals ein blühendes Land, das stolz auf seine Traditionen war, haben sich über viele Jahrzehnte die Schiiten viel stärker vermehrt als die christliche Führungsschicht. Aus “hohen moralischen Motivationen” nahmen sie palästinensische Flüchtlinge mit noch höherer Geburtenrate auf, die, sobald sie zahlenmäßig dazu in der Lage waren, das Land destabilisierten und in den blutigen Bürgerkrieg stürzten. Und heute sind die Schiiten praktisch in der Mehrheit, ein Nasrallah hat sich auch passenderweise gefunden, und sie wollen die Macht im Staat. Der Libanon steht heute vor der Wahl, ein demokratischer Islamistenstaat oder ein undemokratischer Apartheidsstaat mit unterdrückter Mehrheit zu werden.
Es braucht keinen “Willen zur Integration”, keine gute Ausbildung, sondern es reicht eine hohe Geburtenrate, und es fällt einem die Macht quasi von selbst in den Schoß. Praktischerweise kriegen die Muslime (andere wollen hier schon gar nicht mehr einwandern) die demographische Hochrüstung vom deutschen Steuerzahler noch bezahlt, der desinteressiert wegschaut oder mit lähmendem Entsetzen zusehen muss, was geschieht. Man kann die Grünen schon sagen hören: “Es wäre doch zutiefst undemokratisch und rassistisch, diese Menschen von der ihnen zustehenden Beteiligung an den politischen Prozessen auszuschließen!”
Ich kann Dir nur empfehlen, das Buch “Söhne und Weltmacht” von Prof. Gunnar Heinsohn zu lesen. Seine zentrale These ist sogar noch besser als die von Samuel Huntington.
Und noch etwas: Wäre dies nicht eine spannende Geschichte für Dein Blog?
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,498864,00.html
Leider kenne ich diese Geschichte gar nicht, kann also nicht viel darüber sagen….
Und 2050 sehen wir uns wieder
Später: aber ich muß Dich doch fragen. Was macht denn in Deinen Augen, Thatcher, die deutsche bzw westliche Mentalität aus? Worin siehst Du sie in der deutschen Geschichte verkörpert oder ausgedrückt? Wo wären Deine positiven Vorbilder, ob in Kultur, Politk oder Wirtschaft? Und was könnten Deutsche tun, um sich diese positive Identität zu bewahren, um sie zu entwickeln und lebendig zu halten? Irgendwas muß es doch geben. Ich argumentiere ungern rein aus der Negation heraus.
Danke für den Artikel, auf diese Weise habe ich erfahren, dass ich die Mutter des Babys kenne.
Oh, und was sagt sie dazu? Zeig ihr bitte nicht, was ich über ihren Mann geschrieben habe - ich will ja nicht grausam sein oder fies.
Keine Sorge, habe sie eigentlich aus den Augen verloren, bin ihr und ihrer (Ursprungs-)Familie innerlich aber immer noch verbunden. Ich freue mich einfach nur über die Nachricht, würde aber meine Tochter nicht auf diese Weise der Öffentlichkeit preisgeben.
Falls Du jetzt meinst, ich wüsste das Heilmittel gegen die multiplen Gebrechen Deutschlands, so muss ich Dich enttäuschen. Zumal ja längst nicht nur Deutschland, sondern ganz Europa und die “liberale” Hälfte der USA auch befallen sind von dem nahezu totalen Werteverlust.
Die Diskreditierung des Traditionellen durch die ‘68er, die es heute zum großen Teil sind, die auf den politischen, juristischen, akademischen etc. Positionen sitzen, von denen der Kampf gegen das “Deutschtum” ausgeht, war umfassend. Sie postulierten eine historische Notwendigkeit Hitlers - und zwar nicht nur seit Versailles, sondern insgesamt, zumindest seit Luther. Sie schafften es, die deutsche Identität auf ein Wort zu reduzieren - Auschwitz. Gleichzeitig tabuisierten sie jeden Vergleich mit dem Naziregime wegen angeblicher “Verharmlosung des Holocaust durch Relativierung”. So konnte verborgen bleiben, dass sich die heutige islamische Machtbewegung im Wesentlichen am Modell des Nationalsozialismus orientierte, während sie zunächst in der arabischen Welt und dann in Europa Fuß fasste. Über die ‘68er und ihr Zerstörungswerk habe ich vor einiger Zeit schonmal bei Rungholt längere Kommentare geschrieben.
Trotzdem, was müsste geschehen, damit es eine Rettung gibt? Letzten Endes kann das nur durch eine offene Debatte entschieden werden, in der sämtliche Untaten der letzten 40, 50 Jahre auf den Tisch kommen müssten und keine Alternative von vornherein ausgeschlossen werden dürfte. Ich halte eine wesentliche Beschränkung der Macht der EU, wenn nicht sogar ihre Abschaffung, für dringend Geboten. Europa ist nicht die EU. Letztere ist ein im Ansatz totalitärer Superstaat, der aus mir unklaren Motiven die Unterwerfung der eigenen Bürger unter den Islam beschlossen hat und längst die Gesetzgebung der Mitgliedsstaaten dominiert - zumindest derer, die sich als “Motor” verstehen (D, F, B, NL, L, I, E, P, S).
Aber selbst wenn das geschähe, dann gäbe es immer noch die Netzwerke der Traditionshasser und Institutionenmarschierer in allen Bereichen, die wie ein dezentrales Goebbels-Ministerium bewirken, dass sich in Deutschland kein nennenswerter Widerstand gegen das Regime bildet. Der Debatten verhindernde Mechanismus der Arkandisziplin und political correctness ist noch längst nicht überwunden, und in Deutschland haben wir keine Tradition der freien Rede, wie etwa in den angelsächsischen Staaten. Nur im Internet kann ich solche Dinge - noch - ungestraft schreiben; auf einem öffentlichen Platz würde ich verhaftet, aus einer Rundfunk- oder Fernsehredaktion herausgeworfen und bei einer Zeitung verklagt werden.
Wir bräuchten eine gründliche Abkehr von der gescheiterten Konsenspolitik. Fortschritte macht man nicht mit einem Kuschelkurs gegenüber Terrorregimes und politischen Verbrechern, sondern durch Klartext, Konfrontation, Aufrichtigkeit und einem echten Sinn für die Interessen des Volkes. Sämtliche heutigen Politiker gerieren sich bestenfalls als Pädagogen und Umerzieher des Volkes denn als Volkstribunen. Jemanden wie Franz-Josef Strauß müsste es geben, der Rückhalt in traditionellen Milieus hat, der die Fehler anprangert und sich für sein Land einsetzt statt für blumige Wunschträume von Weltfrieden und Völkerfreundschaft. Nicht obwohl, sondern gerade weil er polarisierte, war er gut - das gleiche könnte man über George W. Bush sagen (auch wenn er schlimme Fehler beim Irakkrieg machte, die Staatsfinanzen ruinierte und die Nation in schlimmeren Dingen belog als Bill Clinton). Eine andere Person, die ich bewundere, wäre Margaret Thatcher (deshalb mein Nickname) - ihr Aufstieg zur Macht, ihr Wort von “Politik als angewandter Philosophie”, ihre Kompromisslosigkeit und Unnachgiebigkeit machten sie zur verhasstesten Person Großbritanniens, doch sie schaffte es, ihr Land aus einer schweren Krise zu führen. Eine politische Bewegung, die Europa retten wollte, sollte sich an der Geschichte Großbritanniens Ende der 70er und Anfang der 80er Jahre ein Vorbild nehmen.
Nein, ein Universal-Heilmittel wie Dr. Herriotts unfehlbare Pferdemedizin wollte ich Dir nicht entlocken… nur eine Art positiver Vision.
Hm, was mir sonst noch im Kopf rumgeht, krieg ich um diese Zeit nicht mehr kohärent durch die Tastatur….
Macht nichts. Die früheren Kommentare stehen bei dem Artikel “Nu, ich wusste es” aus Mitte Mai, falls sich jemand dafür interessiert. Damals hatten sie keine Reaktion ausgelöst; vielleicht sollte man sie nochmal ausgraben?
Btw: Kennst Du den Blog “Acht der Schwerter”? Dort findest Du Übersetzungen von Essays des Norwegers Fjordmann, der ausführlich auf die Probleme mit moslemischer Einwanderung und den Totalitarismus der EU-Institutionen befasst hat. Die Bloggerin schreibt aber auch selbst höchst lesenswerte Texte.
http://acht-der-schwerter.freehostia.com/
@Thatcher
deine Analyse klingt für mich nach einer gehörigen Portion neokonservativer Verschwörungstheorie. Ja, es gibt demographische Verschiebungen. Diese sind jedoch längst nicht nur sozialpolitisch verursacht.
@Micha
Ich habe nicht behauptet, dass es eine Verschwörung gibt. Nur, dass es anscheinend so ist. Gegen eine Verschwörung spricht, dass es außerordentlich viele Leute gibt, die sich daran beteiligen. In jedem Sozialamt, Jugendamt, Jugendgericht, Stadtrat jeder einzelnen Klein- und Großstadt gibt es Leute, die völlig freiwillig und ohne persönliches Interesse das Traditionelle verachten und Kritiker diffamieren.
Genauso sinnlos wäre es zu behaupten, dass es sich bei der Ketzerhysterie im Mittelalter oder bei den Hexenprozessen um eine großangelegte Verschwörung gehandelt hätte. Jeder potentielle Verschwörer weiß, dass die Konspiration umso leichter auffliegt, je mehr an ihr beteiligt sind. Eine Verschwörung mit Hunderttausenden Beteiligten ist nicht nur ein Ding der Unmöglichkeit, sondern auch eine lächerliche Vorstellung.
Ich finde es wichtig, den quasireligiösen Aspekt der Sache zu bedenken. Es gibt eine herrschende Ideologie, die durch Medien verbreitet wird, die wiederum auf Stimmungen in der Bevölkerung reagieren, die sich zum Selbstläufer hochschaukelt und immer mehr Menschen erfasst, die glauben, einem bestimmten ethischen Code damit gerecht zu werden.
Auch wenn der Einfluss der Kirchen in der Bevölkerung schwindet, bleiben die Menschen religiös, und die Neigung zum Eiferertum sucht sich neue Betätigungsfelder. Andere Menschen wiederum sind “religiös unmusikalisch” und finden diese Bemühungen sinnlos, aber wenn sie die “Religiösen” kritisieren, ecken sie eben an wie früher die Ketzer. Den Mächtigen nützt diese Hysterie, daher fördern und kanalisieren sie sie und versuchen, möglichst viel Profit daraus zu ziehen.
Und wenn die selbstlaufende political correctness es verhindert, dass islamische Masseneinwanderung und -vermehrung keinen öffentlichen Skandal auslöst, eine kritische Bemerkung dazu hingegen schon, solange kann der Versuch der Mächtigen, sich durch Import einer neuen Unterschicht die Macht dauerhaft zu sichern, trotz seiner offensichtlichen Perversität Erfolg haben.
Eine andere Sache ist dies bei den Führungsebenen der EU. Die sind in hohem Maße skrupellos, korrupt und profitieren unfassbar von den Vereinbarungen, die mit der arabischen Welt getroffen wurden. Hier herrscht auch die Arkandisziplin, die ich erwähnte, und das trägt wirklich Züge einer Verschwörung.
Du willst vermutlich darauf hinaus, dass nicht nur die Sozialparteien, sondern auch Wirtschaftsinteressen an ausländischen Zuwanderen interessiert seien, um die Macht der Gewerkschaften zu brechen und die Lohnkosten zu senken. Zum Teil stimmt das sicher, nur erklärt es das Phänomen nicht in seiner ganzen Breite. Warum wurden so viele Menschen hereingeholt, die das Wirtschaftssystem offenbar gar nicht brauchte? Schon 1973 erfolgte ein Anwerbestopp; viele, insbesondere aus arabischen Ländern, kamen erst später. Warum holte man Muslime herein, um deren hochproblematische Kultur und die Tatsache, dass sie Terroristen hervorbringen können, man wusste?
Zudem sind die Führungsebenen von Parteien, EU-Institutionen und Großunternehmen eine symbiotische Einheit geworden, die sich weit davon entfernt hat, die Interessen der Menschen zu vertreten, denen sie ihre Macht verdanken - sofern sie überhaupt demokratisch legitimiert sind, was für wesentliche Teile des EU-Apparates gar nicht zutrifft.
“Was macht denn in Deinen Augen, Thatcher, die deutsche bzw westliche Mentalität aus? Worin siehst Du sie in der deutschen Geschichte verkörpert oder ausgedrückt? Wo wären Deine positiven Vorbilder, ob in Kultur, Politk oder Wirtschaft? Und was könnten Deutsche tun, um sich diese positive Identität zu bewahren, um sie zu entwickeln und lebendig zu halten? Irgendwas muß es doch geben.”
Oh, Lila, auch wenn ich nicht angesprochen war, könnte ich Dir da schon einiges nennen. Z.B. das Erbe der Reformation, das längst auch von Katholiken angenommen wird: Befreiung von kirchlicher Bevormundung, Aufrichtigkeit, Ernsthaftigkeit. Z.B. das Erbe der mittelalterlichen Reichsidee, die ja anders als die neuzeitliche gerade kein nationalistisches Projekt war, sondern der Idee einer abendländischen Friedensordnung verpflichtet. Es ist den meisten gar nicht mehr bewusst, wie alt die Traditionen sind, aus denen sich die deutsche Loyalität gegenüber Europa speist. Im Gegensatz zu Thatcher halte ich die EU für eine Erfolgsgeschichte. Das wäre sie aber nicht, wenn nicht immer wieder Deutschland sie zusammengehalten hätte (Wer dies bezweifelt, möge sich fragen, wie weit Europa wäre, wenn sein Gedeihen von englischer Großzügigkeit, französischer Berechenbarkeit, polnischem Internationalismus oder österreichischem Geschichtsbewusstsein abhinge). Oder nehmen wir die vielgeschmähten deutschen Sekundärtugenden: Natürlich machen wir uns über uns selber lustig, wenn wir nachts um drei an einer roten Fußgängerampel stehenbleiben, wenn weit und breit kein Auto zu sehen ist. Trotzdem hat es Vorteile, in einem Land zu leben, wo man sich auf den Anstand seiner Mitmenschen im Großen und Ganzen immer noch verlassen kann, wo man sein Recht bekommt, ohne jemanden bestechen zu müssen und wo man nicht gezwungen ist, in einstürzenden Schwarzbauten zu hausen. Der traditionelle Verwaltungsstaat hat seine Leistungsfähigkeit behalten und ist trotzdem inzwischen durch und durch demokratisch - mit einem zivilen Umgangston selbst in den Streitkräften, und mit Polizeibeamten, die einen als Mitbürger, nicht als Untertan oder Bittsteller behandeln. Und wenn ich mich über das maßlos übertriebene Gutmenschentum hierzulande auch ärgere: Man kann einer Gesellschaft weiß Gott Schlimmeres nachsagen, als dass sie sich bemüht, auch Minderheiten gegenüber fair und tolerant zu sein. Selbst unsere Armee wird mittlerweile von jedem angefordert, der ein Problem hat und Friedenstruppen oder ähnliches braucht. Sie ist die beliebteste Armee der Welt!(Wenn das der Führer wüsste!
)
@Micha: Hast du auch irgendwelche Argumente oder reagierst du nur aus dem Gefühl heraus, die angesprochenen Sachverhalte (Bevölkerungsentwicklung) dürfen einfach nicht stimmen!?
Zum Vergleich: seit Jahrzehnten weisen Wissenschaftler auf demographische Probleme durch eine Überalterung der deutschen Bevölkerung hervorgerufen durch einen Geburtenrückgang hin. Sind das alles rechtskonservative Verschwörer?
Bei Bevölkerungsentwicklungen handelt es sich nicht um eherne Naturgesetze, aber wenn sich bestimmte Trends nicht umkehren, dann läßt sich die Bevölkerungszusammensetzung in 40 Jahren recht präzise ausrechnen. Und genauso, wie Israel mit 50% moslemischem Bevölkerungsanteil nicht mehr der Staat sein würde, den wir heute kennen, wäre es auch Deutschland nicht. Kann ja durchaus sein, daß eine Mehrheit der Bevölkerung das wünscht - aber dann sollte das in einer Demokratie auch besprochen werden und Gegenstand von Wahlen und/oder Volkseintscheiden sein.
PS: Die Seite http://acht-der-schwerter.freehostia.com/ ist wirklich interessant…
@Manfred: Das ist ja sehr schön, aber eigentlich unnötig. Ebenso, wie die Juden das Recht haben, in einem eigenen Staat nach ihren Regeln zu leben haben dieses Recht auch z.B. Westeuropäer. Oder Amerikaner.
Ich möchte nicht mal, daß es in Europa überall gleich ist. Ich finde sowohl Sizilianer als auch Finnen als auch Iren sehr angenehm, um nur Beispiele zu nennen. Einheitliche Maße, einheitliche Normen, selbst eine einheitliche Währung finde ich ganz nett. Ansonsten bin ich schon auch der Meinung, daß eine Menge Gesetze und Vorschriften lieber lokal gemacht werden sollten. Kurz: eher USEU als EUdSSR. Aber darüber läßt sich ja streiten…
Ihr Lieben, vielen Dank für Eure interessanten und sachlichen Beiträge. Ich wünschte mir, ich hätte mehr Zeit, vernünftig zu antworten, aber leider geht es heute nicht, morgen nicht, wer weiß wann!
Kleine Anmerkungen: ich bin nicht sicher, ob Thatcher, Strauß und ähnliche Politiker wirklich für Tradition stehen.
Ich weiß, woran ich denke, wenn ich an deutsche Identität denke - und werde hoffentlich dazu mal was schreiben können. Übrigens gehört das Gutmenschentum, das oft beklagte, dazu - früher nannte man das den deutschen MIchel, den gutmütigen, weltfremden Narren.
Kleinstaaterei, Provinzialismus einerseits und viele kleine, aber deswegen nicht weniger interessante Metropolen gehören ebenfalls dazu - kultureller Reichtum, auf viele Zentren verteilt.
Auch das Gleichgewicht zwischen Katholizismus und Protestantismus, aus dem sich eine charakteristische Spannung ergibt, gehört dazu. Des weiteren ein Pflichtgefühl, das auf abstrakten Prinzipien (K.I. von I.K.) beruht und das, wenn es denn funktioniert, eine Errungenschaft ist.
Musik, Literatur, Wissenschaft, Kunst. Humanistische Bildung, akademische Freiheit, deutsche Wertarbeit - lacht nur, aber die gibt es noch, und ich glaube, auch das deutsche System zur beruflichen Ausbildung ist lobenswert und gut durchdacht.
Meine konservativen Tendenzen sehen lieber St. Martin als Halloween und lieber Kaltmamsells warzige Hexe als die mit den spitzen Hüten. Gleichzeitig finde ich die vielfältigen Möglichkeiten der Lebensführung in Deutschland, das sich in den letzten Jahrzehnten sehr geöffnet hat, nachahmenswert. Da bin ich gar nicht konservativ, sondern eher gutmenschlich.
Das sind wirklich nur ein paar Gedanken, die mir dazu durch den Kopf gehen. Ein Land, in dem der Räuber Hotzenplotz rehabilitiert wird, kann nicht ganz schlecht sein
@willow,
ich reagiere aus dem Gefühl heraus, das unabhängig davon, ob die angesprochenen Sachen sich tatsächlich so verhalten, Thatchers Thesen so ein komisches Gschmäckle für mich haben, insbesondere dieser sonderbare Satz mit dem organisatorischen Überbau.
In unserem Land und insbesondere in unserem Ländle tummeln sich ja so einige eigenartige Geister im konservativen Lager, ein Herr Öttinger, ein Herr Schäuble, … man möchte glatt ‘ne Geisterbahn bauen. Vielleicht ist das ja der “tiefere” Sinn von Stuttgart21 ?
Was für eine Einstellung. Unabhängig davon, ob die Behauptungen stimmen - mir passt die Sache nicht, daher kann nicht sein, was nicht sein darf.
Normalerweise lernen schon kleine Kinder, dass der böse Onkel nicht verschwindet, wenn man die Augen verschließt. Manche Menschen scheinen wirklich mit dem Bauch zu denken - was Sache ist, entscheidet mein Gefühl, und sonst gar nichts, Basta!
Aber wenigstens kann man ja als politisch korrekte Gesinnungspolizei auftreten, in die Trillerpfeife blasen und sagen “So geht das nicht, ich habe die Pflicht, Sie zu diffamieren, unbeschadet des Wahrheitsgehaltes Ihrer Äußerungen!”
“Ich wünschte mir, ich hätte mehr Zeit, vernünftig zu antworten, aber leider geht es heute nicht, morgen nicht, wer weiß wann!”
so geht es mir auch, liebe lila. ich komme im moment nicht mal dazu in anderen bloggs ausfuehrlich zu lesen. aber so ist das leben nun mal, es kommen auch wieder ruhigere zeiten
liebe gruesse,
grenzgaenge
@Thatcher,
so hochproblematisch finde ich deren Kultur keineswegs, jedenfalls nicht die, die ich täglich mitbekomme. Einen Teil der Probleme verursachen wir schlicht und einfach selbst:
… macht sich dann auch wenigstens ansatzweise dort bemerkbar, wo sie sich selbst ein Häuschen hinstellen.
wenn bestimmte Wohngegenden definitiv zu sozialen Ghettos werden, weil man sich partout nicht mit der Problematik der Mietspekulation auseinandersetzen will. Weil die Kosten für’s Wohnen inzwischen einen so grossen Teil des verfügbaren Einkommens verschlingen, dass es nunmal für immer mehr Menschen schwierig wird, geeigneten Wohnraum für eine Familie zu finden. Und dann schau dir mal an, was unsere Architekten und Bauherrengilde so alles an Wohnraum hinstellt. Man würde in vielen Fällen kaum glauben wollen, dass es an deutschen Hochschulen ein Fach Architektur gibt, so sch….. und unpraktisch sieht das Zeug aus (man baut postmoderne Vorgartenzwergerkerchen weil man für den Kandidaten im handtuchgrossen Vorgarten schon gar keinen Platz mehr findet.). Aber sagen darf man ja nix, weil, das is ja unsere Elite
Und natürlich, wir müssen immer noch fleissig die Macht der Gewerkschaften brechen, wahrscheinlich auch dann noch wenn die Leute, die gnädigerweise Arbeit haben, garnix mehr zu beissen haben, aber der Staat weiterhin fröhlich Milliarden in die Wirtschaft pumpt. Das Rezept hat jedenfalls Wirkung, wie sich an *den* Statistiken erkennen lässt, die immer ziemlich schnell wieder aus den Medien verschwinden. Die Entwicklung der Realeinkommen der Arbeitnehmer sind in keiner Weise mit den Renditen der Finanzwirtschaft vergleichbar, eben, das nennt man Wachstum, wenn auch nicht gerade der Familien… wobei, auffälligerweise geben sich ja gerade unsere Politiker und Wirtschaftführer gerne kinderreich … wahrscheinlich fühlen sie sich als das neue Prekariat.
Das läuft alles sicher noch ein Weilchen gut - solange die Konjunktur brummt. Und dann ? Dann wird bestimmt niemand mehr von Familienproblemen reden (siehe New-Economy-Crash). Und unsere Politiker brauchen davon nicht wirklich zu reden, weil sie im Endeffekt eigentlich nix mehr zu sagen haben. Es war vor allem wichtig, Einigkeit darin zu erlangen, ob es *der* oder *das* Primat der Politik heisst. Egal - futsch isser so oder so.
Wem das jetzt nicht gefallen hat, den gestatte ich mir darauf hinzuweisen, dass er diese ganzen unschönen Gedanken doch einfach unter dem noblen Stichwort “Neiddebatte” vollkommen rückstandsfrei und besten Gewissens entsorgen kann. Hat sich die letzten 20 Jahre bestens bewährt.
(P.S.: wem jetzt der Bezug verloren gegangen ist: er liegt darin, die Probleme besser dort zu suchen, wo man sie am liebsten hätte, als dort wo sie sich heimtückischerweise verborgen halten; wenigstens der persönlichen seelischen Ausgeglichenheit zuliebe)
P.P.S.: eine weniger polemische Vermutung am Schluss: vermutlich haben eine ganze Anzahl Babyboomer wie ich die gleiche Erfahrung gemacht; als wir in die Schule kamen, hiess es wir wären zu viele; als wir damit fertig waren und Lehrstellen suchten erneut, an den Unis mache den Herren Profs irgendwann das Lehren keinen Spass mehr, weil wir so viele waren; als wir mit dem Studium fertig waren, hatten sogar Topkandidaten Probleme einen Job zu bekommen. Eigentlich gab es immer zu viele von uns. Das Rentensystem stürzt ein - wegen uns. Wir kennen diese Litanei mit wechselnden Bezügen nun schon seit 35 Jahren. Schwer vorstellbar, dass dies keine Spuren hinterlässt. Es kann eigentlich nur eine Facette sein, aber hat man sich eigentlich einmal Gedanken darüber gemacht, wie sie wirkt ? Spielt sie z.B. eher bewusst oder unbewusst eine Rolle ?
@Thatcher,
man hat soweit ich weiss schon in den 50ern angefangen, ausländische Arbeitskräfte anzuwerben und dabei auch recht bald solche aus der Türkei. Damals war das Thema Terrorismus kein globales sondern fast ausschliesslich ein sehr lokales. Es gab in Europa, vom Balkan abgesehen, keine umfangreichen Erfahrungen mit der Integration von Muslimen, selbst in England und Frankreich hielt sich das noch sehr in Grenzen, obwohl zu dieser Zeit bereits einige Kolonien die Unabhängigkeit anstrebten und infolgedessen eine verstärkte Zuwanderung nach GB und F eintrat.
In den 70er Jahren traten erstmals grössere Spannungen in den türkischen Gemeinden auf. Allerdings weniger oder kaum aus religiösen Gründen als vielmehr aus solchen, die mit der instabilen innenpolitischen Lage in der Türkei zusammenhingen. Auch der Nahostkonflikt spielte für viele Muslime vermutlich nur eine untergeordnete Rolle und tut es auch heute. Ich vermute, dass immer noch die meisten Muslime, die zu uns kommen, von den Problemen zwischen Israel und den Palästinensern, zwischen Iran und dem Westen nichts wissen wollen, weil sie ganz andere Sorgen haben. Sorgen um ihre Existenz und Integration in unsere Gesellschaft. Und einige von ihnen bekommen die Widersprüche unserer politischen und sozialen Kultur recht verschärft mit. Wer damit Erfahrungen sammeln konnte, wird vielleicht auch vorsichtiger mit solchen vereinfachten und vereinfachenden Aussagen wie “Deutschland ist ein Einwanderungsland”. Wer solches dann auch noch der political correctness wegen vertritt, sollte sich dringend überlegen, welche Verantwortung eigentlich mit einer solchen Aussage übernommen wird.
Zum Stichwort Gesinnungspolizei: ich habe bei Ihnen eine bestimmte Haltung angenommen; es hat sich bisher bestätigt; da kann ich allerdings nix dafür; es ist nicht meine Haltung und ich mache niemandem grundsätzlich einen Vorwurf daraus, eine solche Haltung zu verteten; meine ist eben eine andere, das versuche ich rüberzubringen; mein gutes Recht solange Lila als Gastgeberin daran keinen Anstoss nimmt.
“ich reagiere aus dem Gefühl heraus, das unabhängig davon, ob die angesprochenen Sachen sich tatsächlich so verhalten”
Tja, da freuen wir uns alle, daß du nicht “fühlst” die Erde ist eine Scheibe und nicht die Macht hast, Ketzer verbrennen zu lassen… da ist die Tatsache, daß du tatsächlich mit “uns” redest und dich in deinen letzten Beiträgen auch erklärst schon überaus positiv zu sehen.
Mal im Ernst - hast du dir schonmal Gedanken darüber gemacht, daß man auch “Migranten” nicht über einen Kamm scheren sollte? Oder ist das rassistisch?
Beispiel: Deutschland ist seit Jahrhunderten Ziel massiver Zuwanderung - denke z.B. an die Hugenotten. Aber auch in der neueren Zeit spielte das immer eine Rolle, ich meine z.B. mich daran erinnern zu können, daß vor ungefähr hundert Jahren die in großer Zahl zugewanderten Polen und Juden auch unter erbärmlichen Verhältnissen hausen mußten.
Und die Zuwanderer der Neuzeit? Kannst dich ja mal informieren, wie die damals Gastarbeiter genannten Menschen leben mußten, zunächst Italiener, dann Griechen, Spanier, Portugiesen, ab 1970 dann auch Türken… (übrigens, wer behauptet schon in den 50er Jahren gab es türkische Gastarbeiter in nennenswerter Zahl, der sollte sich schleunigst informieren
) - kurz und knapp, es kann nicht nur an der Wohnungssituation liegen. Oder das Schulsystem, das Schlechte. Warum kommen -sehr stark vereinfacht- alle Migrantenkinder, die nicht aus dem moslemischen Kulturkreis stammen, problemlos damit klar? (Griechen, Juden aber auch Chinesen/Vietnamesen haben im Schnitt sogar wesentlich bessere Schulabschlüsse als Eingeborenenkinder)
Integrationsprobleme dagegen gibt es gehäuft bei Türken, Arabern, Albanern … gibt es irgendetwas, was die Problemgruppen gemein haben? Und gibt es dir eventuell zu denken, daß dieses Phänomen nicht nur im rassistischen Deutschland (die Enkel der Nationalsozialisten…) auftritt sondern in ganz Westeuropa (z.B. Frankreich, Holland, Frankreich, Schweden, Norwegen, Dänemark…), ja weltweit?
Artikel über Schweden:
http://acht-der-schwerter.freehostia.com/2007/08/01/der-tod-schwedens/
Übrigens, in Stadtvierteln mit starkem Anteil moslemischer Bevölkerung geht die kulturelle Vielfalt spürbar zurück, alle Szeneläden und Szenekneipen verschwinden, die Schwulen, die nichtmoslemischen Ausländer und später (falls sie Kinder haben und diese Schulpflichtig werden) die multikultiliebenden Eingeborenen - in Kreuzberg sehr gut zu beobachten….
Leider gehen Ihre Beiträge am Thema vorbei; Sie versuchen, die Diskussion in eine von Ihnen gewünschte Richtung zu lenken. Dabei kann nicht viel Neues herauskommen, denn das, was Sie schreiben, ist schon seit Jahren so repetiert worden und wird dadurch auch nicht richtig.
Hier, lesen Sie mal diesen Artikel von Herrn Broder (den Sie vermutlich verabscheuen, naja). Das Thema ist übrigens “Verantwortung”.
http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,498995,00.html
Da wird genau die Klientel beschrieben, der Ihre politischen Vertreter die Segnungen der Umverteilung weiterhin angedeihen lassen wollen, statt eine Wirtschaftspolitik zu betreiben, die Arbeit, Zufriedenheit und Wohlstand schaffen und im Gefolge auch für höhere Steuergelder sorgen würde. Leute wie Sie denken niemals daran, dass all die finanziellen Wohltaten auch jemand bezahlen muss - und das wird bei permanent steigender Belastung der Leistungsträger nicht mehr lange gut gehen, die überlegen sich schon, dass ihnen in den USA nur 30% abgeknöpft werden statt 50%.
Meine Sorge ist ja, dass radikale islamische Verbände über die EU-Institutionen immer mehr Einfluss auf die europäische Politik nehmen könnten. Wohlgemerkt, ich rede von den radikalen Verbänden, sie sich selbst illegitimerweise für repräsentativ für alle Zuwanderer aus islamischen Ländern sehen. Nur: Von denen, die uns beherrschen, werden sie genauso gesehen und behandelt. Da spielt es gar keine Rolle, wie viele unserer muslimischen Zuwanderer deren Haltung unterstützen oder lieber ihre Integrationsprobleme lösen wollen. Ich schätze genauso, dass die Deutschen um 1933 auch keinen Weltkrieg inclusive Holocaust wollten - nicht einmal die, die ihr Kreuz bei den Braunen machten. Nur für das, was dann später geschah, war das komplett irrelevant, denn die Gewählten hatten carte blanche, ihre Agenda umzusetzen, die 1933 jeder, der gewollt hätte, nachlesen konnte. Nur dummerweise wollten zu viele Menschen nichts davon wissen, und so kam, was kommen musste. Von dem “Die meisten Moslems sind friedlich”-Argument habe ich genau deshalb den Kanal voll.
Deutschland ist kein Einwanderungsland. Egal ob es de facto eine Einwanderung gibt. In Einwanderungsländer wird kontrolliert und nicht wild eingewandert, die Staatsbürgerschaft bekommen nur Leute, die der Wirtschaft nützen und Nettosteuerzahler werden. Deutschland hat, trotz sinkender Geburtenziffern, immer noch europaweit die höchste Einwohnerdichte und kann keine Kolonisation brauchen, ganz anders als die USA, wo sich auf fast 10 Millionen km² 300 Millionen Menschen tummeln. Bei gleicher Dichte hätte Deutschland nur 10,5 Millionen Einwohner statt 82 Millionen.
Deutschland verhebt sich an der “Verantwortung” für seine Migranten, wenn es nichts dagegen unternimmt, dass 40% von ihnen - Tendenz mit der Geburtenrate steigend - dauerhaft Sozialfälle bleiben. In den USA würde man sich vor Lachen krümmen, würden Einwandererverbände oder gar Vertreter von deren Herkunftsländern aggressiv mehr Zuwendungen für ihre Klientel fordern. Indem Amerika von seinen Einwanderern etwas Selbstverantwortung verlangt, wird es seiner Verantwortung seinen Bürgern gegenüber besser gerecht als Sozialdeutschland, das die Probleme für Generationen festbetoniert.
Ach, der Balkan: Nun ja, dort konnten wir leider einiges an Erfahrungen sammeln, was passiert, wenn der Islam an die Macht strebt - egal wie gut und wie lange er zuvor integriert und assimiliert er zuvor gewesen zu sein schien. Zitat Alija Izetbegovic:
“Ein Moslem existiert ganz allgemein nicht als Individuum. Wenn er als Moslem leben und überleben will, muss er sich eine Umgebung, eine Gemeinschaft, eine Ordnung erschaffen. Er muss die Welt verändern oder er wird selbst verändert. Die Geschichte kennt keine wahrhaft islamische Bewegung, die nicht gleichzeitig auch eine politische Bewegung war.”
Muss man sich da wundern, dass sich die Serben Sorgen machten um die Serben, die mitten im Moslemgebiet siedelten und sich von einem auf den anderen Tag in der Hölle wiederfanden, mit Nachbarn, die sie tags zuvor noch gegrüßt hatten und tags darauf mit Messern und Äxten niedermachen wollten?
“Tja, da freuen wir uns alle, daß du nicht “fühlst” die Erde ist eine Scheibe und nicht die Macht hast, Ketzer verbrennen zu lassen… ”
… aaaaha, jemand ganz schlaues also, dann mal sehen
nicht alle über einen Kamm scheren, heisst also, es gibt gute Migranten wie Griechen, Italiener, Vietnamesen, etc. und es gibt schlechte wie Muslime, Türken, etc.
… entspricht nicht so ganz meiner Vorstellung von differenzierter Sichtweise.
Mit ca. 2 Millionen Einwohnern stellen die Türken die grösste ausländische Minderheit in unserem Land. Daraus alleine ergibt sich bereits ein grösseres Spektrum von Erfahrungen. Ich halte es nur bedingt für sinnvoll, die Erfahrungen mit verschiedenen Nationalitäten so pauschal einander gegenüber zu stellen.
Wie gross war die Zuwanderung von Hugenotten eigentlich ?
Von den Ostjuden sind viele eher auf der Durchreise zu den grossen Auswanderungshäfen Hamburg und Bremen unterwegs gewesen.
P.S.: zu türkische Gastarbeiter
http://www.radosuboff.de/gipfel/unter-tuerkei/gastarbeiter.html
@Thatcher
ausgerechnet die bosnischen Muslime als Paradebeispiel für muslimische Gewalttätigkeit zu erwähnen entbehrt m.E. nicht eines gewissen Zynismus.
Im zerfallenden Jugoslavien hatten die Bosnier so ziemlich die schlechtesten Karten: keinen direkten Zugang zum Mittelmeer, miserable Ausrüstung, als recht kleine Minderheit kaum eine Organisation. Ihnen stand eine bestens ausgerüstete, völlig ausser Kontrolle geratene jugoslavische Armee und die von ihr unterstützten Tschetniks gegenüber, die allen Frust über die Niederlagen in Slovenien und Kroatien an den bosnischen Muslimen ausliessen, bis zum schlimmen Tiefpunkt: dem Massaker von Srebreniza, bei dem die Welt einfach zusah.
Hinsichtlich Broder muss ich Sie enttäuschen: ich finde ihn interessant, stimme aber in manchen Punkten nicht mit ihm überein.
Vielleicht übertreiben wir’s mit dem Sozialstaatsprinzip wirklich an einigen Stellen. Dafür tun wir an etlichen anderen Stellen zu wenig.
Dafür hatten sie eine äußerst wirksame Propagandaabteilung, die schließlich sogar die USA dazu brachte, zugunsten der boslischen Moslems einzugreifen - in völliger Verkennung der separatistischen und serbenfeindlichen Absichten. Die islamischen Führer, die durchwegs Muslimbrüder waren oder ihnen nahestanden, mobilisierten enorme Finanzmittel aus der arabischen Welt. Und was sie auch in großer Zahl hatten, waren Mujahideen aus Pakistan, Saudi-Arabien, Somalia, Afghanistan, dem Iran. Die zelebrierten mitten in Europa einen Djihad inklusive Köpfeabhacken, Kirchenabfackeln und was sonst noch dazugehört - fein säuberlich ignoriert von sämtlichen westlichen Medien. Also erzähle mir nichts von den armen, chancenlosen Bosniern.
Im Kosovo war und ist nur die Ausgangssituation andersherum: hier “übernahmen” die Albaner durch mehrere Generationen Geburtendjihad ein seit Jahrhunderten erzserbisches Gebiet, fackelten Kirchen und Klöster ab, raubten Kunstwerke, mordeten friedliche alte Menschen und schafften es doch, unseren grünen Außenminister von “einem sich an Albanern wiederholenden Auschwitz” irrlichtern zu lassen. Daraufhin musste er die Bundeswehr zur Unterstützung der mafia-eigenen Truppe UCK schicken. Die Bundeswehr ist inzwischen aber mehr damit beschäftigt, die zur Minderheit gewordenen Serben vor den albanischen Herrenmenschen zu schützen, die zwar bettelarm sind, sich aber ihr Hobby “Kirchen zerstören und Serben abschlachten” nicht nehmen lassen wollen.
Ich glaube aber bis heute, dass Joschka nur eingegriffen hat, um das Gelingen des Testlaufs für die “Heterogenisierung, quasi Verdünnung” Deutschlands sicherzustellen. Welches Interesse sollte sonst an einem mafia-eigenen Staat in Europa bestehen, dessen Dörfer nach wie vor so unterentwickelt sind, dass nicht einmal Wasserleitungen existieren?
Sag mal, Thatcher, geht’s Dir noch gut? Es ist richtig, dass jede Menge Djihadisten während des Krieges nach Bosnien eingesickert sind. Das geschah aber zu einem Zeitpunkt, als ein westliches Waffenembargo gegen alle Konfliktparteien bestand, faktisch also eines, das die Serben begünstigte. In einer solchen Situation würde jedes Volk der Welt nach jeder Hilfe greifen, die es bekommen kann. Bosnisch-muslimische Massaker an den Serben gab es vor dem serbischen Völkermord nur in der serbischen Propaganda. Und der Krieg der Serben gegen die kroatische Zivilbevölkerung, was war das? Selbstverteidigung gegen die vatikanische Weltverschwörung? Und was den “Geburtendjihad” angeht: Berechtigt der -selbst wenn es ihn gegeben hätte - zur Vertreibung und Ermordung von Menschen. Wollen wir demographische Probleme in Zukunft wieder per Genozid lösen?
Ob wir demographische Probleme per Genozid lösen wollen, ist unerheblich. Lies das Buch “Söhne und Weltmacht” von Gunnar Heinsohn. Darin steht, dass sich die demographischen Probleme historisch fast immer per Genozid gelöst haben. Welche Ideologie das Töten rechtfertigte, war dabei stets zweitrangig.
Für mich sind die Serben niemals die Untiere gewesen, als die sie in den Medien dargestellt wurden, genausowenig wie die Muslime arme, unschuldige Opfer waren. Das waren sie genausowenig wie sie es heute in Palästina sind: Sie sehen sich zwar selbst so und wollen, dass wir sie genauso sehen. Damals in der Prä-9/11-Welt funktionierte das noch.
Ein gesundes, lebenswilliges Volk verteidigt sich eben, wenn es angegriffen wird - das werde ich nie und nimmer kritisieren. Ich wünschte, wir Deutschen hätten den gleichen Überlebenswillen und die gleiche Liebe zum Heimatland wie die Serben. Oder wie Israel. Die Welt ist hart, und die Feinde fragen auch nicht nach der Berechtigung, uns vertreiben und töten zu dürfen. Das nehmen die sich einfach. Mit der Einstellung, dass man gegen aggressive Monster bloß nichts tun dürfte, um sie zu reizen, kannst Du Dich doch gleich in den Sarg legen.
@MichaB “nicht alle über einen Kamm scheren, heisst also, es gibt gute Migranten und es gibt schlechte”
Ja, so in etwa… wie gesagt, in “richtigen” Einwanderungsländern wird sehr darauf geachtet, wer ins Land gelassen wird - versuche z.B. nach Neuseeland zu gehen. Das hat übrigens nichts mit der Asylproblematik zu tun…
“Mit ca. 2 Millionen Einwohnern stellen die Türken die grösste ausländische Minderheit in unserem Land. Daraus alleine ergibt sich bereits ein grösseres Spektrum von Erfahrungen.”
Es geht nicht um ein Spektrum, es geht um eine Häufung von Auffälligkeiten. Und es geht darum, daß, wenn etwas nicht so gut läuft, pauschalisierend von “den Ausländern” gesprochen wird. Das diskriminiert so ziemlich alle nichtmoslemischen Zuwanderergruppen, die in der Regel vorzüglich integriert sind und tatsächlich eine “Bereicherung durch kulturelle Vielfalt bedeuten”.
Auf die Gefahr hin der “Nazikeule” zum Opfer zu fallen: Es ist eine inzwischen unbestrittene Tatsache, daß unter den “Intensivtätern” in westdeutschen Städten mit hohem “Ausländeranteil” überproportional viele Täter mit “moslemischem kulturellem Hintergrund sind”. Und das trifft auch auf den Rest Westeuropas zu. Ebenso ist es unbestritten, daß diese Gruppe nur sehr schlechte Schulabschlüsse erreicht - in Berlin haben z.B. 80% maximal den Hauptschulabschluss. Bitte mal mit anderen Schülern mit Migrationshintergrund vergleichen, Italiener, Griechen…. Vietnamesen, sogar die etwas problematischen Russen. Schau dir einfach mal an, wie sich die Kinder in einer Musikschule zusammensetzen - das sagt sehr viel über Integration aus.
Ich möchte nicht mehr und nicht weniger, als daß über die Probleme in Deutschland offen gesprochen wird, denn nur dann kann es Lösungsansätze geben. Tabuthemen erledigen sich nicht von selbst. Schönstes Beispiel dafür ist der Rechtsextremismus in Ostdeutschland - soetwas durfte es nicht geben, darüber wurde nicht gesprochen, und jetzt sind die Probleme unübersehbar! Und obwohl es starke Parallelen zwischen Rechtsextremismus und Islamismus gibt darf letzteres nicht thematisiert werden, ja, werden “moslemische-befreite Zonen” als kulturelle Bereicherung dargestellt. Worin diese Bereicherung besteht wird allerdings meist nicht gesagt…
@Thatcher
die Serben sind für mich keine Untiere. Aber die Situation ist in Jugoslavien so sehr ausser Kontrolle geraten, dass ich im Zuge dessen meine bis damals noch festen pazifistischen Überzeugungen gründlich überdacht habe.
Könnte es nicht so gewesen sein, dass der grösste Teil der höheren Befehlsebenen der jugoslavischen Armee fast ausschliesslich von linientreuen serbischen Kommunisten besetzt war ? Dass diese zusammen mit panslavistischen Nationalisten alle alten Rechnungen wieder aufgemacht haben, um die serbische Bevölkerung gegen alle anderen zu mobilisieren ? Leider haben auch die Kroaten ihrerseits ebenso alle alten Klischees ausgepackt. Zwischen diesen beiden Hauptkonfliktparteien lagen unglücklicherweise die Bosnier und zwar unabhängig davon ob es sich um muslimische, kroatische oder serbische Bosnier handelte: sie waren nur noch Manövrier- und Rekrutierungsmasse.
So sehe ich die Sache noch immer und es gibt leider keine Gründe, diese Sichtweise zu ändern. Mit einer muslimischen Weltverschwörung hat das ganze nur sehr wenig zu tun, auch wenn’s manch einer gerne so hätte.
PS: apropos über einen Kamm scheren, frage mal einen gebildeteren, beruflich integrierten Türken über seine Meinung zur Masse seiner Landsleute… du wirst da eine Menge Negatives hören, die gebildeteren, integrierten Türken tun übrigens alles, um ihre Kinder nicht in Kreuzberg oder Neukölln in die Schule schicken zu müssen.
@willow
ich bin mir sicher, dass es auch den ein oder anderen gebildeten, beruflich gut integrierten Deutschen gibt, der sich einen Spass daraus macht, über seine Landsleute Kübel mit Dreck auszuleeren. Bildung und Integriertheit bedeuten noch lange nicht moralische Integrität.
“Kübel mit Dreck auslehren…” das hat etwas von abgrundtiefer Schlechtigkeit. Aber man könnte es natürlich auch “Aufklärung” nennen - ich habe die Erfahrung gemacht, wo immer es Tabus gibt, Unaussprechliches, Denkverbote, da sollen gravierende Mißstände vertuscht werden.
Was bedeutet es denn, wenn von eine “Gruppe” von Zuwanderern nur 20% einen wirklich brauchbaren Schulabschluß haben? Trotz intensiver Förderung? Das sagt doch eigentlich eine ganze Menge aus, in erster Linie “wir wollen mit euch nichts zu tun haben!”. Genau das bedeutet es, wenn nach drei Generationen Leben in Deutschland (in Skandinavien sieht das nicht besser aus) teilweise nicht mal Sprachkentnisse vorhanden sind. Was soll aus diesen heranwachsenden Menschen werden?
Tut mir Leid, aber ich finde schon, daß solche Mißstände thematisiert werden müssen, ebenso es die Medien endlichendlich mit den neo-nationalsozialistischen Tendenzen in den neuen Bundesländern machen. Totschweigen hilft nicht, da werden Probleme nur größer.
willow,
meine vorige Reaktion war etwas harsch; totschweigen darf man diese Probleme sicher nicht. Andererseits habe ich auch schon Fälle mitbekommen, in denen man den Eltern keinen anderen Vorwurf machen könnte ausser dem, dass sie keine höhere Schule besucht haben(wenn überhaupt). Davon wird man allerdings nicht automatisch Islamist (*1).
Unser dreigliedriges Schulsystem wurde lange mit Zähnen und Klauen verteidigt, mit dem Ergebnis, dass die Hauptschule heute den Status geniesst, den früher die Sonderschule hatte. Experten von aussen werfen unserem Bildungssytem vor, in sozialer Hinsicht besonders selektiv zu sein, und ich kann das nur bestätigen. Die Bildungsdiskussion drehte sich in den letzten Jahren nur um Elitebildung, Reformierungen (weiss nimmer wieviele) der gymnasialen Oberstufe, Schulzeitverkürzung, etc. … Eine Sau nach der anderen wurde durch’s Dorf gejagt. Entweder weil sich irgendwelche Bildungsexperten zu wenig beachtete fühlten, weil die Medien kein besseres Thema für’s Sommerloch fanden, oder weil irgendein Politiker in seiner Verzweiflung auf dieses Saure-Gurken-Thema zurückgriff.
Es gibt aber keine nachhaltige Diskussion in unserem Land, welche Bedeutung Bildung wirklich hat und haben soll. Und es gibt gar nicht so wenige Leute, die sehr ernsthaft soziale Auswahl als Hauptfunktion in einem eigentlich schon ständegesellschaftlichen Sinne für nützlich und legitim halten. Dass nun ausgerechnet die Generation der 68er für die Einführung der Studiengebühren ist bzw. nichts dagegen unternimmt, unterstreicht eigentlich nur noch nebenbei, wie sehr sich die Haltung zu diesem eigentlich zentralen Thema verändert hat.
Charakteristischerweise hat man um die gymnasiale Oberstufe wilde ideologisch Diskussionen geführt. Dass Ergebnis bestand fast immer im wesentlichen darin, dass man den bürokratischen Überbau weiter aufblähte und das System teurer und ineffizienter machte. Die Nahtstelle Übergang vom Schul- ins Berufsleben wurde dagegen immer schwächer. Die Jugendlichen, die sich zusätzlich auch noch mit anderen sozialen Problemen auseinandersetzen müssen, leiden wahrscheinlich noch stärker unter dieser Entwicklung.
Ich frage mich wirklich, wo diese intensive Förderung, die du ansprichst, stattfindet. Wenn sie nur daran gemessen wird, wieviel dafür ausgegeben wird, und man sich sicher ist dass diese Mittel reichen müssten, sollte man eventuell mal verfolgen, was mit diesen Mitteln eigentlich geschieht.
(*1) erschreckender Weise waren und sind viele der Terroristen sogar sehr gebildet.
MichaB, wie naiv sind Sie denn eigentlich? Könnte es vielleicht ausnahmsweise auch mal nicht am Bildungssystem, sondern an den an Bildung anscheinend gar nicht interessierten Schülern liegen, dass die Abschlusszahlen so sind, wie sie sind? Alle Schüler bekommen den gleichen Unterricht, wie soll das bei einer Gruppe selektiv zu Schulversagen führen?
Dass die Hauptschule so einen schlechten Ruf hat, liegt daran, dass diese so überlaufen ist von aggressiven Krawallmachern überwiegend türkischer, libanesischer, arabischer, jedenfalls islamisch-kultureller Provenienz (das Automatengehirn reagiert ansonsten systematisch mit “die gehen alle gar nicht in die Moschee und sind ganz unfromm, schieb es also nicht auf den Islam”), dass auch für deren einheimische (oder italienische, spanische, griechische, portugiesische, koreanische) Mitschüler kein sinnvoller Unterricht stattfinden kann. Wenn >50% der Unterrichtszeit für Straf- und Disziplinierungsmaßnahmen draufgeht, Schülerinnen als Schlampen bezeichnet und behandelt werden, weil sie kein Kopftuch tragen wollen, und Schüler als Schweinefleischfresser, Schwächlinge und Kartoffeln, wenn Lehrer und noch viel stärker Lehrerinnen provoziert, verachtet und angegriffen werden, wer soll dabei etwas lernen? Mich wundert es nicht, dass ein Hauptschüler nach Klasse 10 nicht wesentlich mehr weiß als nach Klasse 4, außer, dass die Moslems Sch**** sind.
Und dagegen schlägst Du ernsthaft eine Abschaffung des dreigliedrigen Schulsystems vor? Schau doch mal die Gesamtschulen an, da sind die Zustände genau wie an den Hauptschulen. Soll das Niveau auch an den Gymnasien ins Bodenlose heruntergezogen werden? Was soll noch alles vor die Hunde gehen, bevor die schulreformierenden Idioten endlich mal einsehen, dass sie das Bildungssystem in unserem Land zugrunde richten? Mann, bin ich froh, dass ich mein Abitur seit 11 Jahren in der Tasche habe. Heute würde ich nicht mehr in eine staatliche Schule gehen wollen.
Thatcher,
“Ob wir demographische Probleme per Genozid lösen wollen, ist unerheblich. Lies das Buch “Söhne und Weltmacht” von Gunnar Heinsohn. Darin steht, dass sich die demographischen Probleme historisch fast immer per Genozid gelöst haben. Welche Ideologie das Töten rechtfertigte, war dabei stets zweitrangig.”
Ich verstehe Dich also richtig? Du hältst Völkermord für ein angemessenes Mittel, die Probleme des Westens mit den Muslimen zu lösen?
Völkermord ist kein Naturvorgang, der sich von alleine vollzieht, sondern basiert auf politischen Entscheidungen und findet nie ohne intensive ideologisch-propagandistische Vorbereitung statt: In Deutschland ab Ende des 19. Jahrhunderts gegen die Juden, in Ruanda ab Anfang der 90er gegen die Tutsi, in Serbien ab Mitte der 80er (also lange VOR Kriegsausbruch) gegen die Muslime. Die Struktur dieser Ideologien ist dabei immer dieselbe: 1. Der Gegner will mein eigenes Volk (Rasse, Kultur) vernichten. 2. Man kann sich nicht mit ihm verständigen, ja, man kann ihn nicht einmal zwingen, von diesem Vernichtungswillen abzulassen, weil der in seiner “Natur” liegt. 3. Was immer der Gegner tut, beweist seine feindlichen Absichten. Und so konstruiert man 4. eine Wir-oder-sie-Situation, in der der Genozid als Notwehr erscheint.
Genau dies ist auch Dein Argumentationsmuster.
“Mit der Einstellung, dass man gegen aggressive Monster bloß nichts tun dürfte, um sie zu reizen, kannst Du Dich doch gleich in den Sarg legen.”
Es ist schon grotesk, ausgerechnet mir eine solche Einstellung zu unterstellen. Es ist aber ein erheblicher UNTERSCHIED, ob ich
- die Unvereinbarkeit von westlicher und islamischer Kultur feststelle und deswegen die Dominanz der eigenen Kultur gesellschaftlich durchsetze, von hier lebenden Muslimen verlange, sich der westlichen Kultur anzupassen, Parallelgesellschaften unter Anpassungsdruck setze, den Islam einer schonungslosen öffentlichen Kritik unterziehe, islamistische Propaganda unterbinde, Gewalttäter im Inland polizeilich, im Ausland militärisch bekämpfe (Ganz nebenbei: Auch dies wird ein in Nationalstaaten zersplittertes Europa in Zukunft ebensowenig leisten können wie bisher), oder ob ich
- jeden Muslim kraft seiner Abstammung (also faktisch nach genetischen, d.h. rassischen Kriterien) einem naturgemäß unversöhnlichen Feindkollektiv zurechne, das bereits durch Kinderkriegen seine Feindseligkeit “beweist”, und das ich deshalb physisch vernichten muss.
Genau auf Letzteres läuft Deine Argumentation hinaus, und dies, Thatcher, passt beim besten Willen nicht mehr in den Rahmen eines noch so streitbaren Konservatismus, sondern ist rassistische und sozialdarwinistische Ideologie!
Irgendwie beeindruckend, gerade bei Eisvogel gelesen - Solche Diskussionen enden, wenn sie konsequent betreibt, nicht intellektuell schwächelt oder resigniert aufgibt zum der Frage “Willst Du alle Moslems umbringen?”
“Yepp” sollte man darauf sagen.
“Du hast es erfasst. Ich bin wie Adolf Hitler, bloß schlimmer. Er wollte alle Juden ermorden, aber damit halte ich mich nicht auf, von denen gibt’s mir zu wenige. Ich nehme lieber Moslems, von denen gibt’s hundert mal soviele.
Und zu dem Zweck haben meine Mitstreiter und ich ein fingiertes Hetzwerk namens Koran geschrieben und behauptet, das wäre die Grundlage des Islam, tausende von bärtigen Männern bestochen, Hetzreden zu halten und Steinigungen und Kopfabhackereien vorzunehmen. Und dann haben wir - nur um perfide vorzugeben, dass der Islam massiv expansiv ist - innerhalb von 40 Jahren 20 Millionen Millionen Moslems nach Europa geholt, wir haben harmlose Jungs mit Bonbons dazu überredet, Straßenkriminelle zu werden und ihnen weisgemacht, es wäre ok, Mädchen ohne Kopftuch als Schlampen zu beschimpfen oder gar zu belästigen und zu vergewaltigen. Dann ist uns ein besonders genialer Coup gelungen, indem wir Hunderttausende dazu bewegt haben, wegen ein paar Strichmännchen auf der Straße zu randalieren und letztendlich haben wir am 11. September 2001 das World Trade Center zerstört und seither über 9.000 tödliche Anschläge im Namen des Islam verursacht. Das alles haben wir getan, weil wir alle Moslems umbringen wollen und Dich dazu bewegen wollen, Dich uns anzuschließen. Und jetzt hast Du uns enttarnt. So ein Mist aber auch!”
“Solche Leute fragen übrigens niemals die mutigen Kämpfer gegen rechts, ob diese alle Neonazis umbringen wollen.”
Mehr hier, ist ein reißerischer Titel, aber ein interessanter Beitrag…
(http://acht-der-schwerter.freehostia.com/2007/08/05/das-geheime-wissen-der-gutmenschen/)
Ach Willow, wir kommentieren doch beide lange genug, dass Du wissen solltest, dass ich alles andere als ein weichgespülter Islamversteher bin. Aber ich habe Thatchers Kommentar x-mal gelesen, und ich weiß jedenfalls nicht, wie ich das anders verstehen soll denn als Rechtfertigung von Völkermord. Vielleicht erklärst Du - oder Thatcher selber - mir mal, wie man es anders verstehen soll?
Ich habe nicht zum Völkermord aufgerufen. Ich habe ihn auch nicht gerechtfertigt. Wäre ziemlich blöde, da ich kein hohes politisches Tier wie Milosevic bin und auf sowas empfindliche Strafen stehen.
Ich habe lediglich Gunnar Heinsohns zentrale These wiedergegeben, dem ich genug historisches Wissen, analytische Intelligenz und aufklärerischen Mut zugestehe, um mich auf ihn berufen zu können.
Mich wundert, dass Du diesen Unterschied nicht erkennst, Manfred.
Wir sind in einem Dilemma. Nicht nur wissen wir, dass wir Europäer in der demographischen Falle sitzen - die Muslime wissen es auch. Und sie haben nicht vor, sich noch die Butter vom Brot nehmen zu lassen. Wenn sich Europa nicht zur Wehr setzt und alles ruhig bleibt, sagen sie nur Danke, übernehmen unsere Länder und spucken auf uns, weil wir nicht kämpfen. Sobald wir aber irgendeine Maßnahme ergreifen würden, die das verhindern würde, würden sie den Djihad eröffnen. So wie wir den Djihad kennen, wenn wir uns dazu herablassen, uns über den Djihad kundig zu machen, ob er nun um 700 in Syrien und Nordafrika erfolgte oder 1992 - 1995 in Bosnien. Wenn sie schon bei einer kaum wirksamen Änderung des Nachzugsalters so erratisch reagieren, was, glaubst Du, würden sie erst machen, wenn wir den Familiennachzug ganz abzuschaffen oder beginnen, Hassprediger und Gefährder auszuweisen?
Dann hätten wir den Salat, so wie ihn die Serben im Kosovo haben. Oder die Thailänder in den Südprovinzen. Oder die Inder in Kaschmir. Oder die Nepalesen mit ihrer moslemischen Minderheit. Oder die Christen in Nigeria. Oder, oder, oder. Glaubst Du, wir Europäer sind so herausragend erhaben über die niederen Völker der Welt, dass sie uns nicht ganz genauso behandeln? Und was wäre Deine Reaktion, wenn es so käme?
Wir stehen vor der Wahl, ehrlos zu kapitulieren oder ehrenvoll zu kämpfen. Auch wenn unsere Chancen gering sind - ich wäre eher für das letztere. Wie die Juden im Warschauer Ghetto sagten: “Wir kämpfen nicht um den Sieg, sondern für drei Zeilen in den Geschichtsbüchern.” Diese Zeilen haben sie immerhin bekommen.
Würdest Du auch die jüdischen Anführer, die sich an dem verzweifelten Ghetto-Aufstand beteiligten, mit Volksverhetzern und Völkermördern gleichsetzen?
@Thatcher
dass sie mir Naivität vorwerfen finde ich irgendwie drollig:
vermutlich sind alle naiv, die nicht Ihre ausgeprägten Vorurteile übernehmen wollen. Aber, nee, danke, ich hab’ schon meine eigenen; vielleicht sind sie nicht ganz so plakativ, aber mein Bedarf ist gedeckt
Welche persönlichen Kontakte haben Sie zu Muslimen ? Ich kenne ein paar. Menschen, denen wie vielen anderen nicht begreiflich ist, warum es noch keinen Frieden zwischen Arabern und Israelis gibt. Menschen, die den fundamentalistischen Terror verabscheuen, und denen ebenso mulmig wie vielen anderen wird, wenn bestimmte Typen mit Vollbart in der U-Bahn zusteigen. Menschen, die ihren Glauben als Privatsache und nicht als politische Mission verstehen, und unter anderem deshalb das Leben in Deutschland geniessen.
Ich bin kein besonders frommer Christ, aber ich bin durchaus der Meinung, dass wir unsere kulturellen und politischen Errungenschaften u.a. einer langen christlichen Tradition mit allen Licht- und Schattenseiten zu verdanken haben. Aber diese Tradition ist nicht die einzige, die unser heutiges Europa geprägt hat. Ich bin sogar der Meinung, dass die Auseinandersetzung mit den diversen anderen Traditionen (jüdischen, islamischen, keltischen, griechisch-römischen, …) eben auch dieses europäische an uns ausmacht. Und genau aus diesem Grund, verdienen diese anderen Tradition m.E. den gleichen Respekt. Dieser Respekt fehlt mir etwas in Ihren Beiträgen.
Ich habe das Gefühl, alle Reaktionen von Linken, politisch Korrekten und sonstigen “bonhommes” gegen Thesen wie meine stammen aus einem zentralen Automatengehirn, das immer die gleichen Phrasen auswirft. Kaum sind die Argumente ausgegangen, folgen die Unterstellungen: Dass alles ein böses Vorurteil sei. Dass man niemals mit Moslems gesprochen habe. Dass man ein fundamentalistischer Christ sei. Dass man - das finde ich nun wieder drollig - in Wirklichkeit ein kleiner glatzköpfiger NPD-Wähler und Judenhasser sei, der seinen Ausländerhass und Antisemitismus als “Islamkritik” tarnt, indem er überall “Ausländer” bzw. “Jude” durch “Moslem” ersetzt. Und, wie Eisvogel feststellt, am Ende kommt immer, man wolle alle Moslems umbringen. Du siehst, wir könnten auch gleich aufhören mit der Dislussion, ich sehe alle Ihre Argumente bereits voraus.
Es könnte sich ja statt eines Vorurteils auch mal zur Abwechslung um ein richtiges, auf Quellenstudium und gedankliche Auseinandersetzung beruhendes Urteil handeln. (Der Unterschied, so es einen gibt, kann sowieso nur in der Intensität dieser Auseinandersetzung bestehen, da auch Urteile immer vorläufig sind.)
Ich habe mit genügend Moslems gesprochen, um zu wissen, dass es sich nicht lohnt. Wenn man Glück hat, dann sind sie ehrlich und sagen, dass sie Hitler bewundern, dass Juden kinderfressende Monster sind und alle Religionen willkürlich verfälschte Versionen des Islam. Hat man weniger Glück, so bedienen sie sich des Prinzips taqiyya: Um den Zielen des Islam zu diesen, ist es gestattet, diese zu belügen, zu täuschen, ihnen Honig ins Ohr zu träufeln, bis man harte Fakten geschaffen hat. Hierzu empfehle ich die schöne Seite http://www.nebeldeutsch.blogspot.com .
Zu Deiner Information: Das Christentum geht mir völlig gegen den Strich. Seine Institutionen haben sich sämtlich mit der Islamisierung abgefunden und versuchen, den größtmöglichen finanziellen Gewinn aus der Lage herauszuschlagen. Wer sich auf die Kirchen verlässt, ist hoffnungslos verlassen. Außerdem beinhaltet es auch Lehren, die den Abwehrkampf behindern, z.B. das Gebot, nicht zu töten oder die rechte Backe hinzuhalten. Nur weil der Katholizismus im Mittelalter Ausnahmen vom Tötungsverbot zuließ, konnte die islamische Invasion Mitteleuropas 732, 1529 und 1683 abgewendet werden; Konstantinopel blieb lieber der christlichen Lehre treu - und ging unter.
Sie brauchen mir auch keine verkappte Ausländerhetze vorzuwerfen, und Antisemitismus genausowenig. (Diesen Hut können Sie sich selber aufsetzen, wenn sie den Moslems, die Sie kennen, die Gründe für den Nahostkonflikt und seine Persistenz kritiklos abkaufen.) Ich habe nichts gegen die erwähnten Italiener, Spanier, Griechen, Portugieren und Koreaner, und einheimische Moslemkonvertiten sind mir genauso suspekt wie eingewanderte oder hier geborene Moslems. Ihr einziger Vorteil ist, dass sie nicht islamisch enkulturiert sind; ihre Neigung, Kritik per Schlachtmesser zu beenden, ist also geringer. Sie können also davon ausgehen, dass ich das, was ich sage, ohne Hintersinn so meine.
Und wenn Sie mir schließlich vorwerfen, ich würde alle Moslems töten wollen, so offenbaren Sie damit lediglich, dass auch Ihnen angesichts der zu erwartenden Brutalität kein Ausweg aus unserem Dilemma einfällt. Höchstens würden Sie, vielleicht noch eher als ich, die Gaskammern wieder in Betrieb nehmen.
Vielleicht macht es Sie ja zu einem irgendwie besseren Menschen, dass Sie glauben, der Respekt, den Sie gegenüber Moslems haben, hätte irgendeinen Wert. Vielleicht kommen Sie dafür ja in eine Art Linkenhimmel. Ich verzichte darauf. Gegen das, was auf uns zukommt, hilft auch kein einseitiger Respekt mehr, den ich folgerichtig gar nicht erst praktiziere. Der Respekt, den Sie fordern, ist lediglich ein Euphemismus für Kapitulation und Fügung in den Dhimmi-Status.
Den Unterschied zwischen einem Zitat und einer eigenen Stellungnahme kenne ich sehr wohl. Und wenn Du unsere Situation mit der der Serben gleichsetzt, von dieser behauptest, sie sei verzweifelt gewesen, und ihre Reaktion für richtig erklärst, dann kann ich daraus keinen anderen Schluss ziehen als dass Du der Meinung bist, wir sollten mit den hier lebenden Muslimen so umgehen wie die Serben mit den Bosniern. Zumal wenn Du schreibst:
“Ich habe nicht zum Völkermord aufgerufen. Ich habe ihn auch nicht gerechtfertigt. Wäre ziemlich blöde, da ich kein hohes politisches Tier wie Milosevic bin und auf sowas empfindliche Strafen stehen.” Ach so, nur um nicht bestraft zu werden, rufst Du nicht zum Genozid auf.
Was mich nun wiederum wundert, ist, dass Du den Unterschied zwischen einer demokratischen und einer faschistischen Islamkritik nicht zu kennen scheinst.
Und völlig abstrus ist es, die Situation von Nichtmuslimen in Europa (480 Millionen gegen 15 Millionen Muslime) mit der der Juden im Warschauer Ghetto gleichzusetzen. Wenn Israelis in Bezug auf ihre eigene Lage unter lauter Feinden so argumentieren würden, wäre es legitim; (aber auch Israel versucht mit seinen Feinden zu einem Frieden zu kommen und riskiert dafür mehr als irgendjemand verlangen könnte). Bezogen auf Europa bedeutet diese Gleichsetzung nichts als mutwillige Produktion von ideologischem Hass.
So, jetzt bin ich es aber leid. Ständig soll ich mich erklären und mich dafür rechtfertigen, dass ich mir Gedanken mache, die den Vogel-Strauß-Politikern und Frieden-ist-möglich-Leichtphilosophen gegen den Strich gehen. Manfred, von Dir ist in diesem Thread noch kein alternativer Vorschlag zu möglichen Auswegen aus Europas Klemme gekommen. Das kritisieren, was andere anbieten, kann jeder, nur damit erreicht man leider gar nichts.
Jetzt mal Butter bei die Fische und raus mit der Sprache: Was schlägst Du vor? Wie kommen wir, OHNE gegen die Moslems, die bereits bei kleineren Maßnahmen mit dem Djihad drohen - und wir wissen, dass diese Drohung verdammt glaubwürdig ist - zu Gegengewalt zu greifen, aus dieser Klemme heraus? Ich habe auch nicht gesagt, dass wir den Völkermord eröffnen müssen. Zwischen Eröffnen und darauf reagieren besteht ein weiterer Unterschied, den Du völlig übersiehst. Ich prophezeie aufgrund der Erfahrung, dass er an uns eröffnet wird und wir, so wir überleben wollen, früher oder später in die Lage Israels oder, falls wir zu lange warten, gar der Juden in Warschau geraten werden.
Merke Dir: Mit Blumensträußen sind noch keine Panzer aufgehalten worden. Die weißere moralische Weste ist im Überlebenskampf keinen Pfifferling wert, und den werden wir bekommen! Ich erwarte Antworten.
Thatcher,
ich habe nur deutlich gemacht, dass ich mit Ihren Ansichten nicht übereinstimme, und dass ich vermute, dass Ihre Analysen wenig stichhaltig sind, weil sie sehr stark von Ihrer Sichtweise und m.E. recht wenig von den tatsächlichen Gegebenheit bestimmt sind. Ihre Reaktion darauf ist, mir zu unterstellen, ich würde Ihnen alle Schlechtigkeiten, die sich ein eher links Stehender ausmalen kann, unterstellen. Damit kann man wenig anfangen.
Ich bin sehr weit davon entfernt zu fordern, dass wir wieder bigotte Katholiken und Protestanten werden. Aber man kann unsere Kultur und Geschichte m.E. gar nicht verstehen, wenn man sich nicht etwas mit den christlichen Grundlagen auseinandersetzt. Zum einen hat das Christentum mehr als einmal Europa gegen den Islam geeint. Das fängt bei Karl dem Grossen an und hört mit den Kreuzzügen keineswegs auf. Wir Europäer habe selbst recht lange gebraucht, bis wir zum heutigen Verständnis der Rolle der Religion gelangt sind. Eine Wegmarke dorthin ist übrigens in dieser Woche gefeiert worden: das hohe Friedensfest in Augsburg, der einzige lokale gesetzliche Feiertag Deutschlands.
Fast jeder Muslim lernt den Koran auswendig und nimmt dabei auch Teile des alten und neuen Testaments auf. Wie immer man dazu stehen mag, immer mehr Menschen können dem rein gar nichts entgegensetzen. Noch nicht einmal eine aufgeklärte Position.
Es hilft sehr wenig, zu irgendeinem Kampf oder weiss der Kukckuck was aufzurufen, wenn man noch nicht einmal weiss, wofür man eigentlich kämpfen will. Selbst wenn das geklärt wäre, wüsste ich im Moment nicht, wie wir beiden uns einigen könnten.
“Fast jeder Muslim lernt den Koran auswendig und nimmt dabei auch Teile des alten und neuen Testaments auf.”
Kannst du dafür konkrete Beispiele nennen!? Beispiele dafür, daß nicht nur “Versatzstücke” mit einer völlig anderen Bedeutung versehen werden sondern wirklich in ihrer ursprünglichen Bedeutung auftauchen? Versuche es bitte… die vielzitierte “goldene Regel” z.B, welche für Christen und Juden wesentlich ist gibt es in dieser Form im Koran nicht.
Es gibt etwas Ähnliches: “Keiner von Euch ist ein Gläubiger, solange er nicht das für seinen Bruder wünscht, was er für sich selbst gewünscht hätte. (Sure 2:62)” Aber wenn man weiß, daß der Bruder nur dann ein Bruder ist, wenn er auch Muslim ist. Die Goldene Regel wurde also eingeschränkt auf den Personenkreis der Muslime…
Und so geht das weiter “du sollst nicht töten… es sei denn es ist dir vorgeschrieben” “alle Menschen sind gleich … sofern sie an Allah glauben und seine Gebote einhalten” usw.usw.
Ich habe nicht gesagt, dass Gegengewalt unzulässig ist, (oder was glaubst Du, was ich mit der Formulierung meine, “Gewalttäter im Inland polizeilich, im Ausland militärisch (zu) bekämpfe(n)”). Ich bin durchaus dafür, auf Gewalt mit Gewalt zu reagieren, ABER:
Krieg ist etwas anderes als Völkermord, und das im Grundgesetz niedergelegte Konzept der wehrhaften Demokratie ist kein Freibrief für Pogrome!
Ich bin sehr wohl dafür, alle rechtlichen Möglichkeiten auszunutzen bzw. überhaupt erst zu schaffen (man fragt sich schon, warum das GG eine Einschränkung aller möglichen Grundrechte zulässt, nur nicht solche der Glaubensfreiheit.). Im übrigen fühle ich mich nicht verpflichtet, hier ein detailliertes Programm zu entwickeln. Die allgemeine Richtung habe ich oben schon (und auch in vielen anderen Kommentaren) schon genannt, aber bitte, ich mich gerne nochmal selber:
“…die Unvereinbarkeit von westlicher und islamischer Kultur feststelle und deswegen die Dominanz der eigenen Kultur gesellschaftlich durchsetze, von hier lebenden Muslimen verlange, sich der westlichen Kultur anzupassen, Parallelgesellschaften unter Anpassungsdruck setze, den Islam einer schonungslosen öffentlichen Kritik unterziehe, islamistische Propaganda unterbinde, Gewalttäter im Inland polizeilich, im Ausland militärisch bekämpfe (Ganz nebenbei: Auch dies wird ein in Nationalstaaten zersplittertes Europa in Zukunft ebensowenig leisten können wie bisher), “.
Bevor man aber irgendetwas macht, sollte man den Adrenalinspiegel senken und den Kopf einschalten. Dass Wunschdenken einen nicht weiterbringt, ist richtig. Hysterie und mutwillig ausgemalte Feindbilder aber tun es ebensowenig.
willow,
da ich selbst den Koran nicht kenne und auch keine Ausgabe davon zur Hand habe, kann ich es nur recht vage aus der Erinnerung an solche Gesprächspunkte beschreiben. Das meiste bezog sich auf das Buch Genesis. Zu meiner Überraschung wurden aber auch Teile des NT wie die Weihnachtsgeschichte oder verschiedene Wundergeschichten erwähnt bzw. nachgefragt. Ich muss zugeben, dass ich selbst dabei manchmal in Verlegenheit kam. Z.B. auch zur Bedeutung der heiligen Dreifaltigkeit.
Ich bin in diesen Dingen alles andere als sattelfest und musste mir selbst erst mal Quellen dazu verschaffen, um einen klareren Eindruck von quasi offiziellen Positionen dazu zu bekommen.
Bei diesen Gesprächen ist mir aufgefallen, wie selbstverständlich Muslime ihre Religion kennen und wie fern ich selbst schon von grundlegenden Inhalten war.
In solche Themen wie du sie ansprichst bin ich weniger eingestiegen. Meine Gesprächspartner wiesen mich früher oder später darauf hin, dass für Muslime die fünf Säulen des Islam verbindlich sind. Es gibt aber keine Autorität zwischen Gott und den Menschen: was ein Muslim wissen muss, steht im Koran. Solange sie sich in einem nicht-muslimischen Land aufhalten, spielt der Koran nur für ihre ganz persönliche Lebensführung eine Rolle; darüber hinaus sind für sie
selbstverständlich die Gesetze und Regeln des Gastlandes verbindlich.
Ich habe mir eben nochmals den Wikipedia-Artikel zur Scharia angesehen und ich vermute, dass wir in Europa eine gewisse Zeit dachten, mit dem Islam können es nur in religiöser Hinsicht Probleme geben, die sich aber noch im Rahmen der Gesetze zur Glaubenfreiheit lösen lassen. Ich glaube sogar, dass die Mehrheit der Muslime hier keinen Anlass dazu gibt, diese Sicht in Frage zu stellen. Das Problem sind die islamischen Fundamentalisten, deren Auffassungen unserem europäischen Verständnis von Politik und Religion sehr grundsätzlich entgegen stehen und sogar verfassungsrechtliche Zielkonflikte verursachen. Ich meine aber, dass wir die Probleme nicht mit einem Rückfall ins kreuzritterliche Mittelalter lösen sollten.
P.S.: noch mal kürzer … unabhängig von den Details der Auslegung und des wörtlichen Inhalts heiliger Schriften. Welche Kultur wollen wir verteidigen, wenn wir unsere eigene so schlecht kennen oder gar ignorieren ? Und wenn es nicht um die Kultur (im weitesten Sinne) geht, worum geht es denn dann ? Ich glaube kaum, dass wir um die Klärung dieser Fragen herumkommen werden. Oder sind die Antworten wirklich so offensichtlich ?
“Wir stehen vor der Wahl, ehrlos zu kapitulieren oder ehrenvoll zu kämpfen. Auch wenn unsere Chancen gering sind - ich wäre eher für das letztere. Wie die Juden im Warschauer Ghetto sagten: “Wir kämpfen nicht um den Sieg, sondern für drei Zeilen in den Geschichtsbüchern.” Diese Zeilen haben sie immerhin bekommen.”
Wie tief muss man in seinem Hass versunken sein, um zu solchen Formulierungen zugelangen? Es begann mit einen netten Thema, den WM-Babies, es ging weiter mit den “ehrbaren Völkern” “Volkstribunen”, theokratisches Mittelalter teutscher Nation, ein paar Begriffe des dritten Reiches, um das ach so verkomme moderne Europa (ja Europa hat ein Demokratiedefizit und einen Verordnungsüberschuss) nebst die 68ziger pauschal zu verunglimpfen eine traditionelle Seite aus dem teutschen Norwegen (ein Land an dem schon die seligen vor68ziger Vorfahren bei ihren KDF-fahrten ein Heidenvergnügen hatten, und dabei gar nicht merkten, wie sie verachtet wurden) ein bisschen Sexualneid oä. und zum Schluß müssen die Warschauer Ghettokämpfer, die sich in einer gänzlich anderen Situation befanden, als Alibi für diese vierteldurchdachten Geschichtsmüll herhalten.
Es ist einfach unglaublich, was man aus jedem netten und hübschen Thema machen kann, wenn man meint über das „richtige“ Weltbild zu verfügt.
Lila hätte ihren Block sperren sollen. Ich denke jede/r der über noch ein wenig Anstand verfügt sollte, die Diskussion nicht werterführen.
nicht weiterführen (natürlich)!
MichaB,
das Problem ist, dass diese säkularitätsfreundliche Version des Islam sich kaum theologisch sauber aus dem Koran ableiten lässt (während die Trennung von Kirche und Staat sich aus der Bibel problemlos begründen lässt: “Gib dem Kaiser, was des Kaisers ist…”). Das hängt auch mit der Entstehungsgeschichte beider Religionen zusammen: Das Christentum war in seiner formativen Frühphase eine unpolitische Religion für kleine Leute, wenn nicht für Underdogs; der Islam war von Anfang an ein politisches Herrschaftsprojekt und versteht sich als Gesellschaftsentwurf. Ein Muslim, der im Westen lebt, muss, wenn er seine Religion ernstnimmt, im Grunde immer einen Kompromiss leben, den er als mehr oder weniger faul empfinden wird. Und das ist der Punkt, an dem die Islamisten einhaken: Sie haben den Text und eine 1400jährige Auslegungstradition auf ihrer Seite. Und wenn ich sage, dass Muslime sich der westlichen (demokratischen, säkularen, emanzipatorischen, liberalen) Kultur anzupassen haben, so mache ich mir doch keine Illusionen darüber, dass solche Anpassung den Angehörigen gerade dieser Religion schwerer fallen wird als irgendjemandem sonst. Deswegen will ich, dass mehr Druck ausgeübt wird und dass man politisch korrekte Phrasen (”Der Islam ist eine Religion des Friedens”) nicht mehr akzeptiert. Ich verwahre mich nur dagegen, dass man eine darauf abzielende Politik von vornherein lächerlich macht und den Konflikt zu einer unüberbrückbaren Feindschaft stilisiert. (Dass allerdings die islamische, speziell arabische Kultur in ihren Herkunftsländern sich säkularisieren und demokratisieren könnte, halte ich für blankes Wunschdenken.)
“Welche Kultur wollen wir verteidigen, wenn wir unsere eigene so schlecht kennen oder gar ignorieren ?” Eine sehr gute Frage, aber die Antwort kann aus meiner Sicht nur lauten, sich die Grundlagen der eigenen Kultur und Geschichte stärker bewusst zu machen.
…und sich auch ein bissel mit Koran, Hadithen und der Shariah beschäftigen, damit wir wissen, aus welchen Quellen sich die eine oder andere Verhaltensweise speist. Vielleicht auch mal zuhören, was Religionsführer oder auch Anführer humanitärer Vereine (Fatah, Hamas, Hisbollah, Al-Kaida….) so erzählen.
Denn - es ist fast schon komisch! - ganz viele säkulare oder auch christliche Verteidiger “ganz merkwürdiger moslemischer Bräuche und Verhaltensweisen” geben auf Nachfrage bereitwillig zu, vom Koran und den anderen Wurzeln des Islam keine oder doch nur sehr wenig Ahnung zu haben. Manche sind sogar stolz auf ihre Unwissenheit - Herr Ströbele zum Beispiel. Und soetwas habe ich über Jahrzehnte gewählt….
@willow: Genau das ist es, was mir gespenstisch vorkommt: Kenntnisse und Bescheidwissen sind anscheinend völlig bedeutungslos geworden, und trotzdem meint jeder, er könne kompetent mitreden über die wichtigen Entscheidungen für die Zukunft Deutschlands, Europas oder der Welt. Wurden früher Posten nach Eignung und Kompetenz vergeben, so gilt heute nur der als geeignet, der sich die “richtige Einstellung” nicht durch zuviel Wissen verdorben hat - und sich nicht selten noch arrogant überhebt über die “Fachidioten”.
Vor allem wird sich auch - in völlig geistloser und herrenmenschlicher Anmaßung - über die Millionen Muslime erhoben, die jahrelang ihre Religion bzw. Ideologie studiert haben und andere darin ausbilden. Als ob ein Mitglied einer ganz anderen Kultur den Islam und sein Verhalten vollständig aus sozialwissenschaftlichem und wirtschaftsideologischem Halbwissen erklären könnte, ohne sich mit Koran und Hadithen auch nur ansatzweise auseinandergesetzt zu haben; das zeugt schon von einer gewissen Selbstüberhebung und Überschätzung der Reichweite der eigenen Pseudobildung.
Noch mal zu Europa: Die Idee der europäischen Einigung hat nichts mehr zu tun mit der EU-Wirklichkeit von heute; das sollte man nicht durcheinanderbringen. Wenn ich die EU kritisiere, dann geschieht das aufgrund ihres heutigen totalitären Wirkens hin zu Islamkolonisation, Installation scharia-konformer Rechtsvorschriften in alle Staaten und Unterdrückung bürgerlichen und konservativen Protests dagegen. Sicher haben da mache Antitraditionalisten ein prima Werkzeug für sich entdeckt - z.B. waren die Grünen und Joschka immer ganz begeisterte Eurokraten. Ohne diese ganzen kulturfeindlichen Institutionen wie Euromed und Initiativen wie Antidiskriminierungsgesetz und Hate-speech-Gesetzgebung (soll definitiv bald kommen, und dann ist öffentliche Islamkritik ein strafwürdiges Verbrechen) würde Europa nicht gleich wieder in, womöglich gar verfeindete, Nationen zerfallen, denn das gemeinsame Interesse aller europäischen Völker ist eigentlich Bewahrung der gemeinsamen Kultur vor aggressiver Unterwanderung und Kolonisierung durch den absolut uneuropäischen Islam. Und hier gilt: Zusammen sind die europäischen Staaten stärker als vereinzelt. Der derzeitige Zwangszusammenhalt in der EU dagegen behindert sie und geht am Interesse der Völker an Bewahrung ihrer Identität diametral vorbei.
Mit Verlaub, Thatcher, hau nicht den Sack, wenn Du den Esel meinst. Die EU ist kein politischer Akteur, jedenfalls nicht in einem einigermaßen strengen Sinne: Sie kann nur das in Richtlinien umsetzen, was ihr die nationalen Regierungen - und zwar in der Regel einstimmig - vorgeben. (Dass Politiker gerne die Verantwortung “Brüssel” zuschieben, wenn es um Maßnahmen geht, die sie selbst mitbeschlossen haben, für die sie aber ihren Wählern gegenüber nicht die Verantwortung übernehmen wollen, ändert daran nichts.) Vielleicht kommt so eine Hate-speech-Richtlinie, ich habe davon allerdings noch nichts gehört - wenn, dann aber auf Beschluss der Nationalstaaten. Und ich bezweifle, dass eine solche Richtlinie restriktiver wäre als unser schon existierender Volksverhetzungs-Paragraph, und mit Sicherheit bei weitem nicht so restriktiv wie in Großbritannien, wo solche Gesetze, wie Du sie beschreibst, tatsächlich existieren.
Nein, der Selbstbehauptungswille der EU ist genauso groß oder klein wie der ihrer Mitgliedsstaaten. Und nun frage ich Dich: Wo siehst Du denn auf der nationalstaatlichen Ebene diesen Selbstbehauptungswillen, der angeblich von der Union unterdrückt wird? Etwa in England, wo es nicht nur besagte Gesetze gibt, sondern die vorauseilende Selbstzensur gegenüber den Islamisten schon die Universitäten erreicht hat? Oder in Frankreich, dessen Präsident im Wahlkampf rechts geblinkt hat, um jetzt links abzubiegen, und der das zirkusreife Kunststück fertiggebracht hat, Gaddafi schneller in den Arsch zu kriechen als der die Hosen herunterlassen kon