Qassam-Ticker Juli 23, 2007, 20:08
Posted by Lila in Rat und Tat.74 comments
Die kleine Anastasia hatte heute einen tüchtigen, braven Schutzengel. Statt zu schlafen, hat sie geweint, und die Mutter hat sie aus dem Bettchen geholt und mit ins Wohnzimmer genommen. Minuten später fiel die Qassam-Rakete ins Kinderzimmer. Das Baby ist nur leicht verletzt, Mutter und Großmutter erlitten einen Schock. Das Bettchen ist hinüber.
Nicht der Rede wert Juli 23, 2007, 0:21
Posted by Lila in Land und Leute.12 comments
Er hat mir gefehlt, Nasrallah, er war so still. Dabei waren wir jahrelang gewöhnt, regelmäßig seine Reden zu hören - auch wenn außer uns wohl nicht viele zughört haben. Doch letzthin wird er stiller. Hat er uns denn gar nichts mitzuteilen? Endlich wieder ein Wort von ihm!
Hezbollah claimed Sunday that it is able to strike at every part of Israel, and had the same capability during the Second Lebanon War last summer.
The leader of the Iranian and Syrian-backed organization, Hassan Nasrallah, made the comments to Qatari-based Al-Jazeera satellite television, in an interview to be aired in its entirety Monday.
“Even in the months of July and August 2006 there was not one place in occupied Palestine that we could not reach, every point and every corner,” Nasrallah said. “I stress that we can do this today as well.”
Und wieso jetzt gerade diese neue Drohung? Ist er übermütig, nach dem Treffen seiner kräftigen Freunde, Assad und Ahmedinijad?
Laut Haaretz steckt mehr dahinter. Es scheint, daß UNIFIL energischer durchgegriffen hat als gewöhnlich.
In recent months, more than 90 percent of these areas have been searched, and UNIFIL patrols have found and destroyed Hezbollah arms, including Katyusha launchers, Katyusha rockets and explosives.
Details of the UN operations in southern Lebanon are in reports sent from UNIFIL to the organization’s headquarters in New York.
During searches after the war, 33 such areas - which the IDF euphemistically terms “nature reserves” - were located.
These included bunkers and underground tunnels, some of which are sufficiently complex to include sub-systems, all built by Hezbollah south of the Litani River during the six years following the IDF withdrawal from southern Lebanon. Most of the rockets fired against Israel during the war last year were launched from the “nature reserves.”
Ganz interessant, was da vorgeht.
Israel has recently issued a number of warnings to Lebanon that if in the future there is an outbreak of hostilities and Hezbollah launches rockets from built-up areas, the IDF will not hesitate to bomb - and even totally destroy - urban areas after it gives Lebanese civilians the chance to flee.
UNIFIL’s efforts have touched a raw nerve with Hezbollah, and Israeli analysts have interpreted the recent attack against a UN armored vehicle, in which six soldiers of the Spanish battalion were killed, as being directly linked to the pressure the peacekeepers have put on the extremist Shi’ite organization.
Ich weiß nicht, was sie sich davon versprechen, wirklich. Hisbollah, Syrien, Iran. Was soll aus ihnen werden, sollte es ihnen wirklich gelingen, uns endlich zu vernichten? Wen können sie dann als Sündenbock und Teufelsfratze benutzen, um von ihren eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken? Assad kann doch nicht an einem palästinensischen Staat interessiert sein, unmöglich. Nasrallah erst recht nicht, was hätte er von einem friedlichen Nahen Osten? Wo wäre er denn dann?
Übrigens: nicht nur Ehud Yaari, wie gestern erwähnt, hält den syrisch-iranischen Deal für gezielte Desinformation, sondern auch Ron Ben Yishai (auf den ich ehrlich gesagt weniger gebe als auf Yaari, spätestens seit seiner etwas peinlichen Berichterstattung von der Front im Irakkrieg… aber das soll vergessen sein). Jedenfalls sieht es so aus, als wollten sie uns aus der Reserve locken. Was wollen sie damit erreichen, frage ich mich wieder. Sie steuern wohl partout auf einen Krieg zu? Es sieht so aus.
The situation, it appears, is quite at a dead end on all sides of the triangle – Washington, Syria and Israel – and the breaking of the current freeze is not in sight. Therefore, Assad realizes that with all due respect to peace talk, there are more important things that need to be done, and there are arenas that are no less important than Israel – Lebanon, for example, where some issues have to be finalized in the near future, such as the next president’s identity. With Iran by its side, Syria will certainly feel more confident when it comes to interfering in what’s going on in Beirut.
So what’s to do? Mostly receive much more of the same, that is, growing tension and escalating declarations, talk of resistance and preparations for it. The genuine fear is that someone who talks so much about “resistance” will eventually be tempted to do something – and the missile presented in the first act may end up being launched in the third act.
Miserable Aussichten. Auch Guy Bechor ist pessimistisch zum Thema Syrien.
Von alledem findet sich etwas in deutschen Medien? Viel Zeit zum Gucken hab ich nicht. Welt online: gegen Ende eines Artikels über die palästinensischen entlassenen Gefangenen.
Die Feinde eines Friedenskompromisses mit Israel trafen sich gleichzeitig in Damaskus und sprachen offene Drohungen aus. Der Chef der libanesischen Schiitenmiliz Hisbollah, Hassan Nasrallah, drohte gar mit einem „heißen Sommer“ für Israel.
Wobei ich das Wörtchen “gar” besonders neckisch finde.
FAZ: erwähnt wenigstens die neuen Beschüsse auf Sderot in einem Artikel zum Thema Gefangenen-Entlassungen.
In der südisraelischen Stadt Sderot erlitt unterdessen am Freitag ein Mann einen Schock, als eine aus dem Gazastreifen abgefeuerte Kassem-Rakete neben ihm einschlug. Auch am Donnerstag waren vier Kassem-Raketen in Sderot niedergegangen.
Stimmt, und heute wurde eine Frau verletzt. Ich vernachlässige meinen Qassam-Ticker! Doch zurück zu Syrien, Iran, Hisbollah.
FR: nichts zum Thema gefunden. Ich geb es auf, muß schlafen gehen, habe heute, man glaubt es kaum, fast 40 Seiten geschrieben. Es gibt ja auch wirklich jede Menge anderer Nachrichten, die Deutschland mehr interessieren als diese oder jene Äußerung im Nahen Osten, von der man noch nicht weiß, was daraus wird. Wer noch Links zu deutschen Medien findet, zur Achse Iran-Syrien-Hisbollah und ihren Bemügungen, Israel zu provozieren, kannn sie ja in den Kommentaren deponieren…
Ich hoffe, in den nächsten Tagen finden ein paar Journalisten und professionelle Sorgenmacher auch außerhalb unserer kleinen Ecke mal, was das alles zu bedeuten hat, wozu es führen kann, wer daran Interesse haben kann und wie wir es verhindern können. Damit es nicht wieder heißt, “Israel greift an!”, wenn wir uns wehren. Es lohnt sich jedenfalls, Nasrallah ernstzunehmen. Bisher hat er alles, was er angekündigt hat, auch gemacht - auch wenn die gewünschten Ergebnisse noch ausgeblieben sind.



