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Was ich heute mache Juli 17, 2007, 17:39

Posted by Lila in Edle Selbsterkenntnis.
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Eine gute Freundin von uns liegt im Krankenhaus, sie hat ein recht winziges Mädchen bekommen, Frühgeburt. Es ist ihr zweites, die ältere Tochter ist noch keine drei Jahre alt. Zwar kommt uns das Geburtsgewicht des Neugeborenen recht hoch vor (unsere Tertia war wesentlich winziger), aber trotzdem -  einfach ist es nicht, ein Baby auf der Frühgeborenenstation zu haben. Man braucht Geduld, Geduld, Geduld - außerdem Gottvertrauen und Glück. Und gute Ärzte!

Jedenfalls habe ich das Gefühl, ich muß etwas Konstruktives tun, etwas Nützliches, etwas, das den Eltern und Kindern wirklich hilft. Und so sticke ich heute, was ich lange nicht mehr getan habe, ein Bild. Und zwar ein ganz besonders putzig-niedliches Motiv von Kate Greenaway - für ein Babyzimmer mit zwei kleinen Mädchen muß es einfach putzig-niedlich werden. Quarta hat das Motiv ausgesucht, die Farben auch. Bis sie nach Hause kommen, Mutter und Kind, ist das Bild fertig, rahmen lasse ich es auch. Und dann schenke ich es ihnen. Sehr nützlich, nicht wahr? Ja, ich bin eben immer fürs Praktische…

Und noch ein Döneken von Secundus… Juli 17, 2007, 16:26

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Uncategorized.
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… der ist einfach täglich eine Geschichte wert. Secundus-Ticker… wär doch mal eine schöne Abwechslung.

Heute war er sehr stolz. Der landwirtschaftliche Betrieb der Schule, wo er ja seit Jahren arbeitet und die Abteilung Gewächshäuser leitet, hatte heute hohen Besuch. Ein Beamter aus dem Landwirtschaftsministerium, den Secundus schon mehrmals bei offiziellen Gelegenheiten getroffen hat. Der Junge ist ja so engagiert sowohl im Biosphärenpark-Kommittee (wo er der Jüngste ist) als auch in der Leitung dieses Betriebs, der in unserer Gegend der letzte Rest des einst so stolzen Zweigs “landwirtschaftliche Erziehung” ist.

Denn dort wird nicht nur organisches Gemüse angebaut, handgemolkene Ziegenmilch zu Käse und Labane verarbeitet und verkauft und ein Streichelzoo für sämtliche Kinder der Umgebung unterhalten, sondern auch erzieherisch gearbeitet. Jede Woche kommen Stadtkinder, Sonderschüler, Behinderte, Sommergäste, was auch immer für Gruppen, und arbeiten ein paar Stunden unter Anleitung von Secundus und seinen Freunden bei den Tieren oder auf dem Feld.

Secundus war also sehr stolz, daß der Mann aus dem Ministerium ihn wiedererkannte. Auch den Landrat kennt er inzwischen richtig gut, es war sogar ein Bild von beiden im Lokalblättchen. Secundus ist Feuer und Flamme für die Landwirtschaft. Er will nicht mehr Tierarzt werden, sondern Landwirt. Er betrachtet die in der Wolle gefärbten Landwirte, die Fallachim, die hier im Kibbuz den Zweig unter Kontrolle haben, mit einer Mischung aus Ehrgeiz und Nachsicht. Er hat auf jeden Fall vor, diesen Thron zu übernehmen. Der landwirtschaftliche Charakter der Schule muß, wie er findet, viel stärker betont werden. Jeden Tag kommt er schweiß- und erdverkrustet wieder.

Und jeden Tag höre ich zu, wenn er mir begeistert erzählt - mal hat er in den Kibbuzim Erzeugnisse verkauft, mal eine Gruppe angeleitet, mal die Klauen der Ziegen beschnitten, mal eine Ratte im Kükenhaus oder eine Giftschlange totgeschlagen - selbst seinen großen Bruder, der da ja auch arbeitet und die Arbeit ebenfalls liebt, nervt er schon mit seiner Begeisterung.  Ich höre gern zu, weniger weil mich der Pilz in Tikis und Ephraims Klauen so fesselt, aber ich sehe Secundus gern so verantwortungsbewußt und entschieden. Dafür nehme ich auch gern die endlosen Berge stinkender Wäsche und ruinierten Schuhe in Kauf.

Eins ist sicher, von mir hat er das nicht. Ich kann kaum einen Kohlkopp von einer Banane unterscheiden.  Aber meine Oma - was hätte die für eine Freude an dem Jungen gehabt! Ich sehe in Gedanken das Bild vor mir, meine Oma und Secundus, gemeinsam in der Erde wühlend und fachsimpelnd. Nichts hätte meine Oma glücklicher gemacht als ein Urenkel, der Landwirt werden will und der überall kräftig zupackt.  Schade, tausendmal schade, daß sie ihn nicht miterlebt hat. Aber verloren geht nichts in einer Familie.  Diese fleißigen Landwirts-Gene - das ist ein Geschenk meiner Oma, das mich nach ihrem Tod erreicht.

Aus dem Leben einer Mutter Juli 17, 2007, 15:02

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.
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Heute früh, bevor wir alle aus dem Haus gehen, jeder seiner Beschäftigung nach, kommt Secundus noch einmal zurück. “Mama, du weißt doch, wir haben heute die Schüler aus England da. Bitte räum alles auf, damit es vernünftig aussieht.” Und er verschwindet. Y. und ich gucken uns einigermaßen sprachlos an. Was sollte das denn nun?

Ich komme später von der Arbeit zurück als geplant, habe auch keine Zeit fürs Wohnzimmer, sieht doch ganz okay aus.  Secundus kommt wenig später zurück, guckt sich um, legt mir die Arme um den Hals und sagt, “danke Mama, sieht ganz toll aus”.