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So gehen andere zur Sache Juli 12, 2007, 21:12

Posted by Lila in Land und Leute.
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Die libanesische Armee macht ein palästinensisches Flüchtlingslager platt.

Im Minutentakt gingen am Morgen Granaten auf das palästinensische Flüchtlingslager Nahr al-Bared nieder, die libanesische Armee rückte Augenzeugen zufolge von mehreren Seiten mit Panzern vor.

Der rund fünfstündige Artilleriebeschuss begann am frühen Morgen. Über dem bereits fast vollständig zerstörten Lager stieg Rauch auf. Begleitet wurde der Artilleriebeschuss von Feuergefechten zwischen Soldaten und Islamisten.

Die Gefechte, die am 20. Mai begonnen hatten, kosteten bisher mindestens 88 Soldaten, 60 Aufständische und mehr als 20 Zivilpersonen das Leben. Die libanesischen Behörden hatten sich am 21. Juni zum Sieger des Konflikts erklärt, nachdem Soldaten Stellungen der Fatah Islam am Rande des Lagers eingenommen hatten. Die Aufständischen zogen sich jedoch tiefer in die Siedlung zurück und liefern sich immer wieder Gefechte mit den Soldaten.

Und das nach nur wenigen Wochen des Aufruhrs! Würden wir zu diesen Methoden greifen, stünde weder im Gazastreifen noch in der Westbank ein Stein auf dem anderen….  Ich habe ja immer schon gesagt, daß im Vergleich zu den arabischen Brüdern wir mit den Palästinensern geradezu mild umgehen. Und das ist Siniora, der libanesische Teddybär! Kein fundamentalistischer Irrer, sondern ein vom Westen gestützter Hoffnungsträger. Ein Mann, den man mit westlichen Maßstäben messen sollte. Oder mit denen, die man an uns anlegt.

Niemand scheint sich zu fragen, wieso wir die Extremisten nicht mit ähnlich rabiaten Methoden ausräuchern, ein ganzes Flüchtlingslager pausenlos beschießen. Aus diesen Flüchtlingslager in der Westbank, im Gazastreifen kommen schließlich Terroristen, die Hunderte von israelischen Zivilisten auf dem Gewissen haben, dort werden, während ich hier sitze und schreibe, die nächsten Anschläge geplant. (In Israel selbst gibt es bekanntlich keine Flüchtlingslager, hier leben die israelischen Palästinenser ganz normal in ihren Häusern.)  Wir könnten einfach mal ein paar Stunden Artilleriebeschuß loslassen, wenn wir wollten. Aber wir tun es nicht.

Warum wohl????

Genau das meine ich, Juli 12, 2007, 12:55

Posted by Lila in Land und Leute.
15 comments

wenn ich davon rede, daß deutsche Mainstream-Medien die Wahrheit verfälschen und vereinfachen.

Dieser Absatz:

Israel hatte vor einem Jahr eine Offensive gegen die Hisbollah-Milizen im Grenzgebiet zum Libanon gestartet, nachdem diese zwei israelische Soldaten entführt hatten. In dem 34 Tage andauernden Krieg starben mehr als 1200 Menschen, die meisten davon waren libanesische Zivilisten. Unter den 163 Israelis, die bei dem Krieg ums Leben kamen, waren 119 Soldaten und 44 Zivilisten.

Er steht am Ende eines Artikels über die Forderung, Untersuchungskomissionen über die im letzten Sommer begangenen Kriegsverbrechen einzusetzen. (Darüber, daß in Israel der Einsatz von Streubomben umstritten ist und eine Untersuchung innerhalb der Armee angeordnet worden ist, weil der Ramatkal meint, er hat den Einsatz nicht angeordnet… darüber schweigt der Artikel sich aus. Auch darüber, daß in den von Israel bombardierten Wohngebieten das HQ der Hisbollah war - wohlweislich von der Hisbollah in einem Wohngebiet plaziert! Übrigens kann es gut sein, daß der Winograd-Bericht zum Thema Streubomben was zu sagen hat.)

Aber darauf gehe ich vielleicht ein andermal ein. Das Wort gestartet ist eine glatte Lüge.

Sagen wir es noch einmal ganz langsam zum Mitschreiben: heute vor einem Jahr, am 12. Juli 2007, sind bewaffnete Mitglieder der Hisbollah auf israelisches Gebiet eingedrungen, haben zwei Soldaten entführt (bzw ihre Leichen verschleppt), acht Soldaten getötet. Die Soldaten gehörten zu einer Grenzpatrouille, wie wir sie an allen Grenzen haben, damit ebensolche Vorfälle verhindert werden können.

Gleichzeitig wurde auf die Grenzorte Zarit, Shlomi und Shatula eine große Anzahl Raketen gefeuert.

Wer auf diese Aktionen der Hisbollah reagiert, dem kann man wohl kaum unterstellen, er habe “gestartet”.

Wir wollten diesen Krieg nicht, wir haben nicht auf ihn hin gearbeitet, er hat uns überrascht, er hat uns überrumpelt, er hat uns wieder mal gezeigt, was passiert, wenn Israel Gebiete (in diesem Falle die Sicherheitszone) räumt.  Diese Ereignisse waren nur kurze Zeit nach der Entführung von Gilad Shalit im Süden, ebenfalls von israelischem Hoheitsgebiet und ebenfalls von einer Terrororganisation, die einen Rückzug unsererseits als Sieg ausgelegt hat.

Es war vollkommen klar, daß Olmert sich nicht leisten konnte, diese Provokationen einfach so vorübergehen zu lassen - wie wir die Entführung der drei Soldaten von Har Dov und zahllose Raketenbeschüsse aus Süden und Norden im Laufe der Jahre hingenommen haben. Es war klar, daß wir uns das nicht gefallen lassen konnten. Ein Staat hat die Pflicht, seine Bürger zu verteidigen. Der Staat Israel läßt seine Bürger oft genug aus politischen Gründen oder um eine Eskalation in der Gegend zu verhindern unter Beschuß leben - fragt die Einwohner von Metulla oder Sderot, wie sich das anfühlt.

Es sind diese Nebensätze, diese kleinen, leicht zu überlesenden Verzerrungen, die ich so perfide finde. Bestimmt wird es wieder Leser geben, die spöttisch sagen, siehe da, sie ist paranoid, wie diese Israelis sich immer als Opfer hinstellen! Würden wir die ausländischen Medien und Politiker nicht brauchen, würde ich auch sagen, ach denkt doch was ihr wollt. Aber wenn es das nächste Mal zu so einem Zwischenfall kommt und Israel sich wehrt, habe ich sie wieder am Hals, die haßerfüllten Kommentarschreiber, die sich über Israels Aggressivität aufregen… und Israel muß sich in internationalen Gremien noch dafür rechtfertigen, daß es die jahrzehntelangen, von allen Seiten und von innen erfolgenden Angriffe auf seine Bürger nicht jedesmal unbeantwortet läßt.

Und darum schreibe ich es hier auf, damit ich es von der Seele habe.