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Mit Verzweiflung und Sorge Juni 12, 2007, 23:11

Posted by Lila in Land und Leute.
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sehen wir zu, wie sich Hamas und Fatah gegenseitig abschlachten. Ja, sie bekämpfen einander nicht nur erbittert, setzen dabei die Zukunft ihres Volks und ihres Staats aufs Spiel, machen das Leben für die Menschen in Gaza vollends unerträglich, brechen jede Abmachung und jeden Waffenstillstand – sie tun das auch mit unerhörter Grausamkeit und völliger Mißachtung für Menschenleben.

Der Reporter aus dem Gazastreifen war sichtbar erschüttert. Er meinte, es werden Menschen regelrecht exekutiert, die der jeweils rivalisierenden Richtung angehören – und auch ihre Frauen, Kinder und Angehörige.

Yassin Musharbash in SPon beschreibt den Ernst der Lage ganz richtig.  Er hat Recht, wir in Israel haben nicht das geringste Interesse daran, daß die Unruhen, chalila, am Ende noch auf die Westbank überschwappen, daß aus einem palästinensischen Staat nie etwas wird. Wir kennen das Phänomen, daß Abmachungen getroffen werden, die von Anfang an zum Scheitern verurteilt sind, weil die Palästinenser gar nicht daran denken, sie einzuhalten – leider kennen wir es. Ich sehe dann immer Arafat vor mir, wie er lächelnd den Nobelpreis in Empfang nimmt, obwohl er keineswegs dem bewaffneten Kampf abgeschworen hat – wieso eine friedliche Kompromißlösung suchen, wenn man doch mit Maximalforderungen und Kampf viel aufregender lebt?

Es ist furchtbar entmutigend. Wirklich. Nehmen wir das optimistischste Szenario an – der innerpalästinensische Kampf wird beendet, eine neue Regierung gegründet, Pragmatiker kommen ans Ruder, sie schließen mit uns ein Abkommen, wir räumen Stück für Stück die Westbank und sie versprechen dafür ein Ende der Feindseligkeiten — aber elohim adirim, wer garantiert uns, daß nicht übermorgen schon irgendein Jeck meint, für ihn gilt das Abkommen nicht, und mit seinen Kumpeln wieder Raketen abschießen geht? Und obwohl es immer wieder ehrenhafte Anstrengungen gab, solchen Hobby-Guerillas anderweitig Arbeit zu verschaffen und den Mißbrauch an Waffen einzudämmen – Erfolg war dem nie beschieden, die palästinensische Gesellschaft ist arm an allem, aber reich an Waffen, und schon kleine Kinder werden mit Phrasen von Martyrium und bewaffnetem Kampf gefüttert.  An das Geld, das dafür rausgeschmissen wird, an die Zeit, die arbeitsfähige Männer mit Rumballerei und Sprengstoffbasteln und Demonstrieren vergeuden, statt ihrer Familie und ihrer Volkswirtschaft produktiv zu dienen – da will ich gar nicht denken.

Einen Eindruck vom Stil dieser Auseinandersetzungen gibt Haaretz:

Earlier, a senior Fatah figure, Jamal Abu-Jedian, was assassinated by Hamas gunmen near his Gaza home. Abu-Jedian was a close associate of Mohammed Dahlan, a Fatah strongman and security adviser to Palestinian Authority Chairman Mahmoud Abbas.


Palestinian sources said Abu-Jedian had been executed outside his home. Medics said he was hit by 45 bullets.

Earlier Monday, Hamas gunmen killed Fatah intelligence officer Yasser Bakar, and his 16-year old brother. The incident prompted members of his family to launch a revenge shooting spree. Two members of Hamas, barricaded inside Gaza’s biggest hospital, Shifa, were killed during the melee.

Hospital officials reported that Bakar gunmen began firing mortars and rocket-propelled grenades at Shifa Hospital, drawing Hamas fire from inside the building. During the Shifa fighting, top Hamas militant Mazen Ajur was killed. Another member of the Bakar clan was also killed.

In separate fighting at a hospital in Beit Hanun, three people were killed and at least 10 were wounded. The dead were identified as Id al-Masri and his two sons, Farej and Ibrahim, of the al-Masri clan, which has ties to the Fatah movement.

Mohammed Odeh, a volunteer for the Red Crescent rescue service, said one of the dead had been shot at close range. Hospital officials reported that the three victims were at the hospital being treated for injuries.

Kämpfe in Krankenhäusern. Nachdem sie immer wieder Rettungswagen zum Waffentransport mißbraucht haben, sollte einen das nicht wundern. Aber es entsetzt einen doch.

Verenkotte berichtet Ähnliches.

Die Angst und Verzweiflung der Bevölkerung nimmt mit jedem Tag der unkontrollierten Schießereien und Feuerüberfälle zu: Am Vormittag spielten ein Dutzend Kleinkinder im Hof ihres Kindergartens, als von den gegenüberliegenden Hochhäusern Hamas- und Fatah-Schützen das Feuer aufeinander eröffneten. Eiligst trieben die Kindergärtnerinnen ihre Schützlinge ins Gebäude.

Es ist vielleicht wohl doch nicht reine Propaganda meinerseits gewesen, wenn ich immer wieder darauf hingewiesen habe, daß für kernige palästinensische Freiheitskämpfer das Leben auch der eigenen Zivilisten keinen Gedanken wert ist. Ob da Kinder spielen oder nicht, es wird geschossen und geballert. Wenn es gegen uns ist, war das sogar der palästinensischen Sache dienlich – im Zweifelsfall konnte man immer sagen, die menschenverachtenden Zahal-Soldaten hätten geschossen, und kein Journalist zweifelte daran.  Selbstverständlich gibt es hohe Verluste in einer Zivilbevölkerung, die so auf der Zielscheibe lebt.

Man möchte sich die Haare raufen, bis keine mehr übrig sind. Ja ja ja, auch Israel hat eine Weile gebraucht, bis sich eine Mehrheit für einen historischen Kompromiß gefunden hat. Ja ja ja, auch wir haben nicht jede Verpflichtung sofort erfüllt, und auch unsere PMs haben versucht zu tricksen. Und bei der Vielzahl an Entscheidungen, die uns dauernd abverlangt werden und wurden, haben wir ganz menschlich bestimmt oft die verkehrten getroffen. Noch juckt es nicht in unseren nationalen Schulterblättern, da, wo die Engelsflügel eigentlich durchbrechen sollten, wenn wir die hehren Erwartungen der “von Israel verlangen wir nun mal was viiiiel Besseres und sind sehr böse, wenn sie ganz normal sind!”-Fraktion erfüllen könnten…. nein, da wächst noch nichts, und wird auch nicht.

Aber so ein vollkommen unkontrollierbares Chaos, so ein Abgrund an Unberechenbarkeit und brutaler Gewalt – das steht auf einem komplett anderen Blatt. Ich finde keine Worte, mein Grauen auszudrücken. Wie kann man Schulkinder exekutieren, weil ihr Vater einer Bewegung X oder Y angehört? Nachbarn, die man jahrelang kennt? Mit 45 Kugeln durchlöchern, aus nächster Nähe erschießen? Wer kann diese Männer, die jetzt mit der Waffe in der Hand in Gaza Angst und Schrecken verbreiten,  eines Tages in friedliche Bürger verwandeln? Sind sie nicht für ein ziviles, ruhiges Leben verloren? Was soll aus ihnen allen werden?
Ich fühle mich wie in einem Albtraum, aus dem wir alle nie aufwachen.  Mein Mitgefühl gilt all denen, die dort leben, klar denken und so wie ich nur wollen, daß dieser Albtraum bald ein Ende hat.  Aber auch uns, die wir unsanft aus einem Friedens-Traum (“Land for Peace”) nach dem anderen gerissen werden. Traurige, traurige Tage.

Kommentare

1. Rika - Juni 13, 2007, 1:28

dieses albtraumgefühl habe ich auch – obgleich ich tausende von kilometern entfernt wohne. gerade die nachrichten (nachtmagazin ard) gesehen. diese leeren blicke palästinensischer kinder – kaum zu ertragen.
wie geht das eigentlich, dieser bruderkampf. so schrecklich!
keine zukunft, will es scheinen. kein einsehen, kein erbarmen.

“HERR, erbarme dich, erbarme dich!”

2. M - Juni 13, 2007, 2:04

Manche glauben, die Hölle gibt es nicht, aber sie ist gleich nebenan.
Hass zerfrisst den Verstand. Falsche Versprechungen (Huris = Weintrauben und nicht Jungfrauen) machen blind.
Wenn man sich nicht aus dem Weg gehen kann (Gaza: höchste Bevölkerungsdichte – man stelle sich Berlin mit Mauer drum rum vor, bewohnt von Autonomen und Nazis und anderen Verbrechern, und rechtschaffende Gewaltlose, das sähe nach Jahrzehnten auch nicht besser aus. Wie sollte man da nicht verrückt werden? Zudem ohne jegliche Hoffnung und Perspektive), dann geht man der gegnerischen Partei eben an die Gurgel.
Ja, scheußlich, traurig, aber nicht gänzlich unverständlich.

——–

Lila, ich habe nicht erwartet, dass den israelischen Juden oder dort lebenden Christen Flügel wachsen sollten. Aber ich dachte mir, koscheres oder christliches Verhalten dürfte man erwarten.
Aber ich muss gestehen, dass ich außerordentlich überrascht war, dass meine religiösen Betrachtungen so wenig Resonanz gefunden haben. Seid Ihr alle Agnostiker und Atheisten? Dann braucht man sich auch nicht Jude oder Christ nennen, wenn der Kern leer ist. Dann reicht ‘Homo Sapiens Sapiens’.
Wenn wirre Fanatiker Fathwas erbrechen, die die eigenen Brüder zu ungläubigen Vogelfreien erklären, die es zu schlachten gilt, was soll man da erwarten? Vernuft? Oder hirnlose Barbarei?

Aber was hat keine Ursache ??

M
——–

Die Links:
http://news.google.de/news?hl=de&ned=tde&q=gaza&ie=UTF-8&scoring=d

3. Thatcher - Juni 13, 2007, 5:46

War es ein historischer Fehler, die Siedlungen im Gazastreifen dichtzumachen? Waren sie nicht, obwohl sie dauernd Angriffen ausgesetzt waren, auch Bremsen für den palästinensischen Irrsinn?

Im Westjordanland gibt es sie noch. Dort ist die Lage noch nicht so eskaliert wie in Gaza, ich zweifle aber keine Sekunde daran, dass auch dort binnen Tagen Kämpfe ausbrechen würden, wenn die Palästinenser unter sich wären. Die Israelis bieten ihnen wenigstens noch regelmäßige Arbeit und das gegen alle Indoktrination wirksame Beispiel, dass es ein Leben jenseits des Hasses gibt und dass man mit seiner Hände Arbeit sein Auskommen finden kann, ohne am Tropf von UNO und EU zu hängen. Das fehlt nun alles.

Ein anderes Beispiel sind die israelischen Araber. Auch wenn sie Moslems bleiben und sich mit ihren “Brüdern” solidarisch fühlen, leben sie doch in einer jüdisch geprägten Umwelt, und die meisten können für ihr Auskommen selbst sorgen, sind weder kriminell noch terroristisch. Fanatismus und Blutrausch a la Gaza könnte sich unter ihnen nicht durchsetzen, dazu braucht es schon eine “islamisch befreite Zone”.

Wenn es einen solchen Effekt gäbe, dann könnte man Israel nur dringend raten, sofort das ganze Land zu annektieren – ohne aber den Palästinensern Bürgerrecht zu geben; ihr Status wäre wie der der Indianer in den USA oder der der Aborigines in Australien – und es mittels Siedlungen zu zivilisieren.

Ich rate trotzdem nicht dazu, das zu tun. Denn Israel hat nicht ein Volk von todesmutigen Entwicklungshelfern für ein Millionenheer geistig Zurückgebliebener zu sein, sondern soll weiterhin Großes für die Menschheit leisten – in Kunst, Musik, Wissenschaft, Technologie, Medizin und so weiter. Und wenn es zum Apartheidsstaat würde, wäre auch der Nimbus weg, den Israel trotz aller Diffamierungen in der Region hat, nämlich einziges Land zu sein mit gleichen Rechten für alle.

4. Lila - Juni 13, 2007, 6:24

Nein, wir können leider gar nichts tun. Wir als Allerletzte. Du wirst nicht viele Leute hier finden, die bereit sind, wieder in den Gazastreifen reinzugehen. Das ist ja für uns keine abstrakte Sache, sondern bedeutet für viele Israelis konkret, daß sie beim nächsten Reservedienst da wieder hinmüssen. Wirklich, da hat niemand Lust zu, wir wollen das Problem los sein, wollen endlich weiter sehen.

Dazu finde ich dann das verblüffende Zitat aus Haaretz:

On Tuesday, a Palestinian journalist likened the Palestinian Authority to a smoke-belching car wreck, adding that it was time to toss the keys to the Israelis. His view is shared by many Palestinian civilians in Gaza, who in recent days have told the media that they are fed up. “We’ve had enough, we should be so lucky as to see the return of the Israeli occupation.”

Tatsächlich, es gibt Palästinenser, die die Besatzung diesem Bürgerkrieg vorziehen. Sie haben resigniert, nach dem Motto, laßt die Israelis mal machen. Natürlich würden sie in diesem hypothetischen Falle sofort wieder Israel für alles die Schuld zuschieben. Ist ja viel leichter, als selbst Verantwortung zu übernehmen.

Aber der Artikel zeigt auch, wie die Stimmung bei uns ist. Wir haben, im Gegensatz zu dem, was viele von Israel glauben, keinen Spaß an der Besatzung.

It is the PA’s only weapon against Israel, which will be forced to invade and fill the vacuum which the PA’s disappearance will leave. The IDF will have to re-occupy the territories, and assume the responsibility that no one in Israel wants to accept.

Nein danke.

5. grenzgaenger - Juni 13, 2007, 9:51

“War es ein historischer Fehler, die Siedlungen im Gazastreifen dichtzumachen?”

thatcher, erst mal tut es richtig gut deine kommentare zu lesen :-)

was die raewumung der siedlungen in gaza angeht: ich fuerchte es war ein historischer fehler.

meine meinung ist nicht neu, ich habe sie im meinem blogg und auch hier schon oefters geaussert.

wenn ich der raeumung der siedlungen in gaza etwas positives abgewinnen kann ist es wohl das diese jetzt nicht mehr von israelischen soldaten bewacht werden muessen.

diese soldaten wurden von den bewohnern der siedlungen nicht unbedingt positiv begruesst.

aber zur sicherheit israels hat die raeumung sicherlich nicht beigetragen.

und ob man den leuten in den autonomiegebieten einen gefallen getan hat ? ich weiss es nicht, allerdings macht es kaum einen unterschied ob das abschlachten frueher oder spaeter einsetzt.

(aber ich finde es auch schwierig aus ein paar tausend kilometer entfernung situationen zu beurteilen ….)

6. Lila - Juni 13, 2007, 10:09

Prinzipiell halte ich die Räumung der südlibanesischen Sicherheitszone und auch des Gazastreifens für richtig. Wir brauchen eine endgültige Grenzziehung, und die Konflikte um Territorium müssen endlich beigelegt werden. Das Problem ist immer das WIE. Da gibt es eigentlich keine Möglichkeit, es richtig zu machen. Bilateral geht nicht, nach Camp David haben wir da keine Basis für – besonders nachdem nach dem Scheitern der Verhandlungen von Camp David nicht etwa eine weitere Verhandlungsrunde, sondern die Intifada folgte. Unilateral geht auch nicht, wie wir zu unserem großen Bedauern gesehen haben.

Das nächste Mal müssen wir es wieder mit Verhandlungen versuchen – ich hoffe, die Lage stabilisiert sich bald soweit, daß man es versuche kann. Wann wäre bald? In fünf Jahren? In zehn? Keine Ahnung.

Aber unser Ziel muß sein, und ist es auch, mit Verhandlungen einen Schlußstrich unter den Konflikt zu setzen. Dabei sind die Ayalon und Nusseibeh festgelegten Prinzipien ein brauchbarer Grund und Boden – gegenseitige Anerkennung und beidseitige Bereitschaft zum Verzicht auf bestimmte Punkte. Ich glaube, auch Netanyahu würde so einen Weg gehen – wenn wir dafür den Konflikt zuverlässig beenden können. Ich sehe keinen Anwärter auf den Job des PM, der sich Verhandlungen komplett verweigern würde.

Unser Verbleiben im Gazastreifen hätte nur zur Folge gehabt, daß Hamas und Fatach gemeinsam gegen uns kämpfen würden. Und so schlimm die Qassams für den Süden sind: Israels Sicherheit ist davon nicht grundlegend bedroht. Der Status quo von Besatzung und Widerstand muß durchbrochen werden, er dauert lang genug an.

Das Grundproblem ist die Weigerung der Palästinenser, Realpolitik zu betreiben und den Staat Israel anzuerkennen. Bis sie sich dazu durchringen, auf dieser Basis mit uns zu verhandeln, gibt es über nichts zu verhandeln – weil außer unserer Selbstzerstörung kein Angebot unsererseits akzeptabel wäre. Und so kann man nicht verhandeln, diese Haltung des Alles oder Nichts ist fatal.

Sobald das gegeben ist, kommt die nächste Hürde: selbst wenn eine palästinensische Führung dazu bereit wäre, wie überzeugt man die Bevölkerung? Seit Jahrzehnten leben sie nur auf ein Ziel hin: die Zerstörung Israels. Alles andere sehen sie als entsetzliche Demütigung an, und der Ehrenpunkt spielt eine viel größere Rolle, als sich die meisten von uns vorstellen.

Kurz, ich finde nicht viel Ermutigendes….

7. Rika - Juni 13, 2007, 11:02

mein mann stellte heute morgen zu den kämpfen in gaza die vermutung an, das ganze sei vom iran gesteuert. hamas als verlängerter arm irans wird NIEMALS einer zweistaatenlösung oder verhandlungen mit israel zustimmen. das ziel der hamas ist doch ganz klar, israel zu vernichten.
da stören die mäßigenden fatah-leute und deshalb müssen sie zug um zug ihres einflusses beraubt werden.
es ist eine schreckliche vorstellung, aber deutet nicht die gesamte gemengelage – libanaon, syrien – auf eine zielgerichtete aktion der israelfeinde hin?

vielleicht ist das ja völlig naiv gedacht oder wirkt, wie an den haaren herbei gezogen, aber kann man dieses szenario wirklich ganz ausschließen?

8. Lila - Juni 13, 2007, 11:15

Ja, der Iran hat die Finger im Spiel im Gazastreifen, das sieht man ja auch daran, daß immer wieder Iraner dort findet, besonders an der Islamischen Universität. http://www.ynetnews.com/articles/0,7340,L-3360122,00.html
Aber ich glaube eher, daß die Sache jetzt aus dem Ruder läuft. Daß das iranische Regime gern bereit ist, die Palästinenser mit Mann und Maus zu opfern, um ein paar Punkte gegen Israel zu machen, kann man als sicher annehmen – da sind sie ja auch nicht die einzigen. Aber die Fatach-Leute sind auch nicht gerade mäßigend. Vor dem Aufstieg der Hamas hätten sie genügend Gelegenheit gehabt, mit Israel Fakten zu schaffen. Aber auch sie haben sich die Vernichtung Israels auf die Fahnen geschrieben, sie sagen es nur nicht auf Englisch. Und es gibt unter ihnen auch Leute, die sich mit Israel arrangieren könnten. Leider scheint es, wir haben den Zeitpunkt verpaßt – ich denke immer mit Bedauern an Abu Mazens erste Amtszeit zurück, damals wäre vielleicht doch noch irgendwas zu machen gewesen. Vielleicht eine Illusion meinerseits?
Israels Feinde handeln hektisch, aber nicht immer in Übereinstimmung. Damit haben sie mehr als einmal unsere Haut gerettet…. aber das Chaos im Moment, auch wenn die Iraner es anfachen, scheint mir aus dem Ruder gelaufen. Nicht orchestriert. Aber was weiß ich?

Zur Brutalität der Kämpfe: Human Rights Watch erklärt, daß die Palästinenser gegen jede Regel verstoßen.

“The murder of civilians not engaged in hostilities and the willful killing of captives are war crimes, pure and simple.”

The report also addressed the June 9 incident, in which four gunmen, from the al-Quds Brigades – the military wing of Islamic Jihad – and the Al Aqsa Martyrs’ Brigades – Fatah’s military wing, used a vehicle marked with “TV” insignia to break through Israel’s border fortifications around Gaza in a possible attempt to kidnap an Israeli soldier.

Außerdem in Ynet:

Palestinian gunmen turn hospital hallways and roofs to sniper posts, endangering patients and staff; clashes also prevent doctors, nurses, ambulances from geting to hospitals.

9. grenzgaenge - Juni 13, 2007, 12:53

mensch, lila, wir sind mal unterschiedlicher meinung ;-)

10. Lila - Juni 13, 2007, 13:12

Ja ist Dir denn nicht klar, daß ich jeden erbarmungslos niedermache, der nicht meiner Meinung ist???? :-)

11. grenzgaenger - Juni 13, 2007, 13:52

:-)

12. buchstaben, wörter, sätze & mehr ::: andreas streim - Juni 14, 2007, 0:43

Gaza

Die Bilder aus Nahost beherrschen wieder die “Tagesthemen” und die Titelseite von “Spiegel Online”. Bürgerkrieg in Gaza. Wer wissen will, was Israelis dabei empfinden, dem sei Lilas Text “Mit Verzweiflung und Sorge&#8…


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