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Und noch ein Feiertag Mai 6, 2007, 7:45

Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Land und Leute.
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Lag ba Omer, ein Fest, das die Kinder sehr lieben und ich auch. Lagerfeuer und Flitzebogen, Picknicks und Ausflüge, und Hochzeiten! Der jüdische Kalender hat viele Feste, von denen jedes ein besonderes Gesicht, eine besondere Atmosphäre hat. Na ja, noch schlafen meine Nachkommen. Sie haben wieder mal schulfrei, einen Tag.

Gestern war hier im Kibbuz wieder Volkslauf, dieses Jahr in kleinerem Kreis als sonst, ohne die großen Stars der Laufszene. Ich war sehr stolz, daß unsere Familie in größter Besetzung von allen Familien des Kibbuz lief: meine Söhne, mein Mann, mein Schwager, ein junger Cousin, und bei den Kleinsten lief auch meine Nichte mit. Y., ohne eine Stunde Training, lief die ganzen 5 km und sogar in recht guter Zeit. Er wurde auch stürmisch angefeuert. Secundus überholte seinen Bruder, Onkel und Vater und bekam eine Silbermedaille. Hinterher waren wieder alle bei uns und das ist immer so schön. Wir haben wirklich eine nette Familie, alles ist ganz locker und alle haben sich gern. Ich habe wieder photographiert und werde die Bilder hoffentlich heute nachmittag einstellen.  War ein schöner Tag.

Die Studenten streiken weiter, trotz Ultimatum: wer sich morgen nicht an der Hochschule einfindet, dem wird das Semester aberkannt, drohen die Dozenten. Die Studenten wiederum wollen die Unis sperren. Ich hoffe, es kommt nicht wieder zu abscheulichen Szenen mit der Polizei. Ich weiß nicht, wie hoch oder niedrig unsere Studiengebühren im Vergleich mit anderen Ländern sind, aber ich weiß, daß es für durchschnittliche Israelis eine Menge Geld ist, und daß fast alle Studenten “nebenher” arbeiten, und zwar schwer. Nicht immer zum Besten ihrer Leistungen. Und selbst wenn die Studiengebühren gerechtfertigt sind - es ärgert die Studenten zu Recht, daß man ihnen eine Minderung verspricht und dann das Versprechen bricht. Das kommt hier ja immer wieder vor. Noch dazu sind die wortbrüchigen Politiker oft dieselben, die sich die Taschen unrechtmäßig  mit Geldern füllen. Ein riesiges Chaos.

Y. und ich bemühen uns, jeden Abend um Sonnenuntergang eine Runde um den Kibbuz zu drehen, das ist eine schöne Gewohnheit. Wir treffen dabei jede Menge Paare, die dasselbe machen. Dabei bringen wir einander auf den jeweils neusten Stand, was unsere jeweiligen Sorgen und Erfolge angeht. Ich bin schon fast einsatzbereit im technischen Büro, weil ich alle Maschinen mit Vor- und Familiennamen kenne, Y. dagegen könnte die Kurse, die ich für nächstes Jahr plane und zusammenschraube, selbst halten. Außerdem haben wir gestern darüber gesprochen, warum wir eigentlich beide nicht glauben, daß es nächsten Sommer zum Krieg kommt.

Ich meine, es wird zu viel davon geredet, und darum wird daraus nichts. Y. meint, der Überraschungseffekt ist vergeben, von Seiten Syriens ist dabei nichts zu gewinnen. Besonders, da die Armee so emsig daran arbeitet, die begangenen Fehler auszumerzen. Y.s Job bei der Armee ist ja seit vielen Jahren, in die Rolle des jeweiligen “Feinds” zu schlüpfen und zu überlegen, was für ihn am günstigsten wäre. Und er findet, es wäre einfach sinnlos für Syrien, anzugreifen, ohne daß sich die Situation entscheidend zu Syriens Gunsten verändert hat. Wir kennen ihre Waffen und Taktiken, sie unsere. Und er meint auch, daß der Angriff der Hisbollah letztes Jahr eine zu früh losgegangene Kugel war und Syrien gar nicht daran interessiert war, daß sich die Sache so entwickelte.  Daher glaubt er, daß es noch eine Weile dauern wird, bis es noch einmal losgeht. Wir haben bisher ca. alle drei Jahre einen qualitativ neuen Angriff kassiert.  Mal sehen, ob wir Recht haben und der nächste Krieg 2009 kommt.  Ist ja noch ein bißchen Zeit bis dahin.