Fällt mir gerade ein, April 26, 2007, 23:58
Posted by Lila in Bloggen, Uncategorized.7 comments
ich blogge seit drei Jahren. Drei Jahre! Die sind aber schnell vorbeigegangen. Das Jubiläum ist schon zehn Tage her, doch ohne Riten und Tänze . Hier meine ersten beiden Einträge, die vermutlich kein Mensch je gelesen hat. Nicht als ob das so schade wäre…
Heute, wie passend,
ist Yom HaShoah, also der Gedenktag an den Holocaust. Warum wird in Deutschland dieser Tag nicht so begangen wie hier in Israel? Wenn die Sirene um 10 Uhr heult, steht das ganze Land still. Ich bin nicht zur Zeremonie gegangen, die ganz in meiner Naehe stattfand. Fuer mich ist das eine Minute, die ich ganz allein mit mir abmache. Ich habe aus dem Fenster auf den Himmel geschaut, der heute wolkig und grau ist wie nur selten. Ich habe an all die Menschen gedacht, die noch haetten hier sein muessen und es nicht sind. Und auch daran, wie stark der Wunsch ist, dass das Leid ein Ende haette…
Meine Nachbarin, die aus Ungarn eingewandert ist, als einzige Ueberlebende einer grossen Familie, kam gestern ganz traurig nach Hause geschlichen nach der Gedenkfeier im Kibbuz. Ich bin auch da nicht hingegangen, sass im Gartenstuhl, als sie kam. Ach, sagte sie nur leise, ist so ein schwerer Tag heute… und machte die Tuer zu.
Das ist also heute… ein vielleicht ganz passender Tag fuer eine Deutsche in Israel, einen Blog anzufangen. Soll ja auch ein bisschen der Rechenschaft dienen, fuer mich selbst, als Deutsche, als Israelin, als Frau, als Mutter, als Mensch…
von Lila um 09:12 in Blogopädie TrackBack (0)
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Well….
… let’s have a try at it. Ich kann’s ja mal versuchen. Wenn alle Welt bloggt, warum nicht auch ich? I didn’t even decide which language to use. After all, I’ve been living in a number of languages for quite some time now. Wer wird das ueberhaupt lesen wollen, was mir so durch den Kopf schwirrt, in Bildern und Worten und Fetzen? Aber bloggen ist wohl etwas, das man fuer sich selbst tut und nicht unbedingt fuer ein Publikum. Ich nehm’s als Abenteuer…
Immer wieder April 26, 2007, 20:38
Posted by Lila in Land und Leute.10 comments
Die Studenten streiken immer noch, die Lehrer an den Schulen mal ja, mal nein. Die Lehrer sitzen nur zuhause, oder wo auch immer sie sein mögen, die Studenten aber demonstrieren.
Und wieder werden sie von Polizisten brutal zusammengeschlagen. Auch Journalisten, darunter bekannte Figuren, die die Polizisten bestimmt erkannten, werden angegriffen. Die Bilder von Polizisten, die Studenten und Studentinnen regelrecht prügeln, kehren allzu oft wieder. Beim langen, legendären Streik vor neun Jahren, als Sara Netanyahu den Studenten Pizza anbot (damals war Bibi PM), wurden Studenten krankenhausreif geschlagen, und zwar systematisch. Die Polizisten weigern sich auch oft, ihren Namen anzugeben - obwohl sie dem Gesetz nach dazu verpflichtet wären.
Und nicht nur in Israel geht die Polizei auf Studenten los, als seien sie Staatsfeinde. Stimmt, unsere Polizei legt erstaunlichen Eifer an den Tag, wenn es darum geht, Demonstranten aller Art zu knüppeln oder zu schubsen. Man würde ihnen den gleichen Eifer wünschen, wenn es um die Aufklärung von Verbrechen aller Art geht - da gab es schon öfter peinliche Pannen. Gut, sie sind überarbeitet und unterbezahlt, und viele von ihnen tun ihre Arbeit in aller Stille und Treue, und manche haben ihr Leben aufs Spiel gesetzt, um andere zu retten. Das weiß ich ja alles. Aber es gibt eben auch die Polizisten, die brutal auf Demonstranten losgehen.
Ob es demonstrierende Araber sind oder Siedler - wir haben immer wieder solche Bilder gesehen. Doch besonders gegen Studenten laufen sie zu großer Form auf, unsere hellblauen Freunde. Als wären Studenten und Polizisten Urfeinde. Mir scheint, da braucht jemand ein paar Nachhilfestunden.

