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Des Slangs April 25, 2007, 22:16

Posted by Lila in Land und Leute.
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haben wir schon länger nicht mehr gepflogen, fällt mir gerade auf. Drum aufgemerkt, eifrige Studenten des Hebräischen.

Es gibt ein paar Ausdrücke, die einem im Gespräch mit Israelis ein ganzes Heftchen Vokabeln ersparen können. Jeder Schüler lernt ja als erstes, nach Shalom und Lehitraot, die Frage, ma shlomcha (bei weiblichem Gegenüber: ma shlomech). Wörtlich bedeutet das “welches ist dein Friede”, aber man fragt damit nach dem Befinden des werten Gegenübers. Im Lehrbuch wird als Antwort auf die Floskel Shalom, ma shlomcha gern tov, toda empfohlen - danke gut. Nun habe ich aber noch nie einen Israeli tov toda sagen hören, außer ein paar wunderbar höflichen Omas in der Nähstube.

Der echte Israeli antwortet rauh, al ha panim, wörtlich: auf dem Gesicht. Wie geht es uns, wenn wir auf dem Gesicht liegen? Genau. Und wie gehts bei der Arbeit? Al ha panim. Und prifat? Al ha panim. Und das Land, die Regierung? Al ha panim. Wie wird der nächste Krieg ausgehen? Al ha panim. Hm, klingt einleuchtend.

Die normale Betonung wäre eigentlich al ha paNIM, weil ja hebräische Worte auf der letzten Silbe betont werden. (So wird einen manche Shoshana anfauchen, nicht shoSHAna, sondern shoshaNA! Und kein yorAM freut sich, wenn man ihn YOram nennt - denn das heißt Trottel.) Aber bei al ha panim, damit es richtig ausdrucksvoll klingt, betont man das Wörtchen al (auf - wie in El Al - das heißt wörtlich HinAuf - wie hinauf eben). Also: AL hapanim. Wie findet ihr das? AL ha panim. Ohne Zweifel.

Und wenn der Israeli Anerkennung ausdrücken will, Bewunderung, wenn er beeindruckt ist? Was sagt er dann? Chaval al ha-sman  (sman mit weichem s, normalerweise z transkribiert, wie im Englischen). Und was heißt das? Schade um die Zeit. Das klingt aber nicht sehr positiv! Wie war das Konzert? Schade um die Zeit. Wieso ist das denn positiv?

Na ja, es war eben ein so tolles Konzert, daß es den ganzen Tag kosten würde, das zu beschreiben. Also ersparen wir uns weitere Lobesworte und sagen kurz, chaval al ha-sman, schade um die Zeit, denk dir den Rest. Aha. Chaval al ha-sman, beide Worte auf der letzten Silbe betont und das al zwischengeflutscht, ist ein Ausdruck höchster Anerkennung und wird wie ein Adjektiv benutzt, na ja, ein Attribut. Da hatten sie Bier, chaval al ha-sman… und Gefühle für dich, fragst du? Chaval al ha-sman, das müßte doch reichen.

Aber die ehrlichste Antwort, wenn man ma shlomcha fragt, lautet: al-tishal. Frag nicht. Was meist eine lange Rede einläutet.  Und da ist die Zeit dann wirklich zu schade für.