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Damit müssen wir leben, März 6, 2007, 13:21

Posted by Lila in Land und Leute.
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nicht nur bedroht, sondern auch verhaßt zu sein wie kein zweites Land. Eine Umfrage der BBC, zusammengefaßt bei Haaretz vorgestellt, kommt zu einem vorhersagbaren Ergebnis. In der Umfrage sollte eine Liste von zwölf Ländern als positiv bzw negativ eingschätzt werden.

Israel und Iran sind die unbeliebtesten Länder der Welt, wobei der Iran noch besser wegkommt als wir. Wir sind in den Augen von 56% der 28.000 Befragten aus 27 Ländern das negativste Land der Welt, Iran nur in den Augen von 54%. Wir sind unbeliebter als Nordkorea, die USA, Rußland, als alle anderen Länder der Liste.

Ein schöner Erfolg für die Propagandamaschinen der Welt. Die islamische Welt, die das winzige Israel nicht dulden will, wieder und wieder angegriffen hat, noch immer angreift, das Wohl der Palästinenser vorschiebt, ohne sich jedoch selbst besonders für sie anzustrengen. Die westliche Welt, die retroaktiv gern ihr eigenes Gewissen entlasten möchte, daß sie den Massenmord an den Juden nicht verhindert hat, und darum begierig nach jedem Schuldbeweis greift. Wer hier schon länger mitliest, hat mitbekommen, welche Aufmerksamkeit jedes Unrecht erregt, das Israel begeht - und wie elegant über Unrecht, daß Israel zugefügt wird, hinweggegangen wird.

Na dann fliegen hier halt jeden Tag QassamRaketen! Na dann baut Ahmedinijad halt die Atombombe! Na dann bewaffnet sich Hisbollah wieder bis an die Zähne! Na dann brennen halt die Synagogen in Paris und die jüdischen Kindergärten in Deutschland! Das alles muß ja jemand schuld sein - es werden wohl die Juden sein und ihr Staat, diese Ausgeburt der Hölle.

Wenn man diese Umfrage ernstnimmt, kann man nur zu einem Schluß kommen: um die Weltmeinung zufriedenzustellen, müßten wir schon kollektiven Selbstmord begehen. Nichts anderes kann sie zufriedenstellen. Die Illusion, daß mit Zurückgabe irgendwelcher Gebiete etwas zu erreichen ist, ist spätestens seit dem Rückzug aus Gaza und dem Libanon 2000 zerplatzt. Damit handeln wir uns nur mehr Aggressionen ein, auf die wir dann wieder irgendwann reagieren müssen - woraufhin die Weltöffentlichkeit wieder aufheult und die Transparente rauszieht.

Immerhin teilen die Befragten, was ihre Einschätzung der Weltbösewichte angeht, weitgehend die Meinung der iranischen Demonstranten, die ich im JPost-Artikel über diese Umfrage fand…

Dort steht auch eine Erklärung der Befragung:

Pollsters questioned about 1,000 people each in Argentina, Australia, Brazil, Britain, Canada, Chile, China, Egypt, France, Germany, Greece, Hungary, India, Indonesia, Italy, Kenya, Lebanon, Mexico, Nigeria, Philippines, Poland, Portugal, Russia, South Korea, Turkey, the United Arab Emirates and the United States between Nov. 3 and Jan. 16.

Auch Deutsche haben also teilgenommen - nicht, als hätte ich daran gezweifelt. Israelis nicht, aber was hätte das schon geändert?

Ein Volk von Flüchtlingen und Überlebenden. Ich habe heute in der Pause bei meinen alten Leuten einen Brief übersetzt, den ich jetzt einfach hier reinkopieren werde, als Maßstab für die Realität des Leids, das hinter Israel liegt. Es ist ein Brief an eine deutsche Behörde, die ihm keine Rente zahlen will. Er hat sich erst so spät gemeldet, daß sie meinen, sein Anspruch ist verjährt.

Meine Erblindung ist auf die schweren Verletzungen zurückzuführen, die ich bei meiner Verhaftung am 1. September 1938 erlitt, als ich mehrfach brutal zusammengeschlagen wurde, im Untersuchungsgefängnis beim Polizeipräsidium am Alexanderplatz. Am 25.10. 1938 mußte ich Deutschland fluchtartig innerhalb von drei Tagen verlassen und wurde an der Grenze ein weiteres Mal schwer mißhandelt. Daher ist meine Erblindung direkte Folge der Kriegsverbrechen, die in Nazideutschland an meinem Volk und mir selbst begangen wurden. Kriegsverbrechen sind nach internationalem Recht von der Verjährung ausgenommen.

Meine Eltern, Geschwister und die gesamte Familie wurden von der Maschinerie des NS-Staats ermordet.

Ich bitte Sie jetzt, die Zahlung der Abfindung von 1938 bis 1972 zu leisten und sich nicht hinter Verjährungsfristen zu verschanzen. Durch mein schweres Schicksal gezeichnet, habe ich den Anspruch zumindest auf eine finanzielle Vergütung, auch wenn mir niemand das Verlorene – Familie, Augenlicht und Jugend – wiedergeben kann.

Wieso sollte dieser Mann keine Rente kriegen? Er hat in Deutschland gearbeitet und sein Leben lang unter den Spätfolgen der Behandlung durch die NS gelitten. Doch Beamte verweigern ihm das seit mehreren Jahren. Er hat sich das aber, nachdem er so viele Jahre nicht daran gerührt hat, in den Kopf gesetzt. Mal sehen, wie es weitergeht. Er ist über 90. Vermutlich denkt sich die deutsche Behörde, er hält nicht mehr lange aus.

Ja, so sieht die Vergangenheit vieler Israelis aus. Daß die Enkel dieses blinden alten Mannes sich ihren Staat nicht nehmen lassen wollen, ist wohl verständlich, wird ihnen aber sehr übelgenommen. Was haben die Enkel dieses Mannes gelernt? Daß sie sich auf niemanden verlassen können, daß sie sich zur Wehr setzen müssen. Trotzdem, und darauf weise ich immer wieder hin, handelt Israel in vielen Fällen menschlich - auch wenn das Militär es nicht tut (es gibt kein menschlich-humanes Militär, auch das deutsche nicht - und Zahal versucht es zwar, aber leider scheint das ein Oxymoron zu sein). Nur guckt dann gerade keiner außer ein paar mickrigen Blogs.

Und verschont mich mit dem Märchen von der Besatzung, ohne die Israel beliebt wäre. Die Besatzung ist nichts weiter als Folge des Angriffs der Araber auf Israel 1967, und ihre Niederlage im Sechstagekrieg. Vorher war die Westbank von Jordanien besetzt - wie noch immer Jordanien über seine palästinensischen Untertanen herrscht. Und deswegen ist Jordanien ähnlich verhaßt wie Israel? Frankreich, das Neukaledonien besetzt hält, ist darum zum Paria der Welt geworden? Ach was. Andere Länder machen ganz andere Eroberungen, und niemand guckt hin. Das ist noch kein Grund, die Besatzung weiterzuführen - aber es hindert mich, rosigen Illusionen nachzuhängen. Israel war vor der Besatzung verhaßt und wird es danach ebenso sein. Denn die Araber sehen die Existenz Israels als Besatzung an - sie nennen Haifa ebenso eine Siedlung wie Ariel.

Unsere Versuche, siehe Oslo, siehe Camp David, mit den Palästinensern zu einem friedlichen Ausgleich zu kommen, sind allesamt in Blut und Intifada untergegangen. Selbst wenn wir wollten, hätten wir keinen Gesprächspartner. Daß Abu Mazen sich jetzt beschwert, Israel würde die Verpflichtungen nicht einhalten, ist ein Witz - wie viele Male haben die Palästinenser schon unterschrieben, daß sie die Terrorbanden entwaffnen? Nicht daß ich begeistert bin vom Siedlungsbau - das bin ich nicht. Aber wirklich, die Welt hat ein paar größere Probleme als diese. Und es gibt weiß Gott aggressivere Staaten als unser Ländchen, das sich müde zur Wehr setzt, wenn es wieder mal angegriffen wird - wohl wissend, daß auch dieses nicht der letzte Waffengang sein wird.

So leben wir - unter Freunden, allseits beliebt. Und wir haben die Frechheit, überleben zu wollen.

Kommentare»

1. Schoschana - März 6, 2007, 13:35

Siehst Du, das sind die Gründe, warum Junius Bassus immer noch warten muss …

2. Lila - März 6, 2007, 13:39

Voila: http://rungholt.wordpress.com/2006/07/31/routine-trostet/

3. Na das wussten wir doch vorher… « die meschuggene mischpoke - März 6, 2007, 13:50

[...] das  Israel so ein verhasstes Land ist: Wieso, weshalb, warum, bitte hier bei Lila nachlesen: http://rungholt.wordpress.com/2007/03/06/damit-mussen-wir-leben/ oder direkt auf die Seite vom [...]

4. david - März 6, 2007, 13:58

Die Umfrage ist vom BBC World Service. BBC = Biased Brainwashed Company. Das ist schon länger keine renommierte Nachrichtenquelle mehr.

5. Schoschana - März 6, 2007, 14:07

Leider wissen die wenigsten Menschen, was eine seriöse Nachrichtenquelle ist, und was nicht (es interessiert sie auch nicht unbedingt).

6. david - März 6, 2007, 14:24

Ausserdem ist es recht bequem, genau das zu berichten, was die Leser/Zuhörer/Zuschauer haben wollen. Ob das immer alles so stimmt, interessiert die Medien dabei selten. DIe BBC scheint mehr an der Zielgruppe von الجزيرة interessiert zu sein, als an fundierten und recherchierten News.

7. Lila - März 6, 2007, 14:33

Kleine Kinder fragen gern: ist der böse oder gut? soll ich “gegen” ihn sein oder “für”? Sie mögen keine Antworten wie “er ist weder böse noch gut”, “er würde gern gut sein, hat aber im Moment keine Möglichkeit”, “auch wenn er böse handelt, kann er in Zukunft gut handeln”, “er ist gut, wenn es auch im Moment nicht so aussieht”, oder gar “gut und böse gibt es nicht unvermischt” etc. Den Kindern ist das zu wischiwaschi. Du hast den Schwanenritter, der ist gut, ich hab den schwarzen Ritter, er ist böse.

Mir scheint, viele Erwachsene urteilen auch so. Gut oder böse, ruckzuck, die Bösen ins Töpfchen, die Guten ins Kröpfchen. Hintergründe, Verstrickungen, Dilemmata, alles das hat keinen Platz.

Übrigens beileibe nicht nur in Bezug auf Israel! Die Medien, in der Kürze der Zeit, antworten darum “böse” oder “gut”. Nicht mehr.

8. Piet - März 6, 2007, 15:11

Die unbeliebtesten Länder? The bastard child of Satan? Wo steht das?

Dort steht (und auch das ist ja nur eine offensichtlich arg gekürzte Interpretation, die dann wiederum von Haaretz interpretiert wird): „Israel and Iran have a mainly negative influence“, gefolgt von „North Korea and the United States“ (was den Atom-Konflikt meint). Mich wundert, dass Irak/US nicht genannt werden, aber da es nicht das Einzige ist, was mich wundert…

Man müsste sich schon etwas genauer ansehen, mit welchen Fragen (-komplexen in welcher Zusammensetzung und Reihenfolge) die Beliebtheit eines Landes gemessen werden soll - und wie diese Umfrage denn tatsächlich aussah (sprich: Ob sie überhaupt etwas zum Thema Beliebtheit beizutragen hatte).

Ich persönlich lese zunächst einmal Konfliktherde heraus, Regionen, die das weltpolitische Klima zuallererst maßgeblich und nachhaltig zu verändern (Befürchtung: schlagartig zu verschlechtern) in der Lage sind. Neben Nordkorea eben das komplizierte und schwer greifbare „Dauerthema“ Nahost, festgemacht am Konflikt der am weitesten auseinander liegenden Polen, Iran und Israel.

Die dreieinhalb Zeilen bei globescan.com scheinen mir mehr über diffuse, unterschwellige, durch Nichtverstehen gespeiste Ängste auszusagen als ausgerechnet über die Beliebtheit eines Landes.

Aber vielleicht gucke ich ja auch nur mit der falschen Perspektive…

9. Lila - März 6, 2007, 15:25

Bradley schreibt ironisch, mit dem typisch israelischen Zynismus, den man vielleicht nicht goutiert, wenn man ihn nicht kennt.

Genaue Beschreibung der Umfrage hier:

was auch mein erster Link war. Da kannst Du auch die Methodologie, den Fragebogen etc ansehen.

Die Frage war:
Please tell me if you think each of the following are having a mainly positive or mainly negative influence in the world:

und dann die Möglichkeit, die Länder einzeln zu bewerten. Es war also keineswegs eine Interpretation von Haaretz, auch wenn ich es interessant finde, daß Du davon ausgegangen bist.

Most people believe Israel and Iran have a mainly negative influence in the world with almost as many saying the same about North Korea and the United States, according to a BBC World Service poll of 28,000 people across 27 countries.

People were asked to rate 12 countries—Britain, Canada, China, France, India, Iran, Israel, Japan, North Korea, Russia, the USA, Venezuela, and the European Union—as having a positive or negative influence.

Canada, Japan, the European Union, and France were judged most positively. Britain, China and India received more positive than negative evaluations while Russia was viewed slightly more negatively than positively. Opinions about Venezuela were evenly divided.

Most people believe Israel and Iran have a mainly negative influence in the world war die Formulierung der Umfrage-Fritzen.

Und das nenne ich verhaßt - wenn mehr als 50% der repräsentativen Stichprobe uns als “negativen Einfluß” sehen. Wenn ein Mensch so beurteilt wird, als negativer Einfluß, hält man sich von ihm fern.

Die Frage war nicht “welche Weltregion erfüllt Sie mit Sorge, weil dort großes Konfliktpotential herrscht”.

10. grenzgaenger - März 6, 2007, 15:27

ach, lila, ich verstehe dich so gut. mir faellt da ein guter, alter freund ein der immer sagte: “die hunde bellen und die karawane zieht weiter”. also sollen die hunde halt weiterbellen ….

11. Lila - März 6, 2007, 15:30

Aber irgendwann zieht die Karawane nicht mehr weiter! Was habe ich aus dem Libanonkrieg gelernt? Daß wir zu einem ungerechten, gefährlichen Waffenstillstand gedrängt werden, weil die Welt nicht bereit ist, unsere Selbstverteidigung zu ertragen und sie als Aggression interpretiert.

Darum sind diese Dinge weitaus gefährlicher für uns als irgendwelche Fantasien, die polnische Politiker von sich geben, wenn sie faseln, daß Deutschland Polen erobern will.

12. grenzgaenger - März 6, 2007, 15:52

ja, lila, das ist eine sehr bittere lehre aus dem libanonkrieg. ich bin immer noch der meinung das mit israel so umgesprungen wird weil es ein juedischer staat ist. die zeiten haben sich nicht geaendert, lila, der judenhass hat sein gesicht nicht geandert, nur seine vorkommensform. der judenhass ist immer noch in der gleichen form da und niemand wird einen finger ruehren um etwas fuer die juden im allgemeinen oder den staat israel im besonderen zu tun. in dieser frage ist herzl schlicht gescheitert. er dachte ja mit der gruendung eines juedischen staates waere auch der antisemitismus ueberwunden. er hatte unrecht, leider ! die tatsache das in diesem staat auch noch ein paar menschen leben die nicht juedisch sind spielt uebrigens keine rolle in der meinungsbildung. ich sehe die aussichtslosigkeit der dinge, das allerdings besonders seitdem die siedler aus dem gazastreifen vertrieben worden sind, das ist sicherlich nicht ohne internationalen druck geschehen. ich habe immer mehr das gefuehl es ist eigentlich sinnlos gegen den mainstream anzuschreiben, wer nimmt es schon zur kenntnis und ich habe ueberhaupt keine lust mehr immer die gleichen kommentare zu beantworten. lila, viele meiner freunde sind nach israel ausgewandert weil sie ein leben in der diaspora nicht mehr ertragen haben. viele von ihnen sind religioes geworden, leben ganz bewusst auch ausserhalb der gruenen linie. manchmal denke ich die entscheidung in der diaspora zu leben ist schlicht falsch, aber die entscheidung in israel zu leben ist zwar religioes gesehen die richtige (es wird eine mizwa erfuellt), aber letztendlich aendert dieser entschluss nichts an dem problem das wir diskutieren. du siehst, ich bin ratlos …. kann es sein das die ratlosigkeit uns beide heimgesucht hat ?

13. Lila - März 6, 2007, 16:00

Nein, lieber Grenzgänger. Ich bin ganz und gar mit mir im Reinen. Ich glaube auch, und da scheiden sich unsere Geister, daß ein Leben jenseits der grünen Linie Israel nicht nützt, sondern eher schadet. Wie Dan Shiftan sagt, wir müssen die Siedlungen sowieso räumen, wieso dort investieren wie verrückt? Die Westbank war als bargaining chip gedacht, die Siedlerbewegung hat den bargaining chip wertlos gemacht - das ist nun mal meine Meinung.

Ich kapiere zwar nicht, wieso niemand von den Jordaniern fordert, ebenfalls einen Streifen Land für die Palästinenser abzutreten, aber vergiß es, keiner differenziert so weit.

Ich glaube auch nicht, daß wir danach Frieden haben werden - nein, sie werden uns aus Jenin beschießen und aus Kalkilia weiter Selbstmodattentäter schicken, das palästinensische Volk ist von Haß vergiftet. Aber wir werden nicht drumherumkommen, uns hinter diese grüne Linie, die ja eine reine Waffenstillstandslinine ist, zurückzuziehen. Wann das sein wird, weiß der liebe Himmel.

Aber erst wenn wir eine international anerkannte, sichere Grenze haben, haben wir auch die legale Handhabe, eisenhart zu reagieren, wenn diese Grenze verletzt wird. Dann schulden wir den Palästinensern nichts mehr.

Das ist wie bei einem Ehepaar, das sich trennt - solange noch gegenseitige Ansprüche bestehen, herrscht keine Ruhe. Erst wenn die abgeklärt, abgegolten sind und man sich komplett abgrenzt, kann man auf Einhaltung von Waffenruhe dringen.

Ob die dann eingehalten wird? Ob die Welt nicht weiterhin die Palästinenser mit low scale-Aktionen durchkommen läßt? Vermutlich.

Darum sehe ich keine Lösung.

Immer noch kein Grund, weitere Siedlungen zu bauen und Siedler zu subventionieren wie blöd. Wir subventionieren schon genügend Leute, die nicht arbeiten.

14. grenzgaenger - März 6, 2007, 16:09

liebe lila, du weisst das ich mit deiner meinung kein problem habe, ist ja nett das wir mal verschieden denken :-) ich habe allerdings ein problem damit wenn die siedlungen von leuten verteufelt werden die nicht wissen wovon sie reden, die nicht mal in der lage sind den unterschied zwischen kibbutz und siedlung zu erfassen, ganz zu schweigen von der unterscheidung “innerhalb und ausserhalb” der gruenen linie. auf SOLCHE kommentare habe ich keine lust mehr zu antworten …

15. Rika - März 6, 2007, 16:14

“Darum sind diese Dinge weitaus gefährlicher für uns als irgendwelche Fantasien, die polnische Politiker von sich geben, wenn sie faseln, daß Deutschland Polen erobern will.”
schreibst du, Lila!
ja sicher ist das so.
aber mache man das mal den unbedarften und oder desinteressierten leuten in deutschland klar!
für die ist israel ein RIESE und (gefühlt) ein “riesengroßes” land.
wenn ich erzähle, dass an manchen stellen die strecke zwischen mittelmeer und westbank der entspricht bzw. sogar kürzer ist, als die entfernung zwischen meinem dorf und dem hauptbahnhof von hannover (wir wohnen am stadtrand!), schauen sie mich mit ungläubigen augen an!

in der zeit des kalten krieges wohnte ich eine zeitlang in der gegend von kassel, später dann göttingen, zonenrandgebiet also, und uns friedliebenden friedensbewegten war klar, dass wir im falle eines angriffs des warschauer paktes überrantt werden würden. die geplante erste verteidigungslinie war viel weiter westlich. huihhh in welch gefährlichem gebiet lebten wir damals!!!
mit diesem absurd anmutenden beispiel gelingt es mir verblüffenderweise immer wieder, bei den heute friedliebenden israelkritikern in gesprächen verständnis für die “rein geografische” situation israels zu wecken, dann sehen manche ein, dass die arabisch-palästinensiche drohung, die juden ins meer zu stürzen, nicht so leer ist, wie viele friedenslieber annehmen, dass sie es sei.

16. Lila - März 6, 2007, 16:17

Weißt Du was, ich nehme gern Gäste mit auf den kleinen Platz vor unserem Dining Room. Dann sage ich: seht ihr den Hügel da drüben? Die Stadt, die heißt Umm el Fachm und ist die größte arabische Stadt Israels. Direkt hinter Umm el Fachm verläuft die grüne Linie. Die Hügel dahinter, das wird dann Palästina sein. Und wenn ihr euch umdreht, seht ihr einen Gebirgszug. Das ist der Carmel. Wenn man da drüber fährt, ist man in einer halben Stunde am Meer, in Haifa.

Könnt ihr verstehen, daß ich jemanden erstnehme, der mich von dort aus in das Meer da drüben treiben will?

Die Gäste nicken dann immer sprachlos. OH MANN das ist ja total nah.

Ja, das ist total nah.

17. Andreas - März 6, 2007, 21:37

In dieser Umfrage finden sich wohl auch die deutschen Bischöfe wieder, die auf ihrer Pilgerfahrt durch das “heilige Land” das Warschauer Ghetto mit den Palästinensergebieten hinter der Mauer verglichen. Bzw. umgekehrt:

http://www.streim.de/2007/03/06/das-ghetto-der-bischofe/

18. Lila - März 6, 2007, 21:39

Danke, Freund Mixa ist wohl darauf aus, sich einen Namen zu machen! Hab da auch gerade was zu geschrieben…

19. Loco - März 9, 2007, 12:57

Überall, wo Islam herrscht, sind Bomben auf die Karte gemalt. Honni soit qui mal y pense…

20. Lila - März 9, 2007, 13:05

Aber Loco, die verteidigen sich doch nur gegen uns…

21. marlin - März 11, 2007, 21:59

Traue nur der Statistik, die ich gefälscht habe.

Bei mir hätte es anders ausgesehen. :) Also, wäre ich gefragt worden. Mich fragt aber niemand.

22. Blogger zum Thema Sderot « Letters from Rungholt - Mai 25, 2007, 12:11

[...] gegeben, fast die einzige Zeitung, die zu diesem Zeitpunkt Notiz von den Qassams genommen hat. 6. März. Und so weiter.) 2. [...]