Eine brutale Welt für Mädchen Februar 25, 2007, 23:42
Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen, Uncategorized.trackback
Ich verfolge diese Themen aus verschiedenen Gründen: weil ich nicht einfach blinde Konsumentin sein will, weil ich meine Mädchen schützen möchte, weil ich für den Unterricht Munition suche. Deswegen sammle ich Artikel und Bücher zum Thema Kommerzialisierung und Standardisierung von Lebenswelten, besonders von Kindern. Dazu gehört die Se*xualisierung kleiner Mädchen, die heute als so normal gilt, daß sie vielen Leuten kaum noch auffällt.
Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist – in dem Ausschnitt Deutschlands, den ich kenne, ist es nicht üblich, kleine Mädchen auf se*xy zu stylen. Auch im Kibbuz laufen die Mädchen in Sportklamotten rum und in Jeans, im Sommer in Mädchenkleidern. Wenn ein Mädchen sich zu sehr aufdonnert, fällt es auf – nicht angenehm. Das ist hier nicht Sitte. Auch meine Freunde und Freundinnen außerhalb vom Kibbuz sind entweder freakig-künstlerisch-bunt oder konservativ-elegant – und stecken ihre Kinder ebenfalls nicht in Lolita-Fräckchen.
Aber in Israel hat sich in breiten Schichten der Frecha-Chic durchgesetzt, ein geradezu aggressiv auffälliger Kleidungsstil, der selbstbewußten, tadellos gewachsenen jungen Frauen schmeichelt – aber sonst fast niemandem. Ich wende schon fremdschämend die Augen ab, wenn die Verkäuferin im Schuhladen meines Vertrauens vor mir auf die Leiter klettert, ein nettes Mädchen, aber warum sie eine leichte Pummligkeit um die Mitte nicht diskret verdeckt, sondern per Tiefflieger-Jeans und Rippenfrei-Pulli der Welt entgegenstreckt…. noch dazu an einem kühlen Tag mit Gänsehaut…. da finde ich irgendwie nichts Schönes dran.
Auch die älteren Frauen, gern mit rotblondiertem Haar und Plastiknägeln, ziehen sich hier oft enthüllend an. Wenn sie es sich leisten können, adraba, ich bin die letzte, die Damen meines Alters in die berühmten “gedeckten Farben” stecken möchte. Ist eben Geschmackssache. Aber es rutscht natürlich recht leicht ins Ordinäre ab, dieser Stil verliert nämlich das Spielerisch-Neckische, wenn eine ältere Dame ihn trägt.
Aber sowohl die pummlige junge Frau, der die Röllchen aus der Jeans direkt in mein Gesicht quellen, als auch die ordinäre Großmutter wissen wenigstens, was sie tun. Die kleinen Mädchen aber, die mit “I´m a bad girl”-bauchfreien T-shirts, Miniröckchen, Plateausohlen und klimpernden Kettchen auf die Schlampen-Modenschau geschickt werden, die wissen ja gar nicht, was dieser Outfit betonen soll. Ich bin immer wieder verblüfft, mit welcher Leichtigkeit Mütter ihre Töchter in Outfits stecken, die den kleinen Körper als Ware präsentieren. Wie sie diese unsäglichen Bratz-Puppen kaufen – verglichen mit ihnen ist die altmodisch-brave Barbie geradezu ein positives Rollenvorbild. (Da habe ich mal eine Unterrichtsreihe zu gemacht – Entwicklung der Puppe von der Modepuppe über die Baby- und Krusepuppe und Barbie bis Bratz).
Es ist nicht gut, es kann nicht gut sein für die Mädchen, wenn wir sie auf körperliche Verfügbarkeit und Attraktivität dressieren. Das sind nicht die Eigenschaften, mit denen eine Frau später selbstbestimmt und glücklich leben kann. Daß Models zu Rollenvorbildern werden, ist auch so ein Auswuchs. Können wir den Mädchen denn noch immer keine realistischen, vom Aussehen unabhängigen Zukunftspläne bieten? Statt dem einen Prinzen, der sie bewundert, ein Millionenpublikum, das sie bewundert? Und wenn das Bewundernswerte abblättert, was dann? Und was ist mit all denen, deren bewundernswerte Eigenschaften nicht außen, sondern anderswo liegen? Und auch die Hübschen – sind die denn nur hübsch? Reicht wirklich eine Eigenschaft? Und ist der Frecha-Look dazu angetan, das Hübschsein zu unterstreichen – konterkarikiert er es nicht?
(Zum Wort Frecha ein paar Zitate:
…the female counterpart to the arse–the loud, gum-chewing, short skirt-wearing “frecha”…
…Frecha, Frechot, – Tart. The typical dizzy girl wearing too much make up and short skirt….
Klar?)
Die Frecha (und Bratz-Puppen sind klassische Beispiele für international gültige Frecha-Variationen) ist in meinen Augen kein gültiges Rollenvorbild für Mädchen. Darum kaufen wir weder Klamotten noch Spielsachen oder Accessoires, die mit dieser Art Bilder geschmückt sind. Gott sei Dank, beide Mädchen interessieren sich auch nicht dafür. Ich bin traurig, daß meine alten Puppen unbeachtet rumliegen, erleichtert, daß die paar geschenkten Barbies verstauben, und nie hat jemand nach einer Bratz-Puppe gefragt. Im Gegenteil, meine Quarta kam am ersten Schultag ganz entsetzt wieder und meinte, “Mama, da waren ganz viele Mädchen mit Bratz-Schulranzen! die sind ja so häßlich!” Ich stand also persönlich nicht vor dem Dilemma, wie mit einem Mädchen umgehen, daß auf diesen ganzen Zauber reinfällt und meint, Mädchen müssen so sein. Keine Ahnung, was man dann macht. Den Kindern das ausreden, so daß sie es als Verbotenes desto toller finden?
Je mehr ich über diese Themen lese, desto trauriger werde ich. Denn einerseits ist die Welt für Frauen ja wirklich viel offener geworden, Frauen haben Wahlfreiheit und selbst wenn es noch Leute geben sollte, die an die alten Geschichten mit dem geringeren Gehirngewicht etc glauben, haben Frauen im Alltag das längst wiederlegt. Die Sprüche aus dem 19. Jahrhundert, “ja sollen Frauen denn etwa auch Richter oder Arzt werden???” sind wirklich nicht mehr überzeugend. Wir haben das, wovon meine Oma nur träumen konnte – so gern wäre sie Krankenschwester geworden, und sie wäre eine wunderbare Krankenschwester geworden! Doch sie mußte schon früh von der Schule abgehen. Ihre Brüder konnten wenigstens einen Beruf erlernen, für sie gab es das nicht. Ihre Töchter konnten schon Abitur machen und studieren, von uns Enkelinnen ganz zu schweigen. Das gilt für die gesamte westliche Welt, ob Israel oder Deutschland.
Aber wofür benutzen wir, als Generation von Eltern, die neugewonnenen Optionen für Frauen, ihr Leben zu gestalten? Indem wir unsere Mädchen so dressieren und aufmachen, als stünde ihnen nur eine Karriere als Haremsdame offen. Ist das nicht traurig? Ich empfehle den Artikel, der mein subjektives Gefühl mit Fakten untermauert: über die Auswirkungen der Se*xualisierung kleiner Mädchen. Erschreckende Lektüre, aber ich halte die Frage, wie können wir diese Tendenz stoppen, für hundertmal drängender als die müde alte Diskussion um Krippenplätze oder nicht.
Kommentare
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Heute gab es im ARD-Weltspiegel einen Beitrag über den Boom an Schönheitsoperationen Israelischer Frauen. Zwar hatte ich beim Gucken des Berichtes eine Menge Fragezeichen im Hinterkopf, aber wenn dieser Trend junger Frauen (Brustvergrößerungen nicht der Männer, sondern des Selbstbewusstseins wegen) das Vorbild kleiner Mädchen ist, wundert mich das alles nicht.
(Der Artikel http://www.br-online.de/politik/ausland/themen/2007/00799/daserste.shtml umfasst leider nicht den ganzen Beitrag, sondern fasst nur grob zusammen)
Manchmal denke ich, ob nicht z.b. in Schulen ein gewisser Dress-code eingehalten werden sollte und müsste, denn die Beobachtungen, die du beschrieben hast, kann ich nur bestätigen. Manchmal hat man den Eindruck, gewisse Mädchen haben ihren Kopf und Körper nur, um ihn immer wieder zur Schau zu stellen. Röcke nicht länger als breite Gürtel, wie man sich in solchen Röcken hinsetzen kann, ist mir ein Rätsel. Schuhe, in denen man nicht wirklich gehen kann, in denen man keinen Halt hat. Doch wann ist welche Grenze erreicht? Wann ist Kleidung einfach nur noch ordinär, von der Gesundheitsgefährdung einmal abgesehen und sollte nicht mehr toleriert werden? Ich weiß es nicht und bin insgeheim froh, dass ich “nur” Jungen habe.
Deswegen begruesse ich den Dresscode an der Schule meiner Kinder – Tshirts, Sweatshirts und Kapuzenjacken von einer Firma, die mit Schullogo produziert. Alle Sachen sind schlicht geschnitten, sportlich, bauchfrei gibt es nicht, Aermel und Ausschnitte normal. Die Kinder sehen nicht alle gleich aus, aber ein gewisser Standard ist dadurch einfach gegeben. Zum Besten der Kinder.
Ich glaube nicht, daß es ein rein israelisches Problem ist – ähnliche Beobachtungen kannst Du in vielen Schulen hier in Deutschland oder besser noch in den Einkaufsmeilen machen… tief im Winter Bauchfrei und mit kurzem Rock, tiefer Ausschnitt etc.etc.
Neben dem “Gruppenzwang” denke ich mal, die Vorbildwirkung der Teenie-Gazetten und der Fernsehbeiträge für die “Kleinen” ist etwas, gegen das Eltern nur schwer ankommen (endlich mal ein Vorteil, nur Jungs zu haben). Sehr euch doch nur mal das Nachmittags- und Vorabendprogramm auf Sendern wie “Super-RTL” und ähnlichen an… ich kannte den Begriff noch nicht, aber überall Bratz-Figuren.
Hallo,
du schreibst mir aus der Seele.
Auch in Deutschland ist dieser Trend zu beobachten und was für mich am schlimmsten ist: man kriegt fast nix andres mehr für Mädchen. Ich bin von Frühjahr letzten Jahres bis im Spätsommer durch die Läden getindglet und hab versucht ein Sommerkleid für Alisa(8) zu bekommen: nichts! was nciht absolut teenielook gewesen wär..grade lang genug um über den Hintern zu gehen, an der brust gerafft oder wie ein bikini geschnitten, Spaghettiträger etc…sowas ziehe ich eine 8jährigen (die halt kleider groß geraten ist und 140 braucht) bestimmt nicht an…selbst bei älteren Mädchen halte ich es für äußerst unpassend. Und ich bin nciht prüde und verlange daß die Mädels in Säcken rumlaufen sollen…
Bei T-shirts und Pullis kann man noch Glück haben und mit etwas suchen findet man auch “normale” sachen aber Kleidchen? Nix was nicht jenseits der Preisgrenze liegt.
Sie soll ihr Rosa tragen und meinetwegen auch Glitzer und dergleichen, aber bauchfrei kommt hier nicht in die Tüte dieser Lolitalook ist mir zutiefst zuwider.
LG petra
Mein Sohn meint zu diesen Puppen: uuuuh wie gräßlich!
Das Verrückte ist: wenn ein Mann was sagt über diese sexuelle AUfladung, mit der diese Kinder die Welt “beglücken”, ohne zu wissen, was sie da eigentlich tun (oder wissen sie es gar? Kindergartenkameraden meines Nachwuchses haben mich da mancher Illusion beraubt!), dann wird immer unterstellt, er wolle Vergewaltiger und Kinderschänder rechtfertigen.
Keinesfalls – aber muß man denn solche Gelüste noch bedienen und womöglich erst aufwecken?
Die ganze Welt, in der wir leben, ist furchtbar sexualisiert, und dann wundern wir uns, wenn immer mehr Menschen immer perversere Stimulanzien brauchen, um überhaupt in Fahrt zu kommen?
zum Glueck haben viele israelische Schulen schon dresscode eingefuehrt, Tendenz steigend.
Ich steuere bei meinen beiden Toechtern auch gegen, was ich nur kann. Zum einen unterstuetze ich den altmodisch-romantischen Stil, den beide moegen (moeglichst lange Roecke, Bluemchenmuster, Volants usw.). Zum anderen fuehre ich viele Gespraeche zu sog. “ernsthaften Themen” mit ihnen. Ich hoffe, meine Botschaften fallen auf empfaenglichen Grund.
Ich glaube, potentielle Kinderschaender brauchen diese Stimulanzien nicht – ich moechte nicht den Eindruck erwecken, als wuerde ich den Kindern auf Umwegen die Schuld geben, wenn sich jemand an ihnen vergreift. Ich glaube auch nicht, dass es heute mehr solcher Verbrecher gibt als einst. Frueher wurde nicht darueber gesprochen oder den Kindern nicht geglaubt. Abgruende der Menschlichkeit – kann man kaum drueber schreiben. Man weiss auch zu wenig darueber.
Aber auch in einer Welt ohne Paedophile schadet es Maedchen, wenn sie auf ihren Koerper reduziert werden, wenn sie brutalen und unrealistischen Schoenheitsidealen unterworfen werden und wenn sie schon im jungen Alter wie Frauen behandelt werden. Auch wenn nie ein Uebergriff oder ein fieser Blick sie trifft, schadet diese Entbloessung den Maedchen – und der Artikel, den ich verlinkt habe, sagt das ganz klar und deutlich.
Als Erwachsene, egal ob Eltern oder nicht, haben wir da eine wichtige Aufgabe. Ich boykottiere zB Laeden, die entsetzliche Werbekampagnen haben – gegen Fox haben viele Eltern protestiert. Das sollten wir viel oefter tun. Das hat mit Pruederie nichts zu tun. Pruederie schadet auch, denn auch Pruederie ist eine Form der Se*xualisierung – nur eben eine ablehnende, die se*xuelle Absichten unterstellt, wo es gar keine gibt, und sich dann empoert.
liebe lila,
du hast natuerlich recht und durch meine freundin bekomme ich ja auch ziemlich vieles mit, sie arbeitet in einer klinik, auf einer abteilung die sich fast ausschliesslich mit opfern von gewalt “beschaeftigt”. es ist schon tragisch was sie mir (natuerlich anonym) erzaehlt und ehrlich gesagt frage ich mich schon wie sie die kraft findet das alles zu verarbeiten. sie selbst sagt es haette etwas mit ihrer religioesitaet zu tun – krasser schnitt: das sagten mir auch die leute von zaka. (fuer nicht “eingeweihte”: das ist eine israelische organisation die leichenteile nach anschlaegen einsammelt. ich glaube man hat in israel wirklich hohe achtung vor diesen leuten, sie sind allesamt sehr religioes und bei meinen besuchen dort hoere ich immer wieder ohne religioese kraefte waere diese aufgabe nicht zu ertragen !) es ist natuerlich nicht zu vergleichen, aber ich denke auch fuer die arbeit mit opfern von gewalt gilt das gleiche, und die groesste zahl der opfer sind nun mal frauen … ich verstehe das du immer trauriger wirst je mehr du dich mit dem thema beschaeftigst ….
zum thema “kommerzialisierung” gaebe es eine menge zu schreiben, ich mache einen beitrag in meinem eigenen blogg daraus, ok ?
liebe gruesse,
grenzgaenger
p.s. ich weiss, das hatte jetzt nur am rande mit deinem beitrag zu tun, sorry …..
Ich bin neulich im Blog eines Bekannten über diese Bratz-Puppen gestolpert. Ich dachte nur: Watt? Wo sind wir jetzt angekommen? Kann eine Gesellschaft noch tiefer rutschen?
Dann ging ich zum Karneval – zum ersten Mal für mich, komme aus keiner Gegend, wo sowas in irgendeiner Form populär ist (zum Glück – einmal und nie wieder). Für so eine traditionelle Veranstaltung haben mich dann doch die Funkenmariechen sehr überrascht: Hübsche, junge Mädchen, die mehr zeigten als verbargen. Erst bei genauerem Hinsehen konnte ich ausmnachen, dass die schwerlich älter als 15 Jahre waren.
mir stellt sich bei diesem thema immer wieder neu die frage nach den vorbildern, den eigenen anteilen, unserem selbstverstaendnis und unserem eigenen frauenbild, unserer rolle als frau, mutter, beruftätige … usw.
die zunehmende sexualisierung ist ja keineswegs neu – frauen als verkauffoerdernde sexualobjekte gibt es in der werbung schon seit ewigkeiten.
vielleicht ist die von Lila zu recht beklagte mode eine langzeitfolge dieser langjaehrigen praxis, frauen immer freizuegiger erscheinen zu lassen und ihnen via mode damit die freizuegigkeit als (leider so oft falsch verstandene) freiheit zu suggerieren.
ich habe eine sehr junge kollegin an meiner schule, die auch in aeusserst knapp bemessenen t-shirts und den ebenso knappen hosen herumlaeuft. wenn sie sich bueckt … naja. meiner ersten stillen empoerung folgte die erinnerung an meine junglehreinnenzeit anfang der 70er; ich trug neben den geliebten jeans eben auch miniroecke, die zwar weitaus laenger waren als sonst ueblich, aber dennoch durfte ich mich an der tafel nicht recken, sonst …!
ein aelterer kollege machte mich darauf aufmerksam und fortan war ich nur noch in hosen oder hippielangen schlamperroecken unterwegs.
seit jahren ist meine kleidung in aller erster linie praktisch-unauffällig, pflegeleicht-robust mit einem fuer mich hohen wohlfuehlcharakter.
meine tochter (23) hielt und haelt es aehnlich, war aber in modedingen damit nicht unbedingt die trendsetterin an ihrer schule – und manchmal wurde sie auch schief angesehen.
es ist – und heute sicher noch mehr als vor jahren – eine gratwanderung, die eigene weiblichkeit mit lust zu leben und das durchaus auch modisch zu gestalten, ohne sich gleichzeitig zum objekt genereller begierde zu machen.
ich denke, wir als muetter muessen unsere toechter stark machen, ihnen zeigen und sie dazu ermutigen, dass sie unabhaengig von der mode, die sie tragen, schoen und stark sind, attraktiv durch ihre persoenlichkeit und nicht durch schminke, kuenstlich aufgepuschte busen oder lippen oder was weiss ich sonst noch, sie sind ein wert an sich!
ich weiss, dass sich das sehr idealistisch anhoert, aber leider faellt mir ein besseres rezept nicht ein!
Ich sehe es auch so, dass die kleinen Mädchen (11-13) oft gar nicht wissen, was ihr Outfit betonen soll. Sie nehmen das Mode als gegeben hin ohne zu fragen, weshalb wohl die Mode so gemacht und diktiert wird.
Vor etwa 15 Jahren waren schon einmal Miniröcke modern.Ich erinnere mich, wie eine 13-Jährige ein solches Röckchen auf unserer Klassenfahrt trug. Meine Kollegin sprach sie ganz unverblümt an:
‘ Weißt du nicht, was es bedeutet, wenn du dich so anziehst? Der nächste freche Kerl wird dich packen und mitnehmen.’ Das Mädel war ganz überrascht und schockiert. Seine Mutter hatte so etwas offensichtlich nicht gesagt. Das Mädel trug den Rock dann nicht mehr.
Wenn Mädchen älter werden, (ab 13) , wissen sie allerdings heute schon, was sie tun.
Es ist schon lange, lange her, dass ich einmal ein Aha-Erlebnis bei einer feministischen Lektüre hatte. Es ging um das Tragen hoher Absätze. Es hieß da etwa so : Wer sie trägt, wirkt hilflos und signalisiert, dass man im Fall eines ‘Übergriffs’ nicht davonrennen wird oder will. So hatte ich das noch nicht gesehen. Nie wieder habe ich hohe, schmale Absätze getragen.
In deutschen Schulen geht man immer mehr dazu über, das Tragen von Schulpullis vorzuschreiben. Damit schlägt man gleich zwei Fliegen mit einer Klappe : den Markenterror und die Schlampen-Modenschau.
Liebe Grüße
Heidi
hallo willow, ich kannte den begriff “bratz figuren” auch nicht und carsten, die frage “ob eine gesellschaft noch tiefer rutschen” kann finde ich absolut berechtigt. ich fuerchte sie kann noch tiefer rutschen.
ansonsten, hmmm, ohne kinder und in einer tv freien zone lebend
bekommt man einiges wohl gar nicht mit, das zeigt sich mir beim lesen solcher beitraege. ich weiss nicht so recht ob ich froh oder traurig darueber sein soll …. schoenen abend noch, grenzgaenger
[...] Bratz – Barbie – Lolita [...]
ich gebe euch allen recht, dass es eine falsche entwicklung ist, wenn frauen und zunehmend auch kleine mädchen ihr selbstwertgefühl aus körperbetonter kleidung ziehen. nichtsdestotrotz muss ich bei diesen diskussionen auch immer an das gegenteil denken – an kopftücher, schleier, im schlimmsten fall burkas, mit denen der körper und die attraktivität der frauen versteckt wird. die freizügigkeit von frauen, die selbstbewusste präsentation des körpers, die aktive sexu*alität sind freiheiten, die sich die frauenbewegung mühsam erkämpfen musste. ich wünsche meiner tochter, dass sie sich so se*xy und körperbetont zeigen kann, wie sie es will, dass sie aber zugleich über die stärke verfügt, sich über ihre persönlichkeit zu definieren und klare grenzen zu setzen.
Hifle hilfe, rettet das Abendland. Warum darf ein Mädchen denn diese Bratz-Ästhetik nicht mögen? Klar, für Erwachsene wirkt das ähnlich seltsam wie Manga oder diverse anderen Comics, aber das ist halt auch eine Frage von Geschmack. Und sich darüber mockieren, wenn jemand ganz selbstbewusst bauchfrei trägt, der (bzw. die) zuviel Bauch hat, das ist doch idiotisch.
Liebe Janin, ich habe das Gefühl, daß Burka und Kleinmädchen-Laszivität nur zwei Seiten einer Medaille sind: einer Medaille, in der Frau nichts als ihre geschlechtliche Funktion läßt. Ob sie nun positiv verbrämt wird oder ausgebeutet oder vermarktet oder lächerlich gemacht – für eine Identität der Frau abseits ihrer Geschlechtsidentität ist nur bedingt Platz. Als erstes ist immer die Tatsache ihres Frauseins, über die sie irgendwie springen muß, die sie immer kompensieren muß, wenn sie einfach was anderes machen will. Ich halte beides für falsch, und keines von beidem hat mit Selbstbewußtsein oder Selbstbestimmung zu tun.
Es wundert mich nicht, daß beide Erscheinungen immer extremer werden. Im Gegensatz zu weitverbreiteten Märchen sind diese Burkas nämlich keineswegs uralte Tradition, sondern eine moderne Erfindung – http://www.chowk.com/show_article.cgi?aid=00001279&channel=gulberg – gewissermaßen ein Backlash, eine gewalttätige Reaktion auf eine bescheidene Befreiung der Frau aus ihrer rein geschlechtlich definierten Rolle. Auch die Obsession mit Aussehen, Körperform, Entblößung etc sehe ich als Reaktion auf die Möglichkeiten, die sich Frauen in den letzten Jahrzehnten bieten.
Junge Frauen, die es mit Niedlichkeit weit bringen wollen und ihre Energie lieber in ihr Aussehen als in ihre fachliche Kompetenz stecken, sehen nämlich wirklich alt aus, wenn sie älter aussehen. Das böse Erwachen, wenn die gleichaltrigen Männer auf einmal an ihr vorüberziehen, möchte ich den jungen Frauen ersparen – auch wenn jede von ihnen glaubt, IHR passiert das nicht, und es ist doch schön, gut auszusehen. (Weswegen die weisen Worte meiner Oma, “Kind, lern was Vernünftiges” immer noch gültig sind).
Ich hoffe, beides, die Dämonisierung und die Fetischisierung des weiblichen Körpers, sind Rückzugsgefechte.
Jan, hast Du den Artikel gelesen, den ich verlinkt habe? Vielleicht findest Du da ein paar Antworten.
Ich habe auch nichts gegen Mädchen gesagt, die diese Puppen mögen. Aber viel gegen Erwachsene, die sie herstellen und vermarkten.
Ich habe auch ausdrücklich nichts gegen junge und ältere Frauen gesagt, die aus freier Wahl ihre Körpermitte entblößen. Aber hältst Du eindeutig erotisch konnotierte Kleidung für vorpubertäre Mädchen für angemessen oder der Entwicklung der Mädchen dienlich? Ich nicht, und die Psychologen, die diese Phänomene erforschen, ebenfalls nicht.
Die Sache iss nicht einfach! Gerade gestern erlebt, wie zwei vor kurzem noch liebe nette Mädchen in Bratzpuppen mutiert sind… die Eltern, ziemlich bodenständig, die ihre Mädchen auch recht bewußt und emanzipiert und so erzogen haben sind völlig hilflos! Die kleinen Dinger donnern sich auf, rasieren sich, schminken sich auffällig, rauchen., lassen sich von ihren Verehrern aufreizende Dessous schenken – für Öko-Eltern kann soetwas überaus bedrohlich wirken.
Und meine Söhne lachen über diese aufgebrezelten Tussies und machen sich als Bluesbrothers lächerlich… Eltern haben es nicht wirklich leicht.
Aber man muss es echt anerkennen, dass die Werbeindustrie es geschafft hat, die Verwandlung in ein reines Sexobjekt als selbstbestimmtes Auftreten zu klassifizieren.
Es mag etwas seltsam erscheinen, aber ich (männlich, 20 Jahre alt) finde schon seit geraumer Zeit, dass man in Deutschland (über Israel kann ich nichts sagen) nicht wirklich von Gleichberechtigung reden kann. Zwar wird kein offener Machismus mehr ausgelebt, aber der versteckte ist immer noch ziemlich tief sitzend. Und dazu gehört, dass die Objektifizierung der Frau hingenommen wird und sogar bisweilen in etwas positives umgedeutet wird. Für mich ist es aber wirklich unglaublich, dass es von den Mädchen und Frauen oft so klaglos angenommen wird.
@willow:
Bei dem von dir beschriebenen Szenario würde ich aber eher auf Rebellion tippen – denn wie kann man Öko-Eltern mehr schocken als mit dem reinen Konsumterror?
Hierzu fällt mir nur eins ein: “Little Miss Sunshine”. Ansehen! Sehenswert.
Natürlich wollen viele der Mädlz die Öko-Eltern oder auch nur die Leererschaft
schocken – andererseits wollen die so herumrennen: “ihr habt doch keine Ahnung, heute trägt mal sowas/macht man das so ; sei nicht so spießig”
Kommt mir ja irgendwo aus meiner Jugend bekannt vor … und dennoch, die merken eben nicht, daß ihr “Protest” von den Medien, von der Werbung gesteuert sind. Da ich momentan viel Zeit totschlagen muß (krank) habe ich mal die “Muße”, mir “Kinderfernsehen” anzutun – schrecklich! Wobei ich ganz offene Aufrufe an die Kleinen, sich doch ungesunde Nahrungsmittel nicht von den Alten verbieten zu lassen genauso schlimm finde wie den propagierten Mode- & Diätwahn.
@muschi
trotzdem: ” parents not the media are still the boss” .
solange man sich die zeit nimmt und die muehe macht, sich mit diesem thema zu beschaeftigen, mit den kindern darueber zu sprechen und gegenmodelle zu entwickeln. das setzt natuerlich voraus, dass man seine aufgabe als eltern wirklich ernst nimmt. von nix kommt halt nix…
Und ich möchte zu dem Thema nur mal anmerken, dass das Dilemma ja eigentlich schon damit losgeht, dass ich – wenn es danach geht, was mir so in den Geschäften angeboten wird – schon mein Neugeborenes wie einen kleinen Erwachsenen anziehen soll. *seufz*
Sowas sollst Du mit alten Tanten aber nicht machen! Ich lese “Neugeborenes”, springe erwartungsfroh zu Deinem Blog rüber (sollte ich was nicht mitbekommen haben…?), und was sehe ich? Ein Meerschweinchen!!
Aber daß Anniina schon fast ein Jahr alt ist… Wahnsinn.
“dass ich – wenn es danach geht, was mir so in den Geschäften angeboten wird – schon mein Neugeborenes wie einen kleinen Erwachsenen anziehen soll. *seufz*” schreibt Karen.
oh ja, diese erfahrung habe ich auch machen müssen, allerdings wollte ich nicht mein sondern das neugeborene meiner nichte mit hübschen babysachen beglücken (naja, meine nichte sollte über die niedlichen babysachen…usw.)
und was fand ich? jeanshosen, seemannspullis, cowboyklamotten, erwachsenenkleidung in babygröße 56!
mir tun die armen kinderchen leid, die in diesem unbequemen zeug zur schau gestellt werden.
dicke knöpfe drücken auf kleine bäuche, reißverschlüsse bis unters kinn – finde ich ja selbst auch nicht so angenehm! – schnickschnak der piekt, einengt, kratzt – ja, manche stoffe sind richtiggehend hautunfreundlich!
aber was soll man anderes von einer gesellschaft erwarten, die ihre dreijährigen schon am liebsten zur uni schicken würden, nur damit sie später im leben erfolg haben! (nichts gegen kindgemäße bildung, die spaß macht, neugier weckt und forschergeist fördert!) kleinkinder mit terminkalender und eigener sekretärin nebst stilberaterin und coach!
das passt doch!
himmel, mir wird ganz angst, wenn ich daran denke!
neulich beobachtete ich ein kind, das mit riesigem vergnügen immer wieder in eine große schlammpfütze sprang! gut, dass es waschmaschinen gibt, dachte ich und beneidete das kind beinahe um diese seligkeit der pfützenhüpferei!
was aber, wenn mutter mächtig schimpft? dann doch lieber stilische klamotten?
Schoschana, du hast ja sooooo recht!
rika
so ins grübeln gekommen fällt mir jean jacques rousseau ein, der in seiner zeit die pädagogig revolutionierte und für viele wegweisend war.
wer ist der rousseau unserer zeit – und würden wir auf ihn achten?
hi rika,
schoen was von dir zu lesen, gut das du auch unter die blogger gekommen bist
ich hoffe du kannst mit der nachricht was anfangen ….
liebe gruesse,
grenzgaenger
Hi grenzgänger,
-Lila entschuldige bitte, dass ich deinen blog mal eben ein wenig zweckentfremde! -
ich wollte dir,dem grenzgänger, in deinem blog eine nachricht hinterlassen und scheiterte an der technik oder meinen unvermögen!
liebe grüße an dich!
rika
Rika , mir geht es genauso – ich schaffe es nicht, habe es nahezu aufgegeben. (Sorry Lila , soll nicht mehr vorkommen!)
Im Weltspiegel gab es am Sonntag einen interessanten Beitrag über den Schönheitswahn in Israel und dessen Folgen.
Uäääh. In dem wieder mal alles mit der Armee erklärt wird. Ehrlich gesagt, kann ich diese Art Argumentation nicht mehr hören. Wenn es in Israel gar keine Schönheits-OPs gäbe, wäre die Begründung vermutlich, “weil in Uniform sowieso alle gleich häßlich aussehen”.
Wie kommt es dann, daß anderswo derselbe Ansturm auf solche OPs stattfindet?
Ich glaube, die viel stärkere Amerikanisierung und der allgemein westliche Lemmingzug gen Materialismus und äußere Werte spielen eine viel größere Rolle in Israel als die Armee. Oder der Terror. Ich bezweifle, daß die Psychologin da den richtigen Fühler für die Mädel hat, die mit 17 von einer Brustvergrößerung träumen. Man kann auch den banalsten Dingen einen großartigen Sinn unterlegen.
Heute haben “Schönheits”operationen (die oft ja gar nicht verschönern, ich kenne mindestens zwei, die sich das hätten schenken können!) ja den Ruf, so eine Art kosmetische Intensivbehandlung zu sein. Wer Wimpern tuscht, kann sie auch gleich färben lassen – und wer Wimpern färbt, kann auch gleich die Tränensäckchen wegschnibbeln lassen.
Ich finde es befreiend und schön, wenn auch Frauen jenseits der Modelmaße und des Modelalters selbstbewußt Haut und Rundungen zeigen. Das ist Zeichen einen offenen Gesellschaft, die das Leben genießt. Es paßt sehr zu Israel, das in ständiger Bedrohung nach Leben giert, jeden Tag. Nichts ist schlimmer als Frauen, die sich beschämt verstecken und sich für ihren Körper schämen. Solche Gesellschaften sind neurotisch.
Den Übergang zur israelischen Mode habe ich als Befreiung erlebt. Sexy sein, ohne gleich als Schlampe oder dumm abgestempelt zu werden. Das ist einfach toll. Das haben mir schon etliche Ausgwanderte bestätigt (nicht nur nach Israel).
Junge Frauen und Mädchen sollten ihre Jugend genießen. Die ersten Falten und der Speck kommen früh genug. Und selbst dann noch dürfen (!) sie Frau sein. Hier kleiden sich die Großmütter wie ihre Enkeltöchter, im hohen Norden ist es umgekehrt. Da muß man als dreißigjährige Ehefrau schon graue Stoffhosen und weite Blusen tragen. Nicht mit mir
Oh Schönheits-OPs
Als ich hierherkam und erfuhr, daß meine zukünftige Schwiegergroßmutter sich liften ließ, dachte ich sehr schlecht über sie. “Oberflächlich” etc. Aber ich habe meine Meinung grundsätzlich geändert! Warum soll man sich nicht besser fühlen wollen? Niemand möchte häßlich sein. Schönheits-OPs etc. sind hier völlig akzeptiert. Niemand rümpft deswegen die Nase, oder heißt “die ist eine Schlampe, die will andere Männer”. Im Gegenteil, da wird offen darüber gesprochen und dafür geworben. Ich finde das so besser. So braucht niemand leiden und sich verstecken, und sich für den Wunsch nach einer Korrektur auch noch rechtfertigen müssen.
Reine Geschmackssache – mehrere Damen “im gewissen Alter”, die ich kenne, sahen nach der OP nicht besser aus als vorher, eher im Gegenteil. Den Wunsch nach wiederhergestellter Jugendlichkeit kann ich aber verstehen, und eine erwachsene Frau weiß auch, wofür sie sich entscheidet. Wer unter Flach- oder Vollbusigkeit leidet, ist bestimmt froh, daß das zu beheben ist. Ich kenne auch zwei Frauen, eine davon nach Unfall, die wirklich durch den Chirurgen ihr Gesicht neu geschenkt bekommen haben.
Aber daß 17jährige davon träumen, ihr natürliches Gesicht gegen ein genormtes, mit Silikon aufgespritztes zu tauschen – das finde ich erschreckend. Irgendwo gibt es eine Website über botched cosmetic surgeries – da kann man sehen, was dabei rauskommt. Ich persönlich finde es eine Pervertierung des Schönheitsideals – wieso sollten alle gleich aussehen? Und noch dazu wie irgendein Playboy-Model oder eine Schauspielerin, die niemand kennt?
Und niemand möchte häßlich sein, das stimmt – aber wir sind alle, je nach Auge des Betrachters, schön oder häßlich. Das sind nämlich keine absoluten Werte. “Dem einen sein Uhl ist dem anderen sein Nachtigall”. Und mir persönlich sind andere Dinge wichtiger als wie jemand aussieht. Oder ich selbst. Na dann bin ich eben häßlich. Wer mich mag, gewöhnt sich dran. Und die anderen sind mir eh egal.
Die würden mich auch mit operierter Nase doof finden.
Ich hab die Illusion nicht mehr, daß man irgendwie allen gefallen kann. Auch nicht mit perfektem Aussehen. Das ist so ein Mädchentraum, “dann bin ich schön, und alle lieben mich”….
Das ist Geschmackssache hat der Aff g’sagt und in die Seife gebissen
Solange man sich in seiner Haut wohl fühlt, und es einem persönlich gefällt, ist doch alles in Ordnung.
Wer bin ich das ich jemandem in seiner privaten Zeit vorschreibe wie er/sie sich zu kleiden haben.
Dresscode für Schule ist sinnig. Das Privatleben ist da etwas ganz anderes. Ich kenne Eltern die ihren Kids sagen das sie sich von ihrem Taschengeld eigene Kleidung kaufen sollen. Die geben ihnen bis zu 300 Euro im Monat, ja wundern die sich das sowas dabei rauskommt? Wieso gibt man einem 15-16 jährigem soviel Geld in die Hand? Da geht doch schon von zuhause aus was schief.
Hej hej ich habe von Dresscode noch nie gehört, aber wohl von Schulkleidung, und für die wäre ich auch und ich hab in Israel gesehn wie einfach das zu machen ist, es reichen T-shirt oder Sweatshirt mit Schullogo und dazu halt Jeans oder Rock.Gibt es hier in Schweden nur an den Internatinal Schools. Ich denke auch es sind immer noch wir Eltern die oft ganz früh anfangen unser Kinder so zu steuern das es später gar nicht mehr anders geht, ich weiss schon wie schwierig das ist einen guten Mittelweg zu finden, hab ja schliesslich nicht nur kleine sondern auch 3 zwischen 18 und 23. Trotz dem das auch die eine sehr mitgehen wollte und sich dazu gezwungen fühlte hat sie doch das nicht ganz abstreifen können was ihr von Haus aus mitgegeben wurde, also modern und trotzdem eigener Stil und trotzdem auf dem Bodenbleibend. Und ich glaube sowohl die drei Grossen die zwar Barbies hatten aber auch nur die andersfarbigen hihi und das Hannahle die ihre olle Stoff -Thea mehr liebt als jede andere Puppe werden diese angemalten Dinger nicht vermisst haben, sondern sind auch ohne sie glücklich und gross geworden. Und Hannah sieht sie schon bei anderen aber nach kurzer Zeit des Begehrens ist Thea dann wichtiger als jede andere.
Und ein Tips für die Kindersachenbraucher unter Euch: wir kaufen gerne auch von Schweden aus bei Jakoo. http://www.jakoo.de , gibts auch eine Katalog. Die Sachen sehen gut aus, sind farbenfroh auch für Jungs und wenn auch ein bisschen teuer manchmal so halten sie doch sehr gut. Liebe Grüsse Anneka
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Ja, ich finde es auch schoen, dass hier weniger auf Dresscodes geachtet wird, dass sich alle beim Vornamen nennen und Titel weniger wichtig genommen werden. Auch die Studenten nennen den Praesidenten der Uni beim Vornamen, das waere undenkbar in Deutschland. Und man kann sich anziehen wie man will, Nylonstrumpfhosen braucht man praktisch nie, Chefaerzte laufen in kurzen Hosen und Sandalen rum, und aeltere Frauen werden nicht ins kleingemusterte Altenteil geschickt. Die Uniform der beigen Windjacken gibt es hier nicht.
Ich habe auch noch nie erlebt, dass eine arabische oder fromme juedische Frau wegen ihrer Kopfbedeckung schief angeguckt wurde. Die ganze Kopftuchdiskussion kommt mir darum seltsam vor, Israelis staunen, wenn sie davon hoeren. Vielleicht, weil es hier haertere Probleme gibt? Ich sehe, wenn ich durch die Stadt laufe, jemenitische Grossmuetter in Hosen, Kleid drueber, Goldschmuck und Kopftuechern / fromme Schlaefenlocken-Juden/ verhuellte arabische Frauen / Arssim mit offenen Hemden, Sonnenbrille und Goldkettchen / schlurfende Kibbuzniks mit Gesundheitssandalen und Shorts / Drusen in mitternachtblauen Pumphosen und weissen Zipfelmuetzen…. ein viel bunteres Bild als man sich gemeinhin vorstellt.
Das finde ich alles positiv und geniesse es. Ich glaube auch nicht, die mich stoerende Lolitasierung der kleinen Maedchen ist in Israel ausgepraegter als anderswo. Aber da ziehe ich persoenlich eben die Grenze.
Ich selbst ziehe mich, wenn ich nicht unterrichte, eher wie eine Studentin an. Wenn ich unterrichte, achte ich aber schon darauf, einen Tick “erwachsener” angezogen zu sein. Das erleichtert den Einstieg etwas. Ich will mich auch nicht anbiedern. Aber auch wenn ich wie eine Studentin rumlaufe – dann doch eher wie eine brave Studentin.
@Lila: ich glaube es kommt immer darauf an in welchen Kreisen man sich bewegt. In meinen Kreisen sind, z.B, alle Studenten gut situiert angezogen. Bei uns gibt es niemand der irgendwie aus der Reihe fällt. Dann gibt es aber wiederum die, die meinen im tiefsten Winter bauchfrei, mit Minirock und Flip Flops durch die Gegend zu rennen.
Es kommt wohl auch immer darauf an was man studiert.
Ich meinte keine BWL oder Jurastudenten (obwohl auch die in Israel nicht so adrett anzusehen sind wie die Perlenhalsband-Ladies in Deutschland). Geisteswissenschaftler tendieren zur Schlampigkeit, Kuenstler zum Papageienlook.Das ist glaub ich international so. Und da passe ich ganz gut rein…
Ich habe den Chef der Hochschule, an der ich lange gearbeitet habe (seines Zeichens Mathematiker) jedenfalls nie mit Krawatte gesehen, dafür sommers wie winters in Sandalen. Bevor internationale Gäste kamen, habe ich manchmal mit ihm geschimpft, daß er sein ollstes Hemd anhatte. Da hat er nur gelacht. Wie die Studenten an so einem Bau aussehen, kannst Du Dir vorstellen!
Man könnte es sich vorstellen, jedoch denke ich das jeder für sich selbst verantwortlich ist. Als Student ist man alt genug um zu wissen, wann man welche Kleidung zu tragen hat.
Der Chef sitzt in einer Position in der es ihm quasi egal sein kann was andere über ihn denken.
Ich habe nur beschrieben, nicht geurteilt. Mir gefaellt es, dass in Israel die Kleiungssitten lockerer sind.
Es wäre tatsächlich schön wenn man hier etwas vergleichbares hätte, aber ich glaube das wird bei uns wohl noch eine Weile dauern, huh?
Da mußt Du eben selbst damit anfangen…
Aus meiner deutschen Studentenzeit erinnere ich mich an sehr lockere Kleidungssitten. Geisteswissenschaftler eben.
Och, ich würde uns eher als sportlich bezeichnen. Konservativ würde nicht passen. Bei uns ist es gut so wie es ist. Man sollte, wie überall, Kompromisse eingehen können und einen Mittelweg finden
“Wer Wimpern tuscht, kann sie auch gleich färben lassen – und wer Wimpern färbt, kann auch gleich die Tränensäckchen wegschnibbeln lassen.”"
Geil – darf ich das zitieren? Ich sammle sowas.
Da sagte eine Bekannte, die auf Besuch war, im Kenion: “Und wo sind die Kleider fuer erwachsene Frauen?”
Auch nett: “Du faerbst dir die grauen Haare weg – davon kriegt man Krebs”
Der Hammer: “Du laesst dir die Zaehne regulieren? Wozu? Du bist doch verheiratet”
)))
“Ich kann keine Huefthosen tragen, ich bin 30 und eine reife Frau.”
Ohja manchmal glaube ich, ich komme von einem anderen Planeten!
[...] Ich sehe nicht oft in meine Statistik rein, aber immer wenn ich sie angucke, sehe ich, daß der Eintrag über die Magersucht und die junge Frau aus dem Kibbuz, die darunter leidet, immer wieder gelesen [...]
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