Bevor ich schlafen gehe Juli 19, 2006, 23:03
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höre ich noch von den Hisbollah-Leuten, die versucht haben, über die Grenze einzudringen. Herrje, hier passiert an einem Tag mehr, als anderswo in Monaten. Ich kann die lezten 15 Stunden kaum übersehen.
Die Namen der beiden Soldaten werden durchgegeben. Ich erschrecke, “Y., beides Kibbuzniks!”, und er meint leise, “na klar. Elitetruppe”.
Onkel Kofi erzählt Juli 19, 2006, 22:41
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Viele Europäer haben automatisch Respekt vor der UN und ihrem geschmeidig durch die Vokale gleitenden Chef Koffi Anan. Man nimmt es uns gern etwas übel, daß wir auf diese ehrwürdige Einrichtung gar nicht gut zu sprechen sind, und hält uns immer wieder als Beweis für unsere abgrundtiefe Schlechtigkeit vor, wie viele Resolutionen wir mißachtet haben. Hat sich mal jemand Gedanken über diese verkorkste Beziehung gemacht? Falls ja, hier ein bißchen Stoff zum Nachdenken, heute mit Ingrimm aus der JPost gefischt.
We have to work with the Lebanese government to extend its authority over southern Lebanon… The Lebanese government has indicated to me that already they’ve put in a thousand troops, and others will follow as the UN also moves down, and we will re-enforce the UN troops on the ground…
Das klingt doch gut, nicht wahr? Ich bin ganz dafür, die Autorität der libanesischen Regierung auf den Süden auszudehnen, endlich.
Let me say that Hizbullah… is a player in the south of Lebanon… I did tell Mr. Nasrallah that Hizbullah exercised restraint, responsibility and discipline after the withdrawal, and that we would want to see that continue, and I’m sure from the indications that he gave me that he intends to do it.
Ja wann hatte er denn Gelegenheit, mit Mr. Nasrallah zu sprechen? Habe ich hier etwa einen irrsinnigen Scoop, den ihr bei mir zuerst lest?
Ach so. UN Secretary-General Kofi Annan, with prime minister Ehud Barak, June 21, 2000
Wer wissen will, wie viel wir von den Versprechungen der UN halten, von ihrer Objektivität und ihrem Einsatz zugunsten aller Beteiligen, der soll sich den Artikel durchaus mal zu Gemüte führen. Vielleicht sehen wir dann ja nicht mehr aus wie der Heinerich, der arge Wüterich, als der wir so gern dargestellt werden. Ich persönlich glaube diesem Anan kein einzig Wort mehr. Tja.
Schwere Stunde Juli 19, 2006, 21:46
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Zwei kleine Jungen sind heute in Nazareth von einer Rakete getroffen worden und sind tot - Brüder. Sie spielten draußen, während den ganzen Tag die Raketen fielen. Sofort versammelten sich viele zornige israelische Araber und klagten: warum gab es bei ihnen keine Sirene? Warum hat keiner sie informiert? Warum wußten sie nichts von der Lage im Land?
Sie beschuldigen natürlich, wie sonst, die Regierung, die sie diskriminiert. Die Medien sympathisieren mit ihnen, wie könnte man auch anders, wenn man das Loch im Boden, das Blut am Boden sieht und an die Eltern denkt, die zwei kleine Jungens begraben müssen. Da fragt man doch sofort, warum? warum?
Aber trotzdem steigen die Fragen in mir auf. Wer fernsieht, und vielleicht mal was anderes als Al Jazeera, hat keine Probleme, auf allen Kanälen Informationen zu finden. Und wenn jemand meint, sein Ivrit reicht nicht aus, um die Informationen zu verstehen (aber beschweren können sie sich auf Ivrit, sie sprechen alle ausgezeichnetes Ivrit), dann kann man zum Beispiel im Internet Informationen finden. Es werden pausenlos Informationen gegeben, ja man hat Mühe, überhaupt was anderes zu empfangen.
Aber schlimmer finde ich, daß die arabischen Knesset-Abgeordneten und Bürgermeister ihre Wähler komplett im Stich gelassen haben. Jeder kennt die Bürgermeister von Sderot, Nahariya, Haifa - sie drängen sich geradezu ins Rampenlicht, um für ihre Bevölkerung die jeweils besten Startbedingungen beim Kampf ums Budget rauszuschinden, um allen klarzumachen, was ihre Stadt mitmacht, und um ihren Bürgern per Fernsehen Mut zuzusprechen und sie zu loben.
Die arabischen Bürgermeister, obwohl eindeutig in der Feuerlinie und von Anfang an betroffen, habe ich nicht gesehen, und bekanntlich pflüge ich alle Kanäle auf der Suche nach dem Update. Und bei der großen Sympathie der Medien für die arabischen Minderheiten bin ich sicher, wenn der Bürgermeister von Nazareth gewollt hätte, wäre er zur Primetime im Fernsehen gewesen, um seine Bürger zu informieren. Aber viele dieser Bürger haben sich anscheinend so weit abgekoppelt, daß sie nicht mal wußten, daß man an diesen Tagen kleine Kinder nicht draußen spielen läßt. (Natürlich kann trotzdem eine Rakete in ein Haus einschlagen - aber die kleinen Jungens wären noch am Leben, hätten die Eltern sie im Haus gehalten!)
Und die arabischen Politiker? Haben die sich auch stumm zurückgehalten? Aber nein, die hatten air time genug, aber die ging dafür drauf, die Regierung anzuklagen, sich mit der Hisbollah zu solidarisieren und ihre politischen Schäfchen ins Trockene zu bringen. Keiner von ihnen hat den Mumm gehabt, zu sagen: Freunde, ob wir diese Juden nun mögen oder nicht, wir sitzen mit ihnen in einem Boot, und das Boot ist gerade Sturm. Und da verhält man sich folgendermaßen:….
Nein, ich will nicht verteidigen, was nicht zu verteidigen ist. Daß hier sämtliche Minderheiten-Sprachen nicht prominent genug vertreten sind, kann niemand leugnen - und äthiopische Neueinwanderer können viel weniger Ivrit als die Araber von Nazareth, die wohlhabend, gebildet und hier ansässig sind. Trotzdem gibt es keine regelmäßigen Durchsagen auf Amharit, oder auf Russisch, oder meinetwegen auch Deutsch. Es gibt auch viele alte Leute, die nur mit Mühe Ivrit verstehen.
Aber wie immer stört es mich, wenn automatisch an allem, aber wirklich allem, die jüdische Mehrheit schuld sein soll. Ist denn niemals ein Araber imstande, sich hinzustellen, meinetwegen mit bedröppeltem Gesicht, und zu sagen: “liebe Familie Taluzi, ich als Bürgermeister von Nazareth hätte euch warnen sollen. Ich hätte euch erklären sollen, daß viele Raketen ohne vorherige Warnung fallen, daß es Fehlwarnungen gibt, daß alle im Haus bleiben müssen. Ich hätte die Bunker instand setzen lassen müssen, ich hätte gucken sollen, was Jacky Sabag in Nahariya und Yona Yahav in Haifa machen, und hätte es genauso machen sollen. Glaubt mir, liebe Bürger, ich werde alle Versäumnisse von anderen aufdecken und verfolgen, aber ich kann nicht verschweigen, daß ich Verantwortung hatte und versagt habe. Verzeiht mir, denn eure Söhne könnten nochleben, hätte ich meine Pflicht besser wahrgenommen. Und hätte ich die Sirene nicht abgestellt, damit sie am Holocaust-Gedenktag und am Soldaten-Gedenktag nicht heult . Oder hätte ich sie zumindest nach den ersten Raketen wieder angestellt.”
Und zur Frage, warum keine Sirene geheult hat. Das war keine Absicht, um Araber sterben zu lassen, und auch keine Nachlässigkeit von Seiten der Leute, die für das Warnsystem zuständig sind. Denn für die Sirene ist die Stadtverwaltung zuständig. Außerdem sind ähnliche Pannen überall vorgekommen: wenn Raketen auf Nahariya fielen, ging in Haifa die Sirene, und umgekehrt. Da ist keine böse Absicht dahinter. Es ist nun mal nicht wie im zweiten Weltkrieg, wo die Geschwader von Bombern langsam übers Land brummten und noch Zeit war, genauer zu warnen. Die Raketen fliegen schnell, keiner weiß genau, wo sie ankommen. Oft beschweren sich Leute, daß erst die Rakete kommt und dann die Sirene.
Aber hat jemand schon mal so einen Politiker reden gehört? Höchstens Yossi Sarid ist imstande, zu sagen, “ich war ein Idiot, aber das hat meine Frau ja immer schon gewußt”. Na, aber der ist ja wirklcih eine Ausnahme (und außerdem weiß er recht gut, daß er kein Idiot ist, und hat das nur kokett-zynisch dahingesagt).
Und dann kommen neue Bilder aus Nazareth. Die zornigen Menschenaufläufe toben durch die Straßen, von Schmerz und Wut zerrissen. Die Polizisten flehen sie geradezu an, sich in Sicherheit zu bringen, “das Home front commando hat angeordnet, daß keine Menschenmengen auflaufen sollen, das ist gefährlich!”, aber die Menschen hören nicht auf sie. Sie gehen nicht in die Häuser. Aber wenn jetzt eine Rakete auf sie fällt, chas ve chalila, wer wird es schuld sein? Bestimmt nicht die Leute selbst. Und das, das stört mich. Ich weiß nicht, ob das was mit der arabischen Mentalität zu tun hat, und ich weiß nicht, ob ich so politisch inkorrekte Dinge überhaupt sagen sollte.
Aber ich sage es doch: wenn ihr auf den Straßen von Israel große Familen seht, deren Kinder nicht angeschnallt sind, dann sind das fast immer arabische Kinder. (Und alle Studien weisen nach, daß das Risiko arabischer Kinder, im Straßenverkehr u sterben, fünfmal höher ist als das jüdischer Kinder.) Nein, nicht weil kein Geld für Kindersitze da ist - auch in großen teuren Autos werden Sicherheitsvorschriften mißachtet. Die Autofahrer in Israel haben alle eine Hummel in der Mütze, aber in arabischen Orten ist es geradezu selbstmörderisch. Immer wieder werden Kinder auch von Familienangehörigen überfahren, erst vor zwei Wochen. Es sind fast immer Araber (oder streng religiöse Familien, das ist wirklich so!!!). Ich verfolge das schon seit Jahren und kann keine vernünftige Erklärung finden.
Verkehrsregeln werden vielleicht als Einengung der persönlichen Freiheit angesehen oder aber als Diskriminierung (oh, da hab ich im alten Blog mal drüber geschrieben, such ich morgen), und ich wundere mich jedes Mal, warum die Gemeinde keine vernünftigen Bürgersteige baut. Nein, es ist nicht alles Diskriminierung, auch wenn ohne Zweifel Diskriminierung herrscht. Übrigens hat mein Schwiegervater einen guten Freund in einer arabischen Stadt, der zum Thema “unsere Verwaltung und Politiker” harte Worte zu sagen hat. Ich wünschte, er wäre Bürgermeister. Dann wäre das Unglück vielleicht zu vermeiden gewesen.
Gerade wird durchgesagt, daß sich viele arabische Bürger gemeldet haben und um arabische Heftchen gebeten haben, wie sie sich in Krisensituationen zu verhalten haben. In der Tat hätte das schon längst geschehen sollen - aber nicht auf Anregen der Bürger selbst, sondern ihrer gewählten Vertreter.
Ach ja, und zur Frage, warum sie keine Schutzräume haben: seit 1982 ist in Israel Vorschrift, in jedes neue Haus solche Räume einzubauen, Mamad heißen die Dinger. Unser Haus ist aus den 70er Jahren, und wir haben kein Mamad. In arabischen Städten wird oft ohne Genehmigung gebaut, und der Staat will sich nicht mit den arabischen Bürgern anlegen (was ja oft die Siedler so fuchst, die sagen: “was regt ihr euch über unser illegales Bauen auf, guckt mal, was in den arabischen Städten los ist!” aber da drücken die Behörden viel eher ein Auge zu, nicht nur arabische Behörden). Also liebe und mir von Herzen werte arabische Mitbürger, entscheidet euch: entweder ihr macht es wie die Juden und baut neue Häuser NUR mit Mamad (und was für prächtige Häuser stehen in den arabischen Städten!). Dann seid ihr geschützt. Oder macht so weiter wie bisher, baut wild und ohne Aufsicht, weil sich die Behörden nicht mit euch anlegen wollen und euch entgegenkommen wollen oder weswegen auch immer - aber dann beschwert euch auch nicht, daß ihr kein Mamad habt.
Erst ungenehmigt bauen und dann sich beklagen, daß ihr keine Schutzräume habt - das ist ein bißchen unfair.
Ja, auch in so schweren Stunden geht mir das durch den Kopf. Und glaube keiner, ich bin Opfern aus Nazareth gegenüber mitleidlos. Im Gegenteil. Ich habe eiskalte Angst bekommen und gedacht, “welche Familie? welche Familie?” Denn ich kenne gar nicht wenige Famillien in Nazareth, eine meiner liebsten Freundinnen vom Studium ist dort verheiratet, ich habe Dutzenden von StudentInnen dort und Y. KollegInnen, und wir können nie durch Nazareth gehen, ohne Bekannte zu treffen. Aber so wie ich es mir selbst nicht leicht mache, so mache ich es auch diesen Menschen nicht leicht.
Nichts ist hier so leicht, wie es aussieht. Ach, mein Nazareth beschossen.
PS: Es hat mir keine Ruhe gegeben, obwohl ich leider kein Arabisch kann, hab ich mal nachgeguckt, ob es wirklich keine arabischen Informationen gibt. (Übrigens hat auch uns niemand ein Heftchen verteilt, aber gut…) Also, auf einer amtlichen Website mit Informationen über Katastrophensitutionen gibt es einen Link zu identischen Seiten auf Ivrit und Arabisch. Ja, und da strande ich dann. Die Buben werden gerade begraben. Ach, eigentlich müßte man hinfahren, aber ich kann mich von meinen Kindern nicht losreißen. Aber ich denke dran.
Und nein, wir photographieren unsere Opfer nicht, obwohl wir im Laufe der Jahre zerrissene, verstümmelte Leichen en masse hätten vorweisen können, aber wir tun das nicht. Kavod la met, Respekt vor den Toten. Auch die Bilder der Brüder Taluzi werden nicht gezeigt werden.
Sommerregen Juli 19, 2006, 18:06
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fällt nun auf uns - Namen haben Macht. Den ganzen Tag regnen Raketen auf uns, Geschosse auf die Soldaten an der Grenze und Bomben auf die Menschen im Südlibanon.
Es begann mit Raketen, die auf Häuser von Arabern in Haifa fielen. Es wurde niemand verletzt, großes Glück. Eines der Häuser ist der Neubau eines jungen Paares, die junge Frau war allein zuhause.
Dann war der gesamte Gush Dan (Region um Tel Aviv) lahmgelegt mit Staus, weil auf der Suche nach einem Selbstmordattentäter sämtliche Straßen gesperrt wurden. Es dauerte Stunden, der Terrorist wurde gefunden, Gott sei Dank.
In Haifa gehen wieder die Sirenen los, zum sechsten oder siebten Mal heute. In anderen Gegenden, Carmiel, Tiberias, Zfat und anderen kleinen Orten, fielen sie ebenfalls.
In Nazareth, dem arabischen Teil der Stadt, sind zwei Kinder bei einem Direkteinschlag gestorben. Ich habe sofort gedacht, “zu der Beerdigung muß eigentlich jemand von der Regierung erscheinen, um den israelischen Arabern klarzumachen, daß wir in einem Boot sitzen, daß sie ein wertvoller Teil des Staats sind”. Die entsetzlichen Fehler vom Oktober 2000 können nie wieder gutgemacht werden, aber man braucht keine neuen Fehler zu machen.
Dauernd Neues. Ich wußte schon aus dem Internet, daß zwei Soldaten in Avivim gefallen sind. Da waren den ganzen Tag starke Kämpfe. Die Hisbollah fühlt sich im Bodenkampf sicher, sie würden die Armee gerne in eine Bodenoffensive locken. Ich verstehe nicht genug davon, um zu sagen, wie es weitergeht.
Ich weiß nicht, ob wir verschont bleiben. Y. hat auf dem Weg eine Rakete einschlagen gesehen, nicht weit von uns entfernt. Mal sehen, wie es weitergeht.
Mal gucken, Juli 19, 2006, 10:10
Posted by Lila in Land und Leute.2 comments
ob er nicht schon heute abend wieder zurück zuhause ist. (Update: Erleichterung, er kann heute abend zurückkehren, muß da nicht schlafen, es ist ja nicht weit.)

Jedenfalls ist er unterwegs zu einer Arbeit, die er gelernt hat und die ihm Spaß macht. Er geht freiwillig.
Tausende von Familienvätern ziehen so davon, mit ihren Taschen und einem gelassenen Gefühl. Y.s Generation sind die Veteranen des Libanonkriegs, und wenn es jemanden gibt, der weiß, wie katastrophal eine Bodenoffensive sein könnte, dann sind es diese Männer. Reservisten in Y.s Alter, die aus dem zivilen Leben kommen und zuhause Frau und Kinder haben, sind die friedfertigsten und am wenigsten waffengeilen Soldaten, die man sich vorstellen kann. Die Motivation ist diesmal hoch, weil alle spüren, daß wir unsere Nordgrenze, diese vollkommen legale und klare Grenze, verteidigen dürfen, können, ja müssen. Aber ein Mann wie Y. hat keinen Spaß und triumphiert nicht, wenn auf der anderen Seite Menschen verletzt werden.
Er wird übrigens im Norden in einer Kommandozentrale sitzen, gut geschützt. Ich bin nicht besorgt um ihn, Schlimmeres als Bartstoppeln und Übermüdung drohen ihm nicht. Da es bei uns bisher ganz still geblieben ist und die Hisbollah uns noch nicht mit ihrer Aufmerksamkeit bedacht hat, gehen wir davon aus, daß wir wirklich nicht in der Feuerlinie liegen. Daher geht das Leben hier normal weiter, mit Arbeit, Einkaufen, Schwimmbad, Garten…
Also alles nicht so schlimm, wie ich gefürchtet habe. Möge es bald vorbei sein!
Und wer sich für eine ganz einzigartige Sicht der Dinge interessiert: in der JPost kommen Soldaten der Südlibanesischen Armee zu Wort, Männer, die Israels treue und sehr tapfere Mitkämpfer gegen die Hisbollah waren, und für die der Rückzug aus dem Libanon die Flucht aus der Heimat bedeutete. Unser Staat hat nicht gewußt, was er mit ihnen anfangen sollte, es hat viel zu lange gedauert, bis sie vernünftig integriert wurden. Für sie würde die Zurückdrängung und Entmachtung der Hisbollah die Möglichkeit bedeuten, in ihre Heimat zurückzukehren.
“We are with the IDF in its action against Hizbullah,” said Peter, who asked that his last name not be used. “We are not with the Israeli government in what they are doing to our country or our people.” Still, he urged the IDF to “finish what it started,” fingering Israel for creating Hizbullah by its occupation of southern Lebanon in the 1980s.
Abou Raseh said that a ceasefire now would be the equivalent of giving a cancer patient painkillers. “We don’t need morphine,” he argued. “We need to operate.” (Noch jemand, der medizinische Metaphern einsetzt!)
Despite her hope that Israel would succeed in erasing Hizbullah, Marline Abou Rad said her expectations were low, since Israel had taken “half-steps” in the past but always allowed Hizbullah to rebuild in the end. She asked why Israel hadn’t moved against Hizbullah long ago: “What were they waiting for?”
Auch das ist ein Aspekt dieser Auseinandersetzung.
Guck dir diese Blogger an! Juli 19, 2006, 8:57
Posted by Lila in Bloggen.3 comments
Channel 2: sie haben einen Blogger eingeladen, der erzählen soll, was ein Blog überhaupt ist, und zeigen Beispiele von Dialog zwischen libanesischen und israeilischen Bloggern. Die Journalisten haben keine Ahnung von Blogs und lächeln beim Interview. (Jonathan Klinger, der meine ungenau recherchierten Angaben netterweise korrigiert hat.)

(Jonathan, Bild von seiner Website geklaut, wo er über die Blogger-Berichterstattung in den “klassischen Medien” schreibt)
Channel 10: sie haben einen Blogger eingeladen, der erzählen soll, was ein Blog überhaupt ist, und zeigen Beispiele von Dialog zwischen libanesischen und israeilischen Bloggern. Die Journalisten haben keine Ahnung von Blogs und lächeln beim Interview. (Ami Ben Bassat schreibt auf Englisch, zumindest diese Post über den Krieg, und es liest sich interessant - viele weiterführende Links, auf denen man Stimmen hören kann, die in Channel 10 sonst nie auftauchen würden!)
Channel 1: kein Blogger weit und breit, dieser Kanal ist noch fest in den 80ern verwurzelt, sogar vom Studiodesign und der Lichtqualität her! Deswegen gucke ich ja gern ihre kulturellen Sendungen und bin ein eiserner Fan von Dudi Vitzthum. Aber bloggen, das kennen sie nicht. Wenn ein Blogger in Channel 1 auftreten wird, dann ist wohl das Bloggen so banal geworden, daß man erwägen sollte, damit aufzuhören!
Ja ja, wir sind Amateure, wir haben keinen weiten Blickwinkel, wir haben keine professionelle Ehtik, wir sind putzige kleine Äffchen, die vor den Augen aller Welt in ihrem Käfig turnen. Ich kaue an der Frage, ob professionelle Journalisten zwangsläufig “wahrer” sind als wir. Vielleicht ist ihr Käfig nur größer und besser ausgestattet. Aber Wahrheit? Ich verstehe heute Wahrheit als Annäherung, eine niemals vollständige Summe von Stimmen, die vermutlich nur die Erdnuß wahrnimmt, wenn sie von Käfig zu Käfig fliegt…
Es darf geschunkelt werden Juli 19, 2006, 1:03
Posted by Lila in Bloggen.4 comments
Der Kölner Stadtanzeiger gehört zu meinem Bookmarks-Folder “newspapers”, aus Anhänglichkeit an die alte Heimat. Und heute abend, ha!, beim letzen News-Jäten, finde ich einen Artikel über israelische und libanesische Blogs in Zeiten der Bomben und Raketen! und dieser Artikel ignoriert mich! mich, die rheinischste aller nahöstlichen Frohnaturen! o Frevel! Bevor mir aber der Hals schwoll (SO´n Halls), sah ich mein Blog als Link aufgeführt. Nun hoffe ich also, daß die Rheinländer das demographische Übergewicht in diesem Blog gewinnen. Dann wachchtet die Weltherrschaft!


