Gedanken zum Thema Libanon November 10, 2009, 17:15
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Große Freude herrscht rundherum über die Regierungsbildung im Libanon.
Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon zeigte sich zufrieden über die Bildung einer Regierung der nationalen Einheit. Ban hoffe, dass die politischen Führer des Libanon weiter im Geiste der Einheit, des Dialogs und der Zusammenarbeit kooperieren werden, hieß es in einer Mitteilung der Vereinten Nationen vom Montag in New York.
Frankreichs Staatspräsident Nicolas Sarkozy übermittelte dem libanesischen Ministerpräsidenten Saad al-Hariri seine „herzlichen und freundschaftlichen Glückwünsche“. Die italienische Regierung bezeichnete die Einigung als „sehr positive und ermutigende Nachricht für die Zukunft des Libanon und des gesamten Nahen Osten“.
Ich meine mich zu erinnern, daß etwas gedämpftere Freudenjuchzer Netanyahus Wahl begleiteten. Was so erfreulich daran sein soll, daß die Hisbollah nun in der libanesischen Regierung sitzt, frage ich mich – aber der Rest der Welt scheint das herrlich zu finden. Na ja, vermutlich sind sie froh, daß die Hisbollah die Wahlen nicht gewonnen hat… und das bin ich auch. Ich kann mir auch denken, daß Hariri selbst nicht sehr begeistert ist.
Na, wollen wir das beste hoffen. Die Gerüchteküche zum Thema „Israel plant einen Angriff auf den Libanon“ blubbert jedenfalls weiter. Was soll das bedeuten? Vielleicht, daß die Hisbollah selbst eine Aktion plant und davon ablenken will oder die Welt samt Presse darauf vorbereiten will, Israel wieder in der Rolle des bösen, bösen Aggressors zu zeigen. Wie das letzte Mal, ach ach ach! Daß die Israelis sich so ungern beschießen lassen! Nach acht oder neun lächerlichen Jährchen Beschuß und Entführungen schlagen sie dann brutal zurück! Schlimm, schlimm… da kann man sich schon mal wohlig warmschreiben im Ausmalen des israelischen Angriffs.
Ich hoffe, daß sich das Szenario von vor drei Jahren, Zarit-Shtula und so weiter, nicht wiederholt. Die Theorie meines Mannes war ja damals, daß die nächste Eskalation erst kommt, wenn es sich für die Gegenseite lohnt, i.e., wenn der Iran dat Bömbschen hat. Mal gucken, ob er Recht hat.
Eines aber muß man zugeben: Samir Kuntar ist frei. Die Hisbollah hat ihr Kriegsziel von damals erreicht. Wir haben aber auch was erreicht: relative Ruhe im Norden. Bisher.
Geständnis November 8, 2009, 14:06
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Vor ungefähr einer Woche habe ich den Eintrag verfaßt, den ich jetzt erst veröffentliche – eigentlich alles noch nicht ganz spruchreif, aber ich kann doch nicht immer weiter schweigen… Und gerade beginnen die Gerüchteküchen wieder zu brodeln, diesmal aber präziser als letzte Woche beim Spiegel: es ist die Hisbollah, die aufrüstet, und nicht Israel. Ganz wie ich gesagt habe. Die Hisbollah rüstet nicht nur mit Waffen auf, sondern auch mit Hetze gegen Israel und Ausstreuen einer ganz gehörigen Portion Hysterie. Das Ergebnis werden wir sehen, wenn die Hisbollah angreift und Israel sich wehrt. Dann werden wieder die Kommentare bei mir reinflattern: oh böses, unmenschliches Israel! Bis dahin wohnen wir schon an der Grenze, nehme ich mal an.
Und hier nun der Eintrag von letzter Woche:
Na gut, wenn es schon so weit ist und wieder geunkt wird, daß der nächste Schlagabtausch zwischen Israel und dem Libanon bevorsteht…. (was ich für kompletten Unfug halte, denn bisher hat Israel nichts getan, als klein-klein zurückzuschlagen, weil von Zeit zu Zeit Raketen auf dem Libanon auf israelisches Gebiet abgefeuert werden – muß sich eigentlich ein souveräner Staat sowas in anderen Weltgegenden gefallen lassen? Der ganze Artikel atmet förmlich die paranoide Angst vor Israel, das man mit zahllosen Nadelstichen piekst, um dann aufzuschreien, wenn der Bär erwacht…) … also da kann ich ja nun mein Geständnis loswerden.
Mich freuen diese Gerüchte eher, denn dadurch fallen die Grundstückpreise im Norden vielleicht noch ein bißchen. Wer mich kennt, weiß, wie fern mir solche Spekulationen eigentlich liegen. Es muß also ein guter Grund dafür vorliegen, wenn ich auf Grundstückpreise schiele. Und in der Tat gibt es einen guten Grund dafür: wir wollen den Kibbuz verlassen und uns ganz oben, an der libanesischen Grenze, am Rande der Welt ansiedeln.
Wir haben seit der halben Privatisierung des Kibbuz den Spaß am Leben hier verloren, und wir wollen uns dem Hauen und Stechen entziehen, mit dem die vollständige Privatisierung (Grund und Boden werden verteilt) einhergehen wird. Auch wenn wir dabei unsere Rechte auf Grundbesitz im Kibbuz verlieren und auf alle Ansprüche bei der Verteilung verzichten müssen – das ist es uns wert. Wir wollen in der Wildnis leben, auf eigene Rechnung. Die ganzen Jahre hat es uns nicht gestört, Kibbuzniks zu sein, im Gegenteil. Das System kam uns immer gerecht und fair vor, und wir haben gern einer des anderen Last mitgetragen. Doch der Kibbuz ist kein Kibbuz mehr, die Lasten rutschen und schwanken, und wir haben auf einmal große Lust, nach Jahrzehnten der Stabilität mal die Luft der Veränderung zu schnuppern.
Unsere Kinder, für die dieser Entschluß ebenfalls Konsequenzen haben wird, sind erstaunlicherweise begeistert. Die Aussicht, ein bißchen mehr Platz im Haus zu haben, und wirklich in der Wildnis zu leben, direkt am Grenzstreifen, in einem Paradies für wilde Tiere – das gefällt ihnen. Die Aussicht vom nördlichen Gebirgszug ist atemberaubend. Nach Norden ist das nächste Dorf schon im Libanon, nach Süden streckt sich die Küstenlinie. Gegen Osten sieht man Berge mit Wald. Die ganze Gegend ist bewaldet. Und ich wollte doch immer schon im Wald leben.
Bisher war unsere nächste erreichbare Stadt Yokneam – auch mit nachsichtigen Augen betrachtet ein häßliches und langweiliges Örtchen mit spärlicher Anbindung an den Rest der Welt. Wenn wir umziehen, wird die nächste Stadt aber Nahariya sein – eine wunderhübsche Stadt am Meer, mit echter Innenstadt und einer sehr netten Atmosphäre. Noch dazu ist es Tertias Geburtsstadt. Bei der Aussicht, eine Stadt mit Bahnhof und großem Busbahnhof, Meer und Promenade in der Nähe zu haben, leuchteten alle Augen.
Unsere Gegend hier, die am Ende der Welt lag, als ich hier hin zog, hat in den letzten Jahren mehr und mehr ihren ländlichen Charakter verloren. Die Straße Nr. 6, die Pläne für ein neues industrielles Zentrum ganz in der Nähe, der enorme Zuzug nach Yokneam, jede Menge Neubauten von Einkaufszentren, einem Kraftwerk und neuen Wohnsiedlungen fast überall um uns herum – langsam wird aus dieser grünen, idyllischen und wunderschönen Gegend eine Art Vorgarten von Netanya und Hadera. Wir lieben diese Gegend, aber sie verändert sich. Und Y. lebt hier sein ganzes Leben. Er hat die Idee ausgebrütet, uns ebenfalls zu verändern. Er arbeitet ja jetzt im Norden und wird es näher zur Arbeit haben. Und für mich sind meine Arbeitsplätze auch erreichbar – ich arbeite ja sowieso die meiste Zeit zuhause.
Secundus werden wir so kurz vor dem Abitur natürlich nicht verpflanzen. Er wird ein Zimmer im Kibbuz oder im Internat bekommen, bis er das Abi hat, und dann zu uns stoßen. Primus braucht uns sowieso nur alle paar Wochen am Wochenende, und obwohl er sein Zimmer im Kibbuz ungern aufgibt, hat es auch für ihn Vorteile. Die Mädchen sind erstaunlich bereit, die Schule zu wechseln – irgendwie fühlt es sich an, als hätten wir alle auf eine Veränderung gewartet.
Wir sind noch mitten in der Planung, und vieles kann noch schiefgehen. Aber in groben Zügen sieht unser Plan so aus: wir ziehen in etwa einem Monat (hoffentlich zu Chanukka, wenn die Kinder Ferien haben) in ein geräumiges Haus mit Seeblick. Sobald Secundus das Abi hinter sich hat (in einem halben Jahr), zieht er hinterher. Und wir sind nah an der Baustelle unseres neuen Hauses, das wir von A bis Z selbst planen können. Es wird ein ökologisches Haus, ein Niedrigenergie-Haus mit Sonnenenergie, Verwendung von „grauem“ Wasser, vernünftig gedämmt – was in Israel gar nicht selbstverständlich ist. In anderthalb Jahren soll es fertigwerden, und dann ziehen wir noch einmal um.
Wir sind noch mitten in den Verhandlungen mit dem Sekretär des Kibbuz, der ein guter persönlicher Freund von mir ist – Y. überläßt mir die Verhandlungen, weil er es mit diesem Mann „nicht so gut kann“. Der Sekretär rief mich vorgestern an und meinte: „ich hoffe, du glaubst mir, daß ich mit niemandem darüber gesprochen habe – aber der ganze Kibbuz weiß schon, daß ihr wegziehen wollt“. Ich konnte ihm versichern, daß ich ihn keinen Moment in Verdacht hatte. „Quarta hat es nur im Vertrauen ihrem besten Freund Eliran Weintraub erzählt“, und dann kichern wir beide. Elirans Mutter ist eine nette Frau, nur leider etwas, hm, gesprächig. Sie hat uns tatsächlich angerufen, um zu fragen, ob die Gerüchte stimmen und wir wirklich… Oh, Kibbuz. Danke, Elirans Mama, daß du mich daran erinnert hast, weswegen es ganz gut sein wird, auch mal andere Luft zu atmen.
Musik für einen Herbsttag Oktober 31, 2009, 10:44
Posted by Lila in Muzika israelit, Uncategorized.7 comments
Ich bin zu faul, nachzugucken, ob ich die schon mal hier reingestellt habe… Arik Einstein, Aviv Gefen, Ivri Lider.
Endlich, endlich Oktober 31, 2009, 7:16
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ist der Herbst auch bei uns angekommen. Vor meinem Fenster färben sich die Blätter endlich ein bißchen bräunlich, und seit gestern regnet es praktisch ununterbrochen. Über dem ganzen Land hängen dicke Wolken – wir waren gestern auf einem Berg, während dort der Himmel aufbrach, konnten wir es sehen – eine wunderbar riesige Schicht von Muhme-Rumpumpel-Wolken über der Küstenebene.
Wir sind sehr beschäftigt und es tut sich einiges bei uns. Noch kann ich aber nicht davon sprechen, ich will ja nichts beschreien oder jinxen. Aber drückt mal vorsichtshalber die Daumen, schaden kann es nicht.
Wenn ich sehe, wie draußen alles naß glänzt, und das Prasseln der Tropfen auf dem Vordach höre, kann ich mir nur Gutes für die Zukunft vorstellen.
Um die Ecke, gewissermaßen Oktober 27, 2009, 23:19
Posted by Lila in Presseschau.5 comments
Eigentlich ist der Frieden im Nahen Osten doch zum Greifen nahe, oder? Würden die dussligen, starrköpfigen Israelis nur die Armee und Siedler aus den besetzten Gebieten abziehen, dann wäre sofort alles in Ordnung.
So zumindest kommt es einem vor, wenn man ausländische Nachrichten verfolgt. Tut man sich und seiner Seelenruhe dagegen den Bärendienst und konsumiert man auch Zeitungen wie Haaretz, sieht es leider wieder ganz anders aus.
Following a conflagration of violence at Temple Mount in Jerusalem on Sunday, Hamas political leader Khaled Meshal declared that „Jerusalem’s fate will be decided with jihad (holy war) and resistance, and not negotiations.“
Das hat Khaled Mashal gesagt, derselbe Mashal, den Carter so warm als Friedensbringer gepriesen hat. (Interessant auch, wenn man die Geschichte ein bißchen weiterverfolgt, daß Obama, damals noch vor seiner Wahl, sich gegen Gespräche mit Organisationen aussprach, die Israels Zerstörung auf ihre Fahnen geschrieben haben – das war eben noch Wahlkampf, und die jüdischen Wähler in den USA wählen nun mal überwiegend demokratisch, und da wollte man sie nicht vergrätzen… sooo anders als andere Politiker ist Obama anscheinend doch nicht…. )
Kurz und gut, die Hamas denkt gar nicht daran, Verhandlungen irgendeine Chance zu geben. Was nicht bedeutet, daß sie nicht von Israel Zugeständnisse aller Arten einfordert. Aber das heißt dann noch lange nicht, daß auf die Erfüllungen dieser Forderungen der wunderbare Friede erfolgt, den alle so heiß ersehnen, als hinge der Weltfrieden daran (was natürlich eine schöne Illusion ist).
Wieso stehen solche Meldungen eigentlich nicht in allen Zeitungen, die sonst jeden umgefallenen Sack Humus in Israel oder den besetzten Gebieten verfolgen? Ich habe dafür einfach keine Erklärung….
(Meldung gefunden: bei Lozowick, wieder mal. Ich bemühe mich ja, schlechten Nachrichten aus dem Wege zu gehen, aber beim Blog-Lesen holen sie mich dann doch wieder ein…)
Zivilisten mit Raketen beschossen! Oktober 27, 2009, 22:36
Posted by Lila in Presseschau.8 comments
Tropfenweise Oktober 27, 2009, 22:00
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Wer mich kennt, weiß, daß ich Regen sehr gern mag. Das war schon so, als ich in Deutschland gelebt habe, aber es hat sich sehr verschärft, seit ich hier lebe. In einem Land, in dem die Wettertante im Fernsehen mit strahlendem Lächeln nicht etwa Sonnenschein in Aussicht stellt (danke, davon haben wir viel zu viel), sondern EVENTUELL „gegen Abend ein paar Tropfen Regen (tiftufim kalim) im Norden“. Und normalerweise muß sie am nächsten Tag erklären, warum die versprochenen Tröpfchen ausgeblieben sind.
Gestern abend aber, als es schon dunkel war, fielen tatsächlich ein paar Tropfen. Meine treue Freundin rief mich sofort an – „geh schnell raus, es regnet!“ Quarta, schon im Nachthemd, und ich, mit Gummihandschuhen (warum hab ich keine Kittelschürze?) rasten sofort nach draußen, um keinen Tropfen zu versäumen. Wir stellten uns auf die Wiese und freuten uns. Ganze drei Minuten dauerte es, und es waren nur ein paar dicke, staubige Tropfen. Aber ach, wir hoffen auf mehr. Die rissige, ausgetrocknete Erde, die grau raschelnden Bäume ebenfalls…
Ein Gelöbnis Oktober 27, 2009, 21:55
Posted by Lila in Kibbutz, Kinder, Katzen.9 comments
Primus´ Sanitätskurs ist schon vorbei, heute war der feierliche Abschluß in der Basis Zrifin in Rishon le Zion (im Bahad 10, dem Ausbildungslager des Sanitätsdiensts). Wir saßen mit einer ganzen Menge sehr stolzer Eltern und sahen zu, wie in der warmen Herbst-Abendsonne unsere Söhne und Töchter feierlich einmarschierten. Ich bin ja nicht der militärische Typ, und mich erinnert die schmissige Musik immer an Colonel Hathi und die Dschungelparade. Zu meiner Freude war der Einmarsch zwar keine Dschungelparade, aber auch kein Spektakel wie in China – es wird wohl mehr Zeit mit sinnvolleren Dingen verbracht als haarscharfem Exerzieren.
Es gefiel mir besonders, daß in diesem Kurs Angehörige aller möglichen Abteilungen der Armee zusammen gelernt haben. Sie werden nun alle in ihre Einheiten zurückkehren. Am auffallendsten sind natürlich die Soldaten der Marine, in blendend weißen Uniformen. Den Fallschirmjägern mit ihren roten Baretten schenkten Y. und ich auch ein paar freundliche Blicke – sie tragen auch die rotbraunen Stiefel der Kämpfer. Ansonsten sind sie natürlich olivgrün wie die ganze Infanterie. Die Luftwaffe, inklusive Primus, trug ihre sandfarbene „beste“ Uniform A (die Ausgehuniform – denn die Alltagsuniform ist ebenfalls grün). So war es ein schönes buntes Bild. Natürlich Mädchen und Jungens, äh, junge Männer und Frauen gemeinsam.
Wir sahen also zu, wie diese gemischte Gruppe sich geduldig mehrere Reden anhörte, wie die Besten unter ihnen ausgezeichnet wurden (50% junge Frauen, obwohl sie im Kurs deutlich weniger waren), und sangen mit ihnen die HaTikva. Dann wurden Nadeln verteilt – Primus hat schon eine ganz hübsche Sammlung davon auf dem Hemd. Heute also ein „Würmchen“, wie die Äskulap-Schlange genannt wird. Die Kursleiter nahmen jeden Teilnehmer in den Arm, jeder kriegte ein paar persönliche Worte mit. Eine sehr herzliche Atmosphäre.
Dann wurde der Eid abgelegt.
אני, חייל בחיל הרפואה של צבא ההגנה לישראל
נשבע היום הזה -
להושיט יד עוזרת לכל פצוע ולכל חולה,
אם נקלה ואם נכבד, אם אוהב ואם אויב -
ולכל אדם באשר הוא אדם.אני נשבע להביא מרפא וצרי לגוף ולנפש,
לשמור סוד, אמונים וכבוד, ולשקול את מעשי
בתבונה, בתושיה, ובאהבת אנוש.
שומר אחי אהיה תמיד – אם בקרב, אם באלונקה
ואם ליד מיטת החולי.אני נשבע כי על ליבי יהיה חרוט לעד
הדיבר העליון של ההקרבה -
לא להשאיר פצוע בשדה
בזאת אני נשבע!
Ich, Soldat im Sanitätsdienst der Armee zur Verteidigung Israels,schwöre heute,
daß ich jedem Verletzten und Kranken helfend die Hand geben werde –
ob Gesetzesbrecher oder gesetzestreu, ob Freund oder Feind,
jedem Menschen, der ein Mensch ist.
Ich schwöre, dem Körper und der Seele Hilfe und Heilung zu bringen,
Geheimnisse zu wahren, treu und ehrenhaft zu sein, und meine Entscheidungen mit Verstand, Klugheit und Menschenliebe zu treffen.
Ich werde immer Hüter meines Bruders sein – auf dem Schlachtfeld, mit der Tragbahre und neben dem Krankenbett.
Ich schwöre, daß in meinem Herzen
das höchste Gebot der Opferbereitschaft fest eingegraben ist -
keinen Verletzten zurückzulassen.
Das schwöre ich!
Dann wurden die vielfarbigen Barette in die Luft geworfen. Hinterher gab es noch jede Menge Umarmungen, Zeugnisse, Sanitätsausweise, Abschiede und formloses Gequassel samt Gruppenphoto. Jetzt haben wir den Jungen für ein paar Tage zuhause, dann muß er noch einmal nach Rishon, wo er die Ausbildung gemacht hat, und dann wieder zurück zur Luftabwehr.
Mir hat das Gelöbnis gefallen. Es ist ja selbstverständlich, daß Sanitäter ohne Ansehen der Person helfen müssen – und israelische Sanitäter und Ärzte haben das auch immer wieder getan. Ich gehe davon aus, daß deutsche, amerikanische und syrische Sanitäter und Sanitätsoffiziere denselben Eid schwören – und sich auch daran halten. Wenn jemand den Wortlaut der Gelöbnisse in anderen Sprachen weiß, würde ich mich freuen, wenn er sie in den Kommentaren dazusetzt. (Ist das hier der amerikanische? dann habe ich mich geirrt und der Teil mit der Hilfe für Feinde und Gesetzesbrecher kommt nicht darin vor.) (Und noch eine Frage: wenn man doch sagt „ich schwöre“, ist es dann nicht eine Vereidigung, also mehr als ein Gelöbnis?)

נשבע היום הזה -
להושיט יד עוזרת לכל פצוע ולכל חולה,
אם נקלה ואם נכבד, אם אוהב ואם אויב -
ולכל אדם באשר הוא אדם.אני נשבע להביא מרפא וצרי לגוף ולנפש,
לשמור סוד, אמונים וכבוד, ולשקול את מעשי
בתבונה, בתושיה, ובאהבת אנוש.
שומר אחי אהיה תמיד – אם בקרב, אם באלונקה
ואם ליד מיטת החולי.אני נשבע כי על ליבי יהיה חרוט לעד
הדיבר העליון של ההקרבה -
לא להשאיר פצוע בשדה
בזאת אני נשבע!
Was ist schwerer – Oktober 25, 2009, 17:34
Posted by Lila in Edle Selbsterkenntnis.4 comments
selbst wegfahren, traurige Menschen zurückzulassen und sich am Flughafen noch ein letztes Mal umzudrehen? Oder zurückbleiben und winken, wenn andere fahren, die man am liebsten dauernd um sich hätte?
Ich habe meine Entscheidung nie bereut, mich so weit von meiner Familie und alten Freunden niedergelassen zu haben, aber diese Abschiede nach zu kurzer Zeit für zu lange Zeit, die fallen mir immer schwerer (und leicht waren sie noch nie). Mir fällt es schwer, ein Glas wegzuräumen, aus dem jemand getrunken hat, den ich nun Monate nicht mehr sehen werde, und ich muß mich dazu zwingen, leicht und flüssig zu sagen, daß meine Gäste schon wieder weg sind.
Zwanzig Jahre Glück Oktober 20, 2009, 8:49
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Danke meinem lieben Mann, daß er es so lange schon mit mir aushält und es auch weiterhin mit mir aushalten will.
(Von außen betrachtet ist nichts nerviger als so ein selbstzufriedenes Ehepaar, aber von innen fühlt es sich wirklich gut an.)
Instant-Bloggen Oktober 18, 2009, 12:20
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Ich bin im Brassel, aber nicht nur deswegen. Manchmal liest man Blogposts und denkt sich: ach wie schön, daß jemand das geschrieben hat! Dann muß ich es nicht selbst tun.
Darum heute nur ein paar Lese-Empfehlungen in Markus´ Blog, besonders für Leute, die in Gesprächen immer wieder auf die alten Mythen und heiligen Kühe stoßen. Die armen Araber, Landraub, Vertreibung, Besatzung, Entweihung der heiligen Stätten des Islam…
Gegen den Mythos, daß die Araber „immer schon“ hier waren, die Juden dagegen landfremde Einwanderer sind: Palästina als Einwanderungsland
Gegen den Mythos, daß Israel das Elend der Palästinenser verschuldet hat und perpetuiert: die Ägypterin Nonie Darwish zum Flüchtlingsstatus der Palästinenser
Gegen den Mythos, daß Israel sich auf andere verlassen kann: über die Wiederbewaffnung der Hisbollah unter den Augen der UNIFIL
Gegen den Mythos, daß Jerusalem eine arabische Stadt ist, uraltes Heiligtum des Islam, den die Juden den Moslems widerrechtlich und unter Mißachtung aller historischen Tatsachen wegschnappen wollen: über Jerusalem
So, ich kehre zurück in den Vielfrontenkrieg gegen Sandsturm, Hitzewelle, Semesterbeginn und angesammelte Stapel aus der Zeit der Krankheit…
Schamgefühl ist eine Zier… Oktober 18, 2009, 9:55
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… doch es geht auch ohne ihr, zumindest im sogenannten Menschenrechtsrat der UNO.
Sudan ist zwar nicht Mitglied in diesem Rat, darf aber als UNO-Mitglied sich dort äußern, und ein Vertreter des Sudan hat sich in bewegten Worten gegen Israel empört. Die Unmenschlichkeit der Zionisten, die sich über dem Gesetz wähnen! Damit reiht der Sudan sich in eine wunderbare Reihe der Menschenrechts-Verteidiger ein, so wie Syrien, Lybien, Yemen – allesamt Staaten, in denen Todesstrafe und Folter an der Tagesordnung sind.
Es lohnt sich, diese Zusammenstellung der „scharfen Verurteilungen Israels“ mal anzugucken (ich hab sie hier gefunden).
Keiner der Sprecher scheint das mindeste Problem damit zu haben, daß sie Lügen wiederholen. Ihren obsessiven Gebrauch der Worte holocaust, genocide und concentration camps würde ich glatt als Keule bezeichnen.
Um noch einmal Robert Kemp zu Worte kommen zu lassen:
Und auch die Flüchtlinge aus dem Sudan, die nach Israel strömen, scheinen zu wissen, daß es vielleicht keine ideale Insel der Seligen ist, aber doch ein recht attraktives Ziel. Während der Vertreter ihrer Regierung in Genf zu allgemeiner Zustimmung über Israels Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schwadroniert, wollen Tausende Sudanesen dort Zuflucht suchen. Da die Grenze zwischen Israel und Ägypten an den meisten Stellen eine offene ist (Wüste, man kann sie leider kaum „grüne Grenze“ nennen….), wird Israel dort einen Grenzzaun bauen müssen, denn wir können die Flüchtlingsströme nicht verkraften. (Und bevor Ihr Euch empört: auch die EU läßt nicht alle rein! und die ist größer, reicher und gesicherter als wir).
Nein, Schamgefühl gehört nicht zu den Zierden der Regierungen von Syrien, Yemen, Lybien und Sudan. Trotzdem schaffen sie es, daß ihre wüsten und maßlosen Beschimpfungen ernstgenommen werden. Ja, wenn es im Menschenrechtsrat der UNO gesagt wurde….! dann muß es ja stimmen. Dann muß man ja nicht weiter darüber nachdenken, ob das auch wirklich so ist, oder ob nicht doch gewisse, hm, Interessen in diese Äußerungen miteinfließen…
Manchmal bin ich froh, daß die Philosophen der Aufklärung schon lange tot sind und nicht mehr sehen können, wie sehr sie sich geirrt haben. Sie haben gedacht, man kann Menschen durch Bildung und Zugang zu Informationen und Wissen dazu erziehen, den eigenen kritischen Verstand zu benutzen. Ach, meine Lieben, wäre es mal so.
Bißchen Musick Oktober 17, 2009, 20:38
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Ha-yehudim, Ha-yamim shelanu (Unsere Tage) (transliteriert hier, und Übersetzungsversuche in den Kommentaren bei Youtube)
Ivri Lider, Bo (Komm) (Ivris Cover von Ritas hysterischem Lied, oh ich mag Rita überhaupt nicht! – und Ivri hat daraus ein Liebeslied für zwei Männer gemacht. Bilder aus dem Film Yossi and Jagger).
Bet haBubot, Shir be-iparon (Lied mit Bleistift) (auch hier ein Versuch in den Kommentaren, den Text zu übersetzen)
Gieriges WordPress Oktober 17, 2009, 14:42
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hat soeben einen geradezu brillianten, zynischen und vernichtenden Eintrag meinerseits verschluckt. Leider hab ich keine Zeit, noch einmal ähnliche Höhen zu erklimmen
drum begnüge ich mich mit dem Hinweis auf den Artikel, der meine mickrigen Geisteskräfte solchermaßen beflügelte hat. Er beschäftigt sich mit der Rolle des Internationalen Roten Kreuzes in der Errichtung einer dreifachen Moral: eine normale, für normale Staaten. Eine Narrenfreiheit, für Terroristen. Und eine besonders strenge Moral, in der sogar die Selbstverteidigung verboten ist, für Israel.
Und wenn ihr schon mal dabei seid, lest auch gleich noch die von Lozowick in seiner Gänze veröffentlichte Aussage vor der UNO von Robert Kemp, dem früheren britischen Kommandanten in Afganistan. Er hat den Mut, einmal zu tun, was sonst die meisten westlichen Beobachter wohlweislich vermeiden: er wendet die Standards, die an Israel angelegt werden, auch mal auf andere an. Auf sich selbst zum Beispiel.
Mr. President, based on my knowledge and experience, I can say this: During Operation Cast Lead, the Israeli Defence Forces did more to safeguard the rights of civilians in a combat zone than any other army in the history of warfare.
Israel did so while facing an enemy that deliberately positioned its military capability behind the human shield of the civilian population.
Hamas, like Hizballah, are expert at driving the media agenda. Both will always have people ready to give interviews condemning Israeli forces for war crimes. They are adept at staging and distorting incidents.
The IDF faces a challenge that we British do not have to face to the same extent. It is the automatic, Pavlovian presumption by many in the international media, and international human rights groups, that the IDF are in the wrong, that they are abusing human rights.
Das hat mich beim Lesen fast bis zu Tränen gefreut. Wirklich, ich bin es so gewöhnt, daß vollkommen entfesselt auf jedem Versuch Israels, die bösartigen und jahrelangen und wahllosen Angriffe auf seine Bürger abzuwehren, Kübel von medialem Unrat gekippt werden, daß eine faire Beurteilung mir vorkommt wie ein Himmelsgeschenk. Der Mann weiß, wovon die Rede ist, und er ist nicht besoffen von palästinensischer Haßpropaganda, so daß er die Realitäten sehen kann.
Ich schreibe jetzt mal was hin, was die meisten meiner Leser als Paranoia abtun werden.
Wir befinden uns in einem fortgeschrittenen Stadium der internationalen De-Legimation des Staats Israels. Erinnert Euch in ein paar Jahren daran, daß ich es vorausgesagt habe und Ihr gedacht habt, ich spinne. Es ist eine Kampagne im Gange, letztendlich Israel nicht nur das Recht zur Selbstverteidigung, sondern die Souveränität als Staat abzusprechen. Anders ist es nicht zu erklären, daß internationale Gremien, Medien und Politiker in Scharen das palästinensische Gespinst von Lügen, Übertreibungen, Halbwahrheiten, Verzerrungen und Hypothesen als Wahrheit akzeptieren, desen Entstehung und Ausschmückung in ihre Lebenszeit fällt – was die Welt vergessen zu haben scheint.
Dahinter steht Methode, es kann nicht anders sein. Jede positive Meldung aus Israel wird unterdrückt, heruntergespielt oder verschwiegen – jede Gelegenheit zur Verleumdung geradezu gierig ergriffen. Der Grund dafür? Ich glaube nicht an monokausale Erklärungen. Angst vor dem Viertel der Weltbevölkerung, das dem Islam angehört und dem man in vorauseilendem Gehorsam ein Opfer bringen will? Abneigung gegen ein Volk mit Idenitität, Solidarität und Erinnerungsvermögen, das einem vor Augen hält, wie man selbst es jahrhundertelang behandelt hat, und das sich endlich wehrt? Neid gegen eine Gesellschaft, die selbst an den Rand gedrückt und marginalisiert, verleumdet und tödlich bedroht, jede Woche die Welt mit neuen medizinischen, wissenschaftlichen oder technologischen Erfindungen beglückt, eine lebendige kulturelle Szene hat und das, wenn man es von der FIFA-Gruppe Nahost ausschließt, sich unverdrossen alle vier Jahre von europäischen Teams deklassieren läßt? Uralte Vorurteile gegen Jesusleugner, Christusmörder, Kindermörder zum Zwecke der Mazzen-Erzeugung?
Sucht euch was aus. Aber erinnert euch an meine Voraussage, wenn das erste Mal in der UNO der Antrag gestellt wird, die Staatsgründung Israels zu widerrufen. Es kann noch ein paar Jahre dauern, aber ich ahne nichts Gutes. Okay, okay, ich laß mein Chakra reinigen, trinke Lavendeltee und lerne Autogenes Training, wenn Ihr darauf besteht – aber es gibt auch Paranoide, denen man tatsächlich ans Leben will.
Eine Meldung, ein Kommentar Oktober 15, 2009, 19:02
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Wie nicht anders zu erwarten, unterstützt der Menschenrechts-Rat der UNO den Goldstone-Bericht.
Israel’s ambassador to the UN in Geneva, Aharon Leshno Yaar, said the Human Rights Council resolution, drafted by the Palestinians with Egypt, Nigeria, Pakistan and Tunisia, on behalf of non-aligned, African, Islamic and Arab nations, threatened to „set back hopes for peace“.
Wie kann das sein? Wie kann etwas, das so bekannte Vorreiter von Demokratie und Menschenrechten vertreten, dem Frieden schaden, diesem vielbeschworenen Frieden?
Warum die vollkommen einseitige und hysterische Hetzjagd auf Israel dem Frieden schadet, wird dann hier erläutert.
Back in 2005, Prime Minister Sharon assured Israelis it was OK to withdraw from Gaza because if Hamas tried to make it into a launching pad for terrorist attacks, the IDF would respond decisively with the support of a sympathetic international community. But now – after ruthless Monday morning quarterbacking by the UN of Israel’s self-defense in Gaza – what sane Israeli government would cede the West Bank?
No democratically-elected Israeli leader could afford to be blamed for opening Israel to more terror even as it would suffer another round of condemnations as “an occupying power” by the next Judge Goldstone. Jerusalem has enough threats to deal with without worrying that its political and military leaders will face arrest and trial by the International Criminal Court in the Hague if they dare respond to attacks against Tel Aviv and Haifa – not from Gaza – but from Ramallah and Jenin.
Leider vollkommen richtig. Wie oft habe ich den Beschuß vom Gazastreifen erwähnt? Ich linke nochmal zurück zu meiner Zusammenfassung vom Januar – nur ein Zitat vom Dezember 2008:
Eine militärische Reaktion könnte eskalieren, und einen weiteren Krieg gegen eine Terrororganisation hat uns gerade noch gefehlt. Die Palästinenser legen uns das natürlich als Schwäche aus und provozieren, bis sie uns soweit haben, daß die Armee einmarschiert. Dann werden wir wieder die Proteste in der UNO hören, wie menschenverachtend die Politik Israels ist.
Ja, genauso ist es gekommen. An große Proteste in der UNO oder der westlichen Welt in der Zeit der Terroranschläge, als wir täglich Menschen begraben haben, erinnere ich mich nicht. Denn es gab sie nicht. Terror ist wohl das Menschenrecht der Palästinenser, Gegenwehr Israels dagegen eine brutale Verletzung dieses Menschenrechts. Dabei garantiert die UNO in ihrer Charta das Recht auf Selbstverteidigung.
What goes around comes around. This year, it may be Jerusalem that’s the target of international kangaroo courts designed to strip it of the inalienable right to “the individual and collective inherent right of self-defense” guaranteed to every member state by Article 51 of the UN Charter: a minor detail to seems to have slipped Judge Goldstone’s mind.
Den Briten, Deutschen, Amerikanern, Franzosen und anderen NATO-Mitgliedern würde ich mal einen Goldstone wünschen, der ihnen so genau auf die Finger guckt… es ist ja so leicht, uns zu verurteilen, die von aggressiven, blutrünstigen Extremisten pausenlos angegriffen werden. Wir wenden einen großen Teil unseres nationalen Wohlstands und unserer Lebenszeit und -energie für die Verteidigung des Ländchens auf, das von allen Seiten, aber wirklich von allen Seiten angegriffen und in Frage gestellt wird.
Und es ist der Mechanismus wie beim Mobben auf dem Schulhof: immer mehr Zuschauer schließen sich dem Mobber an, werden selbst zu Mobbern. Die Türkei ist so jemand – zur Türkei schreibe ich noch mal extra, aber die immer stärkere Isolierung und Verdammung Israels und das Mantra der „Räumung der Siedlungen“ gehören zusammen, gehören zu einer Strategie, Israels Existenz unmöglich zu machen.
So gern wir die Gebiete räumen würden (wofür es in Israel, ich wiederhole mich zum x-ten Mal, seit Jahren eine Mehrheit gibt), wir können nicht, solange der palästinensische Terror von der Welt sanktioniert und abgesegnet wird wie von Goldstone und der UNO.
Ich hätte nie gedacht, daß es mal so weit kommen würde, daß uns wirklich kein Ausweg mehr bleibt, keine Vision für die Zukunft. Wie sollen wir aus diesem Kreislauf ausbrechen?
Secundus´ Abschlußarbeit Oktober 15, 2009, 16:43
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Einer von Secundus´ Leistungskursen ist ja Video und Film, sowohl theoretisch als auch praktisch. Er arbeitet jetzt an seinem praktischen Abschlußprojekt und hat sich als Thema den internationalen Flughafen Megiddo gewählt. Flughafen Megiddo? Niemand kennt ihn? Nein, noch nicht, denn er ist noch nicht gebaut. Bisher existiert nur ein kleines Flugfeld, das niemand mehr nutzt. Aber Pläne, die gibt es.
Seit der Bewilligung des Baus eines neuen internationalen Flughafens tobt ein erbitterter Streit darum. Mitten in diese landwirtschaftlich geprägte Gegend einen Flughaften zu klotzen – nachdem gerade der wahnsinnig Neubau von Ben Gurion in Betrieb genommen wurde, mit jahrelanger Verspätung und dem Argument, daß nun alle Bedürfnisse der Luftfahrt erfüllt sind – wirklich eine unverständliche Entscheidung. Dagegen wäre es mal an der Zeit, die Eisenbahnlinien innerhalb von Israel weiter auszubauen, oder überhaupt was für den öffentlichen Transport zu tun – das wäre doch mal ein Projekt für einen Verkehrsminister, eine Straßenbahn in Tel Aviv oder Haifa oder Jerusalem.
Ich bin etwas in Sorge um unsere Gegend, die früher mal am Ende der Welt lag, nur erreichbar über eine schmale, rumpelige Straße. Inzwischen ist Eliakim zu einer Riesen-Kreuzung ausgebaut, Yokneam zu einer Hi-Tech-Stadt voll neuer Stadtviertel geworden,und gar nicht weit von uns entfernt (Gott sei Dank nicht zu hören) die Straße Nr. 6 (eine Maut-Autobahn), die nur durch den Einsatz hiesiger Umweltgruppen halbwegs vertretbar gebaut wurde – immerhin ist hier Biosphärengebiet.
Israel ist sowieso schon so überfüllt, daß unzählbar viele unwiederbringliche Gebiete unter hastig geplanten und schlampig ausgeführten Projekten verschwunden sind. Straßen, gigantische Kreuzungen, noch gigantischere Einkaufszentren, gesichtslose Kaninchenstall-Wohnsiedlungen – einfach irgendwo reingesetzt. Das Land beraubt sich seiner Naturschönheiten – für ein Land, das unter andrem auch auf Tourismus setzt, keine Erfolgsstrategie. Kann man nicht EINmal aus den Fehlern lernen, die andere Länder in den 60er und 70er Jahren gemacht haben?

Das Jezreel-Tal: unten rechts Kibbuz Megiddo mit den Ausgrabungen (heller Hügel), gegenüber von r. nach l.: Nazareth, der Berg Tabor, Afula mit dem Givat Moreh. Von rechts die schnurgerade „Lineal-Straße“ (kvish ha-sargel) von Hadera nach Afula („wie findet man Afula?“ „es ist das Loch am Ende des Lineals“). Die Straße, die das Bild von links nach rechts durchschneidet, führt weiter nach Jenin.
Ich bin also, wie nicht anders zu erwarten, dagegen, Secundus dagegen findet die Idee eigentlich sehr cool, einen internationalen Flughafen ein paar Minuten von zuhause zu haben. Er will für seinen Film Leute interviewen, die dafür oder dagegen sind, und mehr über den ganzen Plan herausfinden. Es war also ein Glücksfall für ihn, daß heute eine Demo stattfand.
Verkehrsminister Katz weiht heute eine neue Umgehungsstraße um Afula ein, und ganz in der Nähe des festlichen Ereignisses war die Demonstration angesagt. Viele Leute kamen wohl nicht, aber Secundus konnte eine Menge von ihnen interviewen, und sie hatten ganz gute Gründe gegen den Flughafenbau. Dann kamen der Minister und der Knesset-Abgeordnete Aflalo, und Secundus wollte ganz nah an sie dran. Er sah einen hochrangigen Polizeioffizier aus unserem Kibbuz, der die Sicherheitskräfte leitete, und rief ihm zu: hey, Giora! Und Giora erkannte ihn, winkte ihn durch, ließ ihn ganz vorn an die Rednerbühne und hinterher an die Begleitgruppe der Politiker dran. Secundus konnte jetzt auch die ganze Demo „von gegenüber“ filmen und er meint zufrieden, daß er ein paar gute Bilder bekommen hat.
Der Kampf gegen denFlughafen jedenfalls geht weiter. Jetzt sagt mir mal ehrlich – wer würde schon gern in Armageddon landen?

Quarta Oktober 13, 2009, 17:35
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Heute mittag klingelt das Telephon. Als ich abhebe, sagt die Sekretärin der Grundschule in einem Atemzug „Simchanichterschrecken“. Das macht Simcha immer so, weil sie weiß, welche Filme in mütterlichen Köpfen ablaufen, wenn sie mitten am Tag anruft. Ich erschrecke also folgsam, denn wenn sie mich beruhigen will, ist bestimmt was Beunruhigendes geschehen.
Quarta hat im Sportunterricht einen Ball ungeschickt angenommen, ihr kleiner Finger der linken Hand (ihrer Schreibhand) ist umgeknickt, geschwollen und tut sehr weh. Simcha hat sie gleich mit Eis gekühlt und den Arm mit einem Dreieckstuch ruhiggestellt. Sie fährt mit dem Bus der Erstkläßler, der ein paar Minuten später losfährt, in den Kibbuz, wo die Krankenschwester und ich schon auf sie warten. Wie durch ein Wunder ist Y. ganz in der Nähe und kommt gerade in die Klinik des Kibbuz, als die Krankenschwester die Überweisung ausfüllt – Lin in Haifa, Notaufnahme Unfälle, Röntgen, Gips.
Es ist immer wieder erstaunlich, wie schnell sich die Laune von „jämmerlich und schmerzverzerrt“ zu „hochwichtig und gipsgeschmückt“ steigert. Schade, in die Schule muß sie trotzdem – aber immerhin können dann alle Kinder ihren Namen auf den Gips krakeln.
Und für die gute, stets freundliche Simcha werde ich mal ein schönes, langes Türschild basteln. Simchanichterschrecken.
Das Lied vom buckligen Männlein Oktober 12, 2009, 1:40
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Will ich auf mein Sofa gehn,
eine Decke häkeln -
liegt ein bucklig Männlein da,
tut sich schon drauf räkeln.

Will ich an mein Nähzeug gehn,
will ein bißchen nähen -
liegt ein bucklig Männlein da,
läßt mich nicht dran gehen.

Will ich in mein Badzimmer gehn,
waschen mich am Becken,
liegt ein bucklig Männlein da,
fängt an, sich zu lecken.

Will ich in die Küche gehen,
Schränke neu sortieren,
sitzt ein bucklig Männlein da
fest auf allen Vieren.

Will ich an den Wäschekorb,
Socken zu rauszufischen,
liegt ein bucklig Männlein da
und fängt an zu zischen.

Will ich an meine Bücher gehen,
will ein bißchen lesen -
springt ein bucklig Männlein vor
wie ein wilder Besen.

Will ich auf mein Klöchen gehn,
brauch ich etwas Frieden -
kommt ein bucklig Männlein nach,
will Verstecken spielen.

Will ich an mein Bügelbrett,
Handtücher zu falten -
liegen zwei bucklig Männlein dort,
mich davon abzuhalten.

Will ich an die Mikrowelle,
Schnitzel aufzuwärmen,
liegt ein bucklig Männlein da,
tut für Schnitzel schwärmen.

Will ich in mein Bettchen gehen
verdienter Ruhe pflegen,
liegt ein bucklig Männlein da,
ohne sich zu regen.

„Liebe Menschen, ach ich bitt,
störet meine Ruhe nit.“
(„Und bringt auch etwas Kotelett mit,
das Trockenfutter schmeckt wie Kitt“).
Pröbchen aufs Exempelchen Oktober 12, 2009, 1:00
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Spaßeshalber fragen wir doch mal unseren Sitznachbarn, wer eigentlich die Zweistaatenlösung Israel-Palästina seit Jahrzehnten verhindert.
Nun, was hat der Sitznachbar gesagt? Kleiner Hinweis: mit I fängt´s an, mit -ael hört´s auf, aber mehr wird nicht verraten.
Und nun ein paar Zitate, wahllos herausgegriffen. Wer sie richtig zuordnen kann, kriegt einen Lolly von mir, wenn er das nächste Mal (oder zum ersten Mal) hier ist.
„[Unser Staat] reicht vom Mittelmeer bis zum Jordan. Eine Zwei-Staaten-Lösung werden wir niemals akzeptieren. Das ist unser Land.“
„We must say: [our state stretches] from the sea to the river, from the west to the occupied east.“
„If God forbid, we procrastinate, we could lose support for a two-state solution.“
„In my vision of peace, in this small land of ours, two peoples live freely, side-by-side, in amity and mutual respect, each with its own flag and national anthem.“
„[The two-state solution] stabilizes the Israeli occupation and lures more Arab countries into normalizing relations with Israel.”
So schwer war das doch nicht, oder? (Natürlich gibt es von beiden Seiten auch Gegenzitate – aber es ist doch interessant, wie sich in der allgemeinen Wahrnehmung Israel als Hauptgegner der Zweistaatenlösung festgesetzt hat.)
Proppenvoll Oktober 10, 2009, 21:35
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war dieser Tag, vom Morgen bis jetzt.
Gegen elf Uhr schlugen hier die ersten alten Freunde auf, die mit uns die Stühle und Tische aufstellten, den Catering-Brüdern den Platz anwiesen und für Schatten sorgten – es ist hier nämlich tagsüber nach wie vor gräßlich heiß. Ich höre es so gern, wenn sie Y. bei seinem Kindernamen rufen, das tut sonst niemand, nur die Freunde aus der Gruppe, und auch von denen nicht alle. Wir waren gerade so richtig schön in Schweiß gebadet, als die ersten Gäste ankamen, darunter auch die Tochter der Familie, die früher in unserer Wohnung gewohnt haben. Sie wollte ihren Kindern unbedingt zeigen, wo Oma und Opa früher gewohnt haben (sie selbst hat ja im Kinderhaus gewohnt, mit Y. und den anderen), und ich war froh, daß alles sauber und ordentlich war, denn sie haben tatsächlich in alle Ecken geguckt….
Ich habe die ganze Zeit photographiert, und Yiftach meinte: hast du auch genügend Bilder gemacht? – Ja! – Bist du sicher? – JA! -Aber wirklich viele Bilder? -JA!!!! Ich hab den Link schon an alle geschickt, die Bilder sind nicht richtig gut geworden, aber es war hektisch, ein einziges Kommen und Gehen, und ich mußte ja auch noch Aloe-Vera-Gel für den kleinen Jungen holen, der von einer fiesen Wespe ins Ohr gestochen wurde, und Schleich-Tiere für die Jüngsten, und zwei kleine Mädchen aufs Klo begleiten, und mit allen Small talk machen.
Zwischendurch kam Y.s Vater, dessen Gruppentreffen ganz in unserer Nähe stattfand. Y. zog ihn zu einem der Freunde und sagte: na, Abba, kennst du den noch? der war nur bis zum Alter von vier Jahren bei uns!, und mein Schwiegervater sagte sofort: aber klar, das ist der Sohn des Arzts Hornberg, das war immer der Netteste von euch! Und der Sohn des Arzts war ganz berührt davon, daß ihn aus so früher Zeit noch jemand erkennt – er selbst erkannte nämlich kaum noch jemanden.
Eshchar heute
Dann gab es Essen, Bilder wurden angeguckt, Geschichten und Erinnerungen ausgetauscht….ein paar Leute hatten alte Alben mitgebracht.
Eshchar einst
Ach, es war schön, aber dann fingen die Straßenfeste und Basare an, und einige mußten auch zu anderen Gruppen gehen, von ihren Eltern oder Geschwistern, oder wo sie gute Freunde hatten, und zu uns kam Y.s Schwester mit ihren Mädchen, und schon verlief sich alles. Die Catering-Brüder (zwei Araber aus Furudis) packten ihre Sachen ein, wir halfen, und schon war es Zeit, in der Ausstellung Wache zu schieben.
Ich hatte die abgelegenste Galerie von allen, eine Reihe uralter Häuschen, in denen drei nebeneinanderliegende Zimmer als Ausstellungsräume genutzt wurden. Alte Dokumente, darunter der Kaufvertrag für Grund und Boden, und viele alte Bilder, auch von Y.s Großeltern. Besonders schön waren die alten Photos von den Familien der Kibbuzgründer, der vatikim, teilweise noch aus ihren Kinderzeiten in Deutschland oder Rumänien. Ich hatte eine Häkelarbeit dabei und saß in Ruhe vor dem Häuschen. Nicht viele Leute kamen, aber ein paar gute Freunde, und ich konnte nach Luft schnappen.
Als eine Familie „von draußen“ kam, dachte ich mir: na, der sieht dem Moshe aber ähnlich – und wenn es Moshes Bruder ist, dann wird er da drin eine Überraschung erleben! Und tatsächlich, kaum waren sie in den Raum getreten, quietschten alle drei jungen Mädchen der Familie gleichzeitig: der Opa! der Opa! und ich wußte auf meinem Stühlchen vor der Tür, daß die Familie jetzt ein unerwartetes Wiedersehen mit dem jüngst verstorbenen Opa bzw Uropa feiert. Ich hatte eine richtige Gänsehaut, als ich hörte, wie sie immer leiser wurden: oh, guckt mal, der Opa, was war der für ein hübscher Bursche – das muß noch in Europa gewesen sein – und hier ist noch ein Bild, bei der Jüdischen Brigade! und eins mit der Oma! oh, kommt mal her!
Es dauerte eine Weile, bis sie rauskamen, mit ganz bewegten Gesichtern. Sie bedankten sich bei mir. Sie wissen nicht, wie sehr ich diese Großeltern gemocht habe. Sie waren so nette freundliche Menschen, daß Primus, der ja überhaupt alte Menschen sehr gern mag, sie zu seiner Bar Mitzva eingeladen hatte, worüber sie sich unheimlich gefreut haben. Sie haben Primus damals gefragt: aber Junge, wieso lädtst du uns denn ein, uns alte Leute?, und Primus hat ihnen gesagt: meine Eltern haben gesagt, ich soll einladen, wen ich nett finde, und ich finde euch so nett! Das haben sie nie vergessen.
Sie sind neulich erst, kurz hintereinander, verstorben. Ich war innerlich so froh, daß der Kibbuz all diese wunderbaren Menschen so ehrt. Als meine Zeit als Wache vorbei war, bin ich mit Y. lange durch die anderen Ausstellungen geschlendert, sowohl Künstler als auch alte Bilder aus dem Archiv! Und überall waren Leute, und alle kannten Y., und ich kannte auch ziemlich viele. Es war so seltsam, aus unserem normalen Aquarium mal rauszukommen und Menschen wiederzusehen, die seit 20, 30 oder auch 40 Jahren nicht mehr im Kibbuz waren. Ein paar Begegnungen waren sehr intensiv, so kurz sie waren.
Und die Bilder, die Bilder! Hoffentlich werden sie mal digitalisiert, es ist ein Schatz, der im Archiv schlummert. Die Gegend: nur Steine, trockene Erde. Die Schule: ein einziges Gebäude, ansonsten nur Wüste, und die Schüler schleppen Steine, pflanzen Bäume und bewässern sparsam. Mein Schwiegervater meint, er hat mehr gearbeitet als gelernt, er war in der ersten Gruppe, die dort gelernt hat. Auf allen Bilder tragen alle Shorts und Arbeitsklamotten und Tembel-Hüte. Die Frauen kochen in großen Töpfen, die Männer tragen weiße Russenkittel und Sandalen, die Metaplot (Kindergärtnerinnen und Betreuerinnen) tragen weiße Schürzen und ein energisches Lächeln, und alle sind braungebrannt.
Und kaum hatten wir verschnauft von den Begegnungen und Bildern, ging es weiter mit Sarale Sharon. Sie ist ja auch Kibbuznikit, und da sie die Königin des Sing-alongs ist und auch viele aus unserem Kibbuz kennt, war sie wohl die beste Kandidatin, den Abend zu leiten – obwohl sie meiner Meinung nach überhaupt nicht mehr singen kann, falls sie es je konnte (sie ist ja sogar mal für Israel zur Eurovision geflogen und hat einen letzten oder zweitletzten Platz rausgeholt… ei ei ei). Der Abend stand unter dem Motto: Kindergarten-Feier. Unter Gesang und anfeuernden Rufen lud Sarale der Reihe nach jeweils fünf bis sechs Jahrgangs-Gruppen auf die Bühne.
Dort wurden dann Reden verlesen, Lieder gesungen und die erste Gruppe des Kibbuz, Zamir, mußte Hora tanzen. Was sie auch tadellos taten. Meine Kinder sahen mit ungläubigem Entzücken ihren würdigen Großvater die Arme und Beine schwingen, in guter Haltung. Dabei sang er lauthals und legte den Arm um seine liebste Freundin seit Kinderzeiten.
Die Gruppen der Aliyat-ha-Noar wurden auch gerufen, dabei war dann meine Schwiegermutter. Meine Töchter flüsterten: Mama, die Oma sieht am süßesten aus von allen!, und das stimmte auch. Irgendwann war dann Y.s Tante dran (die andere Tante ist leider wieder in den USA und verpaßt dieses Spektakel – was sie bestimmt nicht bedauert) – sie hatte denselben genierten Ausdruck wie Y. nach ihr, und etwas später Y.s kleiner Bruder. Ach, sie stehen so ungern im Rampenlicht!
Die jüngsten Gruppen kletterten mit ihren Babies in Tragetüchern und Kleinkindern an der Hand auf die Bühne. Einer der jüngeren Väter hielt eine besonders schöne Rede – wenn es die in der Kibbuz-Zeitung mal gedruckt gibt, übersetze ich Auszüge davon. Er war witzig und traf auf den Punkt, was man am Kibbuz lieben kann (und er war so taktvoll, nicht zu erwähnen, was man weniger lieben kann).
Dann wurden Lehrer, Sportler, Bauern und Künstler auf die Bühne gerufen. Die Bauern sagen am schönsten – alles lauter kräftige Bässe, sie singen ja oft bei Festen. Diesmal wurde auf die ehemaligen Volunteers verzichtet – wir sind ja auch eine ziemlich große Gruppe, hätten uns wohl mal in Erinnerung bringen können, die mythologischen „Frauen von draußen“ (und auch ein paar Männer!)…
Zum Schluß wurde noch mit Dudu gesungen, den wir alle kennen und der hier viele Konzerte gibt. Dudu sang mit uns zwei Lieder. Danksagungen, Danksagungen und viel Applaus. Dann gingen wir nach Hause. Secundus bleibt noch und hilft beim Aufräumen, er ist noch nicht zurück. Doch obwohl der Abend schon vorbei war, hörten wir Sarale weitersingen – ich glaube, wenn man sie nicht fesselt und knebelt, singt sie weiter, denn sie kennt jedes hebräische Lied, das je geschrieben wurde, und ihr fällt immer noch eins ein… Tertia kicherte den ganzen Heimweg, wenn immer noch und noch ein Lied erklang.
Und jetzt ist der Abend vorbei, der Tag vorbei, und das Geburtstags-Jahr ist auch vorbei. Jetzt ist wohl ein paar Jahre wieder Ruhe, bis der nächste runde Geburtstag ansteht. Immerhin, 70 Jahre Kibbuz ist nicht schlecht. 20 davon sind auch meine, und ich bin froh darum.




